Archiv der Kategorie: Erlesenes

Sexualkunde für Hassprediger II

Erübrigt es sich, auf einzelne Exemplare in der Wiederholung der gleichen Ressentiments einzugehen, die hier vor einer Woche anhand von Texten von Roland Tichy und Antje Schmelzer als Sexualkunde für Hassprediger diskutiert wurden? Wer das bejaht, darf gleich zum letzten Abschnitt springen. Die Kampagne gegen moderne Sexualaufklärung nimmt ihren Lauf, und wo Hassprediger über Sexualkunde wettern, darf ein Fleischhauer nicht abseits stehen:

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Sexualkunde für Hassprediger

Ereiferte sich wieder einmal ein Hassprediger über die Werte der Aufklärung wie Menschenrechte, Selbstbestimmung, Emanzipation und Gleichheit, so räumte er immerhin ausdrücklich ein, dass er und seinesgleichen das Problem sind: “Wir sind es”, lautete das Fazit von Roland Tichy, Chefredakteur der “Wirtschaftswoche” und Vorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung. Der schrieb, diesmal nicht in seinem Magazin, sondern in seinem Blog Weiterlesen

Ihre Einsendung zu unserem Literaturwettbewerb II

Erweitert es die dokumentarische Briefroman-Kurzgeschichte über Ablehnung von Literaturwettbewerbsbeiträgen, die A. R. im Mai vorlegte, so nimmt seine neu entstandene Reprise doch gänzlich andere Themen auf und zeichnet das Bild der Korrespondenten in bunteren, fröhlicheren Farben als zuvor: Weiterlesen

Schavans Nachworte zur Apokalypse

Erbloggtes von Causa Schavan:

Die Bundesrepublik Deutschland wird beim Heiligen Stuhl neuerdings durch eine Person vertreten, die “nach dem Verlust von Doktorwürde und Regierungsamt eine besondere Mission in Rom erfüllen” will. So steht es im neuesten großen Annette-Schavan-Beitrag der WELT am SONNTAG. Als römische Glaubenskongregation in eigener Sache geht diese Botschafterin nämlich mit glühendem Eifer der besonderen Mission nach, weiterhin von ihrer heiligmäßigen Unschuld zu künden. Vom erlittenen Martyrium. Und nebenher auch von ihrer unvermindert anhaltenden Wichtigkeit. In Leserkreisen der BUNTEN und der WELT am SONNTAG wird es gewiss auf Interesse stoßen, dass Ihre Exzellenz in ihrem ganzen Leben noch niemals getäuscht hat, und zwar ganz genau niemanden niemals nicht. Ferner: Dass sie künftig auf einem roten Motorroller durch Rom zu kurven gedenkt.

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Nicht nur die süffisante Rekapitulation der jüngeren Schavan-(Hof-)Berichterstattung Weiterlesen

Annette Scharlatans Nutzenkalkül

Erlerntes bleibt länger im Gedächtnis, wenn man es mit anschaulichen, lebensnahen Beispielen verankert. Das weiß auch der Düsseldorfer VWL-Professor Justus Haucap, weshalb er seine Prüflinge im Wintersemester 2011/2012 nach Partys und Urlaubsreisen des “Bundesprominente[n] Chris Fox und seine[r] neue[n] Frau Betty” fragte. Auf dem Höhepunkt der Wulff-Affäre waren diese Klausurfragen ein gefundenes Fressen für zahlreiche Medien bis hin zur FAZ. Kurz darauf trat Wulff zurück. Die Kommentarspalten-Ökonomen stritten sich weiter um die Lösung. Weiterlesen

Irre

Erreichte Seinszustände müssen nicht unbedingt bewusst werden. Bei der Kunst wie bei der Droge gilt: Hauptsache sie wirkt. Arne R. jedenfalls reichte jüngst eine Miniatur ein, die wahlweise zur Psychodiagnostik oder zur Zeitdiagnostik geeignet scheint. Agnostik gebietet sie jedenfalls im Hinblick auf den klassischen Geniekult Weiterlesen

Griff nach der Westmacht

Erweist es sich als plausibel, dass in ein und demselben Zeitungsartikel konträre Perspektiven zum Ausdruck kommen? Wahrscheinlich muss man es als die große journalistische Kunst verstehen, dass Journalisten bloße Leinwände seien, auf die verschiedenene in einer Gesellschaft vertretene Perspektiven sich projizieren können – oder auch nicht. Je nachdem, wie eng sie vernetzwerkelt sind mit diesen Journalisten. Doch zur Projektion später mehr. Zuerst eine Skizze der “westlichen” Außenpolitik von Bernd Ulrich, Politikchef von “Die Zeit” Weiterlesen