Archiv der Kategorie: Erwähltes

Uni Düsseldorf feiert: Lammert kommt!

Erhöhte Sprecherpositionen zeichnen sich durch ihr Potential zur Nachsicht gegenüber den Subalternen aus. Nachsicht wird auch von Norbert Lammert erwartet, wenn er am 16. November 2014 in der Düsseldorfer Tonhalle spricht [Update: laut Tagesspiegel hätte Lammert erst im November 2015 reden sollen]. Da feiert die Universität Düsseldorf nämlich ihr 50jähriges Bestehen – und der Rektoratsbeauftragte für das Jubiläumsjahr konnte gestern verkünden, Bundestagspräsident Norbert Lammert als Festredner gewonnen zu haben. Weiterlesen

SAQ: Schavanly Asked Questions

Erarbeitete Schavans Unterstützerkreis womöglich in einer ungewollt dialektischen Wendung selbst die Abwehrstrategie, mit der die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) in der Causa Schavan ihre Unabhängigkeit gegen Einflussversuche verteidigen konnte? Klar ist, dass man in Düsseldorf einigen Aufwand betreiben musste, um ein Überprüfungsverfahren durchzuführen, das den rechtlichen und wissenschaftlichen Erfordernissen gerecht werden konnte. Dabei half auch der HHU-Ehrensenator, ehemalige nordrhein-westfälische Kulturstaatssekretär, Staatskanzleichef Weiterlesen

Der Wulff und seine Jäger

Erledigtes war Bundespräsident Christian Wulff moralisch bereits Mitte Dezember 2011.[1] Er hielt sich nach eigener Zählung noch 67 Tage im Amt, und nun rechnet er ab:

“Wulff macht in seinem neuen Buch ‘Ganz oben Ganz unten’ den Jagdtrieb von Journalisten für seinen Rücktritt verantwortlich.”[2]

Erlegtes Wild wollten die also aus ihm machen. Wie das? Darüber schreibt Wulff ausführlich. Denn die Verfehlungen anderer sind das beste Thema, um nicht über die eigenen reden zu müssen. Kurz vor seinem Rücktritt, Weiterlesen

Die drei Muskeltiere und der Lockruf des Goldes

Erschüttert es das Wissenschaftssystem in Deutschland, wenn nun nach und nach ans Licht kommt, wie die Spitzenvertreter dieses Systems in der Schavan-Affäre im Verborgenen ihre Muskeln spielen ließen? Man darf gespannt sein, wie Anja Kühne im Tagesspiegel hoffnungsvoll formuliert:

“Doch auf Vertraulichkeit hat die vielfach von Wissenschaftsmanagern öffentlich ins Unrecht gesetzte Uni offenbar keine Lust mehr, seit sie am 20. März vom Verwaltungsgericht Düsseldorf auf ganzer Linie recht bekam.”

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Vertraulicher Schavanismus – oder: Wie die HRK das Schavan-Verfahren manipulieren wollte

Ermöglichte schließlich das Ende des Schavan-Prozesses, sich wieder anderen Dingen zuzuwenden, beispielsweise Erfreulichem wie der Botschafter-Residenz in Rom. Die passt nämlich ganz ausgezeichnet zu ihrer baldigen Bewohnerin:

“Branca [der Architekt] entschied sich für einen Bau im Stile des Stauferkaisers Friedrich II. Dabei galt es ‘Einfachheit, Klarheit und zurückhaltende Monumentalität’ im antiken römischen Kontext umzusetzen, wie es Branca formulierte.”[1]

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Verjährungsdebatte: Zur Ersitzung des Doktorgrades

Ersessenes wird auf Dauer zum Besitz. Das ist bekannt seit Kindergartentagen: “Das ist mein Platz!” krakeelte allmorgendlich die halbe Krabbelgruppe im Kampf um die beste Ausgangslage, historisch unumstößliche Sitzgewohnheitsrechte reklamierend. Schon diese Rechtsstreitigkeiten verliefen regelmäßig ungerecht in hohem Grad. Und auch bei der Deutschen höchstem Grad ist Ersitzung kein unter allen Umständen sicherer Weg zu dauerhaftem Besitz. Ist das etwa gerecht? Weiterlesen

Die Wissenschaft antwortet Wolfgang Marquardt

Erübrigt es sich, darauf hinzuweisen, dass Wolfgang Marquardt, der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, ein bedeutender Schavanist ist? Früher wurden er und seine Äußerungen zum Thema Wissenschaftsbetrug und Bildungsministerin nicht sehr häufig auf Erbloggtes oder Causa Schavan thematisiert. Nach einem Rückblick auf diese Vorgeschichte Marquardts im Kreise des Schavanismus folgt unten die Schilderung einer brandneuen Entwicklung, in der sich erneut die Aufspaltung des Wissenschaftsbetriebs in Wissenschaftsfunktionäre und Wissenschaftler zeigt Weiterlesen