Auch du, mein Sohn? – Stürzte McAllister den Präsidenten?

Erweist es sich nach und nach als wahrscheinlich, dass die eigenen Leute Christian Wulff gestürzt haben, dann muss der erste Verdacht auf dem Umfeld seines Nachfolgers als Ministerpräsident Niedersachsens, David McAllister, lasten. Dafür gibt es mindestens vier Indizien:

  1. McAllisters Staatskanzlei in Hannover wird als Quelle von peinlichen Gerüchten über Bettina Wulff angegeben, zuletzt von Dirk Rossmann, wie hier dargestellt: Man „hätte aus der Niedersächsischen Staatskanzlei gehört, dass Frau Bettina Wulff bei [Rossmann] nur pro forma gearbeitet hätte.“
  2. McAllister ist der erste Profiteur der „erfolgreichen“ Beendigung der Wulff-Affäre: „McAllister wollte das alles von seiner Person fernhalten. Die Affäre sollte bloß nicht abfärben.“ (Niedersachsen zum Wulff-Rücktritt. In: NDR.de, 17. Februar 2012) Am Montag erhielt McAllister 100 Prozent der Stimmen bei der Wahl des CDU-Direktkandidaten für seinen Wahlkreis bei der Landtagswahl 2013.[1] Lohn für die Eindämmung der Wulff-beschädigten CDU Niedersachsen?
  3. McAllister befindet sich in einer bedrohlichen Lage, da er inzwischen immer tiefer in die Machenschaften der Landesregierung Wulff hineingezogen wird. Nicht nur beim Ministerpräsidentenwechsel im Amt gebliebene Minister mussten schon Desinformationen des Landtags einräumen, auch wird McAllister neuerdings persönlich mit dem von Olaf Glaeseker organisierten „Nord-Süd-Dialog“ in Verbindung gebracht.[2] Die SPD klagt vor dem Staatsgerichtshof gegen die Regierung.
  4. McAllisters Staatskanzlei ist auch die Quelle für den Aktenvermerk, den Wulffs „Freund“ Peter Hintze am 12. Februar bei Günther Jauch zitierte, und der inzwischen „Der tödliche Vermerk“ heißt.[3]

Hintze wollte mit dem Papier – weiterhin ist unklar, wer es ihm gab – angeblich Wulff entlasten, doch das war von Anfang an ein fragwürdiges Manöver.[4][5][6] Die FAZ kontextualisierte  am Sonntag das Dokument so ausführlich, dass nun klar ist: Die niedersächsische Staatskanzlei, vielleicht auch Hintze[7][8], muss gewusst haben, dass Wulffs Notiz über Groenewold bei genauer Betrachtung ein Indiz für die Verschleierungsversuche der Wulff-Groenewold-Bürgschaft ist.[3] So erkundigten sich am Tag nach der Sendung Korruptionsermittler der Staatsanwaltschaft Hannover bei der Staatskanzlei nach dem Vermerk. Auch das Bundespräsidialamt kannte zu diesem Zeitpunkt nicht den vollständigen Text – das deutet darauf hin, dass McAllisters Staatskanzlei Wulffs Verteidigungsstrategie durch das Dokument ins offene Messer laufen ließ. Erfolgreich.

Ob McAllister wohl 2013 den Lohn der Mühen einstreichen kann, oder ob ihm bloß 30 Silberlinge bleiben werden?

————————————————————

Advertisements

Eine Antwort zu “Auch du, mein Sohn? – Stürzte McAllister den Präsidenten?

  1. Pingback: Deutschsprachige Qualitätspresse, Gerüchte und Suchmaschinenoptimierung | Erbloggtes

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s