Luftschlacht um Deutschland, 2. Runde

Erkämpftes Land gibt man nicht aus der Hand, sagt der Volksmund; „wer in Deutschland leben wolle, der müsse auch bereit sein, die Alltagskultur zu akzeptieren“,[1] sagt Seehofer. Auf zum Bettenmachen, Teppichklopfen, Straßefegen, Autowaschen und Kampftrinken! Gut, dass Polenüberfallen, Frankreicherobern und Völkermorden nicht zur deutschen Alltagskultur gehört, sondern besonderen Gelegenheiten vorbehalten bleibt.

Doch nicht nur JU-Vorsitzender Philipp Mißfelder macht Gebrauch von der Luftkriegs-Metaphorik, wenn er Seehofer quasi zur Messerschmitt Bf 109 der Union erklärt, der „für die Union insgesamt die Lufthoheit über den Stammtischen zurückzugewinnen“ habe.[1] Die rechtsradikalen Parteien in deutschen Parlamenten werden sich ganz schön vor Mißfelders Ausrottungsdrohung fürchten, da dieser meint „rechts von der Union dürfe es niemals eine demokratisch legitimierte Kraft geben“,[1] daher müsse man die Rechtsfront nun von Seehofer beschießen lassen.

Auch FDP-Generalsekretär Christian Lindner liebt die Fliegerasse, hält Seehofer aber nicht für eines, sondern führt lediglich auf Sperrfeuer und massiven Flak-Einsatz zurück, wenn dieser den Vogel abschießt: „Für mich war das kein fachlicher Beitrag von Horst Seehofer. Es war der Versuch, die Lufthoheit über den Stammtischen von Thilo Sarrazin zurück zu gewinnen […] Pauschalurteile und kulturelle Abschottung sind falsch.“ Damit treffe man auch die nützlichen Ausländer, die helfen, „unser Land nach vorne zu bringen“.[2]

Grünen-Fraktionschefin Renate Künast kennt das Luftkriegs-Szenario ebenfalls wie ihre Westentasche. Sie meinte, Seehofer und Merkel versuchten, „die Grünen als Feindbild aufzubauen, weil das konservative Lager in einer Identitätskrise stecke“:[2]

„Der eine Teil kreist im Luftraum über den Stammtischen, weil er Angst hat, dass rechts der CDU eine neue Partei entsteht. Der andere Teil weiß um die Verantwortung, Fachkräfte organisieren zu müssen“.[2]

Jaja, die Grünen! Die wollen ihren Luftraum auch nicht für Menschenrechte und Umweltschutz öffnen, wenn sie ihn stattdessen mit Fachkräften füllen können. Die Titanic hat die künftige (Des)Integrationspolitik knapp analysiert:

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