Kurzmitteilung

Ramsauers „Tarifegoismus“

Erstaunt es, wenn der Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer die mit Streik drohenden Lokführer „zur Zurückhaltung“ auffordert? Kaum. Tagesschau.de zitiert ihn weiter:

„Ich warne eindringlich davor, dass in Deutschland der Tarifegoismus zunimmt“, sagte er der „Welt“. Der Konflikt dürfe nicht grenzenlos auf dem Rücken der Fahrgäste ausgetragen werden.[1]

Jaja, der „Tarifegoismus“. Jeder denkt an sich, und niemand denkt an „die Auswirkungen eines Streiks für die gesamte Wirtschaft“… Was müssen das für schlechte Menschen sein, diese Lokführer, dass die so egoistisch sind. Die fordern bestimmt wieder 10 Prozent Lohnerhöhung, 35-Stunden-Woche und 40 Urlaubstage im Jahr. Und dass dabei die Konjunktur den Bach runter geht, das interessiert sie nicht. Hömma, die Fahrgäste müssen doch zur Arbeit fahren, da können doch die Lokführer nicht streiken!

Was waren noch gleich die Forderungen, die die Mitglieder der GDL mit über 90 Prozent Zustimmung durch Streik durchsetzen wollen? GDL-Chef Weselsky nannte die Urabstimmung ein „deutliches Signal an alle Arbeitgeber in Eisenbahnverkehrsunternehmen, dass sich die Lokomotivführer für die Schaffung eines Flächentarifvertrages mit einheitlich hohem Entgeltniveau aussprechen“.[1] Oho! Einen Tarifvertrag möchten die Herren, na dann Prost! Nochwas? Vielleicht „bundesweit einheitliche Tarifbedingungen für rund 26.000 Lokführer […] bei allen Bahnunternehmen im Nah-, Fern- und Güterverkehr […] ein einheitliches Mindesteinkommen auf dem Niveau des Marktführers Deutsche Bahn“?[1]

Das sind ja mal wirtschaftsstandortzerstörende Forderungen, die die Eisenbahner nun erpressen wollen. Grenzenloser Tarifegoismus, das. Da könnte ja jeder kommen und einen Tarifvertrag verlangen.

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