62. Sudetendeutscher Tag, Augsburg 2011, ein Foto-Rundgang

Erreichte Schirmherr der Sudetendeutschen Horst Seehofer auf dem traditionell an Pfingsten stattfindenden Sudetendeutschen Tag vor allem seine potentiellen Wähler, auf die Themen und Rhetorik seiner Rede zugeschnitten waren, so muss er sich doch fragen, wie viele seiner Zielgruppe noch 2013 bei der nächsten bayerischen Landtagswahl zur Urne gehen können.

Ein Ministerpräsident auf Stimmenfang

Bahnstation Augsburg-Messe

Ohne die richtigen Weichenstellungen wehen die sudetendeutschen Fahnen bald nur noch am Abstellgleis, wie hier an der Bahnstation Augsburg-Messe.

Die Haarfarbe der Anwesenden war fast einheitlich grau, die geistige Verfassung, auf die Seehofer abzielte, war vor allem blau-weiss. Und das heißt noch, Seehofer dafür loben, dass er nur baiuwarisch-volkstümelnd daherredete, und nicht nationalistisch-völkisch oder chauvinistisch-revanchistisch. Populistisch war er gleichwohl, so sehr, dass selbst dutzende der als hartgesotten geltenden Sudeten während der Ansprache die Halle verließen.

Das Publikum bei Seehofers Rede

Grautöne dominierten Seehofers Publikum

Aber abgesehen von der „uneingeschränkten Solidarität“,[1] die er der Sudetendeutschen Landsmannschaft zugesagt hat, blieb er doch recht gemäßigt, europäisch-nachbarschaftlich gegenüber Tschechien. Das Motto des 62. Sudetendeutschen Tages war denn auch: „Dialog und Wahrheit – Nachbarschaft gestalten.“ Verklausuliert hat Seehofer allerdings die gegenwärtig zentrale Forderung der Sudetendeutschen nach Aufhebung der Beneš-Dekrete unterstützt. Zudem versprach er weitere Besuche in Tschechien, sowie das Bemühen um einen sudetendeutschen Vertreibungsgedenktag und die Finanzierung eines sudetendeutschen Museums.

Horst Seehofer am Rednerpult in der Schwabenhalle

Bunt-volkstümelnd und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunders zurückgeblieben: Banner und Wimpel umrahmen Seehofer, den Anführer der vier Stämme Bayerns.

Zuvor hatte der Vorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Franz Pany, vom tschechischen Präsidenten eine Entschuldigung für die Vertreibung verlangt; Václav Klaus wiederum wies das zurück, erinnerte an das Massaker von Lidice und warf Pany samt Landsmannschaft „außerordentliche[…] Gefühllosigkeit und Unbelehrbarkeit“ vor.[1] Dabei muss er sich gefragt haben, wer sich wohl zuerst entschuldigen sollte. Denn mit Vertreibungen begannen 1938 die Deutschen – der Bayerische Rundfunk deutete das zum 70. Jahrestag an,[2] sprach es aber nicht klar aus.

Heimatkreise, Heimatpflege, Heimatmuseum?

Nach Heimatkreisen geordnete Treffen von Vertriebenen

Ganz normale (überwiegend) bayerische Senioren. Geboren wurden die meisten aber in Orten, die heute anders heißen als hier zu sehen

Bei den Gesprächen, zu denen sich die Sudetendeutschen nach „Heimatkreisen“ geordnet trafen, dürfte das ebensowenig Thema gewesen sein wie in den Sonntagsreden der Polit- und Verbandsprominenz. Die Nazi-Gräuel gehören schließlich nicht zu den prägenden schrecklichen Kindheitserinnerungen der jüngeren (jedenfalls aber im Rentenalter befindlichen) Vertriebenengeneration. Für die Nazi-Gräuel gilt: Davon haben wir nichts gewusst, damit hatten wir nichts zu tun, das interessiert uns nicht. Wir sind hier wegen unserer verlorenen Heimat.

Sudetendeutsche Heimatpflege, Trachtenstand in Messehalle 5

Unter Sudetendeutscher Heimatpflege versteht man größtenteils Trachten, aber auch Volkstänze, Volkslieder, Mundart und ähnliche Erfindungen des 19. Jahrhunderts.

Und so stößt etwa die Sudetendeutsche Heimatpflege auf einiges Interesse, ebenso das erwähnte Sudetendeutsche Museum, das unter dem Motto „Zusammenleben“ in München entstehen könnte. Ob das den „Zeitzeugen“ allerdings schmecken wird, ist noch nicht entschieden. In einem Konzeptionsentwurf heißt es nämlich:

„Die Darstellung mehrerer Perspektiven gibt der sudetendeutschen Sichtweise einen klaren Platz, sie soll aber auch den Blick auf eine andere Seite ermöglichen und zum Nachdenken über Möglichkeiten und Grenzen des Zusammenlebens anregen. Denn nichts ist kennzeichnender für scheiterndes Zusammenleben als unterschiedliche Standorte, über die nicht mehr gesprochen wird.“

Stand des geplanten Sudetendeutschen Museums

Logo und möglicher Standort für das Sudetendeutsche Museum sind bereits gefunden. Dass das obige Konzept Umsetzungschancen hat, darf bezweifelt werden. Die Bestellung eines Erika-Steinbach-Gefolgsmannes zum Gründungsbeauftragten deutet in die entgegengesetzte Richtung. Schade.

Nähme das künftige Museum diesen Anspruch ernst, dann dürften auch die in Heimatkunde wohl bewanderten Sudetendeutschen noch einiges Neue über ihre verlorene Heimat erfahren, nämlich über die Perspektiven von Tschechen, Juden, Antifaschisten und Alliierten auf die Geschichte von Vertreibungen und Menschenrechtsverletzungen im Sudetenland. Die Sudetendeutsche Partei (SdP), die bei Wahlen 1935 um 68 Prozent, 1937 um 90 Prozent der sudetendeutschen Stimmen erhielt, war bis zu ihrer Übernahme in die NSDAP 1938 streng hitlertreu, und bei der Besetzung des Sudetenlandes durch Nazideutschland im Oktober 1938 als „Fünfte Kolonne“ ganz vorne mit dabei.

Alternativprogramm aus Tschechien

Vergessene Helden

Es gab auch Sudetendeutsche, die gegen den Faschismus waren und für die Tschechoslowakische Republik kämpften.

Derartiges dürfte man auch selten hören im Kreise der Vertriebenen, daher verdient eine Ausstellung auf dem Sudetendeutschen Tag 2011 ganz besondere Beachtung: Unter dem Titel „Vergessene Helden“ haben das tschechische Institut für Zeitgeschichte, die Stadt Ústí nad Labem und das Nationalarchiv im Auftrag der tschechischen Regierung eine Wanderausstellung über „Deutsche Antifaschisten in den böhmischen Ländern“ entwickelt.[2] Die in tschechisch, deutsch und englisch gestaltete Ausstellung war auf dem Sudetendeutschen Tag ein erfrischendes Kontrastprogramm, eröffnet sie doch eine weithin unbekannte Perspektive auf die Geschichte.

Informationsmedien zu Einzelschicksalen sudetendeutscher Nazigegner

Informationsmedien zu Einzelschicksalen sudetendeutscher Nazigegner

Die Ausstellung berichtet beispielsweise von Herbert Löwit, der 1923 in Teplitz geboren wurde und 1938 vor den anrückenden Deutschen mit seiner sozialdemokratischen Familie ins Landesinnere zu tschechischen Verwandten floh. Von dort emigrierte er nach England und meldete sich nach seiner Volljährigkeit zur tschechoslowakischen Exil-Armee. Mit der Einheit (deren tschechische Sprache er erst beim Militär lernte) nahm er nach dem D-Day an der Belagerung Dünkirchens teil. In der ersten Nachkriegszeit arbeitete er in der Tschechoslowakei als Englischlehrer, doch als der Sowjetkommunismus sich durchsetzte, wurde es für ihn als deutschen Sozialdemokraten immer ungemütlicher, so dass er nach England zurückkehrte.

Sozialdemokratisches Plakat

Sozialdemokratisches Plakat, das das Kommende Vorausahnte

Die tschechische Regierung hat nicht nur diese sehr empfehlenswerte Ausstellung in Auftrag gegeben,[3] sondern im August 2005 auch eine Resolution beschlossen, „in der sie den deutschen Antifaschisten gegenüber tiefe Anerkennung und zugleich ihre Reue aussprach.“ Für die Diskriminierung und Vertreibung dieser Verteidiger der Tschechoslowakischen Republik gegen die Nazidiktatur hat sich Tschechien also höchststaatlich entschuldigt. Dass sich auch die einst nazitreuen Vertriebenen eine solche Entschuldigung wünschen würden, ist verständlich; dass die Tschechen das anders sehen und sich bei den Zerstörern ihres Staates nicht entschuldigen mögen, allerdings ebenfalls.

Bunt statt braun?

Stand des Witikobundes

Der Witikobund soll für die völkisch-nationale Radikalisierung vieler Vertriebenenverbände verantwortlich sein. In jedem Fall ist es ihr rechter Flügel.

Zwischen allerlei Gruppierungen von amüsant bis gefährlich sticht die Ausstellung über die deutsch-tschechischen Antifaschisten doppelt positiv hervor. Die Messestände der Konkurrenz beherbergen nämlich auch einige illustre Gruppierungen wie den Witikobund, eine Organisation, die den verrückten Bayernkönig Ludwig II. für einen „erlogenen Mythos“ hält, oder den sudetendeutschen Bauernverein, der Theorien wie die folgende verbreitet (die irgendwie an dies hier erinnert):

Christen leben länger

Der Sudetendeutsche Tag 2011 sah allerlei sonderbare Glaubensrichtungen.

Aber ansonsten ist der Sudetendeutsche Tag in weiten Teilen eine von Außenstehenden nicht von bayerischen Trachten- und Volksmusikfesten zu unterscheidende Veranstaltung. Prost!

Trachten, Handwerk und Musik

Trachten, Handwerk und Musik, schön bunt, unpolitisch und volkstümlich

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44 Antworten zu “62. Sudetendeutscher Tag, Augsburg 2011, ein Foto-Rundgang

  1. Liebe Redaktion, Ihr Eindruck vom ST mag wohl stimmen, aber haben Sie z.B. auch den Gottesdienst besucht oder waren Sie am Stand der Ackermann-Gemeinde? Dann hätten Sie auch andere Stimmen und auch Stimmen mit Einfluss und Anerkennung in Tschechien gefunden. Auch im BdV gibt es andere Stimmen, also wenn man sucht dann findet man auchdas alte Klischee von den Sudetendeutsche, das gebe ich zu. Aber zu einer objektiven Berichterstattung gehört auch die allumfassene Information. Danke

  2. Es gibt auch andere Stimmen, das ist richtig. Im obigen Beitrag werden ganz verschiedene Stimmen vorgestellt. Der Sudetendeutsche Tag ist kein Monolith, und „die Vertriebenen“ sind das ohnehin nicht. Dieser Beitrag ist keine objektive, allumfassende Berichterstattung, sondern lediglich ein subjektiver Rundgang mit allerlei auffällig Buntem.

  3. Friedrich Werner

    Der Riesenblog ist nicht nur die SL diffamierend, sondern oft falsch. Z.B. war die „Erste Vertreibung“ kategorial anders als der „Odsun“, der Niemandem den Verbleib in der Heimat ermöglichte, nicht einmal mir (aus „Mischehe“). Es war radikaler Genozid, die Sudetendeutschen seither ein „ausgestorbenes Volk“, wie das jüdische Volk, für das die Nazis schon ein Museum in Prag planten und Beutestücke sammelten.

  4. Sehr geehrter Herr Werner, ich sehe nicht, wo obiger Blogeintrag die Sudetendeutsche Landsmannschaft diffamiert. Dass er Ihnen als „Riesenblog“ erscheint, ist ja erfreulich. Das rührt meines Erachtens daher, dass ganz verschiedene Themen angesprochen werden.
    Bei allem Respekt vor Ihren persönlichen Gefühlen, da sie offenbar von Vertreibungen betroffen waren, muss ich Ihnen klar sagen: Vertreibung ist kein „radikaler Genozid“, die Sudetendeutschen erfreuen sich bester Gesundheit, wie man oben sieht. Auch ist es falsch, dass niemandem der Verbleib in der Heimat möglich war; das zeigt auch die angesprochene Ausstellung „Vergessene Helden“. Ich kann Ihnen zudem nur empfehlen, sich nicht (wie Sie es oben versuchen) in eine Opferkonkurrenz zu den europäischen Juden zu begeben. Im Vergleich mit deren Deportation in die Gaskammern erscheint nämlich die Deportation der Sudetendeutschen in das Wirtschaftswunderland wie eine Vertreibung ins Paradies.
    Aus all diesen Gründen ist ein wissenschaftlich solides, multiperspektivisches Sudetendeutsches Museum dringend erforderlich.
    Mit freundlichen Grüßen von Erbloggtes

  5. reichel rudolf

    entweder ist man mit GOTT oder man ist mit dem teufel. das sudetenland war ein teil des oesterreichisch-ungarischen kaiserreichs. dann kam der verdammte versailesvertrag un auf einmal waren die tschechen da und drangslierten die sudetendeutschen, ganz im sinne des panslavismus.
    leider habe ich die austreibung miterlebt und habe das ganze familienvermoegen verloren und nur mit der nackten haut habe wir uns gerettet. ich verlange die entschuldigung und ruckgabe aller beschlagnahmten vermoegenswerte. ausserdem sllte ien gesetz jede verharmlosung der tschechischen greueltaten strafbar machen und zum schluss sollten di verfluchten Benesch Dekrete annuliert werden

  6. An den Herr Reichel
    Sie verlangen eine Entschuldigung und die Rückgabe ihres Vermögens. Ich erzähle ihnen mal eine wahre Geschichte. Mein Vater geb. 1914 war Tscheche der von der Deutschen Wehrmacht im alter von 24 Jahren zuerst nach Dachau in ein bekanntes Ferienlager verschleppt wurde.Und das nur weil er zufällig beim Tschechischen Militär seinen Dienst absolvierte. Sein Vater und Bruder die nach ihm suchten und bei den Deutschen Besatzern nachfragten,wurden wegen dieser Frechheit von einem Sudetendeutschen Polizeioberen für 1 Jahr in Haft genommen. In dieser Zeit bekam mein Onkel eine so schwere Lungenentzündung das man ihn und seinen Vater nach hause entlies. Mein Vater wurde in dieser Zeit nach Deutschland verbracht wo er im Raum Karlsruhe Schienen für die Deutsche Reichsbahn reparieren muste,und das immer während der Bombardierung von den Aliieirten da die Deutschen Arbeiter zu feige waren.Aber er war ja nur ein Tscheche. Aus dieser zeit hatte er einen Granatspliter im Kopf den man nicht mehr herausoperieren konnte. Man lies ihn einfach in der Baracke in der er und viele Andere eingepfercht waren liegen.Wie durch ein Wunder überstand er die Verwundung .Er hat noch viele Greultaten über sich ergehen lasse müssen aber das hier aufzuzählen ist mir einfach zu viel. Er hat aber die Deutschen nie gehasst dafür ,nur über die Sudetendeutschen hat er immer bis zu seinem Tot gesagt nehmt euch in acht das sind alles Teufel die die Welt vernichten wollen. Und wenn ich mir heute viele der Berufsvertriebenen so anschaue muss ich sagen das er Recht hatte!!!

  7. Im Leitartikel der Sudetendeutschen Zeitung spricht der Bundesvorsitzende der Sudetendeutsche Landsmannschaft Bernd Posselt von der „völkerrechtswidrige[n] Vertreibung von dreieinhalb Millionen Menschen aus ihrer seit Jahrhunderten angestammten Heimat, nur weil ihre Muttersprache die deutsche war.“ Das ist gleich dreifache Geschichtsklitterung in einem Halbsatz: die Aussiedlung beruhte auf Völkerrecht, die Heimat war nicht „angestammt“, es lebten auch noch andere dort und sie mußten nicht gehen wegen ihrer Sprache, sondern wegen ihrer Taten.

  8. Nun ja, meiner Ansicht nach steckt die Geschichtsklitterung vor allem in dem, was in solchen Ansprüchen verschwiegen wird. Aber zu Ihrer dreifachen Klitterungskritik:
    1. Ich bin nicht sicher, inwiefern man in dem Zusammenhang von Völkerrecht sprechen kann. Wer sollen im Übrigen die Völker sein, die dabei Rechtssubjekte sind? „Völker“ im Wort Völkerrecht bedeutet eher „Staaten“. Und einen sudetendeutschen Staat gab es nicht. Daher könnte man sich lediglich auf individuelle Menschenrechte der Betroffenen berufen. Aber die Erklärung der Menschenrechte datiert erst von 1948.
    2. Dass Menschen aus ihrer Heimat abgeschoben wurden, scheint mir korrekt, aber was sagt „angestammt“ noch mehr als „Heimat“? Wahrscheinlich, dass das Land „eigentlich“ ihnen gehört habe – so etwas wie „historisches Besitzrecht“. Wenn man ein allgemeines historisches Besitzrecht anerkennt, führt das zu unmöglichen Ergebnissen: Israel gehört dann Palästinensern (oder Osmanen? Oder Römern? Oder doch Juden?); Amerika den Indianern, und generell muss man fast alle Länder entvölkern, da die Ureinwohner nicht mehr exisistieren.
    3. Die Taten der waren nicht nach der Vorstellung des individuellen Strafrechts Grundlage der Vertreibung/Abschiebung. Sonst hätte man Millionen Prozesse führen müssen. Das wäre für einige Aktivisten gewiss übler ausgegangen, für andere, nach strafrechtlichen Maßstäben Unschuldige, besser. Insofern wurde schon kollektiv, nach Sprache, vertrieben. Andererseits konnte aber, wer nachweisen konnte, dass er Gegner und Verfolgter des Nationalsozialismus war, vielfach in seiner Heimat bleiben. Daher hatte die Tschechoslowakei 1950 rund 160.000 deutschsprachige Bewohner.
    Aus der Geschichte kann man, meine ich, keine Rechtsansprüche ableiten. Rechtsansprüche ergeben sich nur aus Rechtssystemen. Und die sind über Nationsgrenzen hinweg auch heute noch problematisch.

  9. Das Geschrei der ausgesiedelten Deutschen aus der Tschechoslowakei nach Wiedergutmachung ist absolut daneben,wenn man bedenkt wer am zweiten Weltkrieg schuld war. In erster Linie waren es die sogenannten Sudetendeutschen die Hitlerdeutschland den Weg freimachten ,um die Tschechoslowakei zu überfallen. Sabotageakte und Überfälle sowie Provokationen die natürlich auf eine Gegenreaktion stossen musste. Alles einkalkuliert von Hitler und seinen Nazischergen aus dem Sudetenland. Aber wen wunderts ist doch das Buch:: Mein Kampf:: aus Sudetendeutscher Nazihand schon jahre bevor Hitler es zu seinem Buch machte entstanden. Zur wiedergutmachung kann ich nur sagen: Deutschland sollte erst einmal die Miliarden den Angehörigen die Von den Nazis in die KZ getrieben wurden, und umgebracht wurden zurückzahlen und wiedergutmachung leisten,dann wäre auch kein Geld mehr für die Sudetendeutschen Trachtenvereine übrig. ( Die seid den fünfziger Jahren ca 400 Milliarden eingeheimst haben.

  10. Ich finde Ihre Darstellung, lieber Rübezahl, sehr irritierend, unfundiert und unzusammenhängend. Ich spare es mir, Ihren Behauptungen im Einzelnen zu widersprechen. Bitte mäßigen Sie sich; mehr als miteinander reden können wir nicht; dazu bedarf es aber einer gewissen kommunikativen Grundhaltung.
    Wenn Sie für Ihr Argument ungewöhnliche Tatsachenbehauptungen aufstellen müssen (etwa über den Zweiten Weltkrieg, „Mein Kampf“ oder über die deutsche Wiedergutmachungspolitik), dann können Sie diese glaubwürdiger machen, indem Sie eine glaubwürdige Quelle angeben, beispielsweise eine Internetadresse.

  11. Die ganz überwiegende Majorität […] [Anm. von Erbloggtes: Dieser Kommentar bestand aus einem langen Plagiat eines Textes von Jörg Rensmann, 2002.]

  12. „Wir wollen heim ins Reich!“ […] [Anm. von Erbloggtes: Dieser Kommentar bestand aus einem langen Plagiat eines Textes von Eva und Hans Henning Hahn, 2002.]

  13. Um die Wut und den Hass auf die Deutschböhmen und Altösterreicher zu verstehen […] [Anm. von Erbloggtes: Dieser Kommentar bestand aus einem langen (Selbst?)Plagiat eines Kommentars von Rübezahl, 2.10.2011.]

  14. Das, Rübezahl, finde ich inakzeptabel. Textklau ist keine glaubwürdige Quellenangabe. Mit Plagiatoren diskutiere ich nicht, das hätten Sie sich denken können, wenn Sie geschaut hätten, wie viele Artikel in diesem Blog über plagiierte Dissertationen erschienen sind.
    Damit Sie auch inhaltlich noch etwas dazulernen können, lesen Sie doch mal Detlef Brandes: „Besinnungsloser Taumel und maßlose Einschüchterung“. Die Sudetendeutschen im Jahre 1938. In: Jahrbuch der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf 2004, Düsseldorf 2005, S. 221-239.

  15. Das sind alles Tatsachen die von den so genannten Vertriebenen peinlichst verschwiegen werden. Als Enkel eines Sudetendeutschen Nazifunktionärs könnte ich ihnen und der Öffentlichkeit einiges erzählen. Mein Vater hat sich sehr früh mit der Geschichte seines Vaters auseinandergesetzt und hat uns sehr früh darüber aufgeklärt. Ich bin der Meinung man sollte die Geschichte nicht durch die Sudetendeutsche Brille lesen. Es währe sinnvoll mal die andere Seite zu Hören. Im übrigen war mein Großvater Mitglied des Nazidurchseuchten Witikobund, wenn ihnen das etwas sagt. Natürlich war die Grausame Behandlung durch die Tschechische Soldadeska nicht rechtens, genauso wie die grausame Behandlung aller Nichtdeutschen im Osten. Aber: Wer Wind säht wird Sturm ernten. Im übrigen wer sich mit solchen Leuten wie unseren Berufsvertriebenen Bernd Posselt einlässt hat sicher keine friedlichen Absichten. Diese Leute sind im Jahr 1938 hängen geblieben! In diesem Sinne auf eine Friedliche Zukunft in Europa ohne Deutschnationale Gesinnung.

  16. Danke, dass Sie etwas persönliches schreiben, statt fremde Fragmente zusammenzustellen. Sie werden hoffentlich nicht erstaunt sein, wenn ich Ihnen da weitestgehend zustimme. Allerdings ist es immer sinnvoll, auch die andere Seite zu hören, und auch die dritte, vierte usw. Das oben erwähnte Museumskonzept berücksichtigt dies beispielsweise.
    Man darf Aktivisten, die beanspruchen, für eine Gesamtheit von Menschen zu sprechen, nicht einfach glauben, dass sie das tatsächlich tun. Daher ist es so wichtig, offen für verschiedene Perspektiven zu sein. 2010 erschien beispielsweise ein Buch namens „Sudetengeschichten“, das fast ein Dutzend ganz unterschiedliche Zeitzeugenberichte enthält.
    „Sudetendeutsche“ sind nicht gleich Sudetendeutsche, aber wem sage ich das. Sie sind ja selbst „Sudetendeutscher“, nur eben nicht gemäß dem Bild, das die Sudetendeutsche Landsmannschaft gerne von „Sudetendeutschen“ vermitteln will.

  17. Eins ist doch klar aus der Geschichte zu lesen. Seit die Deutschen Siedler aus den Ostgebieten von den Siegermächten ausgesiedelt wurden, gibt es in Europa die längste Friedensperiode aller Zeiten .

  18. Jetzt schreien sie alle wegen der Nazis und ihrer Untaten die momentan in Deutschland ablaufen,dabei haben unsere Politiker aller Parteien die Nazis in den Vertriebenenverbänden seit 1955 gehätschelt und gepflegt und so den Grundstein für die ungeheurerlichen Taten des Braunen Mobs gelegt. Es wurde immer nur verharmlost obwohl man schon immer wusste das in den Vertriebenenverbänden nach dem Krieg und heute noch die Wiederlichsten und größten Nazis sitzen,und von Sicherer Position diese Nazibrut leiten. Ich kann nur jedem raten bleibt Wachsam und wehret dem Treiben, den noch mal eine Nazidiktatur überlebt Deutschland nicht.

  19. Naja, ich glaube nicht, dass die widerlichsten Nazis in den Vertriebenenverbänden sitzen. Allerdings erscheinen die Vertriebenenverbände oft sehr anfällig gegenüber neonazistischen Parolen und Forderungen.

  20. Na dann schau Dir doch mal den Posselt und den Pany sowie die Steinbach an, das sind doch alles Zündler und verkappte […]. Und dann noch diese Gurke aus Bayern unser Edmund Stoiber und seine verlogene Familie. Das sind alles Scharfmacher. Mit ihrer scheinheiligen Taktik der Versöhnung. Alleine die Äusserung des ehemaligen Bayrischen Ministerpräsidenten :: Stoiber :: Tschechische Wiederstandskämpfer sollten sich für ihren Wiederstand gegen die Nazidiktatur in ihrem Land entschuldigen, allein diese Äusserung lässt Tief blicken. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs denn unter der Oberfläche ist der Braune Sumpf noch viel größer.

  21. Posselt, Pany, Steinbach und Stoiber können Sie gern Scharfmacher, Scheinheilige und Zündler nennen. Sie aber Nationalsozialisten zu nennen, das ist unangemessen. Mit dieser Wortwahl kann man nicht angemessen verstehen, was sie tun, wie sie es tun und warum. Denen geht es doch nicht um die Vorherrschaft der arischen Rasse, oder um die Ausrottung aller „Minderwertigen“. Die bauen auch keine Gaskammern.

    Wenn Sie sie Deutschnationale nennen würden, dann wäre das angemessener, auch als historische Analogie. Schließlich haben die Deutschnationalen den Nazis den Weg in die Mitte der Gesellschaft geebnet und wollten die Nazis für ihre Zwecke einspannen. Deutschnationale haben auch Hitler als V-Mann engagiert, um die DAP zu unterwandern.

    Es ist aber nicht jeder ein Nazi, der auch mit Nazis paktieren würde, um seine Ziele zu erreichen. Dass die Genannten Antifaschisten sind, kann man nun nicht gerade sagen. Aber Nazis sind es nicht.

  22. Ich habe diesen Posselt und Pany schon mehrmals an diversen Treffen der Sudetendeutschen Vereinen erlebt. Besonders dieser Posselt erinnert unheimlich an einen gewissen H. Wenn er sich in Rage redet ist die Ähnlichkeit nicht zu übersehen.

  23. Sudetendeutscher

    Die Suddetendeutsche Landsmannschaft ist mittlerweile so überflüßig, da verwundert es nicht, dass alle Jahre wieder zum großen „Tschechenbashing“ ausgeholt wird um ein Überlebenszeichen auszusenden. Sonst haben die doch keine Themen mehr.
    Sicherlich hat die Tschechische Republik weniger wie andere Staaten die Vertreibung aufgearbeitet und Klaus ist dabei auch nicht gerade als großer Versöhner in erscheinung getretten.
    Die Strategie des alljährichen Rundumschlags ist dabei aber bestimmt auch nicht förderlich. Statt wunden immer wieder aufzureisen, sollte man lieber versuchen sie zu schließen. Bezeichnend dafür ist die Verleihung des Sudetendeutschen Karlspreises an Frau Steinbach – Ein Tolles Zeichen der Versöhnung! *Vorsicht Ironie*
    …das sage ich als Bayer und Nachfahre von Sudetendeutschen!

  24. Vielen Dank für den Kommentar! Das sehe ich ganz ähnlich. Man kann sich noch so viel bemühen um verschiedene Positionen und Perspektiven, und dabei auch welche präsentieren, die nicht so rückwärtsgewandt sind (siehe oben: Museum „Zusammenleben“ und Ausstellung über antifaschistische Sudeten).
    Das wird alles übertüncht, wenn die Einpeitscher dann, wie vom Beobachter oben bemerkt, ihre Reden halten, in denen sie – wie auch immer kaschiert – Haus und Hof nach 60 Jahren zurückfordern. In der Tat dürfte es zum Kern der Daseinsberechtigung der SdL gehören, seinen Mitgliedern Restitutionen materieller oder ideeller Art zu versprechen.
    Versöhnung wird damit zur irrelevanten Floskel degradiert. Dabei wäre sie gerade den Verbitterten zu wünschen. Doch gerade die, die sie am nötigsten bräuchten, haben nicht einmal die Möglichkeit, sich mit sich selbst und der eigenen Geschichte zu versöhnen.
    Eine traurige Geschichte, wenn man hinter die Fassade der wütenden Revanchisten blickt, die sich unter einer dünnen Schicht Versöhnungstünche verbirgt.

  25. Ich bin zufällig auf diese Seite gestossen. Ich kann dem Beobachter nur zustimmen. Bei einem Besuch im Bayrischen Landtag mit einer Abschlussklasse war Herr Posselt auch anwesend. Als ein Vertreter der Opositionspartei ans Rednerpult ging hatte Herr Posselt nichts besseres zu tun in angetrunkenem Zustand diese Person anzuschreien und auf das übelste zu beschimpfen. Als er darauf hin aufgefordert wurde dies zu unterlassen verliess er schwankend und Schimpfend den Saal. Und solche Leute vertreten uns im Europaparlament und wollen anderen Nationen vorschreiben wie sie zu Leben hätten. Übrigens was mich auch noch schockierte ist die Tatsache das ein grosser Teil der CSU Vertreter das Verhalten von Herrn Possselt auch noch mit Applaus bedachten.

  26. Hm. Der Vorfall erinnert mich irgendwie an gestern im niedersächsischen Landtag: „Am besten hätte man Sie abschieben sollen“.[1] Was für ein Politikstil wird da gepflegt?

  27. Auch ein Deutscher

    Ich würde jedem dieser Angehörigen der Sudetendeutschen Geschichtsverklärer empfehlen einmal die Seite uploud. bruenn.org Geschichteverstehen. zu lesen. Besonders solchen Leuten wie diesem Posselt und Pany.

  28. Vermutlich meinen Sie das Dokument, das man hier herunterladen kann: http://upload.bruenn.org/GESCHICHTEVERSTEHEN/pdf/GESCHICHTEVERSTEHEN.pdf

  29. Ein erlicher und autentischer Bericht über die fünfte Kolonie Hitlers und seinen Nachfolgern Posselt,und Pany an deren Adresse gerichtet: Die heutige Deutsche Bevölkerung glaubt euch eure Lügen und Hass Tieraden schon lange nicht mehr. Für alle die wirklich wissen wollen was damals von den so genannten Sudetendeutschen an Verbrechen begangen worden sind und warum sie in ihre heutige angenehme Situation geraten sind empfehle ich den Artikel: Der homogene Stamm. Die Sudetendeutsche Volksgemeinschaft von Erich Später zu lesen !!

  30. Die gesamte sudetendeutsche Geschichtsschreibung der Nachkriegszeit muss dringendst aufgearbeitet werden. Noch immer wirkt das Erbe des (nach dem Krieg in Hamburg lehrenden) Historikers Hermann Aubin nach, des sudetendeutschen Organisators der so genannten Ostforschung. Oder das Werk des „Volkstumstheoretikers“ beziehungsweise „Nationalismusforschers“ Eugen Lemberg, der nach dem Krieg am Institut für Pädagogische Forschung in Frankfurt am Main arbeitete und für völkischen Ostkundeunterricht an den Schulen warb. Oder das des ehemaligen SS-Sturmbannführers Kurt Oberdorffer, seit 1943 Stellvertreter Henleins, nach 1945 Stadtarchivar in Ludwigshafen und Mitbegründer des Collegium Carolinum in München. Es ist auch kaum erträglich, dass sich die Werke Hermann Raschhofers – ehemals Rechtsberater des sudetendeutschen Staatsministers für Böhmen und Mähren, SS-Obergruppenführer Karl Hermann Frank, später dann Professor für internationales Recht in Würzburg – nach wie vor ungetrübter Reputation in der deutschen Wissenschaft erfreuen und gern als Belege zitiert oder gar als „Standardwerke“ neu aufgelegt werden. Quellen zur sudetendeutschen NS-Vergangenheit dagegen muss man immer noch in schwer zugänglichen älteren tschechischen oder DDR-Publikationen suchen, weil keine Institution und kein Wissenschaftsverlag in der Bundesrepublik Interesse zeigen, sie zugänglich zu machen.

  31. Vielen Dank für Ihren Kommentar! Bei Lemberg habe ich Zweifel, ob er umstandslos in die Reihe passt, da er nach dem Krieg auch herauszufinden versuchte, wie Ethnien funktionieren. Er trat auch gegen die Revisionsansprüche der Sudetendeutschen ein.

    Aber dass die Nachkriegswissenschaft aufgearbeitet werden muss (übrigens sowohl in der BRD, als auch in der DDR und der ČSSR), da rennen Sie bei mir offene Türen ein. Manches wird auch schon erforscht, und mancherorts gibt es internationale Kooperationen, um gemeinsam die wissenschaftliche Arbeit zu machen und sie auch gemeinsam (d.h. häufig: mehrsprachig) zu präsentieren.

    Auch Pläne zu mehrsprachigen Quellenpublikationen im sudetendeutschen Bereich gibt es bereits. Heute sind die Wünsche von Wissenschaftsverlagen ja weitgehend irrelevant, da diese sich selbst überflüssig machen. Siehe dazu meine Artikel über Wissenschaftliches Verlagswesen und das Verlagswesen in der Krise. Dennoch (oder gerade deswegen) ist aber die Finanzierung von solchen Projekten wie deutsch-tschechischen Quelleneditionen entscheidend und bisher keineswegs selbstverständlich.

  32. Zusammengefaßt, am Plan-Thema Grün, also der Vernichtung der Tschecho-Slowakei bzw.“Eroberung deutschen Lebensraumes? im Osten, waren maßgeblich Sudetendeutsche beteiligt, vor allem die, die sich zu Konrad Henlein und zum Nationalsozialismus bekannt hatten, wobei es nicht nur die 1.250.000 der 1935 gezählten Wählerstimmen waren, die sich bis zum Überfall sogar noch drastisch erhöhten. Sie alle tragen nicht nur für die Verschleppung von 600.000 tschechischer Bürger nach Deutschland, während der Jahre 1939-1944, sondern auch für die Ermordung unzäliger Menschen (Tschechen, Slowaken, Juden, Zigeuner und Nazigegner) die Mitschuld, ja selbstverständlich auch die Verantwortung! Ohne sie, den willigen verbrecherischen Werkzeugen und Handlangern der Nazi-Okkupanten – und dies gilt gleichwohl für die übrigen Menschen und Kollaboranten des Hitlerregimes“ hätten niemals diese grausamen Ereignisse und Tatsachen zwischen 1933-1945 stattfinden können, für die sie wohlgeschult“ und nicht erst seit 1933″ vorbereitet wurden.

  33. Sudetenaufklärer

    Der Terminus der Vertreibung ist in den vergangenen Jahren zu einem Sammelbegriff für alle Arten von Opferschicksalen gegen Ende des Zweiten Weltkrieges mutiert. Die Evakuierung durch die Nationalsozialisten wird darunter ebenso subsumiert wie die Flucht vor der Roten Armee, die Vertreibung zwischen Kriegsende und Potsdamer Abkommen und die vertraglich sanktionierte Zwangsaussiedlung nach dem August 1945. Diese Gleichsetzerei ist schon deshalb fragwürdig, weil sich hinter Flucht und Vertreibung verschiedene Schicksale verbergen. Wie erwähnt, befahlen die Nationalsozialisten die Evakuierung in vielen Gebieten zu spät, um die deutsche Zivilbevölkerung zum Durchhalten gegen die heranrückende Rote Armee zu zwingen. Doch wer rechtzeitig den Weg in den Westen fand, wie zahlreiche Parteibonzen und Angehörige der gesellschaftlichen Eliten, kam meistens glimpflich davon. Schlimm erging es hingegen den Opfern der sogenannten „wilden Vertreibung“ im Frühjahr 1945, denn an ihnen entlud sich der aufgestaute Hass gegen die ehemaligen Besatzer. Die vertraglich geregelte Vertreibung nach dem Potsdamer Abkommen war im Vergleich dazu stärker durchorganisiert, vor allem nach zusätzlichen Verträgen zwischen den Siegermächten und den beteiligten Staaten Ostmitteleuropas Anfang 1946. Allerdings kamen die mittellosen Vertriebenen in einem Nachkriegsdeutschland an, das unter allgemeinem Hunger litt und keinen Wohnraum mehr zu verteilen hatte. Flucht und Vertreibung ist also keineswegs das Gleiche, und die Lebenswege vor und nach dem traumatisierenden Heimatverlust unterscheiden sich außerdem je nach Herkunftsregion. Sudetendeutsche hatten andere Erfahrungen und Startbedingungen nach 1945 als zum Beispiel Ostpreußen oder Schlesier.

    Was die Landsmannschaften, also die organisierten Vertriebenen, hingegen eint, ist die Tatsache, dass in ihren Reihen Altnazis und großdeutsche Nationalisten häufig führende Stellungen einnehmen konnten, darunter der langjährige Vorsitzende der sudetendeutschen Landsmannschaft, Lodgman von Auen. Wie die beiden Historiker Detlev Brandes und Jiri Pesek herausgefunden haben, verfasste besagter Lodgman von Auen vor dem Krieg eine Schrift, in der er selbst die massenhafte Aussiedlung von Tschechen anregte. Dieser Teil der Vergangenheit der Vertriebenen ist noch überhaupt nicht aufgearbeitet, wobei man betonen muss, dass stets nur eine kleine Minderheit in den Landsmannschaften organisiert war.

  34. Vielen Dank für das informative Statement! Natürlich ist jeder Lebensweg individuell. Es gibt aber auch Gemeinsamkeiten, sowohl zwischen Individuen, als auch zwischen Gruppen (z.B. Sudetendeutsche, Ostpreußen, Schlesier). Der Heimatverlust ist wohl die große Gemeinsamkeit aller Vertriebenen, Umgesiedelten, Repatriierten, Flüchtlinge, Emigranten usw.
    Dieser Heimatverlust ist ja auch ein Element, das Landsmannschaften und Vertriebenen-Treffen psychisch abmildern sollten und heute noch sollen. Die verlorene Heimat wird dabei imaginiert und in der Gemeinschaft rekonstruiert.

    Die Lebensmittel- und Wohnraum-Problematik in der unmittelbaren Nachkriegszeit darf aber auch nicht darüber hinweg täuschen, dass die BRD Vertriebenen anschließend große Lebenschancen bot und umgekehrt Vertriebene einen wichtigen Teil zum „Wirtschaftswunder“ beitrugen.

  35. Von den Sudetendeutschen verschwiegen :

    Vor dem Hintergrund der NS-Politik gegenüber der tschechischen Nation war es von entscheidender Bedeutung, ob sich ein nachhaltiger Widerstand gegen diese Politik innerhalb der deutschsprachigen Bevölkerung herausbildete. Benes, seit 1938 im Exil, ging zunächst davon aus, dass die Deutschen in einem wiedererstandenen und erneuerten tschechoslowakischen Staat ein gleichberechtigter Faktor sein würden. Auch die Kommunistische Partei sprach sich bis Ende 1943 gegen eine weitreichende Aussiedlung aus. Sie plädierte für eine Differenzierung und wollte lediglich die Aussiedlung der aktiven Nationalsozialisten ins Auge fassen. Als sich jedoch zeigte, in welch breitem Maße die NS-Terrorpolitik durch sudetendeutsche Zustimmung und Mitarbeit abgestützt war, verwandelte sich die Abneigung gegen die Nazis in die vom gesamten tschechischen Volk getragene Forderung, alle Deutschen für immer zu entfernen. Diese Stimmung war 1945 derart radikal und stark, dass sie sogar die Kommunistische Partei in Erstaunen versetzte. Die Vertreibung der Sudetendeutschen ist also weder von der KPC noch von sowjetischer Seite ausgegangen, sondern war die Antwort des tschechischen Volkes auf eine Situation, die durch die Okkupationspolitik der Nationalsozialisten und die Sudetendeutschen selbst herbeigeführt wurde. Die Grundlage für ein weiteres friedliches Zusammenleben der tschechischen Bevölkerung mit der deutschsprachigen war restlos zerstört worden – von der deutschen Seite. Insofern hat der aus dem Sudetenland stammende Historiker J. W. Brügel recht, als er schrieb: „Der Totengräber des Sudetendeutschtums heißt Adolf Hitler“.

    Täter-Opfer-Umkehr

    Die tschechischen Regierungen nach der Wende von 1989 haben wiederholt erklärt, dass die Wirksamkeit der Benes-Dekrete „erloschen“ sei. Sie weigern sich aber, der von deutscher und österreichischer Seite erhobenen Forderung nachzukommen, sie für „ungültig“ zu erklären und rückwirkend aufzuheben. Ihr Standpunkt ist: Die Benes-Dekrete seien eine – in ihrer Zeit wirksame – Bestrafung für nazistische Verbrechen gewesen und könnten daher genauso wenig rückgängig gemacht werden wie die Verbrechen selbst. Gegen eine Annullierung spricht, dass die formelle Aufhebung der Benes-Dekrete eine Flut von Restitutionsforderungen auslösen und damit keineswegs der vielbeschworenen „Aussöhnung“ und dem „Schlussstrich-Ziehen“ dienen würde. Ihre Folge wäre im Gegenteil die Fortsetzung und Verschärfung des Konflikts. Die Vertriebenenverbände und andere politische Kräfte in der BRD und in Österreich würden verstärkt dazu übergehen, die Rückgabe von Vermögen bzw. Entschädigung, das „Recht auf Rückkehr in die Heimat“ usw. zu verlangen. Rechten und reaktionären Kräften würde eine Aufhebung der Benes-Dekrete nicht nur neue juristische Handhaben liefern, sondern darüber hinaus auch willkommener Anlass sein, unter Berufung auf die „westliche Wertegemeinschaft“ und die „Menschenrechte“ das Täter-Opfer-Verhältnis ins Dunkel der Geschichte zu rücken. Die Forderung nach Aufhebung der Benes-Dekrete ist somit Bestandteil einer Politik, die auf die Revision der Ergebnisse des Zweiten Weltkrieges abzielt und zu verwischen versucht, wer 1938 und danach in der Tschechoslowakei (und nicht nur dort!) die Täter und wer die Opfer waren.

  36. Antisudetendeutscher

    Die Sudetendeutschen Lügen Lügen Lügen !!!
    90 % von ihnen waren widerliche Nazis. Als das Dorf Liedice und Lesaky ausgelöscht wurde, wurden unter den Sudetendeutschen Volksfeste veranstaltet und Dankesschreiben an Hitler und Henlein gesandt. Das kann man heute noch in alten Archiven nachlesen. Die Menschen in Deutschland glauben den Scheiss den die Sudetendeutschen uns seit Kriegsende weismachen wollen schon lange nicht mehr.

  37. „Sammlungsbewegung der überlebenden Nazi-, Funktions- und Vernichtungseliten des Reichsgaus Sudetenland“ . Das zu den Treffen der sogenannten Sudetendeutschen.

  38. Hm. Die drei vorstehenden Kommentare lassen mich ein wenig staunen.
    Kann man historische Gerechtigkeit als überzeugende Begründung für konkrete politisch-juristische Entscheidungen heranziehen? Ich habe Zweifel. Ebenso wie bei Behauptungen wie der, etwas sei „vom gesamten tschechischen [oder irgendeinem anderen] Volk getragen“, kommt da doch der Verdacht auf, dass es sich um ideologisch-propagandistische Rechtfertigungsversuche für Dinge handelt, die sich anders nicht rechtfertigen lassen.
    Das „Recht auf Rückkehr in die Heimat“ haben heute schon alle Sudetendeutschen, errungen vom Schengener Abkommen. Sie können zurückkehren, wie sie wollen, können auch nach Belieben und Marktlage Land in Tschechien kaufen. Jedenfalls die Gutbetuchten, die man auf allerlei Versammlungen reden hört. Insofern bedeutet „Recht auf Rückkehr“ wohl materiell eine Forderung nach Entschädigungszahlungen. Wenn man die machen würde, sollte man bei der Berechnung vielleicht darauf achten, den Zugewinn von Sudetendeutschen durch das Wirtschaftswunder in der BRD von der Entschädigungssumme abzuziehen. Bei vielen, vor allem Lautsprechern, bliebe dann unterm Strich nichts übrig, sie müssten sogar in den Topf einzahlen, aus dem jene entschädigt bezahlt werden könnten, die durch den Gang in die BRD ihre Lebenschancen verloren haben, und bei denen heute vielleicht die Rente vorne und hinten nicht reicht. Vielleicht bliebe auch noch eine Entschädigung für jene übrig, die nach 1945 im strukturschwachen Sudetenland angesiedelt wurden, und bei denen die Rente heute ebensowenig reicht.

    90 % ist ja immerhin besser als „allesamt“. Pauschale Bezeichnungen von Menschengruppen als „widerliche“ irgendwas halte ich dennoch nicht für sinnvoll. In diesem Zusammenhang fühle ich mich an die Bibelgeschichte von Sodom und Gomorra erinnert. Man müsste mal systematisch die Erzählungen vom Sudetenland mit den Erzählungen von Sodom und Gomorra vergleichen. Wie verhalten sich die Figuren, wie viele Gerechte gibt es, wer ist Lot, und was passiert, wenn man nach der Flucht zurückblickt?

    Und die „Nazi-, Funktions- und Vernichtungseliten des Reichsgaus Sudetenland“ sind wohl auch eher ein Phantasieprodukt. Wer 1945 18 Jahre alt war, ist heute 85. Alle jüngeren Teilnehmer an Sudetendeutschen Tagen können keine Nazi-, Funktions- und Vernichtungseliten gewesen sein. Und selbst wer heute 85 oder älter ist, war 1945 keine Elite in dem Sinne, dass er etwas zu sagen gehabt hätte. Nehmen wir zum Beispiel den Günter Grass, heute 85, kein Sudetendeutscher, sondern Danziger. Der ist mit 15 zur Wehrmacht, war mit 17 bei der Waffen-SS und wurde mit 18 verwundet. Nazi-, Funktions- und Vernichtungselite? Nein. Informierte Kritik an Grass heute wirft ihm das auch nicht vor, sondern seinen Umgang damit, das Verschweigen, nach 1945, in Kombination mit einer Haltung moralischer Überlegenheit.

  39. Augen und Ohren auf.

    Für alle ewig Gestrigen und Geschichtsverfälscher !!

    Hier mal nachlesen !!!
    Sudetendeutsche Kapitel
    Studie zu Ursprung und Entwicklung der
    sudetendeutschen Anschlussbewegung
    Von Emil Hruška

  40. Augen und Ohren auf.

    Es ist interesannt wie die Sudetendeutschen nach dem Krieg die Zahlen fälschte. Nach den Nachforschungen und Zählungen Deutscher Historikerkommisionen denen auch Sudetendeutsche angehörten lebten vor dem Einfall Hitlerdeutschlands in Böhmen etwa 2.7 Millionen Deutsche . Bei der Vertreibung sind nach Angaben der Sudetendeutschen Vertriebenenverbände etwa Dreihunderttausend Sudetendeutsche ums Leben gekommen.( Unabhängige Forscher gehen von 7500 bei der wilden Vertreibung,und im gesamten durch Krankheit und Selbstmord von ca 25000 aus. ) Es sollen aber 3.2 Millionen Deutsche ausgesiedelt worden sein. Zirka 150000 sind In der Tschechoslowakei verblieben. Etwa 200000 Soldaten aus dem Sudetenland sind für Hitler gefallen. Macht zirka 2.2 Millionen die angeblich nach Deutschland vertrieben wurden. Ein Teil davon in die DDR und ein Teil hat sich bei den Össis eingeschlichen. Das heißt die Sudetendeutschen Altnazis haben sich seit dem Krieg Leistungen für 1 Million Menschen erschlichen die es gar nicht gab !!! Und der Deutsche Steuerzahler hat immer brav gezahlt. Einfach nur wiederlich !!!

  41. Augen und Ohren auf.

    „An die traurige Tatsache, daß etwa 180 000 Sudetendeutsche an den Fronten des Zweiten Weltkrieges sinnlos für Hitler ihr Leben geopfert haben, will sich an den Sudetendeutschen Tagen keiner mehr erinnern; gefeilscht wird aber um jeden Toten, der bei der Vertreibung ums Leben kam.“ [http://www.zeit.de/1994/18/greise-herren-unbelehrbar/komplettansicht Bitte Quelle mit angeben. Erbloggtes]

  42. Leser Nepomuk weist auf diesen Artikel hin: http://www.hagalil.com/czech/holocaust/tschechien-04.htm
    Künftig bitte nicht einfach Textstücke irgendwo kopieren und hier als Kommentar posten.

  43. Pingback: Festtags-Terminologie | Erbloggtes

  44. Pingback: Das Jahr nach Schavans Rücktritt | Erbloggtes

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