Erlogenes ist dem “Social Network” nicht zu schade, um sein Geschäftsmodell zu fördern. Dabei geht es nicht um die Lügen in den Selbstdarstellungen der Nutzer, auch nicht um verschwiegene Nebeninformationen – etwa dass man einen Facebook-Account auch endgültig löschen kann -, sondern um gezielte Desinformation von Unternehmensseite. Im Interesse der Facebook-Nutzer ist nichts davon – sonst müsste man sie ja nicht anlügen.
Üblicherweise lauten alltägliche Behauptungen auf der Facebook-Benutzeroberfläche in etwa so: “Folgende Freunde benutzen auch den Facebook-Freundefinder… Gib auch Du uns Deine E-Mail-Passwörter und Adressbücher!” oder “Deine Freunde spielen diese Facebook-Spiele. Mach mit!” – Einerseits sind das einfache Werbebotschaften; andererseits nutzt das Gesichtsbuch die Namen und Profilbilder aus den Freundeslisten, um personalisierte Werbung zu gestalten. Die befragten Freunde leugnen auf Rückfrage regelmäßig die Behauptungen von Facebook – doch wer lügt? Die Webseite mit angeblich über 500 Millionen aktiven Nutzern.
Neue Strategie: “Sicherheit”
Wer mit Aussagen wie “Deine Freunde tun es schon…” nicht zu ködern ist, den will das Unternehmen nun mit der Online-Sicherheit kriegen: In Signalfarben zeigt es am rechten Rand Sicherheitswarnungen an, wie sie Online-Betrüger nicht besser gestalten könnten.
Auch die Lösung der Sicherheitsprobleme scheint nur einen Mausklick entfernt: “Schutz erhöhen”. Doch was Facebook als Lösung vorschwebt, ist das genaue Gegenteil von Online-Sicherheit: Die Verbreitung von persönlichen Informationen über das Internet.
Realistische Maßnahmen, die Sicherheit von Facebook-Accounts zu erhöhen, sind hingegen:
- Verwendung üblicher Sicherheitssoftware
- Wahl der restriktivsten Privatsphäre-Einstellungen
- Verzicht auf die Preisgabe persönlicher Informationen
Die einzige völlig sichere Methode, mit Facebook zu interagieren, ist jedoch:
- Facebook-Account löschen
Das Ende ist nahe: make more money!
Aber dazu will das Unternehmen wohl nicht raten. Denn es ist inzwischen keine Datenkrake mehr, die die Informationen mitnimmt, die es ohnehin angeboten bekommt, sondern ein Datenstaubsauger, der auch in die feinsten Ritzen dringt und Angaben fordert, die man nie machen wollte. Vermutlich könnten Soziale Netzwerke von vielen Nutzern auch Bankverbindungen erfragen (ach ja, das tun sie bereits).
Dass dieses Konzept den Gedanken des Web 2.0 beschädigt, das auf User Generated Content setzt, für den die Server nur als seriöse Makler fungieren, scheint dabei irrelevant. Da der Niedergang des Web-2.0-Hypes schon begonnen hat, geht es für Facebook und Co. nur noch darum, in kurzer Zeit möglichst viel Profit aus dem Unternehmen zu ziehen.
Zu den Ursachen des Web-2.0-Niedergangs dürfte zu zählen sein, dass die Umsetzung dieses Konzeptes sich nicht nach den tatsächlichen Nutzer/Community-Interessen richtet, sondern nach den Unternehmensinteressen, für die “Web 2.0″ eine Werbebotschaft und User Generated Content billiger Content ist. Unabhängig Erbloggtes überwindet diese Orientierung an Unternehmensinteressen. Denn dabei kann man sogar sagen, was Facebook seit über einem Jahr zu sagen verbietet:
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Ich fands auch recht verblüffend, als Facebook mir erzählen wollte, meine Sicherheitseinstellungen seien niedrig…
Persönlich fand ich es ja eher amüsant, mit welchen billigen Methoden Facebook versucht, an mehr Daten von mir zu kommen. Aber viele fallen halt auch auf so eine Masche rein…
Richtig! Das hat Kommentator Art4 beim Folgebeitrag vernachlässigt.
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