Plagiatssuche in verteilten Systemen: Neue (Un)Ordnung im Fall Schavan

Er bloggte seit Februar über Probleme der kooperativen Plagiatssuche in Plagiatswikis. Ein Jahr nach Beginn der Guttenberg-Affäre lag der Fokus zuerst auf der Transparenzproblematik bei VroniPlag. Bald darauf war die schleichende, aber fortgesetzte Auflösung eines Schwarms zu konstatieren. Wie eine funktionsfähige Plagiatsplattform aussehen müsse, ergab sich aus den beschriebenen Problemen. Tatsächlich hat die Plagiatssuche seitdem eine neue Organisationsform gefunden, und zwar eine gänzlich andere:

Die Struktur, in der derzeit die Dissertation von Annette Schavan, “Person und Gewissen”, analysiert wird, ist nicht mehr als Schwarm oder Crowd zu bezeichnen, der sich an einem gemeinsamen Ort trifft, um gemeinsam in eine nicht vorgegebene Richtung zu schwimmen. Der Plagiatsverdacht Schavan hat vielmehr ein dezentrales Netzwerk entstehen lassen. Verteilt rechnen unabhängige Einheiten am Text von Schavan und ihren Quellen herum, produzieren unabhängig und unkoordiniert Fundstellen, Verdachtsmomente, Dokumentationen und Analysen. Selbst ein Schwarm ist geordnet im Vergleich zu dieser chaotischen Organisationsform. Wie kam es dazu?

Rückblick auf den Fall Schavan

Auf VroniPlag hegte man spätestens Ende 2011 erste Verdachtsmomente bezüglich der Dissertation der Bundesbildungsministerin. Dem Verdacht ging der VroniPlagger “Hotznplotz” annähernd allein nach, ein fleißiger, akribischer Dokumentar von Textübereinstimmungen, der sich nicht gern in Streitigkeiten hineinziehen lässt, sondern lieber Detektivarbeit in Texten macht. Im Fall Koch-Mehrin war er im April 2011 zu VroniPlag gestoßen, gut ein Jahr später, am 23. April 2012, war – vorerst, wie man seit KT wieder öfter sagt – Schluss. Hotznplotz stieg aus, ohne große Geste, ohne überlieferte Abschiedsworte.

Nach vier Monaten Einzelarbeit, mehr behindert als unterstützt von der VroniPlag-Klicke, stellte Hotznplotz die Arbeit ein. In einer Abstimmung über das Schicksal seiner Analysen zu Schavans Doktorarbeit war er knapp unterlegen. Genaue Abstimmungsergebnisse teilt man dort nicht mit. “Wahlgeheimnis”, heißt es. Manches kann man spekulieren,[1] auch dass ein VroniPlag-Neuling die letztendlichen Mehrheitsverhältnisse hergestellt habe.[1] Noch einmal blickte er am 1. Mai zurück, der letzte Login in VroniPlag ist für 7:13 Uhr verzeichnet. Am folgenden Tag brach ein Gewitter herein:

Auf schavanplag.wordpress.com präsentiert seitdem ein nicht namentlich genannter Plagiatssucher akribisch Stelle um Stelle. Unter dem Namen “Robert Schmidt” informierte jemand am selben Tag verschiedene Redaktionen über die plagiatsverdächtigen Stellen.[2] Die Vermutung, dass es sich um den ehemaligen VroniPlagger Hotznplotz handeln könnte, liegt nahe.

Neben den Massenmedien, für die die Mehrzahl der auf VroniPlag dokumentierten Plagiatsfälle völlig uninteressant sind, berichteten auch die üblichen Verdächtigen der plagiatskritischen Bloggeria, allen voran Stefan Weber, der sich am Ausgangspunkt eines Blogfeuerwerks empört positionierte, die Funde von schavanplag zeigten “die bekannt widerwärtige, die Wissenschaft kaputt machende Art und Weise” des Abschreibens.[3] Auch seine systemischen Schlussfolgerungen ließen – angesichts einer plagiierenden Bildungsministerin – an Schärfe nichts zu wünschen übrig; die Universitäten seien Orte, an denen “großteils verbeamtete Lehrende mehr oder weniger systematisch zu Textklau anleiten”.[3]

An mehreren Orten im Netz entsponnen sich auch Diskussionen um Schavans Dissertation – und um die Rolle von VroniPlag in dieser Affäre: Der vielfach formulierte Eindruck, VroniPlag nehme Schavan in Schutz, war letztlich nicht wegzuwischen, auch wenn mehrere Beteiligte betonten, das sei nicht ihre Absicht, nur sei Schavan eben “ein Grenzfall” und nicht so schlimm wie Guttenberg.[4] VroniPlag positionierte sich auch nicht mehr um. Vorschläge, auf den fahrenden Zug aufzuspringen, wurden als opportunistisch zurückgewiesen. Der Fall Schavan sei außerdem nicht gravierend genug.

Getrennt marschieren, vereint schlagen

Der Ort, an dem der Schwarm sich zum Schwimmen sammelte, existierte also in diesem Fall nicht. Das Schavanplag-Blog bot hingegen keine Mitwirkungs- oder Kontaktmöglichkeiten. Da machte Goalgetter alias Martin Heidingsfelder etwas, was er schon ein Jahr zuvor getan hatte: Er drückte am 4. Mai 2012 den Knopf zum Start eines Wikia-Wikis, diesmal unter dem Namen Schavanplag Wiki. Mit der Erstellung des ersten “Barcodes” zur Visualisierung der Fundstellen machte er zugleich Werbung für seine Online-Firma Succedeo, für die er “VroniPlag” und “GuttenPlag” als Marken eintragen ließ und derzeit auch die Adresse vroniplag.de nutzt.

Dass dabei stets sowohl wirtschaftliche Interessen eine Rolle spielen – Heidingsfelder bietet vertrauliche Plagiatsprüfung als Dienstleistung an – versteht sich von selbst. Daneben geht es aber auch stets um eine persönliche Fehde mit den neuen Chefs von VroniPlag, die den Wiki-Gründer Goalgetter entmachteten und hinauswarfen, als er nicht mit dem Schwarm schwimmen wollte. Namens- und Markenstreitigkeiten wurden – im Mai wieder verstärkt – auch auf Twitter ausgetragen, wo es inzwischen zu vielen Plagiatssucher-Accounts zum Verwechseln ähnliche Gegen-, Stör- oder Trollaccounts gibt.

Die neue Unübersichtlichkeit und die Spaltung der Plagiatssuche-Subkultur am Fall Schavan führten bis zu einem Sabotageakt im Schavanplag Wiki, bei dem jemand, der sich als “Schavanplagger” ausgab,[5] frei erfundene Textübereinstimmungen behauptete.[6] Der Sabotageverdacht richtet sich stets gegen die Gegenseite, wer auch immer das in diesem Fall ist. Zugespitzt durch die Notwendigkeit der Absicherung gegen solche Sabotage, aber auch zuvor schon angelegt, ist die Form, in der die entscheidenden Entdeckungen im Fall Schavan präsentiert werden, nicht ein Wiki, das von jedem jederzeit änderbar wäre. Stattdessen erscheinen die wesentlichen Ergebnisse diesmal in Form von PDF-Dokumenten – von verschiedenen Autoren, die einzeln verantwortlich zeichnen, verschiedene Konzepte benutzen und unterschiedlich vorgehen:

Es handelt sich also um mehrere Ex-VroniPlag-Mitarbeiter, die autonom, aber zumindest teilweise vernetzt vorgehen. Die von den VroniPlag-Querelen gestellte Machtfrage wurde dabei so beantwortet, dass jeder sein eigener König in seinem eigenen Reich ist. Der Unterschied zwischen dieser Netz-Organisation und der Schwarmorganisation ähnelt der Differenz zwischen dem verteilten sozialen Netzwerk Diaspora und dem aus Menlo Park, Kalifornien, zentral gesteuerten Facebook. Letzteres bietet zwar die Mitwirkung von Millionen Nutzern als Social-Web-Feature; doch die Plattform selbst befindet sich in Privatbesitz und wird privat regiert.

Stolperstein Eigenplagiat

Die drei Dokumentationen argumentieren nicht einmal einheitlich. Während Hotznplotz sich am engsten an den VroniPlag-Techniken orientiert, geht es Kreuzritter eher darum, eine Arbeitsweise deutlich zu machen, die er “intelligentes Kopieren” nennt, und die sich “geschickt in einer Art Flickenteppich aus lauter Einzelteilen – häufiger auch aus Sekundärliteratur -, ohne eigentliche Auseinandersetzung” darstellt.[7] Goalgetter hat dagegen einen Aufsatz Schavans aufgetan, in dem diese bereits vor Fertigstellung der Dissertation über “Die Sensibilisierung des Gewissens als erzieherische Aufgabe” schrieb. Dass ein Großteil dieses Aufsatzes in der Dissertation “Person und Gewissen” wiederverwendet wird, bezeichnet er als Eigenplagiat.

Schavanplag-Barcode mit Eigenplagiat

Schavanplag-Barcode mit Eigenplagiat

Die Bewertung dieser Arbeitsweise – von sich selbst abschreiben – ist umstritten. Eine Urheberrechtsverletzung liegt dabei nicht vor. Ein Verstoß gegen die wissenschaftliche Redlichkeit wohl vor allem dann, wenn die Wiederverwendung eigener Texte verschleiert wird – wie es Schavan tut: In ihrer Dissertation nennt sie den eigenen Aufsatz nicht. Den Starökonomen Bruno Frey schickte die Universität Zürich im April in “Zwangsrente”, weil er systematisch und über Jahre hinweg Forschungsergebnisse parallel in verschiedenen Fachzeitschriften publiziert hatte.[8] In Zeiten des Internet sei es jedoch “hoffnungslos antiquiert”, Mehrfachveröffentlichungen zu verdammen; Wissenschaftler müssten möglichst viele Kanäle nutzen, meint der Kommunikationswissenschaftler Stephan Ruß-Mohl, Professor in Lugano, in der Wochenzeitung “Die Furche” sowie – ehrlich zweitverwertet – im Debattenforum “Vocer”.[9]

Im Fall Schavan ist in dieser Frage jedoch entscheidend, was die Promotionsordnung bestimmt. In der Promotionsordnung der Philosophischen Fakultät der Universität Düsseldorf vom 15. April 1977 heißt es:

PromO 1977

PromO Dr. phil., Uni Düsseldorf 1977

Schavan musste also bei Abgabe ihrer Arbeit versichern, sie auch teilweise nicht vorab andernorts veröffentlicht zu haben. Die Regel hat wohl den Sinn zu gewährleisten, dass die Dissertation einen Fortschritt der Wissenschaft darstellt. Ob die Fakultät in Schavans Fall eine teilweise Vorabveröffentlichung mit Zweidrittelmehrheit genehmigt hat, wird die Universität in ihren Akten prüfen müssen. Wenn nicht, sieht es düster aus für Prof. Dr. Annette Schavan. Nur mit viel gutem Willen könnte man ihr dann de Doktor – ihren einzigen Studienabschluss – lassen. Und selbst wenn sie ihn behielte, scheint in der eigenen Partei die Stimmung nicht rosig für eine Bildungsministerin, die nicht zu ordentlichem wissenschaftlichem Arbeiten willens oder in der Lage ist.[10]

Ob die Plagiatssuche in verteilten Systemen sich als Organisationsform etablieren kann, könnte mit davon abhängen, ob sich die Universität Düsseldorf von den Argumenten des Plagiatssuche-Netzes überzeugen lässt.

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22 Antworten zu “Plagiatssuche in verteilten Systemen: Neue (Un)Ordnung im Fall Schavan

  1. Klappern gehört zum Geschäft. Für die Entdeckung des Eigenplagiats bei Schavan zahlt mir übrigens niemand etwas. Entscheidend ist, dass VroniPlag Wiki gezeigt und dokumentiert hat, wie falsch die Mehrheitsentscheidung war.
    Der Verdacht der Interessenkollision wurde bis heute nicht aufgeklärt.
    Bald gibt es mehr Plagiatssucher außerhalb des Wikis, als innerhalb des Wikis. Entscheidend ist, dass einige zur Führung ungeeignete Leute VroniPlag Wiki als ihr Eigentum betrachten und die Infrastruktur, die allen zugänglich sein sollte für Plagiatssuche okkupieren. Da wird nicht nur sabotiert und gemobbt. Es wird so getan, als würde eifrig gearbeitet. In diesem Wiki steht und fällt alles mit zwei, drei fleißigen Arbeitsbienen, ergänzt durch temporär vornehmlich in den Medien Aktive. Die meisten Fälle kommen von außen herein, es wird aber so getan, als würde man selbst Plagiate wie Neuland entdecken.

    Was nützt die beste Infrastruktur, wenn sie keiner mehr nutzen will?

    Das Wiki hat genug gute Leute verloren und es kommt nichts nach.
    Die aktuelle Statistik der Aktiven weist gerade mal noch 3 Neuzugänge an Plagiatssuchern in 2012 aus mit insgesamt nicht einmal 300 Edits. Einen Fall zu dokumentieren braucht weit über 1000 Edits (Guttenberg nehme ich bei meiner Schätzung raus). Wo bitte soll das noch hinführen?

    Entlasst VroniPlag Wiki endlich wieder in die Freiheit und übergebt es an Leute, die den Spirit und den Mut haben auch komplexe und neue Probleme anzugehen und sich in schwierige Situationen zu begeben.

    Die Dokumentation klarer und eindeutiger Fälle braucht kein Mensch. Es bedarf nun der Lösung schwieriger Fälle und Aufgaben. Man muss sich Feedback holen können und sich dem Diskurs stellen. Aber dazu bedarf es vieler Leute, die bereit sind mitzuarbeiten. Eine Hand voll, die sich über Monate neben den familiären und beruflichen Belastungen engagiert reicht jedenfalls nicht.

  2. Ein Zurück gibt es nicht. Was ich mich bei der Recherche aber gefragt habe: Wer besitzt die Bürokratenrechte bei Schavanplag Wiki? In der Benutzerübersicht wird niemand angezeigt.

  3. Wahrscheinlich eine neutrale Person, die keinen großen Wert auf Bürokratendünkel legt.

  4. Verstehe ich nicht. Müsste es nicht mindestens einen Bürokraten geben? Und müsste der nicht in der Benutzerübersicht aufgeführt sein?

  5. The Cleaner

    Erbloggtes, Sie verheddern sich im Sockenpuppenzoo von Martin Heidingsfelder. Gründer des SchavanPlag Wiki ist nicht Goalgetter, sondern Mr. Clean: http://de.schavanplag.wikia.com/wiki/Benutzer:Mr._Clean Dieser ist wiederum ein Admin im von Heidingsfelder unter dem Pseudonym Münchhausen gegründeten Vorerstgescheitert Wiki: http://de.vorerstgescheitert.wikia.com/wiki/Benutzer:Mr._Clean

    Im Benutzerverzeichnis sehen Sie die Bürokraten, wenn Sie oben rechts unter “Beiträge” den Wert “Alle Benutzer” auswählen und die Auswahl auf Bürokraten einschränken.

  6. Hallo Erbloggtes.

    Ich bin der Gründer von Schavanplag Wiki und somit automatisch auch Bürokrat und einziger Administrator des Wikis.

  7. Mr. Clean

    Hallo Erbloggtes.

    Ich bin der Gründer von Schavanplag Wiki und somit automatisch auch Bürokrat und einziger Administrator des Wikis.
    http://de.schavanplag.wikia.com/wiki/Benutzer_Diskussion:Mr._Clean

  8. Herr Clean

    Sehr geehrtes Erbloggtes – ich bin der Gründer von Schavanplag Wiki und eine Sockenpuppe von Heidingsfelder. Wieder mal voll keine Peilung: fail!

  9. Jaja, schon gut, ich hab’s verstanden. Es können sich auch gern noch ein paar cleane Wikijunkies melden, die in Schavanplag die Fäden in der Hand halten wollen. Ich danke für die Erläuterung mit dem “alle Benutzer”, das war mein Fehler.

    Ich bleibe mal dabei, dass Schavanplag Wiki das Wiki von Martin Heidingsfelder ist. Das meinte auch Stefan Weber.[1] Und der erste Eindruck ist doch ziemlich deutlich. Wie das nun realisiert ist, ob der Wikiherrscher “Mr. Clean” die Sockenpuppe oder der Hund oder der Nachbar von Goalgetter ist, das ändert auch nichts am Sachverhalt.

  10. Kreuzritter

    Let’s come to terms! Oh, no, no … nun, da hier zu Beginn ja noch Personalien im Vordergrund stehen: Kreuzritter wusste gar nicht um seine Identität als Ex-VronPlagger oder bin ich dort wieder ‘exmatrikuliert’? :)

  11. Verzeihung, ich wollte Ihnen nicht Mitgliedschaftsrechte absprechen, die Ihnen teuer sind. Hotznplotz ist allerdings meines Wissens ebenfalls nicht gesperrt, er macht dort nur eben derzeit keine Plagiatssuche mehr, sondern hat seine inhaltliche Arbeit anderswo angesiedelt. Das schien mir für Sie auch zu gelten, daher fand ich die Bezeichnung als Ex-VroniPlagger passend.

  12. Nach einem Arbeitsessen blieb das Fazit eines Beteiligten und VroniPlag Wiki – Beobachters: “Es ist schon komisch, dass sich das Wiki in alle Winde verstreut.” Er hatte Erbloggtes bereits gelesen…

  13. Dieses sog. “Eigenplagiat” ist höchstwahrscheinlich ohne jede Bedeutung für die Frage der Entziehung des Doktorgrades. Auf SchavanPlagWiki heißt es hierzu:

    “Die Dissertation aus dem Dezember 1980 und das Buch Person und Verantwortung aus dem Mai 1980.”.

    In der Promotionsordnung hieß es nach SchavanPlagWiki:

    “Das Promotionsgesuch muß [...] die Versicherung [enthalten], daß die vorgelegte wissenschaftliche Abhandlung weder ganz noch zum Teil veröffentlicht worden ist.”

    Es kommt mithin allein darauf an, dass keine Teile der Abhandlung im Zeitpunkt der Vorlage (sic!) an anderer Stelle veröffentlicht worden sind. Ist die Dissertation tatsächlich bereits im Dezember erschienen, so ist diese Abhandlung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vor (sic!) dem Erscheinen des anderen Buches vorgelegt worden. Damit wäre offensichtlich kein Verstoß gegen die Promotionsordnung gegeben. Jeder, der die Vorlaufzeiten einer entsprechenden Veröffentlichung kennt, wird dies bestätigen können. Es ist daher anzunehmen, dass das Herausstellen dieses “Nichtfundes” dem o.g. “klappern” dienen soll. Es ist mithin nicht mehr, als ein Verstoß gegen die Regeln wissenschaftlicher Redlichkeit.

    MfG

    GvW

  14. Vielen Dank für die Einschätzung! Ob es sich so verhält, wird die Fakultät zu prüfen haben. Die Chronologie ist aus meiner Sicht nicht eindeutig. Um die zu rekonstruieren, braucht mal wohl Akten. Und ob der Zeitpunkt der Vorlage (ob der vor oder nach dem 1. Dezember 1980 liegt?) entscheidend ist, oder der Zeitpunkt der Veröffentlichung, geht aus der Promotionsordnung nicht hervor.
    Was allerdings das “Klappern” betrifft, da weiß ich gar nicht, was für ein Handwerk das sein soll.

  15. @GvW “Es ist mithin nicht mehr, als ein Verstoß gegen die Regeln wissenschaftlicher Redlichkeit.” Ist da ein Tippfehler drin oder wieso entwertest du deine Pro.Schavan-Aussage mit dem letzten Satz?

    Nach meiner Meinung wird sich Frau Schavan in Kürze äußern müssen. Der Vorwurf des Eigenplagiats ist nicht anonym, da steht mein Name dabei.
    Bisher verhält sie sich Frau Schavan korrekt so, wie in ihrer Arbeit auf Seite 278 beschrieben:
    “Dem fälschlich Beschuldigten bleibt in solchem Fall nur übrig, sich vor sich selbst und vor der Mitwelt auf das Zeugnis seines guten Gewissens zu berufen. Wenn auch eine solche Berufung auf das eigene gute Gewissen nach außen hin wenig beweiskräftig ist, so
    wird man kaum bestreiten können, daß das gute Gewissen hier eine sittliche Berechtigung hat.”

    Frau Schavan habe ich lange genug Zeit gegeben, ihre Arbeit selbst anzuschauen, ihre Zeit als Doktorandin zu reflektieren und Zweifel im Vorfeld aus dem Weg zu räumen. Sie hätte wissen müssen, dass “Person und Verantwortung” und der Verdacht des Eigenplagiats irgendwann auf den Tisch kommt. Sie hat es vorgezogen zu schweigen und die Stellungnahme war wie oben dargestellt extrem kurz: “Sie habe ihre Doktorarbeit ‘nach bestem Wissen und Gewissen’ geschrieben.” Quelle: Süddeutsche

  16. Verwirrter

    “Es ist mithin nicht mehr, als ein Verstoß gegen die Regeln wissenschaftlicher Redlichkeit.”

    Und deshalb sollte man es nicht veröffentlichen, ignorieren, ist es daher ein “Grenzfall”? Ist ja nur ein Verstoß gegen die Regeln wissenschaftlicher Redlichkeit, was soll`s…

    Nun ist es an der Universität Düsseldorf, die zeitlichen Abläufe hier aufzuklären (hoffentlich öffentlich). Dies kann man nur über den Druck eben durch die Veröffentlichung im Internet erreichen.

  17. Ich habe GvW so verstanden, dass das Klappern eines Nichtfundes ein Verstoß gegen die Regeln wissenschaftlicher Redlichkeit sei.
    PS: Ich habe Zweifel, inwiefern Plagiatssuche nach wissenschaftlichen Regeln abzulaufen habe, oder ob es nicht vielmehr Regeln anderer Art sind. Noch stärker bezweifle ich übrigens, dass Plagiatssuche nach juristischen Regeln abzulaufen habe. Aber dass Plagiatssuche nach massenmedialen Regeln (“Klappern”?) sich richten soll, das missfällt mir ebenfalls.

  18. @ Erbloggtes: Vielen Dank für die korrekte Deutung meiner Worte. Im Übrigen stimme ich (nunmehr) weitgehend mit Ihnen überein.

    MfG

    GvW

  19. Kreuzritter

    @Erbloggtes: Is scho recht! War eigentlich nur ’ne scherzhafte Bemerkung (s. LOL) , keine kritische Zurechtweisung. “Mitgliedschaftsrechte“, die mir “teuer“ sind? Nehme ich als ebenfalls nicht so ganz ernsthafte Antwort. Da schließe ich ganz schnell mit einer Redewendung, die ich eigentlich hasse: „Nichts für ungut!“

    Doch noch zwei Anmerkungen zur Sache:
    1. “inhaltliche Arbeit anderswo angesiedelt“: Stimmt, was den Gegenstand dieses Blog betrifft. Nebenbei: “Ex-VroniPlagger“ – da kann ich mir vorstellen, dass es da Leute bei VroniPlag gibt, die bereits den zweiten Teil des zusammengesetzten Begriffs in meinem Fall nicht gelten lassen würden. Aber Schluss damit, denn da sind wir schon wieder bei Personalien.

    2. Plagiatssuche und –dokumentation im VroniPlag hatte ich bisher so verstanden, dass dort wissenschaftliche Redlichkeit als Maßstab eigener Methodik für die Aktiven in Anspruch genommen wird. Ob zu Recht oder zu Unrecht, das steht auf einem anderen Blatt. Wenn ich für mich spreche, dann halte ich zumindest Redlichkeit für eine verpflichtende Norm. Die Frage ist dann, was ein jeder darunter verstehen mag.

  20. Dear Friends, Martin Heidingsfelder is of course right to expose the selfplagiarism in Schavans thesis. And let me tell you quite frankly: it is irrelevant, whether the selfplagiarism is serious academically. We are not speaking academically, we are combatting the Schavan-Vroniplag mafiracy and the best strategy might very well be to attack it head-on, especially as it relies on encrypted (i.e. slow) communication and needs to coordinate along multi-step command lines all the way up to Merkel.

    Heidingsfelder has understood this strategic point, and he will wield its power to all our benefit. Please support him, not even my friend Fidel would have freed Cuba alone.

    MalcomY

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