Erstaunt es, dass Sozialpsychologen der Ruhr-Universität Bochum in einer Studie folgendes bewiesen haben?
“Teilnehmer, die regelmäßig in ihrem Glauben an die eigenen Fähigkeiten bestärkt wurden, erhöhten ihre Leistungen wie von selbst und waren auch zu freiwilliger Mehrarbeit bereit.”[1]
Das haben sie gut gemacht, die Sozialpsychologen. Dem Uni-Spiegel waren wohl die Worte “Selbstwirksamkeitsüberzeugung” und “Selbstwirksamkeitserwartung” zu lang, aber man kann ja nicht jeden loben. Nun ist “Leistung” kein Kriterium für Lebensqualität, aber meist hängt wohl beides mit Lob zusammen. Zwar kann auch negative Herausforderung motivierend wirken; doch das ist wohl eher der Fall, wenn der Sprecher nicht als legitimer Bewerter akzeptiert wird, sondern sich ein abwertendes Urteil anmaßt, das dann widerlegt werden soll.
Schlussfolgerungen: Es wird zu wenig gelobt in Deutschland. Der Krise könnte man durch die Steigerung der Lob-Produktion entgehen. Stattdessen kurbelt die Krise die Tadel-Produktion an. Statt größerem sozialem Zusammenhalt bedeutet dies ein Anwachsen von Konflikten und Widersprüchen in allen Bereichen.
