Warum Schavanplag sich von VroniPlag abspaltete

Er wies es als Alleingang aus, die Plagiatsvorwürfe gegen Annette Schavan zu verbreiten. Schavanplag (gleichzeitig die Bezeichnung des Blogs wie des Bloggers) folgte seiner inneren Überzeugung und erläuterte dies in einem wichtigen Interview mit Spiegel Online:

Interviewer Tinz erweist sich als gut orientierter Journalist in Sachen Plagiatssuche. Und er stellt die richtigen Fragen:

“Frau Schavan hat verlangt, dass Sie sich zu erkennen geben. Welche Reaktion erwarten Sie von der Bildungsministerin?
schavanplag: Ich fände es hilfreich, wenn sie ihrer Ankündigung, zu Aufklärung beitragen zu wollen, Taten folgen lässt. Sie könnte damit anfangen zu erklären, warum sie bei den von mir aufgeführten Stellen auf den Seiten 75 und 76 nicht abgeschrieben hat. Dortige Ausführungen können durch die sehr spezielle Wortwahl eindeutig einer Quelle zugeordnet werden, die in der gesamten Arbeit nicht erwähnt wird.”

Schavanplag verweist damit auf die Seiten in Schavans Arbeit, die den zentralen Stellen des Büchleins Psychoanalyse und Gewissen. Von der “Stimme Gottes” zum “Über-Ich” von Ernst Stadter (1970) sehr ähneln. Schavan nennt Stadters Buch weder in den Fußnoten noch im Literaturverzeichnis.

Auch deshalb ist die Bewertung dieser Textstelle so wichtig für Schavanplag. Sie ist im folgenden grafisch aufbereitet nebeneinandergestellt, wie in VroniPlag zu finden. Tipp zur Meinungsbildung: Man lese zuerst die rechte Spalte, dann die linke, und frage sich, welche Informationen die linke Spalte zusätzlich enthalten habe.

As75f.

Textübernahmen auf S. 75f. der Dissertation von Annette Schavan (laut VroniPlag)

Die farbigen Hervorhebungen sind automatisiert erstellt und zeigen identische Zeichenketten. Entscheidend für die Frage des Wissenschaftsbetrugs (nicht der Urheberrechtsverletzung!) ist aber eine Identität des Gedankenganges, nicht der Zeichenketten. (Wenn die Zeichenketten identisch sind, ist es notwendigerweise auch der Gedankengang. Deshalb ist es bei seitenweisen Copy-&-Paste-Plagiaten à la Guttenberg leichter und eindeutiger – selbst für Computer – Wissenschaftsbetrug zu identifizieren.)

Warum wollte VroniPlag sich damit nicht auseinandersetzen?

Die Theorie, nach der VroniPlag eine Präsentation des Falles Schavan ablehnte, lässt sich gut an folgender Darstellung erläutern (Hinweis und Erläuterungen dazu in der Diskussion hier):

Die Grafik stammt von VroniPlagger Klicken, der ihr die Erläuterung beigab:

“Es gibt einen Graubereich zwischen ‘Plagiat’ und ‘KeinPlagiat’. Aufgabe und Ziel des Wikis ist nicht, diesen Graubereich zu untersuchen. Ziel ist es, den schwarzen Bereich zu dokumentieren.”[1]

Das ließe sich auch so formulieren: VroniPlag soll auf der sicheren Seite bleiben und den medial gern kolportierten Vorwurf der Verleumdung möglichst weit von sich weisen. Das ist pragmatisch gedacht zur Erhaltung und Machtvergrößerung der Institution VroniPlag. Doch an dieser Denkweise lässt sich allerlei kritisieren. Plagiatsforschung ist demnach der Verleumdung näher als VroniPlag. Verfolgung meint wahrscheinlich so etwas wie mediales Aufsehen und übertriebene Vorwürfe. In Fällen, in denen die Universität schließlich entscheidet, dass Mängel bestehen, diese aber nicht zur Aberkennung des Doktorgrades reichen – etwa bei Althusmann – könnte man von dieser Stufe sprechen.

Eine andere Kritik dieser Denkweise hebt darauf ab, dass VroniPlag sich aus dem Grenzbereich zwischen eindeutigem Plagiat und eindeutigem Nicht-Plagiat heraushalten solle, dass aber gar nicht eindeutig sei, wo dieser Grenzbereich anfängt, und wo er endet. Es gibt sozusagen einen weiteren Grenzbereich zwischen “Plagiat” und “Zwischenbereich”. Die Zuständigkeit von VroniPlag wäre vorher wie nachher nicht genau beschrieben, sondern stets Ermessenssache. Gleichzeitig läge es damit aber im Ermessen von VroniPlag, zu behaupten, dass jeder Fall, den man untersuche, eindeutig dem Schwarzbereich des definitiven Plagiats angehöre. Das ist, wie Kritiker meinen, eine Überheblichkeit, die VroniPlag nicht zusteht. Ob ein Fall definitiv ein Plagiat ist, müsse letztlich die zuständige Unversität entscheiden, nicht eine selbsternannte Gruppe ohne Rückhalt in der Wissenschaft.

Indem VroniPlag sich für diese Richtung entschied (und Schavan als “Graubereich” ablehnte), ist es jedenfalls auf die Lieblingsargumentation der Plagiatoren hereingefallen, wie man nun sieht: “Die Vorwürfe sind ja anonym, die gelten nichts.” VroniPlag wollte – trotz Anonymität der meisten Mitwirkenden – aus dieser Anonymitätsecke heraus, sich als Institution einen Namen machen, der die Macht habe, die Entscheidung einer Universität vorweg zu nehmen. Zu diesem Zweck wurde (selbst wenn es keine Absicht war) Schavans Arbeit “verteidigt”, “entlastet” oder im Vergleich mit Guttenberg relativiert.

Was in dieser VroniPlag-Räson zählt, ist vor allem der “Ruf des Wikis”. Man wünscht sich in der Führungsclique die “einhellige Bestätigung [des VroniPlag-Ergebnisses] durch alle Gremien hindurch”.[2] Diese wird als persönlicher Ruhm empfunden – selbst wenn die Arbeit nach dem Wikiprinzip von anderen gemacht wurde. Ein universitärer Widerspruch gegen VroniPlag ist demnach persönliche Schande der Führungsclique.

Jemand mit gut gewähltem Pseudonym aus “Gefährliche Seilschaften” schilderte Erbloggtes derweil die konkrete Kommunikationseinrichtung, in der die Entscheidung über die Ablehnung des Falles Schavan wahrscheinlich getroffen worden sei: Wöchentliche “Sitzungen” fänden in einem Chat “hinter” dem VroniPlag-Chat statt. Wer dort Sitz und Stimme hat ist “In”, wer nicht, ist “Out”. Der Macher von Schavanplag hatte dort offenbar keine Stimme.

Wie erklärt VroniPlag, dass es den Fall Schavan ablehnte?

Die nachträgliche Begründung von Entscheidungen, die Wochen zuvor fielen, birgt einige Probleme. Zur Rechtfertigung solcher Entscheidungen können insbesondere solche Aspekte angeführt werden, die damals noch gar nicht bekannt waren, oder die damals niemanden überzeugt hätten. Insofern ist eine Diskussion auf VroniPlag mit dem Titel “Warum hat VroniPlag die Analyse-Ergebnisse zur Dissertation Annette Schavans nicht ‘publiziert’?” mit Vorsicht zu interpretieren.

Die von Beginn der Plagiatsaffäre Schavan an durch Debora Weber-Wulff verbreitete Begründung lautete, Schavans Dissertation sei “ein Grenzfall”. Was das bedeuten kann, wurde schon früher diskutiert.[3] Zwei Möglichkeiten:

  1. Schavans Dissertation ist ein Grenzfall zwischen wissenschaftlichem Fehlverhalten und bloßer Schlamperei.
  2. Schavans Dissertation ist ein Grenzfall zwischen einem Fall für VroniPlag und einem Fall, den VroniPlag nicht untersuchen sollte.

Die meisten Rezipienten entschieden sich für Bedeutung 1. Die offizielle VroniPlag-Interpretation ist aber Bedeutung 2, wie unter anderem aus folgenden Äußerungen hervorgeht:

“Nein, das Kollektiv hat keineswegs festgestellt, dass es sich nicht um Plagiarismus handelt. Lediglich wurde mehrheitlich beschlossen, dass die Schwere des Falls nicht ausreichend fuer eine Veroeffentlichung auf VroniPlag scheint.”[4]

Deutlicher noch als Fiesh sprach sich Weber-Wulff selbst unter ihrem Pseudonym WiseWoman für Interpretation 2 aus:

“Wenn ich vom ‘Grenzfall’ spreche, meine ich Grenzfall für Aufnahme auf der Home [= VroniPlag-Hauptseite]. Das ist keine Entscheidung, ob das Werk ein Plagiat ist oder nicht, was unabhängig von der Plagiatsentscheidung einzelnder Fragmente zu fällen ist.”[4]

Doch auch diese Erläuterung einer Aussage durch ihre Autorin selbst lässt Fragen offen, etwa die schon früher formulierte, ob die zweite Interpretation nicht bei genauerer Betrachtung die unangenehmeren Konsequenzen hat. Manche meinen sogar, es gebe gar keinen Unterschied zwischen Interpretation 1 und Interpretation 2. Letztere sei auf erstere zurückzuführen in dem Sinne, dass nur auf der VroniPlag-Hauptseite erscheine, was von VroniPlag als klares wissenschaftliches Fehlverhalten eingeschätzt werde. Demnach hätten Medien und Experten die Entscheidung von VroniPlag entgegen deren Beteuerungen richtig interpretiert, dass VroniPlag den Fall Schavan nicht für einen Fall halte, der zur Entziehung des Doktorgrades führen werde.[4]

VroniPlag fürchtete einen neuen Fall Sensburg: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg war der erste, den seine Universität, die Fernuni Hagen, vom auf VroniPlag erhobenen Plagiatsvorwurf freisprach. Würde so etwas im Fall der Bundesbildungsministerin passieren, der großes mediales Aufsehen erweckt, wären Ruhm und Macht des Plagiatswikis schwer beschädigt – das jedenfalls ist die Logik, die im Hinterzimmer überzeugt haben dürfte.

Ob sie korrekt ist, daran bestehen allerdings Zweifel. Wenn VroniPlag nur dokumentiert, also ähnliche Textstellen nebeneinanderlegt, die Entscheidung, ob dies als wissenschaftliches Fehlverhalten zu bewerten ist, aber den Universitäten überlassen bleibt, dann überzeugt die Logik nicht. Aber wenn die Universitäten notorisch unzuverlässig sind, Plagiate stets unter den Teppich kehren wollen und nur durch Druck der Öffentlichkeit zu sachlichen Entscheidungen gedrängt werden können, dann ist etwas Wahres dran an der Überlegung: VroniPlag kann dann durch sein öffentliches Ansehen diesens Druck der Öffentlichkeit aufbauen, da Journalisten sich kein eigenes Urteil erlauben, sondern sich lieber an angeblichen Autoritäten orientieren wollen.

Gut für Schavan, wenn VroniPlag seine Autorität für die Ministerin in die Wagschale wirft. Plagiatsexperte Volker Rieble derweil hängt sich mit seiner Einschätzung der Schavanplag-Funde ebenso weit aus dem Fenster wie sein Kollege Stefan Weber:

“Es hätten ‘schon Leute für weniger ihren Doktortitel verloren’. Qualitativ seien in Schavans Arbeit alle möglichen Arten von Plagiaten zu finden. ‘Das ist kein Zufall und auch kein Irrtum’, so Rieble, ‘sondern Absicht’.”[5]

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18 Antworten zu “Warum Schavanplag sich von VroniPlag abspaltete

  1. Plaqueiator

    Zunächst: ich gehe sehr stark davon aus, dass der Schavan-Dokumentar sehr wohl eine Stimme bei der Abstimmung hatte.

    Sie nähern sich dem Problem gut an, das sich aus der derzeit gültigen “Konsens”-Haltung bei Vroniplag ergibt. Einziger Zweck einer dem Vroniplag-Konsens entsprechenden Veröffentlichung ist es, den Plagiator so gründlich wie möglich in die Pfanne zu hauen. Die Herangehensweise ist: es werden nur die “Hammerplagiate” gesucht und erfasst, alle “grenzwertigen” Teile, also die, die nicht unmittelbar ins Auge springen und als “unvermittelbar” gelten, werden weggelassen, nicht dass sich ein Plagiator genau darauf beruft!
    Die Fakultät kann gar nicht anders als aberkennen.
    Der Fall ist klar, Diskussion unnötig und Vroniplags furchtbarer Ruf verbreitet sich wie Donnerhall. Die “Administratoren” können sich in Interviews selber beweihräuchern oder, wenn sie zu keinem mehr geholt werden, allen zukünftigen Plagiatoren drohen und sich in Häme ergehen wie Klicken in seinem Twitter-Account.

    Frage: ist der akademischen Welt damit geholfen, nicht zu diskutieren und sich nur zu empören?

    Was wir (also die Gruppe um die “umstrittenen” Fälle) fürchteten, war die Implikation des Umkehrschlusses. Zudem waren wir der Auffassung, dass eine Betrachtung von wissenschaftlichen Schriften nur Wissenschaftlich erfolgen soll, unter der Maßgabe der Exaktheit und der Vollständigkeit, dass ein Weglassen zu gunsten eines mächtigeren “impact” nicht in Frage kommt. Für mich eindeutig die “wissenschaftlichere” Herangehensweise.

    Zweifellos hat Vroniplag eine erhebliche Außenwirkung. Ob die Administratoren dies wollen oder nicht, ihre Verlautbarungen werden auch hinsichtlich der Frage gehört, was ein Plagiat überhaupt sei, wie jetzt in der Wahrnehmung des Falles Schavan deutlich wird. Durch das Weglassen solcher “unvermittelbaren” Plagiatstellen und Verlautbarungen wie “Grenzfall” werden diese im Umkehrschluß zum Argument *für* die Plagiatoren, mithin sauberes wissenschaftliches Vorgehen.

    Wenn man aus narzisstischen Motiven Plagiatoren in die Pfanne hauen möchte, um sich an ihrem Absturz zu ergötzen, sich lediglich empören möchte an den ach so schlimmen Zuständen im Wissenschaftsbetrieb, frisiert man Sachverhalte durch Weglassung. Pure Doppelmoral, die Angriffe im Sinne der Denunziantenvorwürfe erhalten ungeheure Valenz.

    Die Herangehensweise an eine wissenschaftliche Analyse ist die der Definition. Grenzbereiche zu betrachten ist zwingend. Die Frage, von der sich ein Dokumentar leiten lassen muss ist:

    “Gibt jede einzelne Referenz im vorliegenden Werk ein Beispiel für kommende Doktoren ab, wie wissenschaftlich korrekt zu arbeiten ist? Kann ich das empfehlen?”

    Die Antwort an vielen vielen Textstellen, die Vroniplag bagatellisiert, muss “Nein” lauten. Der Umkehrschluß, der aus dem Vroniplag-”Konsens” folgt, eigt erst dessen Verantwortungslosigkeit.

    Es darf nicht “meinetwegen über Graubereiche diskutiert werden” (Klicken), es *muss* zwingend über Grenzbereiche diskutiert werden.

    Wenn Vroniplag sich nicht der Diskussion stellt und die Konfrontation scheut, ist dies ein feiges, verantwortungsloses und gefährliches Verhalten.

    Nebenbemerkung: dem Umkehrschluss zufolge müsste ja an der FernUni Hagen die Zitierweise von Sensburg im einzelnen erlaubt sein, da es sich lediglich um “böswillige Vorwürfe” handelte. Wäre lustig, das mal auszuarbeiten und den Studenten dort diese Ausarbeitung zukommen zu lassen. Lust, Erbloggtes? ;)

  2. Ich hatte in Sachen Althusmann mal angefangen zu formulieren, wie man eine Doktorarbeit schreiben und belegen muss, um möglichst billig damit durchzukommen. Viel “vgl.” benutzen ist schon mal ein guter Tipp. Vielleicht ist so ein Leitfaden für Studierende ja nach der Schavan-Affäre notwendig. Es wäre schließlich unverantwortlich, wenn man Studierende zu sauberem wissenschaftlichen Arbeiten auffordern würde, während die obersten Hüter von Bildung und Wissenschaft auf ihre Positionen gelangt sind, indem sie das Gegenteil davon gemacht haben. Dann gälte ja: Der korrekt Zitierende ist der Dumme.

    Interessant, dass Sie schreiben, dass die Denunziantenvorwürfe gegen VroniPlag auf diese Weise eine gewisse Kraft entfalten. Denn das wollte man ja gerade vermeiden, indem man sich auf “eindeutige” Fälle beschränkte. Wieder mal ein dialektisches Phänomen: Aufklärung schlägt in Mythologie zurück.

    Oh, dieser Artikel ist wohl jemandem übel aufgestoßen. In der Bewertungssektion steht nach 1 Bewertung nur 1 Stern, “very poor”.

    PS: Ich habe in Ihrem Text gelesen: “Einziger Zweck einer dem Vroniplag-Konsens entsprechenden Veröffentlichung ist es, den Plaqueiator so gründlich wie möglich in die Pfanne zu hauen.” Da musste ich nochmal nachlesen.

  3. Rumpelstilzchen1812

    zum Thema „Leitfaden“ gehört für mich z.B. folgender Rezepturvorschlag: Man nehme (1) ein möglichst textgebundenes Thema, das (2) bereits bearbeitet worden ist und (3) übernehme daraus massenhaft Text mit viel „vgl“ und (4) rechtfertige das damit, dass die Vorgänger mit ihrer Bearbeitung des Themas bereits Hervorragendes geleistet hätten und dass dies auch entsprechend gewürdigt werden musste bei der Neubearbeitung des Themas.
    Geht nicht? Doch. Hier ein Beispiel für eine Bearbeitungspyramide, in der bereits Roland Wöller im Rückgriff auf Adolph so verfahren ist:

    2005: Markus Gloe: Planung für die deutsche Einheit : der Forschungsbeirat für Fragen der Wiedervereinigung Deutschlands 1952-1975 (Diss, 2005)

    2004: Roland Wöller: Der Forschungsbeirat für Fragen der Wiedervereinigung Deutschlands 1952—1975
    Zur politischen und wissenschaftlichen Diskussion der wirtschaftlichen Wiedervereinigung (Diss, 2004)

    1995: Bernd Adolph: Die Anfänge des Forschungsbeirates für Fragen der Wiedervereinigung Deutschlands von 1952 – 1954 (Magisterarbeit, 1995)

    Also ran an die vergnügliche Arbeit! Erinnert etwas an die “Anleitung zum Unglücklichsein“ von Watzlawick. :)

  4. Die Geschichte um Schavan und VroniPlag wird um eine Posse reicher. Man staunt, wer sich plötzlich um Interviews im Spiegel drängt und somit dem tapferen Mitstreiter, der Schavan veröffentlicht hat, in den Rücken fällt. Sein Pseudonym, seinen Beruf und seine Herkunft freiwillig angibt aber andere hier des Outings bezichtigt.

    Keine Aussagen zu der Anzahl der Abstimmenden. Die Anzahl war kläglich. Keine Aussage zum eigenen Abstimmungsverhalten. Nur MarcusB steht zu seiner Enthaltung. Es ist ein Totalversagen der Plattform.

    Ein Verkehrsminister der besoffen in eine Verkehrskontrolle mit 1,5 Promille fährt, würde von VroniPlag durchgewunken und die Akten vernichtet. ” Es sind ja noch keine 10% erreicht” Es ist ja nicht sicher, ob das für einen Führerscheinentzug langt. “O tempora, o mores!”

    VroniPlag war tot im ersten Quartal 2012 und das wollen die verantwortlichen Akteure einfach nicht zugeben.

  5. Das mit dem Verkehrsminister klingt für mich wie eine Geschichte aus dem bayerischen Leben. ;-)
    Große Worte wie “Totalversagen” sind allerdings analytisch nicht sehr hilfreich und dadurch auch nicht besonders überzeugend für den unbefangenen Leser.
    Beim Interview von KayH dachte ich aber auch, was soll das? Und warum lässt er dort hineinschreiben “KayH, 42, arbeitet als Sprachwissenschaftler im Rheinland.”? Und warum steht da, KayH untersuchte die Doktorarbeit? Und warum behauptet er, “Zehn Prozent ist die Grenze, ab der wir unsere Funde normalerweise veröffentlichen; Frau Schavan liegt nur ganz knapp darüber.”??? Und warum nimmt er Guttenberg und Saß als Maßstab und fügt an “auch wenn das kein Maßstab ist”? Und beantragt er wirklich in einem SpOn-Interview Forschungsgelder für eine großangelegte Vergleichsstudie über Plagiate? Fragen über Fragen.

    @Rumpelstilzchen: In einem ernsthaften Leitfaden müsste man heute jedenfalls Studierende anweisen, so viele Fußnoten wie möglich zu machen und in jede Fußnote so viele Titel aufzunehmen wie möglich. Das zu lehren, scheuen sich vermutlich besonders Wissenschaftler mit “literarischem” Anspruch, die lieber rasch lesbare Essays ohne Fußnoten wollen.

  6. Rumpelstilzchen1812

    zum o.a. Interview von KayH: Und warum erhält man da auf die Frage “Wie viele Mitstreiter sind noch dabei?” keine bzw. ausweichende Antwort?
    Und warum muss man dann lesen: […] »gerade haben wir einen dänischen Professor entlarvt […]«
    Ist das die Sprache, mit der VroniPlag medial seinen auf der Home erklärten Wissenschaftlichkeitsanspruch ohne Ansehen der Person verwirklicht?

  7. Rumpelstilzchen1812

    Ergänzend: Und bedeutet das nicht auch, dass, wenn ein ‘Fall’ auf die Home gestellt wird, dies eine “Entlarvung” meinen soll?

  8. Rumpelstilzchen1812

    Plaqueiator hatte zu Recht das Argument der medialen Vermittlung i.S. von Unfertigkeit gegenüber der gewählten Variante „Grenzfall“ gebracht.
    In diesen Zusammenhang gehört dann auch:
    »Es wird nicht ad acta gelegt, nur weil es noch nicht auf Home ist. Es wird einfach weitergeköchelt.« WiseWoman 09:04, 6. Mai 2012 (UTC) auf der Forumseite „Warum hat VroniPlag die Analyse-Ergebnisse …. Nicht publiziert“
    Fasst man die jüngsten Erklärungsversuche zusammen, so bleibt erneut: Gerade wenn man das Argument von WW ernst nimmt, spricht das dafür, dass man schlicht genau dies hätte so erklären können, nämlich dass der Fall zum damaligen Zeitpunkt noch nicht als reif angesehen wurde, auf die Home zu kommen, d.h. mit Klarnamen von ‚As’ Schavan.
    Es wird „weitergeköchelt“ bis es heißen darf:
    “VroniPlag proudly presents: Deutsche Professorin und Bildungsministerin entlarvt!“

  9. Plaqueiator

    Verbotene Leistungsstatistik. KayH hat 4 Edits bei Schavan.
    Die Beiträge, die ich gefunden habe, waren folgende:

    21:22, 5. Mai 2012 (Unterschied | Versionen) Analyse:As/Fragment 106 30 ? (SMW-Fix) (aktuell)

    23:14, 2. Mai 2012 (Unterschied | Versionen) K Nm/Übersicht Test3 ? (hat „Analyse:As/Übersicht Test2“ nach „Nm/Übersicht Test3“ verschoben)

    22:21, 2. Mai 2012 (Unterschied | Versionen) K Nm/Übersicht Test3 ? (hat „Analyse:As/Übersicht Test“ nach „Analyse:As/Übersicht Test2“ verschoben)

    22:21, 2. Mai 2012 (Unterschied | Versionen) K Nm/Übersicht Test3 ? (hat „Analyse:As/Übersicht Test“ nach „Analyse:As/Übersicht Test2“ verschoben)

    Zusammen mit der überreichlichen Erfahrung aus insgesamt während seiner “Karriere” erfassten _3 _ Fragmente insgesamt ist der Schlapphut am Küchentisch voll qualifiziert für ein autoritatives Spiegel-Interview.

  10. Die Anonymität bei Vroniplag ist vielen Beteiligten lästig geworden. Prof. Dr. Gerhard Dannemann aus Berlin meldet sich im Interview mit Foto zu Wort und klärt uns über die Qualität der Arbeit auf. KayH ist ebenfalls geltungsbedürftig und möchte von den Medien beachtet werden. Weber-Wulff und Heidingsfelder, andere haben auch etwas zu sagen, Es fehlt nur noch ein Artikel mit Herrn Klicken in der Bunten.

  11. Gipfelstürmer

    Wie passt eigentlich der Gedanke, dass Vroniplag sich als Institution etablieren will zu Aussagen, dass dort Freiwillige etwas machen, wenn sie gerade Lust dazu haben? Sollte eine Institution nicht etwas zuverlässiger sein?
    Die Causa As angefangen dabei, dass fast alle Arbeit von einer Person gemacht wurde, der kaum unterstützt wurde, bis hin zum Verhalten der Vroniplagger jetzt, die in Interviews ihr Wissen zu dieser Dissertation, zur Prüfung durch das Team, haha, und all die tollen Insiderinformationen (uhhh wer war bei der Abstimmung) darlegen, zeigt, dass Vroniplag nicht zur Institution taugt. Ein Blick auf die Aktivitäten in Vroniplag reicht, um zu sehen wie unglaubwürdig diese „Aktive“ sind, die sich nun mal wieder äußern -wahrscheinlich zum letzten mal, da Vroniplag selbst nicht mehr solche Aufmerksamkeit auf sich zieht.

  12. Danke sehr!
    Ich finde “Leistungsstatistiken” ja fragwürdig. Aber sie sind natürlich besonders unerfreulich, wenn der Reporter, dem man gerade erzählt hat, was für Plagiate man so fand, dadurch feststellen kann, dass man an der Arbeit nicht beteiligt war.

  13. Rumpelstilzchen1812

    Könnte Erbloggtes zustimmen, wenn ich die 11:01 Äußerung auch unter dem Gesichtspunkt “Seriosität” – immerhin ein knallhartes STK-Kriterium – einordne?

  14. Leistungsstatistiken sind unseriös. Meriten vorgaukeln ist unseriös. Streitereien und gegenseitige Beschimpfungen sind unseriös. Plagiieren ist unseriös. Das befindet sich alles in einem großen Abhängigkeitsverhältnis. Und gleich publiziere ich einen Grundsatzartikel über die eigentlichen Ursachen, der dann niemanden interessieren wird.
    So ist das Leben.

  15. Rumpelstilzchen1812

    Empfehle Lichttherapie! :)

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