Kurzmitteilung

Talkshow, isch schwöre

Erheiterte solcherart Begründung einer TV-Talkshow-Redakteurin – neben dem kleinen Ärgernis, altbekannte Missstände auszusprechen – den bibelfesten Leser:

„Es ist immer dasselbe Problem mit euch Evangelen. Ihr seid zu vernünftig, zu differenziert. Wir brauchen klare, knappe, deutliche Ja- oder Neinstimmen.“[1]

Denn gerade die „Evangelen“ haben doch eine enge persönliche Beziehung zu den Jesusworten. Und da heißt es in der Bergpredigt (Matthäus 5, 37):

Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen. (Einheitsübersetzung)

Es sei aber eure Rede: Ja, ja! Nein, nein! Was aber darüber hinausgeht, ist vom Bösen. (Revidierte Elberfelder)

Euer Wort soll ein eindeutiges Ja sein oder ein eindeutiges Nein. Was darüber hinausgeht, geschieht aus Bosheit. (Bibel in gerechter Sprache)

Eine religiöse Ursache kann die anscheinende mangelnde Eignung von Protestanten für TV-Talkshows demnach nicht haben, auch wenn die Redakteurin das glaubte. Vernünftigkeit und Differenziertheit evangelischer Talk-Gäste müssten sich demnach aus anderen Quellen speisen: Naheliegend wären – auch wenn die „Katholen“ das vielleicht nicht gerne hören – Ursachen im sozialen Umfeld und im Bildungsstandard.

via [1]

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