Archiv der Kategorie: Erwähltes

Männer, die auf Plagiate starren. Rückblicke auf die Causa Schavan

Erlesenes zusammenzufassen, darum bemüht sich Gerhard Dannemann in seinem Rückblick auf die argumentativen Verrenkungen der Schavanisten, und er kommt zu dem Ergebnis, dass es im Fall Schavan eine kopernikanische Wende der Plagiaristik gab: Zum neuen Mittelpunkt des Universums wurde Annette Schavan erklärt, und an der Gewissheit a priori, dass sie ihren Doktor nicht verlieren dürfe, maßen ihre Unterstützer alle Definitionen und Umdefinitionen von wissenschaftlichem Fehlverhalten und dem richtigen Umgang damit. Weiterlesen

Von China lernen heißt Siegen lernen. Chinesen blicken aber sehnsüchtig nach Deutschland

Er sehnte solche Verhältnisse wie in Deutschland herbei, der typische netzaktive, demokratiebewegte Chinese, wie ihn dieser Artikel ausgiebig zu Wort kommen lässt:

Aus chinesischer Sicht sieht es im eigenen Land schlechter aus mit Korruption, Machtverfilzung und Vorteilsnahme: “Deutsche Rektoren sind wirklich mutig! Weiterlesen

Transparenz unerwünscht. Schavans heimliches Eingeständnis

Erfüllte Schavan nun alle negativen Erwartungen, so konnte sie sich ihrer Getreuen doch weiterhin sicher sein. Nachdem Anja Kühne in der jüngsten Ausgabe des Tagesspiegel noch eine drei Tage alte Information der Universität Düsseldorf zum hoffnungsvollen Artikeltitel erhoben hatte (“Fall Schavan. Uni Düsseldorf will Transparenz”), verkündete Roland Preuß am heutigen Morgen bereits, dass Schavan keine Transparenz anstrebe Weiterlesen

Düsseldorfer Rektor Piper antwortet Biedenkopf und Winnacker

Er mochte selbst glauben, was er in der Zeitung Die Welt veröffentlichte, oder auch nicht. Der Wahrheit entsprach Kurt Biedenkopfs Darstellung des Falles Schavan jedoch ebensowenig, wie Ernst-Ludwig Winnackers Grundsatzkritik an der Entscheidung der Universität Düsseldorf in diesem Verfahren. Das stellt der Rektor der Universität nun unmissverständlich klar – und prangert damit die auf verschiedenen Wegen erfolgten Versuche an, Annette Schavans Doktor zu retten und die Hochschulautonomie der Universität einzuschränken. Weiterlesen

Plagiat im Boulevard oder die nichtswissende Müllpresse

Erfrischtes – ach was, so lässt sich kein Artikel über ätzenden Boulevardmüll beginnen, beim besten Willen nicht. Die Berichterstattung ist unter aller Kanone. Es folgt ein Rant über das Verhältnis von Journalismus, Plagiatssuche und die Erfolge der Schavanisten. Anlass ist das Herabsteigen des Blogs Guttengate.de in die nichtswissende Müllpresse, aus der es nur knapp wieder entkommen kann – mit einem Fundstück aus dem Focus in der Hand Weiterlesen

Blogs und Zeitungen zu Schavans Doktorentzug

Erlesenes, Schlimmes und Gutes, kurz zusammengefasst, macht das Bleibende dieses Tages 1 nach Dr. Schavan aus: Alles begann gestern um 18:30 Uhr. Jetzt.de veröffentlichte, was Roland Preuß vorbereitet hatte. Allerdings zwei Stunden bevor das Ergebnis feststand. Von dem, was da stand, blieb außer der Tendenz später wenig übrig.[1] Der peinliche Frühschuss ist inzwischen gelöscht.[2] Der Tagesspiegel hatte es (mal wieder) besser gemacht Weiterlesen

Dr. weg. Schavan muss gehen

Entscheidet es nicht über die Fähigkeit, Minister oder Ministerin zu werden, ob man einen Doktor hat oder nicht, so entscheidet es doch über die Unfähigkeit, Ministerin oder Minister zu bleiben, wenn man den Doktor verliert. Bei Annette Schavan ist dieser Fall jetzt eingetreten, wie dpa mitteilt. Der Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät der Universität Düsseldorf hat beschlossen, dass Schavan nicht Doktorin der Philosophie bleiben kann, weil sie in ihrer Doktorarbeit darüber getäuscht hat, was ihre eigenen Gedanken und Formulierungen waren, und was sie von anderen Autoren abgeschrieben hat Weiterlesen

Befangenheiten, Strategien, Erwartungen

Erscheint es unplausibel, anzunehmen, dass Heike Schmoll titelt “Schavan wird wohl den Titel verlieren”, um anschließend argumentieren zu können, der Fakultätsrat sei ja befangen gewesen? Genauer: Er sei Teil einer großen Verschwörung gewesen, weil die Presse schon vorher gewusst habe, dass Schavan ihren Titel verlieren werde? Das ist ungefähr so wie die Argumentation, die Universität Düsseldorf, der Fakultätsrat und der Promotionsausschuss seien im Fall Schavan befangen, weil sie von außen so massiv angegriffen würden, dass sie intern Solidarisierungstendenzen entwickelten Weiterlesen

Ist Roland Preuß ein Schavanist?

Eröffnete sich durch Erkenntnise der netzwerktheoretischen Journalismusforschung die Chance, die Haltung von Journalisten zu bestimmten Politikern zu erklären, so stellt sich die Frage, ob sich die Methode auch umkehren lässt: Lässt sich aus den Texten ein Netzwerk rekonstruieren, weil solche Netzwerke auf “Wert-Homophilie” basieren?

Ein Testfall für eine solche Analyse wäre SZ-Journalist Roland Preuß. Weiterlesen

Journalisten, Politiker, Wissenschaftler. Netzwerkanalyse und der Fall Schavan

Ermitteltes Problem in der Schavan-Berichterstattung ist die immer wieder offen sichtbare (und messbare) Nähe zwischen primärem Thema (Schavans Dissertation), Berichterstattern (Journalisten) und Kommentatoren (Journalisten und O-Ton-Lieferanten). Das Zusammenwirken zwischen PolitikerInnen, Wissenschaftlern (keine Wissenschaftlerin zu bemerken) und JournalistInnen ist dabei so eng, dass regelrechte Verschwörungen (also geheime Absprachen über wechselseitiges Verhalten, um bestimmte Ziele zu erreichen) naheliegend erscheinen Weiterlesen