Lied der Deutschen, Strophe 1, Zeile 1

Erschreckendes aus dem Präsidentenschloss: Chiles Präsident Sebastián Piñera schrieb auf Deutsch „Deutschland über alles“ ins Gästebuch des Bundespräsidenten und entschuldigte sich nun dafür:

„Mir war es überhaupt nicht bewusst, dass dieser Satz in Verbindung mit einer dunklen Vergangenheit dieses Landes stehen könnte, und darum tut es mir leid, und ich bitte in dem Fall um Entschuldigung“.[1]

Als Erklärung sagte er, „er habe die Worte gelernt, als er in den 50er und 60er Jahren als Kind eine deutsche Schule besucht habe.“[1] Wie hätte er auch ahnen können, dass die Deutschen, die der ehemalige Pinochet-Anhänger, jetzige Präsident, Milliardär und „Berlusconi Chiles“ so kennt, als Flüchtlinge vor der Verfolgung ihrer Nazi-Verbrechen oder einfach aus Abscheu vor der bundesrepublikanischen Demokratie nach Chile gekommen waren. Man könnte meinen, Piñera wäre in der „Colonia Dignidad“ zur Schule gegangen.

Unklar bleibt bei der ganzen Geschichte, warum Chilenen so einen nach 17 Jahren Militärdiktatur zum Präsidenten wählen, und warum Bundespräsident Christian Wulff ihn zum Frühstück nach Berlin einlädt. Aber mit ehemaligen Diktatur-Funktionären können offenbar nicht nur die Deutschen gut. Ob das mit Gauck ebenso passiert wäre?

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