Kurzmitteilung

Weihnachten: überschätzt, Geschenkpapier: übertrieben

Ermutigtes Aussprechen von Wahrheiten hat Tim Klimes unter anderem zu der Erkenntnis geführt: „Das Leben ist kein Ponyhof“. Am Fremden, hier dem italienischen Familienweihnachten bei seiner Freundin, entdeckt er das Eigene, hier das Feiertagsgrausen zum „Fest der Liebe“, das besser „Fest der Hiebe“ heißen könnte. Denn „Feiertage der Liebe kranken an ihren Erwartungen; daran, dass sie unbedingt Liebe verbreiten wollen.“[1]

Wenn Valentinstag eine Erfindung der Blumenindustrie ist, dann ist Weihnachten eine Erfindung der Geschenkpapierindustrie. Mit den Unmengen dekorativen Verpackungsmaterials, die in den sechs Stunden zwischen 17 Uhr und 23 Uhr an jedem 24. Dezember vernichtet werden (anderswo auch zu anderen Zeiten), könnte man mehrere Hochhäuser in asiatischer Papierbauweise errichten. Der britische Mathematiker Warwick Dumas hat nun zum Schaden der Geschenkpapierindustrie – aber im Auftrag des Einzelhandels – die Formel zur Minimierung des Geschenkpapierverbrauchs entwickelt.[2] Mal vorausgesetzt, keine wissenschaftliche Untersuchung zeigt im kommenden Jahr eine grenzwertübersteigende Luftbelastung durch offen ausgebreitetes, zerknittertes und zerrissenes Geschenkpapier, etwa mit Quecksilber, Formaldehyd oder andere womöglich krebserregende Stoffe.

Eine Antwort zu “Weihnachten: überschätzt, Geschenkpapier: übertrieben

  1. Bravo

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