Ist Augstein nun ein Antisemit? Eine Textanalyse

Erlesene Satire ist es zweifellos nicht, was die Titanic zum „Antisemitismus“-Streit um Jakob Augstein beiträgt. Aber wenigstens enthält es ein klar formuliertes Argument:

„Daß die Juden uns den Mund verbieten, ist das Gerücht über die Juden, das nach Adorno der Antisemitismus ist. Wer glaubt, daß es wahr sei, ist ein Antisemit. Augstein ist einer.“

  • Stefan Gärtner: Wer Juden haßt, bestimme ich. In: Titanic 1/2013, S. 18-21, hier S. 21. [Update: Online-Version]

Es handelt sich um einen klassischen Syllogismus, um zu beweisen, dass Augstein ein Antisemit sei, nur leicht umformuliert:

  1. Jeder der glaubt, „Daß die Juden uns den Mund verbieten“, ist ein Antisemit.
  2. Augstein glaubt, „Daß die Juden uns den Mund verbieten“.
  3. Augstein ist ein Antisemit.

Auf die Explikation von Prämisse 2 verzichtet Gärtner allerdings ebenso wie auf einen Beleg dafür. Nun hat eine psychische Disposition wie „Glauben“ die Eigenschaft, dass niemand die Wahrheit einer Behauptung dazu überprüfen kann. Ersatzweise müsste man (a) jemanden fragen, der mehr oder weniger glaubhafte Angaben zu Prämisse 2 machen kann. Da kommt nur Jakob Augstein in Frage, der zweifellos sagen würde, dass Prämisse 2 nicht wahr ist. Oder man müsste (b) aus öffentlichen Äußerungen Augsteins auf seine innere Einstellung schließen. Dann benötigt man als Beleg öffentliche Äußerungen Augsteins, die besagen, „Daß die Juden uns den Mund verbieten“.

Auf der Suche nach Belegen

Gärtner verzichtet auf den Nachweis der Existenz solcher Äußerungen. Niemals sind es bei Augstein „die Juden“, die jemandem den Mund verbieten. Wer das „uns“ sein soll, müsste Gärtner noch explizieren. In Frage kämen beispielsweise Antisemiten, Deutsche, Nichtjuden. Die Ersetzung von „uns“ durch Antisemiten würde allerdings eine gefährliche Zirkelschlüssigkeit erzeugen. Zur Analyse, wer Augstein womöglich den Mund verbietet, wurde die Kolumne herangezogen, aus der auch Gärtner extensiv zitiert:

  • Jakob Augstein: Überall Antisemiten. In: Spiegel Online, 26. November 2012 (daraus alles folgende).

„Augstein, du bist und bleibst eine antisemitische Dreckschleuder“, zitiert Augstein einleitend einen ungenannten Facebook-Kommentator. Anschließend verwendet Augstein ausschließlich Passiva:

„Der Antisemitismus-Vorwurf wird inflationär gebraucht. Und er wird missbraucht. Immer häufiger wird Israels Besatzungspolitik mit dem Antisemitismus-Argument gegen jede Kritik in Schutz genommen.“

Das ist ungenau, schlechter Stil. Augstein verschleiert den Akteur seiner Sätze. Anzunehmen, dass es „Die Juden“ sein sollten, wäre sehr spekulativ. Wahrscheinlicher wäre da schon – beispielsweise – „die Springer-Presse“. Dann geht Augstein auf den Antisemitismus-Vorwurf („Das ist die moderne Form des Antisemitismus.“) gegen Judith Butler ein, den „ein israelischer Politikwissenschaftler“ in der Jerusalem Post erhoben habe. Nun sind israelische Politikwissenschaftler vermutlich wie die Gesamtbevölkerung zu etwa 75% jüdischen Glaubens. Das ist aber noch kein Grund, „ein israelischer Politikwissenschaftler“ in Augsteins Text durch „die Juden“ zu ersetzen. Die Jerusalem Post ist eine meinungspluralistische Zeitung.

Als nächstes kommt „der Zentralrat der Juden in Deutschland“ vor. Das ist eine Dachorganisation jüdischer Gemeinden, vergleichbar mit der EKD oder der Deutschen Bischofskonferenz, die beide auch häufig mit politischen Stellungnahmen in der Öffentlichkeit auftreten. Der informierte Leser denkt sich dann in der Regel: Soso, ein kleiner Kreis religiöser Führer meint also, seinen Schäfchen was über Sexualmoral erzählen zu müssen. Manche meinen: Ach, diese Christen schon wieder, geh mir weg mit denen! Daran ist leicht zu sehen, dass wer den Zentralrat der Juden für „die Juden“ hält, ziemlich pauschalisierend und ressentimentbehaftet denkt. Die Frage ist aber gerade, ob Augstein das tut.

Vorgebliche Freunde und Verteidiger der Machtpolitik

Der nächste Akteur, der laut Augstein jemandem den Mund verbieten könnte, sind „die vorgeblichen Freunde Israels“. Dass das „die Juden“ bedeuten könnte, ist nicht sehr plausibel. Besser passt beispielsweise „die Springer-Presse“. Wen Augstein mit der Wendung von den vorgeblichen Freunden wahrscheinlich wirklich meint, das sind „die Verteidiger der israelischen Machtpolitik“, denn darum geht es im Anschluss. Zentral ist der Satz:

„Wie andere Besatzungsmächte zuvor versucht auch Israel, Kritik an der eigenen Unrechtspolitik zum Verstummen zu bringen.“

Hier kommt tatsächlich einmal „Israel“ als Kollektivsubjekt vor – was der schlechte Fußball-WM-Stil des Qualitätsjournalismus ist. Der Satz zeigt jedoch, dass damit nicht „die Juden“ gemeint sind, sondern die israelische Regierung (von deren „eigenen Unrechtspolitik“ Augstein spricht). Zu behaupten, die von Augstein kritisierte Politik in Israel sei Politik „der Juden“, nicht Politik der israelischen Regierungskoalition, ist wiederum so pauschalisierend und ressentimentbehaftet wie im obigen Beispiel.

Als nächstes agieren „das israelische Außenministerium“ und „Ein Sprecher des Ministeriums“ – wiederum klar identifizierte Akteure, nicht „die Juden“. Aber dann kommen bei Augstein „Die Israelis“. Das bezieht sich konkret auf die vorher erwähnten Israelis vom Außenministerium. Aber es ist ein fragwürdiges Kollektivsubjekt. Ungefähr so, wie wenn die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Herren als „die Deutschen“ bezeichnet wird. Das ist im Sinne sprachlicher Abwechslung journalistischer Standard, auch in deutschsprachigen Blättern. Aber besonders gern tun das britische Boulevardzeitungen und titeln dann sinngemäß „Die Deutschen radieren England aus“. Antigermanismus? Zweifellos – der verkauft sich traditionell gut auf der Insel. Mit dieser Analogie kann man bei Augstein antiisraelische Ressentiments ausmachen.

Lassen sich solch dezente Hinweise stützen?

Allerdings sind „Die Israelis“ hier eine konkrtete Gruppe vom Außenministerium, so wie die Fußballnationalmannschaft. Und Augstein spricht über ein konkretes Geschehen, so wie Deutschland besiegte England bei der WM 2010 mit 4:1. Er schreibt nicht pauschalisierend, dass am Ende immer die Deutschen gewännen. Bedenklicher ist jedoch die folgende Passage, in der man den Eindruck gewinnen kann, Augstein glaube, „Daß die Juden uns den Mund verbieten“. Er schreibt:

„Aber die Verteidiger der israelischen Machtpolitik werden auch diesen Befund als antisemitisch abtun.
Sie gehen dabei jedes Mal zu weit. So wie der New Yorker Theatermacher Tuvia Tenenbom, dessen unwahrscheinliche Geschichte der aktuelle SPIEGEL erzählt, der über ‚Herrenrassen-Mentalität‘ schimpft, weil er sich mit seinem deutschen Verleger streitet. Oder die Berliner Menschenrechts-Aktivistin Anetta Kahane, die achtlos den Vorwurf des ‚Herrenmenschen‘ nutzt, weil sie sich über linke Israel-Kritiker ärgert. Und bei dem Publizisten Henryk M. Broder sind ohnehin schon seit langem alle Bremsen defekt, sonst würde er nicht im tagespolitischen Streit darüber fabulieren, wer wohl seinerzeit auch ‚an der Rampe‘ seinen Dienst versehen hätte oder wer sich nun gerade freut, ‚wenn’s Judenblut wieder vom Messer spritzt‘.“

Dabei ist völlig egal, für wie berechtigt man die drastische Rhetorik der drei Beispiele halten mag. Augstein spricht über „Verteidiger der israelischen Machtpolitik“ und behauptet, dass diese „dabei jedes Mal zu weit“ gingen, aber wobei eigentlich? Offenbar dabei, etwas „als antisemitisch ab[zu]tun“. Verteidiger israelischer Machtpolitik tun demnach allerlei als antisemitisch ab, was nicht antisemitisch sei. Doch dass die zu weit gehenden „Sie“ wirklich „Verteidiger der israelischen Machtpolitik“ seien, das kann Augstein im zitierten Abschnitt nicht plausibel machen. Warum sollte etwa Tenenbom „Verteidiger der israelischen Machtpolitik“ sein, wenn er mit seinem Verleger streitet?

Der Verlegerstreit ist wichtig; denn darin ging es keineswegs um israelische Machtpolitik, sondern um Antisemitismus in Deutschland. Wenn Tenenbom Teil des „Sie“ ist, die „jedes Mal zu weit“ gehen, dann liegt die Lesart nahe, in der „Sie“ nichts anderes bedeutet als „die Juden“, die „jedes Mal zu weit“ darin gehen, Phänomene „als antisemitisch ab[zu]tun“. Die – einzige (?) – Gemeinsamkeit der drei Beispiele, die Augstein einfallen, ist, dass sie alle aus jüdischen Familien stammen. Das erwähnt Augstein freilich nicht. Er betont nicht etwa ihre jüdische Herkunft, sondern die Städte, in denen sie leben: New York und Berlin.

Dass man aber nicht sagen sollte „der Jude Tenenbom“, sondern „New Yorker Theatermacher Tuvia Tenenbom“, das hatte selbst Spiegel Online im Tenenbom/Rowohlt-Streit erläutert: „‚Der Jude Tenenbom‘. Die Religionszugehörigkeit als Etikett. Anstelle des Vornamens.“[1] Deshalb verschweigen manche lieber die jüdische Religionszugehörigkeit, auch wenn sie mit klaren antisemitischen Stereotypen spielen. Offenbar funktioniert beispielsweise die Wendung „Der Judaist Rohrbacher“ ganz ähnlich wie „Der Jude Tenenbom“.

Deshalb ist zwar Augsteins „New Yorker Theatermacher Tuvia Tenenbom“ zweifellos vorzuziehen, doch kann die Nichterwähnung dieses Umstandes nicht darüber hinweg täuschen, dass „Sie“, die „jedes Mal zu weit“ gehen, in Augsteins Beispielen alle jüdischer Herkunft sind. Die Beispiele können auch zum Aufschluss darüber herangezogen werden, wer denn in Gärtners Argument mit „uns“ gemeint sein kann, denen der Mund verboten werde: Es betrifft Tenenboms „deutschen Verleger“, (deutsche) „linke Israel-Kritiker“ sowie Broders Gegner, allen voran Augstein selbst. „uns“ bezeichnet also jedenfalls Deutsche, denen „Sie“ – Juden – den Mund verböten. Wenn diese Lesart plausibel ist, kann Prämisse 2 zumindest auf einer niedrigschwelligen Ebene als belegt angesehen werden. Damit wäre dann auch die Konklusion gestützt.

Fazit

Im Sinne einer Versachlichung der Debatte ist es aber empfehlenswert, aus dieser komplexen und schwierigen Analyse eines Schlüsseltextes nicht mitzunehmen, dass man Augstein als Person das Etikett „Antisemit“ ankleben sollte. Das Fazit muss vielmehr lauten: Augstein verfällt manchmal in sekundär-antisemitische Denkmuster. Das mag man zu entschuldigen versuchen, etwa durch die Massivität der Angriffe – einschließlich Drohungen – denen er ausgesetzt war. Existent sind diese antisemitischen Denkmuster dennoch.

Aber der Qualitätsjournalismus, hätte er Zeit für solche Analysen, müsste natürlich personalisieren, pauschalisieren und skandalisieren. Man würde titeln: „Antisemit Augstein“, oder Schlimmeres. Seriös wäre das nicht. Deshalb tut Broder es ja mit Leidenschaft: „Jakob Augstein ist kein Salon-Antisemit, er ist ein ein lupenreiner Antisemit, eine antisemitische Dreckschleuder“.[2] Augsteins Facebook-Kommentator findet das offenbar wortwörtlich auch und garniert es noch mit unverhohlenen Drohungen – was Augstein zu den hier diskutierten Überlegungen veranlasste.

Warum man beim RBB gerade heute Broders Radio-Kolumne entfallen lassen wollte, obwohl er diese (und schlimmere) Schmähungen bereits vor Monaten ausgestoßen hat, ist nicht ganz verständlich. Eigentlich hat er damit nur das getan, wofür man ihn eben üblicherweise engagiert. Dass das nun zum Bruch zwischen Broder und dem RBB führen soll,[3] ist absurd.

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22 Antworten zu “Ist Augstein nun ein Antisemit? Eine Textanalyse

  1. Ich habe den Streit fast nur über die Echo mitbekommen, die da von verschiedenen Seiten widerklingen. Es fällt mir hier dieser Satz Augsteins auf: „Sie gehen dabei jedes Mal zu weit.“ Auch die Beispiele, mit denen das „zu weit“ dann belegt wird, zeigen eigentlich, dass Augstein hier sichtlich darum bemüht ist, den Übertreibungen entgegenzuwirken, um die politische Sachlage diskutabel zu machen. „Zu weit“ heißt ja nicht einmal, jemanden komplett zu widersprechen, es heißt nur: Ist das Herausholen der verbalen Keule gerechtfertigt? Verbale Keulen jedweder Art sind eigentlich in allen Debatten schlechter Stil. Guter Stil läuft letztlich immer auf eins hinaus: Beim Thema bleiben. Umgekehrt betreibt jemand mindestens „geistige Machtpolitik“, der eine Debatte per se desavouieren möchte.

  2. Warum sollen sich die Personen in den drei zitierten Beispiele auf „die Verteidiger der israelischen Machtpolitik“ beziehen?

    „Aber die Verteidiger der israelischen Machtpolitik werden auch diesen Befund als antisemitisch abtun. Sie gehen dabei jedes Mal zu weit. So wie der New Yorker Theatermacher Tuvia Tenenbom, […] der über ‘Herrenrassen-Mentalität’ schimpft, weil er sich mit seinem deutschen Verleger streitet. [Und zwei weitere Beispiele]“

    Ich verstehe den Text so:
    1) „Sie“ bezieht sich auf das Subjekt des letzten Satzes, also klar auf die Verteidiger der israelischen Machtpolitik.
    2) Jedes Mal, wenn sie solche Befunde (wie diesen) als antisemitisch abtun, gehen sie zu weit.
    3) Sie gehen insofern zu weit, wie auch Tuvia Tenebom zu weit geht, wenn er im Streit mit seinem Verleger von ‚Herrenrassen‘-Mentalität spricht.
    4) Dass die Personen aus den drei Beispielen jüdisch sind, ergab sich für mich nicht aus dem Zitat: „Herrenrasse“- und andere Nazivergleiche kommen nicht hauptsächlich von Juden und kritisieren auch nicht immer Antisemitismus.
    5) Die Beispiele beziehen sich nicht auf das „Sie“ – sondern auf das Zu-weit-gehen. Trotzdem hätte er die Beispiele wohl besser anders gewählt.

    TL;DR: „So“ antwortet auf „Wie?“ nicht auf „Wer?“

  3. „Trotzdem hätte er die Beispiele wohl besser anders gewählt.“
    1. Wie und
    2. Warum?

  4. Danke für die konstruktiven Kommentare!
    Ich denke nicht, m’r, dass wir da weit auseinander liegen. Ich schrieb ja, dass es laut Augstein “die Juden” [kein Zitat Augsteins] sein müssten, die angeblich “jedes Mal zu weit” darin gehen, Phänomene “als antisemitisch ab[zu]tun”. Denn Tenenbom ist offenbar kein Verteidiger der israelischen Machtpolitik, und er hat auch sonst nichts gemeinsam mit den anderen Beispielen, außer der jüdischen Herkunft. Dass man dort das „Sie“ aber als „die Juden“ interpretieren müsste, das ist eben die Erfüllungsbedingung von Prämisse 2.
    Anders gewählte Beispiele würden den beschriebenen Sachverhalt ändern. Deshalb hakst Du, Hein, an der richtigen Stelle ein. Deine zweite Frage ist etwas kniffelig, weil meine These ja darauf hinauslief, dass Augstein aufgrund (dezenter) antisemitischer Denkmuster die Beispiele so gewählt hat. Wenn er sie also anders gewählt hätte, wäre mein Ergebnis anders ausgefallen.
    Frage 1 ist davon auch abhängig. Wie hätte er die Beispiele anders wählen können, wenn er genau aussagen wollte, dass es „die Juden“ seien, die immer zu weit gehen mit ihrer angeblichen Antisemitismus-Keule? Gar nicht. Wenn er etwas anderes aussagen wollte, z.B. dass niemand (insbesondere Nichtjuden) jemandem Antisemitismus vorwerfen sollte, der sich nicht selbst als Antisemit sieht (oder so ähnlich), dann hätte er ja Beispiele wählen können, in denen „Sie“, die „dabei jedes Mal zu weit“ gehen, sich auf einen klaren Nichtjuden bezieht. Frank Schirrmacher zum Beispiel, oder Kai Diekmann. Da hätte es ihm doch möglich sein müssen, Beispiele zu finden, in denen nichtjüdische Antisemitismuskritiker „jedes Mal zu weit“ gehen.
    Aber dann würde das „jedes Mal zu weit“ auch gar nicht mehr so rechten Sinn machen. Denn „jedes Mal“ würde ja bedeuten, dass jeder Antisemitismus-Vorwurf unberechtigt sei. Das macht offensichtlich keinen Sinn, Augstein wollte sicher das auch nicht sagen. Es ist ihm unterlaufen aufgrund von Denkmustern, die er nicht hinreichend reflektiert hat.

  5. Über sekundären Antisemitismus orientiert – jetzt in einer sehr lesbaren Neuausgabe in Blogform – ein Aufsatz von Martin Lindner:
    http://semundantisem.pressbooks.com/
    Das aktuelle „Vorwort“ ist eigentlich viel mehr, nämlich eine Rekapitulation anlässlich der Grass-Affäre. Lesen!

  6. Was für ein wohltuend intelligenter Text – vielen Dank!

    Ich bin aber an derselben Stelle gestolpert wie m’r – erstens, weil auch meiner Ansicht nach nicht eindeutig entschieden werden kann, ob sich das „so wie“ auf die „Verteidiger der israelischen Machtpolitik“ oder auf das Zu-weit-Gehen bezieht; zweitens, weil es natürlich bereits eine Projektion ist zu sagen: Die wesentliche Gemeinsamkeit dieser drei Personen besteht darin, dass sie jüdisch sind (und deshalb hat Augstein sie bewusst oder unbewusst ausgewählt).
    Alle drei Beispiele charakterisiert schließlich vor allem, dass dem Gegenüber bzw. Gegner eine Nazimentalität unterstellt wird, was mehr ist als nur ein Antisemitismusvorwurf. Dadurch reduziert sich die Auswahl aber beträchtlich, würde ich sagen, und ich bin mir insofern nicht sicher, ob Kai Diekmann eine Alternative gewesen wäre.

    Das Problem mit Augstein (oder auch Augsteins Problem) ist, dass er so unpräzise ist, und zwar in jeder Hinsicht. Ob ihn das im gegebenen Fall nun eher entlastet, weil schlampiges Formulieren zwangsläufig zu schiefen Aussagen führt, oder ob es die Vermutung stützt, dass überall da, wo etwas bei ihm nicht stimmig scheint, unbewusste Assoziationen, Stereotype und Wertungen die Oberhand gewinnen, sei einmal dahingestellt. So oder so ist natürlich einiges von dem, was er so von sich gibt, ausgesprochen schräg. Nur sind die, die ihn derzeit so überzogen kritisieren, ihrerseits wirklich nicht in einer Position, sich darüber zu ereifern…

  7. In der Tat ist mangelnde Präzision ein Problem bei Augstein. Der Leser muss die Lücken selbst füllen. Je nachdem, was er vorher von ihm hält, kann er im Text finden, was er selbst hineinlegt. – Ob ihn das entlastet oder belastet, das ist dann wiederum von der Voreinstellung abhängig.

  8. Pingback: Links zur Antisemitismusdebatte um Jakob Augstein | daburnas Logbuch

  9. Pingback: Aufgelesen … Nr. 5 – 2013 | Post von Horn

  10. Die Inhalte von Augsteins Kritik sind in Israel gang und gäbe. Sie werden von vielen Israelis (sicher nicht von der Mehrheit) genau so geteilt. Es handelt sich dabei um eine Kritik an der Haltung von politischen Gruppierungen und um Kritik an Maßnahmen der aktuellen israelischen Regierung. Die meisten dieser „naiven Friedensaktivisten“, wie Netanjahu sie vielleicht nennen würde, wissen vermutlich gar nicht, dass sie zumindest sekundär antisemitisch sind.

    Wenn die deutsche Regierung die Anbahnung von Panzergeschäften mit Saudi-Arabien unterstützt, ist das hingegen nicht antisemitisch.

  11. wenn ich das gerade mal einwerfen darf:

    wer ein antisemit ist, weiss das zunächst einmal von sich selbst.

    mir ist diese ganze diskussion (trotzdem danke für die textanalyse) dennoch einen tick zu laut und zu selbstgefällig, schlimmer noch – sie ist im grunde keine debatte um „antisemitismus“ sondern das ergebnis eines kleinkarierten, persönlichen rachefeldzugs eines selbstgefälligen und äußerst unappetittlichen denunzianten.

    der rest ist der hang des mobs, sich in foren zu prügeln, recht zu haben, den anderen zu beschimpfen, ihm alles zu unterstellen, was der eigenen, in der regel selbstgefälligen bigotterie.

    vor allem aber führt die debatte mal wieder von dem weg, worum es im kern geht: die tiefe verankerung unserer gesellschaft in immer noch weitverbreiteten nazimythen. gerade die lautesten „ANTISEMIT!“ kreischer kann ich mir gut im sportpalast vorstellen.

    ich habe an der diskussion in der „zeit“ teilgenommen, wurde an einer von mir bis jetzt nicht verstandenen stelle der „relativierung“ bezichtigt und „zensiert“. das hat mich so geärgert, daß ich einen relativ umfangreichen und thematisch mal wieder sehr wilden texg geschrieben habe

    http://hinterwaldwelt.blogspot.de/

    vielleicht trägt er ja ein wenig dazu bei, daß man auch mal eine distanziertere perspektive bekommt

  12. und, darüber, daß jakob augstein nun nicht gerade ein guter journalist ist, darüber brauchen wir uns nicht zu streiten.

  13. Ich kann nicht empfehlen, mit html-Adressen (statt bloßen Domain-Names) im Namen zu kommentieren und zusätzlich einen Domain-Name (statt einer html-Adresse) im Posting anzugeben. Da dürfte jeder Filter für Link-Spam anspringen, meiner tut’s.
    Auch das Anspringen von Zensur-Bots kann ich nachvollziehen, wenn Sie einen einzelnen, konkreten Menschen als „selbstgefälligen und äußerst unappetittlichen denunzianten“ bezeichnen und größere Menschengruppen als „mobs“ voller „bigotterie“ im „sportpalast“ verorten. Auch wenn ich die Erregung, die zu solch drastischen Formulierungen verleitet, nachvollziehen kann, halte ich sie noch nicht für produktiv.
    Ihrer einleitenden These würde ich grundsätzlich widersprechen.

  14. oki dok, danke für den tipp – aber bei der zeit ist ja nun mal kein bot sondern ein mensch „angesprungen“ 😉 ansonsten bin ich eigentlich ein überzeugter „du“ und tue mir mit dem „sie“ eher schwer.

    was meine verortungen und titulierungen betrifft: ich habe das halt alles anders kennengelernt und komme nach nun fast 20 jahren zu dem ergebnis, daß es eben wirklich eher eine masse ist, die „kreuzigt ihn“ spielt und daß man ihr den spiegel vorhalten sollte. ich neige an der stelle nicht zu unverdienter freundlichkeit.

    meine einleitende these, hmmm. es ist eben das eine, konkret zu sehen, daß jemand ein judenhasser ist. die genieren sich ja heute in solchen diskussionen, wenn sie nicht direkt zensiert werden, kein bißchen mehr.

    aber in jemanden, der einfach nur dämlich formuliert (ich sehe das durchaus so ähnlich wie salomon korn im dlf interview), hineinzuinterpretieren oder etwas aus ihm herauskitzeln zu wollen, das halte ich nun wirklich für abstoßend und kein bißchen zielführend.

    die einzelne person, die ich einen „denunzianten“ genannt habe, hat ja offensichtlichtich _genau das_ getan und steht nun nicht dazu, aber es gelingt ihr halt zunehmend schlechter, die „fangemeinde“ bei der stange zu halten – was wahrscheinlich die zunehmend unappetittlicheren ausfälle erklärt.

    aber ich denke mal, du hast dich ein bißchen durch meinen text gequält und verstehst, daß ich irgendwo zwischen piano und speedmetal zu verorten bin 😉

    wie gesagt, die textanalyse hat mir sehr gut gefallen. aber – ehrlich, das ist angesichts der _tatsächlichen_ gefahren, der offensichtlichen, der klar zu benennenden, der immer dummdreister auftretenden, schon ein bißchen kapriziös, oder?

    mir reicht da am ende das verdikt von wolfsohn und salomon korn (beide interviews sind in meinem beitrag verlinkt), um mich wieder um die offensichtlichen zu kümmern und meine zeit nicht damit zu verschwenden, mir einen „antisemiten“ zu basteln.

    augstein ist ein schlechter journalist, einfache sache, aber – nach wolfsohn, korn und vielen anderen, die davon etwas mehr verstehen sollten als der durchschnittliche wald- & wiesendebattant im zeitforum, eben _kein_ antisemit.

    grüße und danke, daß du keinen bot beschäftigst 😉

  15. kleines ps: ich habe dich eben „bei mir zuhause“ adressiert …

  16. Zu den Grundproblemen – der Debatte, des Journalismus, der Welt – gehört es, dass es weithin als ausreichend – sogar als besser – angesehen wird, sich auf Autoritäten zu berufen, statt auf Argumente. Das machst Du auch, wenn Du sagst, dass die Äußerungen von Wolfsohn und Korn Dir ausreichen. (Das tut auch jeder irgendwo.)
    Außerdem machst Du mit beim Spiel „kreuzigt ihn“, indem Du nicht nur von „unverdienter freundlichkeit“, sondern auch von obligatorischer Höflichkeit Abstand nimmst: Egal wie wahr man einen Sachverhalt findet, man kann ihn statt drastisch auch sachlich oder sogar dezent ausdrücken. Andere Menschen sind dann auch eher bereit, darüber nachzudenken, als wenn man sie vor den Kopf stößt. (Wenn man andere aber ohnehin als dummen Mob ansieht, muss man gar nicht erst mit ihnen reden.)
    Ich bemühe mich oben deutlich zu machen, dass ich Augstein nicht einen Antisemiten nenne. Das würde den Begriff beliebig machen, wie Du auch andeutest. Ein bewusster Judenhasser ist er gewiss auch nicht.
    Das ändert aber nichts daran, dass es antisemitische Stereotype, antisemitische Denkmuster, antisemitische Diskursmuster gibt, die kulturell tief verwurzelt sind. Die können einem unterlaufen (auch wenn manche sagen, Augstein spiele absichtlich damit), und insbesondere unter den Bedingungen von Publikationsdruck, Gesinnungsdruck und Polarisierungsdruck ist davor kein Qualitätsjournalismus gefeit. Augstein halte ich für in der Lage dazu, das zu reflektieren und sich gute Vorsätze zu nehmen. Das sollte er tun.

  17. lieber erblogger,

    ich hoffe, du hast dir die mühe gemacht, mich ein bißchen abzuklopfen und auch mal kurz bei bei tv3.de nachgeguckt .. ich höre zu 😉

    deshalb „berufe“ ich mich nicht „auf“, weil ich gerade mal etwas aufgeschnappt habe – ich „kenne“ diese personen seit 20 jahren als stimme und meinung: ich fordere auf, jemandem zuzuhören. zb. wolfsohn, den ich sonst manchmal wirklich schrecklich finde. korn ist ganz okay, ich bevorzuge eigentlich alfred grosser, der hat einfach eine breitere perspektive. wenn du diesen namen in der debatte begegnest, dann hat sie oft jemand nur „aufgeschnappt“ – ich bin mit ihnen _vertraut_, nachhaltig.

    was israel betrifft, halten mich shelliem zb. oder engelbrecht auf dem laufenden, ein bichen blättern läßt dich „breking the silence“, yfaat weiss, shlomo sand ua. entdecken zu einem zeitpunkt, als diese namen noch nicht zirkulierten – ich bin – über sie – mit den inhalten dessen, was diskutiert wird, ganz gut vertraut.

    und das ist mein problem: ich befürchte, jeder durchschnittliche „mobbist“ kennt nicht einmal ein 10tel dessen (das war sehr optimistisch geschätzt) dessen, was ich vorher an mich herangelassen habe. und deshalb bin ich „ihm“, jenem durchschnitts-foristen gegenüber sehr harsch: ich halte ihn für ziemlich ungebildet und uninformiert und bloßen teil eines „mobs“ der vandalierend durch die gegen gegend zieht. wäre die lage anders, gäbe es nicht ein gewisse demokratisch grundstimmung, wäre das „antisemitische“ aus unserem öffentlichen diskurs als prägende kraft verschwunden und _virulent_ … tja, dann säßen die meisten wirklich im sportpalast.

    es mag sein, daß du die gefahren nicht erkennst, die sich abzeichnen, durch die diesen ständig anschwellenden bocksgesang und der zunehmenden simplifizierung der standpunkte: ich habe da einen gewissen horror, der aus _erfahrung_ gespeist ist.

    ich höre seit ca 25 jahren, mein persönliches archiv von feature köstlichkeiten zu gerade diesen themen quillt über. das macht mich zu genau dieser arroganten type, die es sich herausnimmt, so zu reden, wie er das tut und dabei ggf. auch mal zu deutlichen worten greift 😉

    ich bin kein teil der „like-me“ welt. für mich ist es okay, wenn man mich _nicht_ mag …

    [..] auch von obligatorischer Höflichkeit Abstand nimmst

    aber ja doch, es gibt eine vollkommen unverdient nach respekt heischende masse da draussen, der man sagen muss, daß sie unterinformiert und unkultiviert ist. ich bin zu alt, um dieses spiel zu spielen, anschleimen und dann das gift in süßes zu verpacken. nope, ich spucke es lieber aus, dann bleibt es nicht drin und vergiftet mich.

    es gibt nur einen „wettkampf“, an dem ich bereit wäre teilzunehmen: wer am häufigsten und herzlichsten bei „gewaltfrieden“ in brüllendes gelächter ausbricht, zb. jemand, der nicht weiss, wer harry graf kessler etwa ist – ohne zu googlen – hat da schon schlechte karten.

    so schlechte, wie jemand, der nicht mit den stimmen von, sagen wir mal, robert w kempner etc vertraut ist, auch.

    daß du augstein nicht für einen antisemiten hälst, habe ich verstanden, ich höre ja zu und hab‘ das lesen in den letzten 20 jahren ganz gut gelernt, auch das, was nicht konkret da steht – aber eben gemeint ist.

  18. Klar hab ich dich abgeklopft 😉
    Das mit dem umfangreichen und thematisch sehr wilden Text auf
    http://hinterwaldwelt.blogspot.de/
    kann ich nur bestätigen und ergänzen um die Leseanweisung, dass man bisher alle Texte aus dem Januar 2013 hintereinander weglesen kann. Ist Sisyphos-Arbeit, am Ende gibt es aber einen „Ich war dabei“-T-Shirt-Aufdruck zu gewinnen.

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  22. Ich muß gestehen, daß mich seit langem das Gefühl befällt, Antisemitismus müsse eine Eigenschaft sein, die ausschließlich sogenannte Intellektuelle befällt.

    Die völlig absurde Idee, Antisemit sein zu können oder zu wollen, muß man sich ja ersteinmal kreativ ausdenken und dann qua volkstümlich-analytischem Diskurs in die Gesellschaft hineintragen. Dazu muß man publizieren, Texte schreiben, den gesellschaftlichen Diskurs mitgestalten können. Mein antisemitischer Nachbar ist kein Antisemit, er ist nur ein armer Dummkopf, dem man – eben buchstäblich – (von höherer Stelle aus) ins kräftefreie Gehirn geschissen hat.

    Der kollektivsubjektive Deutsche weiß, bei Lichte gesehen, rein gar nichts über Juden, nehme ich an. Er haßt sie vielleicht beiläufig, weil man das in seiner Szene oder Familie so tut, und er hat vielleicht „gelernt“, daß alle Bänker Juden sein müssen, der Gene wegen. Und da Banken offenbar eine Heimsuchung sind, müsse der Jude eine ebensolche sein. Aber, wie gesagt, ich bin überzeugt, darauf wäre Hänschen Müller von alleine nicht gekommen, es bedurfte dazu erst der Propaganda und ihrer beredten Propagandisten. Langfristig und perpetueirend. Eine Begabung zu besitzen, bedeutet Verantwortung zu haben, der Mißbrauch ist Vergewaltigung.

    Viel mehr als Juden (die im Stadtbild, also für „ihn“, unsichtbar sind), und dafür mit echtem Herzblut, verachtet der Nachbar (schon länger) Muslime, Rumänen, Bulgaren, Asylsuchende, Flüchtlinge, Ertrinkende. Denn es sind all diejenigen, die man ihnen in Funk, Zeitung und Fernsehen als wahlweise Terroristen, Asyl-Betrüger, Job-Konkurrenten, etc. präsentiert.

    Zumindest in meiner Stadt, Dortmund, gilt: je nachdem, was gerade medial diskutiert und welche Aversion geschürt wird, pendelt der kollektive Haß mal von hier nach dort, und es gibt objektiv scheinbar keine Präferenz zu Antisemitismus. Das kann aber natürlich morgen wieder so sein. Darüber, wer gerade unser großer Feind ist, entscheidet nicht der Mob, sondern die Intelligentia, die Gelesenen, die Publizierenden.

    Eine Gesellschaft, soll sie friedlich, also gerecht und langfristig prosperieren, braucht eine ebensolche „Elite“. Ohne die geht es nicht. Allein, wir darben daran. Es ist die durchaus brachiale Natur der Sache, daß eine Gesellschaft als Phänomen nicht linearer Ausprägung ist, so wie 100 von 100.000 Teilnehmern eine Veranstaltung total aus den Gleisen zu bringen vermögen (insbesondere in der retrospektiven Rezeption).

    Da ist das Internet doch ein Segen. Ich bin ein positiv beeindruckter Leser von Stefan Gärtner, und mir hat die sachlich-kritische Nüchternheit Ihrer Textanalyse gut gefallen.

    Meine überflüssige Einschätzung hierzu trotzdem noch, wo ich doch schonmal beim Schreiben bin:

    Augstein ist, ja, Antisemit, aber ohne die Klugheit, sich dessen bewußt zu sein – und also wahrscheinlich ohne Arg. Also vielleicht doch kein Antisemit an sich, sondern eher die Art en-passant-Antisemit, der lediglich, mangels Talent, oberflächlich formuliert, und dem es nicht auffallen würde, wenn er dem Teufel selbst Argumente lieferte? Oder ist Gärtner zu scharf, geradezu unsachlich? Er hat ja selbst Georg Schramm antisemitische Tendenzen unterstellt, oder war’s Gremliza oder Leo Fischer, jedenfalls habe ich gedacht: Bitte nicht das auch noch! Aber wenn die es sagen?

    Ich habe, man merkt es, keine Ahnung, und in meinem unmittelbaren Leben spielt das auch keine Rolle. Meine Freunde kommen von überall her, sind religiös oder nicht, schwul, lesbisch, Linkshänder, Juden, Agnostiker, Atheisten, Muslime, Adventisten, einäugig oder haben eine Rechtschreibschwäche. Das, was uns verbindet, haben wir in uns und unter uns selbst entdeckt. Wir lachen über so manches, was geschrieben steht, daß unsere Freundschaft eigentlich nicht einfach so sein kann – da gäbe es doch stets vermeintlich Kompliziertes zu erörtern.

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