GEMA nicht mehr alternativlos: Initiative C3S

Erstrebtes Konkurrenzinstitut für musikalische Urheberrechte soll die Cultural Commons Collecting Society (C3S) werden. Künstler und Aktivisten, mehrere aus dem Verein OpenMusicContest.org, streben die Zulassung als Verwertungsgesellschaft beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) an. Wenn die Mitgliedschaft in der Cultural Commons Collecting Society eine kritische Masse übersteigt, kommt sogar die Abschaffung der GEMA-Vermutung in Betracht. Dafür benötigt die Organisation bis zur für Spätherbst 2012 geplanten Gründung und bis zum für Anfang 2013 geplanten DPMA-Antrag eine breite Interessentenbasis.

Bruno Kramm, Musiker, Musikproduzent und Musikrechte-Experte der Piratenpartei, diskutiert die Vorteile einer neuen Verwertungsgesellschaft C3S: Die GEMA bekommt Konkurrenz, 12. August 2012. Dabei präsentiert Kramm die Piraten als die eigentliche liberale Partei, die auf Individualismus, Eigeninitiative, Selbstorganisation und Selbstbestimmung setzt. Ganz auf kapitalismustheoretischer Grundlage ist den Piraten der Monopolist GEMA mit seinen Zwangssystemen ein Dorn im Auge.

Logo der Cultural Commons Collecting Society (C3S)

Logo der Cultural Commons Collecting Society (C3S)

Die C3S kann sich tatsächlich Chancen auf Durchsetzung ausrechnen, da ihr Ansatz trotz des Mottos „Caring for free culture“ nicht nur auf Free-Culture-Idealisten zielt. Vor allem ist er auf die Nutzung von sogenannten nichtkommerziellen Creative-Commons-Lizenzen angelegt. Bei einer solchen Lizenz wie etwa der CC BY-NC 3.0 behält sich der Urheber alle Verwertungsrechte vor, erlaubt aber die nichtkommerzielle Verbreitung seines Werkes. Damit entspricht das C3S-Konzept viel stärker der gegenwärtigen Medienwirklichkeit mit YouTube- und Social-Media-Verbreitung von Musik, als die weltweit einmalige Praxis der GEMA, zu deren bekanntesten Maßnahmen die Sperrung von YouTube-Videos für Internetzugriffe aus Deutschland zählt, die erst die Funktionsweise internationaler Proxys einer breiten Internetnutzerschicht nahegebracht hat.

Problematisch dürfte allerdings sein, dass die Abgrenzung von kommerzieller und nichtkommerzieller Nutzung bisher ungeklärt ist. Doch auch in dieser Hinsicht könnte die C3S als Interessenvertretung Standards etablieren. C3S soll im Gegensatz zur GEMA auch andere Lizenzmodellen offenstehen. Wenn Gründung und Zulassung gelingen, verfolgt die C3S auch eine gesamteuropäische Perspektive.

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