Plagiatsplattformen ins Stammbuch: Verfassungsgrundsätze für künftige Plagiatssuche

Er liebte solche Debatten nicht, wie sie zuletzt um VroniPlag und Transparenz sowie um den Zerfall des Plagiatssucher-Schwarms geführt werden mussten. Gleichwohl scheinen sie notwendig zu sein. Die innere Ordnung einer Plagiatsplattform stellte sich ebenso als kritischer Punkt heraus wie die Frage der Anonymität ihrer Mitarbeiter.

Die innere Ordnung – oder: Verfassung – einer Organisation sollte so beschaffen sein, dass sie ihren Zielen am besten dient. Da weder die Ziele – oder ihre Auslegung – eindeutig festgeschrieben sind, noch die geeignetsten Mittel zu ihrer Erreichung feststehen, ist als Grundlage der inneren Ordnung einer Plagiatsplattform nur eine Demokratie empfehlenswert. Dies entspricht auch am besten der Schwarm-Ideologie und den Wiki-Prinzipien.

Verfassungstypologie des Polybios, aus Wikipedia, Artikel Verfassungskreislauf

Verfassungstypologie des Polybios, aus Wikipedia, Artikel Verfassungskreislauf

Checks and balances müssten die demokratische Grundlage wohl ergänzen um Gewaltenteilung mit Funktionseliten und Konfliktlösungsinstitutionen. Dabei sind die Gefahren zu berücksichtigen, die schon der griechische Geschichtsschreiber Polybios für die auf Eigennutz orientierten Seiten von Verfassungsformen beschrieb. Weder der „gute Monarch“, noch die „aristokratische Leistungselite“ hat sich bei VroniPlag als erfolgreich  erwiesen.

Wie eine Demokratie mit Beteiligung von Menschen, wie sie bei den oben verlinkten Debatten teilweise aufliefen (und bei anderen Debatten über Plagiatsfälle noch viel schlimmer), nicht zur Ochlokratie werden kann, diese Frage ist jedoch ungeklärt. Kurz gesagt: Was tun mit Trollen? Angesichts der Anonymität im Internet stellt sich diese Frage mit doppelter Brisanz, da jeder Mitarbeiter unter beliebigen Pseudonymen zugleich Troll sein könnte – sogar jeder Troll sich (unter bestimmten Umständen) als beliebiger Mitarbeiter ausgeben könnte, um diesen zu diskreditieren.

Problem Anonymität

Dass die Vorstellungen von Law-and-Order-Politikern zum Ende der Anonymität im Internet in die Irre führen, gilt aber insbesondere für Plagiatsplattformen. Zu groß sind die möglichen Nachteile für Studenten und Doktoranden, die von Wissenschaftsinstitutionen abhängig sind, als dass diese sich namentlich exponieren könnten. Schließlich sind Plagiatsfälle nicht nur peinlich für die wissenschaftlichen Einrichtungen, in denen sie aufgedeckt werden, sondern auch schädlich.[1]

Dazu hat Anke Domscheit-Berg sich in einem Interview für Die Zeit geäußert, bei dem die Interviewer ihr offenbar durch populistische Parolen alles an argumentativer Kraft entlocken wollten:

ZEIT: Einerseits fordern Sie radikale Transparenz, andererseits absolute Anonymität. Wie geht das zusammen?
Domscheit-Berg: Ganz einfach: Ich will den gläsernen Staat, aber ich will keine gläsernen Bürger.
ZEIT: Widersprechen sich Transparenz und Anonymität nicht?
Domscheit-Berg: Nein, es geht ja um die Sache, und nicht um die Quelle. GuttenPlag, die Plattform, auf der die abgeschriebene Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg durchleuchtet wurde, enthält keine einzige Meinungsäußerung.[*] Sie finden dort nur Passagen aus der Doktorarbeit und die jeweiligen Stellen aus den Originaltexten. Wozu braucht es die Information, wer die Texte auf die Seite gestellt hat?
ZEIT: Gegenfrage: Warum kann man die Texte nicht unter seinem Klarnamen einstellen?
Domscheit-Berg: Die Klarnamen spielen für den Sachverhalt keine Rolle, sie führen nur dazu, dass von der inhaltlichen Debatte abgelenkt wird. Wenn jemand sagt, im Keller dieses Hauses wird ein Kind gequält, dann ist es doch völlig egal, wer das sagt. Es geht einzig und allein um den Schutz des Kindes.[2]

Bei Plagiaten sind die zu schützenden „Kinder“ wohl die Wissenschaft, die legitimen Doktoren und die Gesellschaft insgesamt. Klarnamen in Plagiatswikis würden kaum zu deren Schutz beitragen, nur zum Schutz der Wikis selbst – vor allem vor Trollen und absichtlich gefälschten Textgegenüberstellungen. Zuweisbarkeit von Inhalten zu Personen – oder zumindest Figuren wie Goalgetter, Plaqueiator oder Marcusb – sorgt für ein gewisses Vertrauen in die festgehaltenen Ergebnisse der Plagiatsprüfungen. Darüber hinaus erzeugt sie eine Vergemeinschaftung, die zur Willensbildung notwendig ist, sowie natürlich die Verantwortlichkeit von Funktionsträgern für ihre Aktionen. (Letzteres wurde auf VroniPlag zuletzt durch die Anonymisierung von Sperr- und Löschfunktionen aufgehoben.)

Vier Prinzipien

Daraus ergeben sich vier schwer zu vereinbarende Anforderungen an die innere Ordnung einer Plagiatsplattform:

  1. Sie muss demokratisch aufgebaut sein, und zwar mit möglichst breiter Mitbestimmung. Demokratie mit allgemeinem Wahlrecht gilt heute nicht umsonst als die Herrschaftsform mit der größten Legitimität: Wer selbst an der Herrschaft beteiligt ist, kann sie als legitim anerkennen.
  2. Sie muss transparent sein, und zwar möglichst umfassend. Nicht nur die Dokumentation von Plagiatsfunden muss öffentlich nachvollziehbar sein, wie es das Wiki-Prinzip gewährleisten soll, sondern auch die innere Ordnung der Plattform. Es muss jederzeit erkennbar sein, wer – was – aus welchem Grund – und mit welchem Recht tut.
  3. Sie muss schriftlich fixiert sein, und zwar weitestgehend. Das ergibt sich auch aus den Forderungen nach Demokratie und Transparenz, da diese nur eingelöst werden können, wenn die demokratischen Ergebnisse und die geltenden Regeln nachvollziehbar dokumentiert sind.
  4. Sie muss anonym sein, und zwar möglichst allgemein. Für deutschsprachige Massenmedien ist das ein Problem, da sie in einem personenzentrierten Denken gefangen sind. Allerlei Homestorys und das Goalgetter-Outing haben ihnen die Möglichkeit gegeben, von den Sachfragen abzulenken. Für ein Plagiatswiki wäre strikte Anonymität hingegen eher eine Chance.

Nicht nur sollte verhindert werden, dass Personen Nachteile aus ihrer Tätigkeit in einem Plagiatswiki hinnehmen müssen; auch dass sie daraus Vorteile generieren könnten, ist ein Problem: Goalgetter wurde vorgeworfen, aus seinem Engagement bei VroniPlag Profit zu schlagen. Tatsächlich dürfte seine aus der Plagiatssuche entsprungene Bekanntheit zumindest einige – mehr oder weniger einträgliche – Aufträge zur Plagiatsprüfung einbringen.[3] Aber nicht nur für Goalgetter gilt das. Die unvollständige Anonymität anderer Mitwirkender führte rasch zur Wiederholung von Vorwürfen, ihr Agieren in VroniPlag diene ebenfalls bloß kommerziellen Interessen.[4]

Ob es aber tatsächlich der Fall ist, dass irgendjemand bei VroniPlag mitarbeitete, weil er damit Geld verdienen zu können hoffte, das ist völlig unbewiesen. Mutmaßungen über Motive der Mitarbeiter, die nicht am Gemeinwohl, sondern am Eigennutz interessiert seien, gefährdeten das wechselseitige Vertrauen und ließen die innere Ordnung von VroniPlag wahlweise als Oligarchie oder als Tyrannis erscheinen. Hinzu kamen weithin als illegitim angesehene Machtausübungen – und fertig war die Auflösung eines Schwarms.

Eine künftige erfolgreiche Plagiatsplattform müsste also nach den Prinzipien Demokratie, Transparenz, Schriftlichkeit und Anonymität gestaltet werden. Wie das gehen soll? Das ist die Frage.

[*] Hier irrt Anke Domscheit-Berg rhetorisch geschickt. Persönliche Meinungen finden sich auf Plagiatsplattformen allerorten und sind für den Prozess der Plagiatssuche auch eminent wichtig. Zum Beispiel die persönliche Meinung der meisten Beteiligten, dass Plagiieren falsch ist und nicht belohnt werden sollte – solche Meinungen motivieren nämlich erst zur Plagiatssuche. Irrelevant sind persönliche Meinungen hingegen für die Dokumentation von Textübereinstimmungen. Das können auch Computer, und die haben bekanntlich keine Meinungen.

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34 Antworten zu “Plagiatsplattformen ins Stammbuch: Verfassungsgrundsätze für künftige Plagiatssuche

  1. Schön geschrieben, auch wenn ich den „Vier Prinzipien“ nicht so uneingeschränkt zustimmen würde. Die mögen zwar in der Theorie schön klingen, in der Praxis lässt sich das allerdings nicht so umsetzen (wie auch selbst angemerkt wurde).

  2. Gegen solcherlei Einwände – die auch damals gängig waren – veröffentlichte Kant 1793 den Aufsatz „Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis“. Dieser Gemeinplatz gilt nach Kant nicht, da es ohne Theorie keine richtige Praxis geben kann – insbesondere in normativen Fragen:

    „Es kann also Niemand sich für praktisch bewandert in einer Wissenschaft ausgeben und doch die Theorie verachten, ohne sich bloß zu geben, daß er in seinem Fache ein Ignorant sei: indem er glaubt, durch Herumtappen in Versuchen und Erfahrungen, ohne sich gewisse Principien (die eigentlich das ausmachen, was man Theorie nennt) zu sammeln und ohne sich ein Ganzes (welches, wenn dabei methodisch verfahren wird, System heißt) über sein Geschäft gedacht zu haben, weiter kommen zu können, als ihn die Theorie zu bringen vermag.“[1]

    Gegen Prinzipien kann man demnach nicht einwenden, dass sie in der Praxis unbrauchbar seien. Daher habe ich das auch nicht behauptet. Die Frage ist vielmehr, wie diese Prinzipien zu maximaler Praxisgeltung gelangen können.

  3. Junge, Junge, Erbloggtes! So’ne Packung Samstag Abend. Da denkt doch keiner an was Böses 🙂
    Mir scheint, da hat Erbloggtes mal ein Ei gelegt, statt nur zu gackern 🙂
    Eine wichtige Initiative und folgerichtig. Einige ambivalente Anmerkungen möchte ich dazu machen.
    »Die innere Ordnung – oder: Verfassung – einer Organisation sollte so beschaffen sein, dass sie ihren Zielen am besten dient.«
    Eine gefährliche Ausgangsthese, die auch durch den Folgesatz m.E. nicht viel weniger für eigene Zwecke missbraucht werden kann.
    Was z.B., wenn die Mehrheit der Organisatoren intern verabredet, welches Ziel bzw. welche Ziele und welche Auslegung(en) als verbindlich gelten sollen, und eine Organisationsstruktur entwickelt und diese als geeignetste zur Umsetzung des Ziels bzw. der Ziele proklamiert – und gleichzeitig Abweichungen von dieser Linie zwar erlaubt, aber genau durch die Organisationsstruktur keine Mehrheit finden lässt und zuletzt dann allerdings als nicht erwünschtes Störverhalten sanktioniert?
    Anders gesagt: Mit der Ausgangsdefinition kann jedes derzeit vorhandene Wiki gut leben, auch z.B. VroniPlag, denn dort geschieht genau das, was gerade beschrieben wurde.
    VP ist sogar ein gutes Beispiel für die Inanspruchnahme genau solcher Zweckbestimmtheit der ’Verfassung’ und reklamiert für sich das demokratische Mehrheitsprinzip.

    Auch in anderen Hinsichten ist VP durchaus kompatibel mit unserer demokratischen Lebenswirklichkeit, leider eben gerade an Stellen, wo ein Demokratiedefizit besteht, z.B. beginnt das Kungeln in Hinterzimmern bereits auf kommunaler Ebene, d.h. Macht wird über Allianzen verteilt. Da sitzt der Bauunternehmer im Bauausschuss usw. Auf Landesebene generiert sich so politische Hilflosigkeit, wenn eine demokratische Mehrheit sich mal eben 500 € mtl. Als Zuschusserhöhung zur Altersversorgung genehmigt (NRW). Usw., usw. Da ließe sich eine schier unendliche Kette an Beispielen in einem Wiki zusammenstellen.
    Warum also sollte VP oder ein anderes Wiki demokratischer verfasst sein als unsere „freiheitlich demokratische Grundordnung“ unsere Lebenswirklichkeit real bestimmt?

    Das Prinzip der Anonymisierung müssen die Akteure im VP allerdings falsch verstanden haben (s. Anonymisierung der disziplinarischen Kontrolle).

    Transparenz der inneren Ordnung? Alles aus VP-Sicht da: Es ist sogar transparent, dass der Chat als Legitimierungsinstrument dient, wenn es nötig ist. Nicht mit dem Ergebnis einverstanden? Hättest in den Chat kommen und für deine Meinung eine Mehrheit suchen können! Ach, du wurdest nicht in Query eingeladen? Hättest doch selbst ein Query stellen können. Du fragst, welches Ergebnis, nie erfahren? Ach ja, stimmt, da könnte man noch ein klein bisschen transparenter werden. (Man schaue sich mal die paar wenigen und ganz dünnen Chat-Protokolle in GuttenPlag an. Bei VP hat man wohl ganz drauf verzichtet.)
    Aber mal ehrlich: Was erfahren wir denn als Bürger über die tatsächlichen Hintergründe von Entscheidungsabläufen? Auch da scheint mir eine Übereinstimmung zwischen der Verfasstheit unserer bürgerlichen Verfassungswirklichkeit und VP zu bestehen.
    Schriftliche Fixierung? Aus VP-Sicht alles da, bezüglich der Ziele, der Methodik, der administrativen Gewalt (VP:KPA z.B.).
    Ein entscheidendes Demokratiedefizit gibt es aber doch: In unserem Rechtesystem gibt es wenigsten Formen der Kontrolle von Macht, insbesondere bei Eigenmacht in Personalunion mehrerer administrativer Funktionen, in Wikis à la Wikia eben nicht, in Wikis à la Wikimedia in Ansätzen, aber auch dort ohne ausreichende Transparenz.

    Nebenbei: »GuttenPlag, die Plattform, auf der die abgeschriebene Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg durchleuchtet wurde, enthält keine einzige Meinungsäußerung …«
    Oh je! Darüber ist also auch Erbloggtes gestolpert. Man weiß, was sie sagen will, aber das ist in dieser Formulierung höchst angreifbar ausgesagt.

  4. Normative Prinzipien sollte man immer bestmöglich interpretieren. Wenn sie nicht verwirktlicht werden, heißt das nicht, dass sie nicht funktionieren (können). Und dass irgendjemand behauptet, ein konkretes Plagiatswiki sei „demokratisch, transparent schriftlich fixiert und anonym“, heißt ja keinesfalls bereits, dass diese Behauptung zuträfe. Ich denke beispielsweise, dass VroniPlag alle vier Prinzipien nur unzureichend verwirklicht.
    Demokratie bedeutet, dass man sich auf die Ziele einigt und sich dann auf die dazu einzusetzenden Mittel einigt. Und wenn Bedarf besteht, dann sollte man sowohl die Zielformulierungen, als auch die gewählten Mittel demokratisch verändern können.
    Dass ein Plagiatswiki von Ex-Politikern der FDP unterwandert würde (und dann seine Ziele zum Schutz von Plagiatoren verändert), ist nicht zu befürchten. Die bleiben ja einfach weiter in ihren Ämtern.
    Dennoch ist die Frage, die bei einer Demokratie zu lösen ist: Wer hat das Stimmrecht. Die Antwort muss meines Ermessens in die Richtung einer Maximierung der Beteiligung gehen, nicht in Richtung einer Minimierung (wie bei VroniPlag).

  5. Natürlich kann und darf man der Meinung sein, dass diese 4 Prinzipien im VP nicht ausreichend verwirklicht sind. Und natürlich kann, darf, sollte man auf stärkere Einhaltung von Normen pochen.
    »Demokratie bedeutet, dass man sich auf die Ziele einigt und sich dann auf die dazu einzusetzenden Mittel einigt.«
    Tut VP doch auch. Nur eben, wie?
    Der Punkt, den ich sozusagen als advocatus diaboli vorbringen wollte, ist indes der, dass eben alles eine Frage des Standortes und damit des Blickwinkels ist.
    Und da erhebt sich die Frage, wer darf Allgemeingültigkeit der Norm (vgl. Tarifrecht) feststellen?

    Meine Quergedanken führen mich dahin zu unterscheiden, welche Form der Willensbildung die Platt-Form des Wikis von der offenen Struktur her haben müsste.
    Und da finde ich, dass Deine ‚An-Forderungen’ an die Plagiatdoku-Wikis nachvollziehbar sind. Warum? Weil derjenige oder diejenigen, die so ein Wiki wählen als Plattform der Plagiatedokumentation eben auch die Offenheit eines solchen Systems billigend in Kauf nehmen und zu nehmen haben. Wollen sie aber quasi unter sich sein und den Daumen drauf halten, dass ihnen keiner das Instrument verwässert oder gar aus den Händen nimmt, dann können sie ja eine andere Plattform wählen, es muss kein Wiki sein. Man kann z.B. völlig ungestört und sehr wohl fachlich kompetent und interaktiv über eine Cloud-Plattform agieren. Da hat man das selbst erzeugte Recht, sich Mitarbeiter am Projekt auszuwählen. Auch das kann schief gehen, natürlich. Aber das Troll-Problem ist ziemlich minimiert, vor allem wenn man mit bürgerlicher ID arbeitet.
    Der zweite Punkt ist für mich also: Wer ein Wiki wählt, der hat auch dessen Nachteile in Kauf zu nehmen und kann nicht nachträglich daraus eine kaum noch demokratisch legitimierte Veranstaltung einer Oligarchie machen.

  6. Ich vergaß: wünsche allen für jetzt geruhsamen Schlaf – gn8

  7. Dieser Beitrag von erbloggtes hat das Zeug, eine konstruktive Wendemarke zu sein. Es fällt mir sehr schwer dazu nichts zu sagen. Insbesondere weil ich schon den Artikel http://www.zeit.de/2012/10/Netz-Interview-Domscheit-Berg/komplettansicht als hervorragende Diskussionsgrundlage sehe.

    @anked wäre sicher als Mediatorin für eine Plagiatswiki-Verfassungsdiskussion gut geeignet, weil sie bei VroniPlag hohen Respekt genießt und weil sie, wie hoffentlich alle, dabei auch die Anonymität verteidigt.

  8. @ER
    Ich finde, hier wird ein bisschen viel vermischt. Ich versuch mal etwas dazu klugzuscheißen.

    Demokratie:

    Behaupten wir einmal „Wikis sind keine Demokratien“ (war bereits mehrfach zu lesen). Sie funktionieren aber trotzdem. Solange sich VP in seiner Ordnung an der Wikipedia orientiert, sehe ich kein spezielles Demokratieproblem. Niemand kann sein eigenes Ding durchziehen. Die Abwahl und Sperrung von Goalgetter sind Beweise für das Funktionieren der Demokratie, soweit es sie gibt. Jedem VP-Nutzer, der erheblich im Wiki beigetragen hat, sind die Admin-Rechte irgendwann angeboten worden, sofern er/sie nicht mehrfach nachvollziehbar negativ aufgefallen ist. Man könnte aber meinen, dass einige Nutzer frühzeitig verjagt worden sind, andere sich nicht ernst genommen gefühlt haben. Und hier kommen wir zum eigentlichen Punkt, der an die Transparenz anknüpft:

    Kommunikation:

    1. Nur wenn inhaltsbezogene Vorstellungen und nach außen vertretene Ziele offen und klar im Wiki kommuniziert werden, ist eine gemeinsame Schnittmenge erfassbar. Dies schafft Transparenz nach außen, vermeidet interne Konflikte und gibt auch neuen Nutzern eine Orientierungshilfe („Bin ich richtig hier?“). Vieles ist in VP gut umgesetzt und sehr transparent, siehe z.B. FAQ. Einiges (z.B. in Bezug auf Motivation/Ziele) bleibt offen bzw. ist schwer festlegbar. Weiß nicht, ob sich das schriftlich fixieren lässt. Weitere Details hierzu gehören nur ins Wiki, denn:

    2. Diskussionen, Entscheidungen und Informationen sollten nicht an zu vielen Orten ausgetragen/übermittelt werden (Chat, diverse Foren-Threads, externe Seiten, Emails). Weder ein Twitter-Account noch Erbloggtes eignen sich als Wiki-Sprachrohr. Auch persönliche Meinungsäußerungen gehören eher ins Wiki als woanders hin (nach Möglichkeit unmoderiert). Keine Alleingänge (z.B. in Interviews). Vielleicht ist es bereits verkehrt, wenn Wiki-Mitglieder sich überhaupt in externen Blogs beteiligen. Ich werde mich deshalb hier vermutlich zukünftig nicht mehr zu VP äußern.

    3. Persönliches Theater einerseits und übertriebenes Effizienzstreben andererseits (auch als Gegenraktion) haben in VP vielleicht zeitweise zu mangelnder Toleranz und mangelnder Diskussionswilligkeit geführt. Sowohl Inhalte als auch auf Personen betreffend.

    Anonymität:

    Solange ein Wiki mit einer Stimme sprechen kann und dies auch tut, ist die Identität des Einzelnen unbedeutend. Leider muss es immer wieder heißen: „Ich spreche nur für mich, nicht für das Wiki“. Gerade deshalb ist die Darstellung der Standpunkte im Wiki (und nicht außerhalb, s.o.) so wichtig. Es ist problematisch, wenn die Nutzer zu unterschiedliche (z.B. auch finanzielle) Motive haben, diese lange unbekannt bleiben und plötzlich unvereinbar sind. Die Offenlegung anderer persönlicher Hintergründe (wie z.B. Hochschullehrer, Richter, Otto-Normalo) leistet Kompetenzgerangel sowie gefühlter und getätigter Bevormundung Vorschub, auch wenn sie nicht zwangsläufig dazu führen muss.

    Das ist aber eigentlich alles in Einzeläußerungen (vor allem in Bezug auf Heidingsfelder) schon gesagt worden. Übrigens: Alles mMn kein Grund für die vielbeschworene Schwarmauflösung, siehe comment-969. Für Veränderungen oder Neugründungen sollte vielleicht gelten: Mehr und offenere Kommunikation und zwar nur im Wiki, sonst nirgendwo.

    P.S.: Ich halte nichts davon, ein Konkurrenzwiki zu VP zu gründen, allenfalls eines ergänzenden Wikis mit anderen Zielsetzungen.

  9. Vielen Dank für die gleichermaßen zurückhaltenden wie konstruktiven Beiträge! Ihr Kommentar, Hood, musste nicht (nur) wegen des Links freigeschaltet werden, sondern v.a. weil Sie keine E-Mail-Adresse angegeben haben, die schon einmal als nichtSPAM identifiziert wurde (sondern eben keine E-Mail-Adresse – dann hat man immer dieses hellgrüne Monster). Ich hoffe, das Anhängen Ihres Nachtrags ist so ok.

    Inhaltlich stimme ich Ihnen in Vielem zu. Wikipedia kann einiges (nicht alles) vormachen, was VP m.E. nicht nachgemacht hat. Demokratie gehört sicher dazu. In der Wikipedia werden Admins von unten gewählt. In VP wurden „die Admin-Rechte irgendwann angeboten“, und zwar von oben, und wenn man aus der Sicht von oben nicht negativ aufgefallen ist. Wikipedia ist keine Demokratie, sofern es um die Richtigkeit von Inhalten geht. Es hatte aber auch bei VP niemand vorgeschlagen, Die Identität zweier Zeichenketten demokratisch zu ermitteln.

    Was genau ein Plagiat sei, und wie VP kategorisieren solle, das wurde meinem Eindruck nach jedoch nicht einmal zur Diskussion zugelassen. Da ist Wikipedia weiter: Meta-Fragen werden dort allerlei diskutiert und nach festgelegten Verfahren entschieden. Bei VP hingegen erwartet den Infragesteller eher eine Sperrung und der freundliche Hinweis, er solle am besten ein eigenes Wiki gründen. Und das ist m.E. auch der Grund, warum offenbar das Bedürfnis bestand, hier, in einem nicht für Wiki-Debatten konzipierten Medium, über VroniPlag, Probleme und Alternativen zu diskutieren.

    Ich selbst sehe die Schwarmauflösung übrigens nicht als bevorstehend an, sondern bin der Meinung, dass sich in letzter Zeit (schwer zu sagen, seit wann) der Schwarmcharakter bereits verflüchtigt hat.

    @Martin Heidingsfelder: Ich würde Anke Domscheit-Berg jetzt nicht auffordern, doch bitte dafür zu sorgen, dass alle Plagiatswiki-Probleme bald gelöst werden. Aber wenn man mal eine neutrale Person braucht, damit sie z.B. einen Markenschutz anmeldet oder demokratische Entscheidungen mit ein paar Klicks umsetzt, könnte man sie sicher fragen.

  10. Wieviele Leute bilden einen Schwarm? Reichen dafür 2 oder 20 oder erst 200?

  11. Eine berechtigte Frage und über die Größendefinition besteht meines Wissens keine anerkannte Verabredung. Schon von daher lässt sich über eine Auflösung und davon abhängig über einen Zeitpunkt einer fraglichen Auflösung bisher noch kaum Einigung erzielen. Wären wir Ameisen, so tätens ein paar Millionen, wären wir Bienen auch mal 15000 oder so.
    Als Plagiatesuchende im Netz reichen vielleicht 200. Für mein Empfinden kann allenfalls für die Anfangszeit von GuttenPlag von Schwarm die Rede sein, bei VP von Anfang an nicht. Aber wie gesagt, das iDefinitionen entwickeln sich historisch durch Verabredung zwischen Menschen, vgl. die Verabredung in der Mathematik, dass -1 mal -1 = +1. Ist kein Muss, ist nur als elegante Lösung verabredet worden.

  12. sorry, richtig: … wie gesagt, Definitionen …

  13. Ali Arbia fragt, wie man einen Tweet zitiert, und verweist dabei auf den Konventionscharakter sogar von korrektem wissenschaftlichem Arbeiten. Das kann bestimmt mal jemand hier brauchen. Vielleicht haben manche Plagiatoren ja auch von Twitter abgeschrieben? 😉

  14. @Hood, dass du deine Punkte vorbringst finde ich gut.

    Könntest du bitte in Zukunft das Argumentieren mit mir als Person unterlassen. Das wirft ein schlechtes Licht auf VroniPlag, alle verbliebenen Admins und leider auch auf dein Pseudonym.

    Hier haben @anked und ein Blogger durch ihre Beiträge eine gute Diskussionsgrundlage für eine sachliche Diskussion gegeben und deine inhaltlich guten Dinge gehen durch diese persönlichen Dinge leider etwas unter.

    Deine Ausführungen zur Demokratie
    „Die Abwahl und Sperrung …. sind Beweise für das Funktionieren der Demokratie, soweit es sie gibt.“
    Der vorstehende Satz entbehrt der Logik, „soweit es sie gibt“ könnte sich auf Beweise und Demokratie beziehen.

    Weiterhin zur Sache (bei den persönlichen Dingen schweige ich im Folgenden dazu):

    zu 1. es stimmt, solche Dinge gehören ins Wiki, aber einigen Stakeholdern ist der Zugang zum Wiki derzeit verwehrt. Die Einschätzung, dass vieles in VP gut umgesetzt ist, kann man nicht widersprechen, aber die Diskussion sollte sich darum drehen, was nicht und schlecht funktioniert.

    zu 2. siehe zu 1.
    Die Alleingänge in Interviews sind notwendig, weil die Gruppe ja nie einer Meinung ist und selten mehr als einer beim Interview sitzt. Sprich, wer immer da sitzt, muss im Alleingang versuchen, das Beste für das Wiki herauszuholen. Dass da Dinge passieren, die nicht erfreulich sind für das Wiki, ist, glaube ich schon fast jedem passiert, der diese vornehme Aufgabe wahrgenommen hat.

    3. Erster Absatz, sehe ich auch so in der Analyse
    Zweiter Absatz, Hoods Worte: „Solange ein Wiki….“ „Ich spreche nur für mich, nicht für das Wiki“
    Hood, glaube mir, dass jeder, nicht nur ich, garantiert bei fast jedem Interview den Journalisten vorher genau dies gesagt hat. Trotzdem gibt es ab und zu mal Dinge, die herausgeschnitten werden etc. Die Entstehung eines Interviews, ob Radio oder Fernsehen, ist ein komplexer Arbeitsprozess, der Patchwork ähnelt. Die Fragen der Reporter, werden oft nachträglich gesprochen, da ist man oft nicht mal dabei und die Antworten passen manchmal gar nicht dazu.
    Auch die Anonymität ist innerhalb des Wikis wichtig. Diejenigen, die allerdings bekannt sind, haben die Verpflichtung, die durch VroniPlag gewonnene Bekanntheit im Interesse des Wikis einzusetzen. Natürlich kann man dies nicht von Ausgestoßenen erwarten. Die haben auch keine Verpflichtung, für VroniPlag zu sprechen.

    Hoods Worte: „Mehr und offenere Kommunikation und zwar nur im Wiki, sonst nirgendwo.“ Dies ist bei VroniPlag derzeit Utopie.
    Siehe 1. Die Ausgeschlossenen ertragen hier geduldig persönliche Angriffe. Im Wiki besteht die Möglichkeit zur offenen Kommunikation auf Augenhöhe derzeit nicht. Jeder persönliche Angriff würde dort „quot licet iovi, non licet bovi“ zu einer Sperrung der VroniPlag Kritiker führen.

    Hood schreibt: „P.S.: Ich halte nichts davon, ein Konkurrenzwiki zu VP zu gründen, allenfalls eines ergänzenden Wikis mit anderen Zielsetzungen.“
    Dem stimme ich zu, ein ergänzendes oder erweitertes, das muss der Analyseprozess der Leute geben, die was Neues gemeinsam aufbauen wollen. Besitzstandsdenker werden sich kaum an der Innovation beteiligen, meiner Meinung wäre eine neue Verfassung und Ausrichtung für VroniPlag auch ein Weg. Plaqueiator hat da schon sehr gute Dinge formuliert. Am Anfang steht die Analyse, bin gespannt, wer sich zusammenfindet und auf was verständigt. Sollten die Außenstehenden unter sich bleiben, dann bleibt für VroniPlag halt alles so wie es ist. Drei Spiegelartikel innerhalb von 4 Wochen haben jedenfalls noch nicht zu neuen Leuten und großen Diskussionen im Wiki geführt. Die Zugriffe und die Aufmerksamkeit hat im Moment die offene Plattform „Erbloggtes“.

    Abschließend: Dem Wiki bin ich weiterhin wohl gesonnen. Durch die mehrfache Ausgrenzung habe ich meinen Weg schrittweise in die gewerbliche Plagiatssuche gefunden und kann gelegentlich den einen oder anderen Brotkrümel dadurch erhaschen. In dieser Nische bleibe ich auch. Meine Hoffnung ist, dass sich die guten Leute, die ich alle schätze, zu einer neuen schlagkräftigen Gruppe zusammenfinden.

    Auch ein gutes neues Konzept, ohne mich, würde ich falls erwünscht nach meinen Kräften unterstützen. Man muss ja nicht drin sein, um „in“ zu sein. 😉

  15. Plaqueiator

    Wieso dreht sich die Auseinandersetzung wieder um die Machtfrage?
    Leute, verabschiedet euch von Vroniplag. Vroniplag ist kein Staatswesen, dessen oberste Priorität die funktionierende Koexistenz seiner Einwohner ist. Eine kooperative Plattform soll nicht die Koexistenz der Mitglieder sicherstellen, sondern zahlreiche, vielgestalte und möglichst optimale Beiträge zum Thema der Plattform sammeln können.

    Wenn schon Vergleich, dann wäre eine solche Plattform eher mit einem Unternehmen als einem Staat zu vergleichen. Und Unternehmen sind erfahrungsgemäß eher selten basisdemokratisch verfasst. Ein Internetprojekt, das letztlich über Betrug und Korruption im Wissenschaftsbetrieb aufklären möchte, sind wissenschaftliche Methodik, Mitbestimmung, freie Rede, Pluralismus und Offenheit integrale Konzepte, punktum. Die „Machtstrukturen“ sollten wirklich in den Hintergrung treten.

    Aus Vroniplag wird kaum mehr eine Plattform werden, auf der durch einen lebendigen Austauschs gesellschaftliche oder wissenschaftspolitische Relevanz sichtbar würde. Selbst wenn dort noch hundert Plagiatoren angeprangert werden, ergibt sich dadurch keine neue Erkenntnis mehr und damit keinerlei Relevanz. Vroniplag ist in diesem Sinne tot, verkrustet und entwickelt sich nicht weiter. Vroniplag ist sterbenslangweilig und geht am Bedarf vorbei.

    Die für mich relevanten Fragen sind: warum ist das so? Was ist der Bedarf? Wo genau versagt Vroniplag? (Und es versagt beileibe nicht nur in der Demokratie, sondern eklatant in der Sache) Wo wurden Fehlentwicklungen eingeleitet, geduldet und zementiert? Wie wirken sich diese aus auf die Plattfom selber, ihre Rezeption und ihre Stellung aus? Warum wird Vroniplag so schlecht rezipiert?

    Eine gehobene Kritik mit dem Resümee „Ich finde euch doof! Lasst mich auch mitspielen!“ genügt absolut nicht. Es liegt noch mehr im Argen als nur die Mitspielregeln. Ich möchte auf Vroniplag nicht mehr „mitspielen“.

  16. Cassiopeia

    Ich habe beim Lesen (einschl. der Kommentare zu den anderen VP-Themen hier) den Eindruck, dass viele davon ausgehen, sie wüssten, warum dieser oder jener nicht mehr bei VP ist. Es gibt neben all diesen Macht-, Demokratie- und Organisationsfragen noch andere Aspekte. Bei mir beispielsweise sind es wohl andere Gründe als bei Plaqueiator. Dieses eher undifferenzierte „Ehemalige VPler sollten sich zu etwas Neuem zusammenschließen“ kann mE nicht funktionieren, auch nicht in einer gut durchdachten Organisationsform.

    Zu einer Organisation – wie auch immer sie gestaltet ist – gehören nunmal auch die Menschen mit ihren verschiedenen Charakteren. Im Fall von VP handelt es sich um, sagen wir mal, überwiegend recht starke, ausgeprägte Charaktere. Dies sehe ich als eine Ursache für viele Konflikte und auch dafür, dass kaum neue Leute den Weg zu VP finden. Zudem verhindert oder erschwert das komplexe Geflecht der Personen untereinander, das im Laufe der Monate bzw. eines Jahres entstanden ist, viele Entwicklungen und Diskussionen.

    Eine neue Organisation würde sich mittelfristig sehr wahrscheinlich ähnlich wie VP entwickeln, schon allein deswegen, weil sie den gleichen äußeren Einflüssen ausgesetzt wäre: mangelndes Interesse der Öffentlichkeit und teilweise sogar ablehnende Haltung der Universitäten. Vor allem das mangelnde öffentliche Interesse hätte zur Folge, dass auch in der neuen Organisation mittelfristig keine Entwicklung stattfindet, da sich nur ähnliche Charaktere wie bei VP, womöglich nur ehemalige VPler, zusammenfinden würden.
    Auch bei vorher sorgfältig formulierten Ansprüchen an diese neue Organisation könnte sie sich also aufgrund ihrer Umwelt nicht so entwickeln, wie manche es evtl. gerade im Kopf haben.
    Sollten sich die äußeren Einflüsse aber jemals ändern, wird sich wohl auch VP an die geänderte Umwelt anpassen, und falls sich VP dann nicht anpasst (aktiv oder passiv), wird wohl – falls Bedarf für eine neue Organisation entsteht – ganz automatisch eine neue Organsation entstehen.
    GuttenPag ist aus einer Notwendigkeit heraus entstanden, auch VroniPlag war anfangs notwendig, da es gezeigt hat, dass die Dissertation von KTG kein Einzelfall war (wobei seine Art zu plagiieren schon irgendwie einzigartig ist). Aktuell besteht aber wohl keine Notwendigkeit oder eher: Es wird keine gesehen, höchstens in VP selbst. Dies reicht nach meiner persönlichen Einschätzung für den Erfolg einer Organisation (Erfolg im Sinne von Bestand, evtl. Entwicklung und Einfluss) nicht aus.

  17. Teile die Einschätzung Cassiopeias.
    In der Diskussion sollte aber trennschärfer mit dem Thread-Thema umgegangen werden – Verfassungsgrundsätze für künftige Plagiatssuche – es geht m.E. nicht um die Frage, ob ein VroniPlag 2.0 konzipiert werden soll oder kann.

  18. Plaqueiator

    @S.E: ähm? Wie meinen? Worum geht es?

  19. Ein „ähm“ von Plaqueiator, ein „hm“ von mir. Schau doch noch mal auf den Thread-Titel. Für das dort benannte Thema können und sollten Erfahrungen mit den bisherigen Plattformen der Plagiatedokumentation bedacht werden – unter besonderer Berücksichtigung von VP, aber geht nicht darum, ob, wie und durch wen eine Neuauflage von VroniPlag durch die hiesig vertretenen Aussteiger möglich, wünschenswert bzw. in Angriff zu nehmen ist.

  20. um bescheidener zu formulieren: es geht mMn nicht …

  21. Plaqueiator

    Also, um Verfassungsgrundsätze für Vroniplag gehts mir nun weniger, siehe oben. Das ist ja ausreichend zwecklos eingefordert. Mir sagt das Thread-Thema jetzt in der Form nichts, da es auch nichts neues bringt. Die ganz handfesten Fehler von Vroniplag sollten nicht wiederholt werden. So ist das eigentliche Anliegen, das Wissenschaftsplagiat, auf dem Nebenschauplatz „Anonymität“ im weitesten Sinn untergegangen. Im Grunde ist Vroniplag daran gescheitert, dass sich alle Beteiligten, sowohl drinnen als auch draußen, vom Kernanliegen abgelenkt haben und haben ablenken lassen. Jetzt Verfassungsgrundsätze in Stammbücher zu heben, ist wieder so eine Ablenkung.
    Wie oben gesagt, sind es ganz einfache Grundsätze, die nicht verfasst werden müssen, sondern die sich jeder Einzelne hinter die Ohren schreibt: Sacharbeit. Offenheit. Gelassenheit. Toleranz. Respekt. Neugier. Experimentierfreude. Alles weitere ist eher von Übel.
    Bloß keine „Reputation „des Wiki verteidigen, bloß keinen „Minimalkonsens“ kanonisieren, der nicht die gesamte Themenvielfalt umfasst.
    Jeder, der irgend etwas zum Thema „wissenschaftlich korrektes Arbeiten“ zu sagen hat, sollte es sagen dürfen und willkommen sein, auch wenn es oft nervt. Streit ist fruchtbar und konstruktiv zu führen, Diskussionen abzuwürgen ist in den meisten Fällen kontraproduktiv. Zensur und Sperren vergiften die Atmosphäre dauerhaft. Trollen kommt man durch Regeln nicht bei, nur dadurch, dass man sie nicht füttert. Adminaufgaben sollten nur Troll-Resistente übernehmen (und auf keinen Fall Trolle).
    Hat alles nix mit Verfassung zu tun.

  22. Plaqueiator, ich bin ja in manchen Punkten Ihrer Meinung. Aber hier kann ich nur den Kopf schütteln. Ihre Ablehnung dagegen, Strukturen und Grundsätze zu diskutieren, während Sie stattdessen lieber Plagiate suchen würden, irritiert mich. Das ist nämlich eines der Kernargumente der VroniPlag-Funktionselite, sich nicht mit anderen Dingen als Plagiatssuche auseinandersetzen zu müssen – selbst wenn sie noch so wichtig für die Plagiatssuche wären.
    Ich nehme Ihre Beiträge so wahr, dass Sie „wissenschaftliche Methodik, Mitbestimmung, freie Rede, Pluralismus und Offenheit“ fordern. Das seien Grundvoraussetzungen, die gar nicht diskutiert werden müssten, „punktum“. Meinen Sie nicht, dass andere Menschen der Ansicht sein könnten, es gebe andere Grundvoraussetzungen? Wenn es nur eine für jeden offensichtliche Möglichkeit gibt, dann muss man sich in der Tat nicht einigen. So sieht aber die Wirklichkeit nicht aus; nicht bei Plagiaten, und auch sonst nie. Die „Machtfrage“ ist deshalb wichtig, weil sie die Grundlage dafür legt, wie eine Einigung gefunden wird. In einer Monarchie ist die Einigung identisch mit der Meinung des Alleinherrschers.
    Ich bin nicht der Ansicht, dass Sie „Sacharbeit. Offenheit. Gelassenheit. Toleranz. Respekt. Neugier. Experimentierfreude.“ als Dekret erlassen sollten. Vielleicht würden Sie einen guten Monarchen abgeben, der sein Volk liebt. Vielleicht würde das auch jemand anderes. Vielleicht könnte man auch den EU-Sonderberater für Netzfreiheit als wohlwollenden Monarchen eines Plagiatswikis gewinnen. Aber ich halte das grundsätzlich nicht für den richtigen Weg, um zu einer Entscheidung zu gelangen, die viele Menschen angeht.
    Wenn mehrere Menschen betroffen sind, dann ist die richtige Lösung, um Entscheidungen zu treffen, die Betroffenen zu fragen, wie sie sich entscheiden wollen. Das zu verweigern – oder eine dem vorausgehende Diskussion über die Optionen zu verweigern – finde ich kein sinnvolles Verhalten, kann ich nicht nachvollziehen.

    Was ich an Ihrem Statement ebenfalls nicht nachvollziehen kann, ist der Satz, Anonymität sei der Schauplatz gewesen, auf dem das Wissenschaftsplagiat untergegangen sei. >>So ist das eigentliche Anliegen, das Wissenschaftsplagiat, auf dem Nebenschauplatz „Anonymität“ im weitesten Sinn untergegangen.<< Vielleicht wollen Sie das nochmal erläutern.

  23. Wenn mehrere Menschen betroffen sind, dann ist die richtige Lösung, um Entscheidungen zu treffen, die Betroffenen zu fragen, wie sie sich entscheiden wollen. Das zu verweigern – oder eine dem vorausgehende Diskussion über die Optionen zu verweigern – finde ich kein sinnvolles Verhalten, kann ich nicht nachvollziehen.

    Da wird von Erbloggtes mal eben die gesamte Legislative und Judikative als „kein sinnvolles Verhalten“ bezeichnet.

    Ansonsten noch ein Zitat von Shimon Perez:
    „If a problem has no solution, it may not be a problem, but a fact – not to be solved, but to coped with over time.“

  24. Plaqueiator

    Zur „Anonymität“: ist leider etwas verkürzt rübergekommen. VP-Admins haben durch ihre populistische und narzisstische Außendarstellung den Fokus weg vom zentralen Inhalt verschoben, und zwar aktiv. Sie haben mit Anonymität kokettiert und damit Golfplätze und Küchentische thematisiert. Das war nicht nur nicht hilfreich, sondern kontraproduktiv und prägt die VP-„Rezeption“ bis heute.

    Natürlich soll diskutiert werden, es muss diskutiert werden. Offenheit. Pluralismus. Es wäre nur wieder fatal, wenn eine Diskussion einiger weniger zu einem Ergebnis führt, das die Möglichkeiten und Gestaltungsfreude anderer einschränkt. Das läuft doch im Blog hier genauso. Eine Verfassung ist mir nicht bekannt. Und hier funktioniert es trotzdem – oder gerade deshalb.

    In Vroniplag herrschte und herrscht Regulierungswut. Inzwischen halte ich es für einen Fehler, dass alles „Meta“ rigoros ausgeschlossen wurde. Der Rigorismus führte zur Dogmatik, die sogar den Projektkern zersetzt hat. Das abschreckende Ergebnis sieht man im Wiki. Stur, starr, steril, stromlinienförmig, sterbenslangweilig.
    Ich bin nach wie vor der Meinung, und die habe ich auch immer wieder geäußert, auch auf Guttenplag (http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/Benutzer_Blog:Mr._Nice/Quo_vadis,_GuttenPlag%3F): „Ich halte es für falsch, Struktur in die Bewegung zu bringen, indem man ‚oben‘ ansetzt und die Struktur eigentlich übergestülpt werden soll.“ Mein einziges Dekret: keine Dekrete.

  25. Plaqueiator

    STK, nicht alles was hinkt ist ein Vergleich, ganz abgesehen davon, dass du natürlich falsch liegst.
    Und was das Perez-Zitat angeht, das finde ich erstens zynisch, zweitens kurzsichtig.

  26. Gutes Statement dort um 13:47 h, finde ich.
    Ich denke ja, dass dort bald Ihre Sperrung anstehen wird. Nicht tun, was „die Gemeinschaft“ will, gleichzeitig aber eine unbequeme Meinung sagen und das auch noch „an anderer Stelle“ (dem Ort, dessen Namen man nicht nennt), das reicht doch eigentlich schon. Denn wer nicht mit uns ist, ist gegen uns.
    Wenn dann noch das Renegatentum hinzu kommt, dass man sich selbst nicht als „Teil der Gemeinschaft“ bekennt, und man von der angeblich nur klischeehaft existierenden „anderen Seite“ als konstruktiv gelobt wird, dann fehlt eigentlich nur noch der passende Anlass, um [hier passende Metapher einsetzen] auszusprechen.
    Vielleicht sind vorher noch ein paar Provokationen nötig. Man wird sehen.

  27. Klar, wenn man unbedingt nur provozieren und den Troll geben will, wird man irgendwann rausfliegen. Wäre mir neu, dass Erbloggtes Trolle uneingeschränkt gewähren lässt.
    Ich kann ja gerne wiederholen, was ich schonmal schrob:
    Gründet eine eigene Plattform und machts da besser. Es ist ja nicht so als würde Vroniplag irgendwen daran hindern. Aber alles was ihr könnt ist labern über irgendwelche Theorien, nebst ein bisschen Bashing gegen Vroniplag.

    Einfach ein neues Wiki gründen, und PES dahin kopieren, und dann dran weiterarbeiten, sollte ja nicht so schwer sein. Und da ist man dann ganz ungestört von allen Vroniplag-Diktatoren, die nicht ordentlich über Plagiate diskutieren wollen.

  28. Warum, ich lasse Sie doch uneingeschränkt gewähren, oder haben Sie etwas auszusetzen?
    Soso, Plaqueiator gibt jetzt also den Troll, meinen Sie. Die „paar Provokationen“ hatte ich ja schon vorhergesagt.

  29. Hansgert Ruppert

    Plaqueiator, Cassiopeia, Plagprof, … wer gerne möchte: Ich habe zum „freien Gackern“ ein Gehege eingerichtet unter hgr-at-hush.com. (Bitte aufpassen: NICHT hgr-at-hushmail.com, das ist jemand anders!)

    Eventuell haben wir ja bis Ostern schon ein paar Eier gelegt.

  30. @Martin Heidingsfelder (5. März 01:16)

    „Könntest du bitte in Zukunft das Argumentieren mit mir als Person unterlassen.“ Es ist mir klar, dass einige der von mir aufgeführten Punkte Dir in der Vergangenheit zum Vorwurf gemacht worden sind. Die Argumente stehen jedoch für sich und waren kaum konkret auf Dich bezogen. Zugegeben, beiläufige Randbemerkungen in Bezug auf Deine Person (und das betrifft nur geringe Teile) waren nicht konstruktiv. Sorry dafür. Ich werde Deiner Bitte nachkommen und auch keine alten Vorwürfe mehr wiederholen.

    Ich glaube Dir auch gerne, dass Presseanfragen nicht einfach sind. Klar, dass da unbeabsichtigte Dinge geschehen. Denke gerade an die „Schwarze Liste“ von WW.

    Den Satz „Ich spreche nur für mich und nicht für das Wiki“ habe ich selbst auch schon oft genug geschrieben. Wäre aber schön, wenn das nicht für Alles und Jedes notwendig wäre.

    „Diejenigen, die allerdings bekannt sind, haben die Verpflichtung, die durch VroniPlag gewonnene Bekanntheit im Interesse des Wikis einzusetzen.“ Hier wäre ich zurückhaltend. Wer als einer von Wenigen unter Klarnamen bekannt ist, wird leicht in die Rolle eines „Wiki-Sprechers“ gedrängt. Die Bekanntheit kann nützlich sein, z.B. einfach, um auf das Wiki aufmerksam zu machen, oder z.B., wenn sich Glaubwürdigkeit/Seriösität/Kompetenz an einer Person ausmachen lassen. Das kann aber auch nach hinten losgehen. Wer urteilt, ob es nützt oder schadet? (soll kein Vorwurf sein).

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