Wissenschaftliches Arbeiten 1980 – Wissenschaftsdekonstruktion 2013

Erzielte Schavan bei ihrer Kandidatenkür zur Bundestagswahl 2013 im Wahlkreis Alb-Donau/Ulm deshalb ein so großartiges Ergebnis von 294 der 307 abgegebenen Stimmen (96 Prozent),[1] weil sie so stark in der Defensive ist, dass sich die Reihen der Ulmer Christdemokraten fest um sie schlossen? Ist die Solidarität der Schwaben so groß? Oder ist es für sie einfach viel weniger schlimm, wenn ihre Kandidatin bei der Doktorarbeit betrogen hat, als es für die Karlsruher CDU ist, wenn ihr Kandidat Präsident des Drittligaclubs Karlsruher SC ist? Der erhielt nämlich nur 82 Prozent der Stimmen – ebenso wie Schavan ohne Gegenkandidaten.[2]

Historischer Relativismus – falsch verstanden

Schavan-Verteidiger, deren Befangenheit almasala auf the hobo and the gypsy in einer neu begonnenen Artikelreihe analysiert, kritisieren am Schavan-Verfahren der Universität Düsseldorf, dass dort heutige Maßstäbe an eine Arbeit von 1980 angelegt würden. Die meist nur angedeutete Prämisse dieser Kritik lautet, dass die Maßstäbe an wissenschaftliches Arbeiten – insbesondere hinsichtlich des Ausweises von Übernahmen von anderen Autoren – damals deutlich geringer gewesen wären als sie es heute sind.

Das Argument soll wohl besonders Menschen ansprechen, die der Ansicht sind, Guttenberg habe seinen Doktor zu Recht verloren, Schavan solle ihren Doktor aber behalten dürfen. Jene (die es auch gern anführen) sind auch der Forderung zugänglich, es müsse eine Verjährung geben, nach der Doktorgrade, die durch Täuschung oder anderen Betrug erlangt wurden, nicht mehr entzogen werden können. Roland Preuß fasst es in einem ansonsten recht gut informierten Artikel in die jedem unabhängigen Wissenschaftler hanebüchen vorkommende Vorstellung:

„Auch wissenschaftliche Fehler dürfen irgendwann verblassen.“[3]

Denn bei Wissenschaft geht es um die Suche nach Wahrheit. Das Verblassen von Wahrheit ist das genaue Gegenteil davon. Die Universität Düsseldorf wäre schlecht beraten, sich als Institution zu geben, die das Gegenteil von Wissenschaft betreibt: Wahrheitsverblassung.

Leitfaden der Uni Düsseldorf

Wenn die Universität Düsseldorf nun ihre Autonomie verteidigen will – das heißt ihre Fähigkeit erhalten, so oder so zu entscheiden – dann muss sie dafür sorgen, dass alle Argumente, die eine der beiden wesentlichen Entscheidungsmöglichkeiten ausschließen, berücksichtigt und widerlegt werden. Unwiderlegbare Argumente geben schließlich die Entscheidung vor. Sonst ließe sich spätestens vor Gericht einwenden, dieses oder jenes sei übersehen worden. Vor diesem Hintergrund ist der folgende Bericht zu verstehen:

„Die Philosophische Fakultät der Universität Düsseldorf hat nach Informationen unserer Zeitung inzwischen dem Deutschen Hochschulverband einen Leitfaden zur ‚Technik wissenschaftlichen Arbeitens‘ zugeleitet, der von einem Düsseldorfer Pädagogik-Professor im Jahr 1979 geschrieben wurde. Daraus ergebe sich, dass die Qualitätsstandards für die Literaturverarbeitung schon damals so hoch waren wie heute. Der Fakultätsrat will das Dokument im Verfahren auswerten.“[4]

Schlimm genug, dass es überhaupt nötig ist, den Nachweis zu führen, dass man auch 1980 nicht in seiner Doktorarbeit plagiieren durfte. Da die Universität diesen Nachweis auf Basis des genannten Leitfadens wahrscheinlich eindrucksvoll führen kann, stehen alle Verfechter dieses Einwandes ziemlich lächerlich da. Insbesondere Wissenschaftler, die auch 1980 schon an Universitäten tätig waren, können darauf nur noch entgegnen, dass sie ihre Erinnerung an Fakten aus dieser Zeit offenbar verlassen hat oder durch allzu engen Kontakt mit Annette Schavan getrübt wurde. Oder sie können behaupten, dass der Leitfaden nicht repräsentativ sei und sie selbst um 1980 in einer Weise gearbeitet haben, die von ihren Kollegen damals und heute als inakzeptables wissenschaftliches Fehlverhalten angesehen wurde und wird.

Das würde natürlich einen Anfangsverdacht begründen, die betreffenden Wissenschaftler hätten womöglich selbst in ihren Dissertationen und Habilitationen plagiiert und folglich niemals eine Professur erhalten dürfen. Das könnte dann zumindest für die Frage relevant sein, ob sie weiterhin an der Spitze von Spitzenforschungsorganisationen stehen können – vielleicht sogar für die Frage, ob sie mit einer betrügerisch erlangten „Lebensleistung“ überhaupt Ruhegelder erworben haben können.

Schavanistentaktik

Aber so weit ist es noch nicht. Causa Schavan wartet zwar noch auf Schavans Offensive.[5] Aber die hat schon begonnen. Der Schavan-Koalition schwebt jedoch eine andere Taktik als die beschriebene vor: Sie möchte nun diejenigen diskreditieren, die an den Fall Schavan keine eigens erfundenen Maßstäbe für wissenschaftliches Fehlverhalten anlegen wollen, nur weil die Plagiatorin die spendabelste Wissenschatsmäzenin der letzten zehn Jahre ist. Wenn eine solche Diskreditierung gelänge, ließe sich natürlich auch eine Drohkulisse errichten, bei der sich niemand mehr seines Doktors sicher sein könnte. Den ersten Vorstoß unternimmt Generalissima Heike Schmoll auf die ungeschützte Flanke der Universität Düsseldorf: In einem Porträt des dortigen Rektors Hans Michael Piper dringt sie tief in die gegnerischen Reihen vor.

  • Heike Schmoll: Multidisziplinär. In: FAZ, 25. Januar 2013, S. 10.

Zuerst schildert sie, warum sie nun gerade Piper attackiert: Dieser habe jüngst „noch einmal daran erinnert, dass wissenschaftliche Veröffentlichungen, auch Dissertationen, der Qualitätskontrolle der Wissenschaft unterliegen, die keine Verjährung kennt.“ (Nein, er sprach auch nicht vom Verblassen der Wissenschaft – ein Indiz, dass man das in Düsseldorf nicht vorhat?) Nach Staatsexamen in Medizin, Diplom in Physik und Promotion über akustische Neurophysiologie habe Piper eine Gemeinsamkeit mit Annette Schavan erworben, behauptet Schmoll. Nämlich:

„[D]ass er im selben Jahr wie sie in Göttingen eine philosophische Dissertation mit dem Titel ‚Die psycho-physische Identitätsthese in der neueren Diskussion der Leib-Seele-Frage‘ einreichte, mit der er 1980 zum Dr. phil. promoviert wurde.“

Was Schmoll Piper vorwirft

Piper ist also ebenso Dr. phil des Jahrgangs 1980. Für die Schavan-Allianz (und nur für diese) liegt es natürlich nahe, zu vermuten, dass Pipers philosophische Dissertation ebenso schlecht – und vor allem plagiiert – ist wie Schavans. Heike Schmoll hat sich da mal die Mühe gemacht, mit dem Daumen über die Seiten zu blättern und aufzuschreiben, was ihr auffiel:

„Denn es handelt sich um 313 Seiten Text ohne eine einzige Fußnote. Wenn überhaupt, finden sich kurze in Klammern gesetzte Quellenhinweise im Text. Das Literaturverzeichnis umfasst 107 Titel.“

Offenbar hat Schmoll, die bei der FAZ „[z]uständig für Schul- und Hochschulpolitik sowie Fragen der wissenschaftlichen Theologie“ und „[v]erantwortlich für die Seite ‚Bildungswelten'“[6] ist, keine Skrupel, dem halbgebildeten Publikum der FAZ das Fehlen von Fußnoten als wissenschaftliches Fehlverhalten zu verkaufen. Vielleicht – weil man keine böse Absicht annehmen soll, wenn Dummheit zur Erklärung ausreicht – weiß Schmoll aber auch einfach nicht, dass es verschiedene akzeptierte Möglichkeiten zur Angabe seiner Quellen gibt. In Naturwissenschaften und Medizin, aber auch in anderen Fächern, die in der Nachkriegszeit stark von inhaltlichen Einflüssen aus den USA geprägt wurden, haben sich auch amerikanische Techniken zur Quellenangabe durchgesetzt. Für Anfängerinnen erklärt etwa die Seite wissenschaftliches-arbeiten.org, wie ein Nachweis etwa im Harvard-Stil aussehen muss.

Schmoll kommt zu dem Ergebnis: „Auch das wäre nach heutigen Maßstäben wohl nicht mehr möglich.“ Da Quellenangabe im Harvard-Stil offensichtlich heute und jederzeit möglich ist (worauf sie vielleicht ein wohlwollender Redaktionskollege hingewiesen hat), musste Schmoll sich weitere lächerliche Vorwürfe aus den Fingern saugen, um ihre These, dass sich Pipers Dissertation „bestens dazu [eigne], Zweifel an der Kontextabhängigkeit von Doktorarbeiten zu zerstreuen“, zu, ähm, unterfüttern. Wer die Formulierung „Zweifel an der Kontextabhängigkeit von Doktorarbeiten zu zerstreuen“ nicht gleich verstanden hat: Keine Bange, das liegt in der Natur der Sache. Schmoll ist in eine Formulierungsfalle getappt, in der ein Text unverständlich wird, wenn man seine These als gegeben voraussetzt und damit als bereits bewiesen keine Position im Gegensatz dazu als möglich anerkennt, sondern höchstens leise „Zweifel“. Doch zurück zu Schmolls Glauben, was alles „nach heutigen Maßstäben wohl nicht mehr möglich“ sei:

„Englische Texte werden mal auf Deutsch, mal auf Englisch zitiert, auch wenn sie nur als englische Titel auftauchen, und man [also Schmoll] wüsste gern, von wem die Übersetzungen stammen.“

Dieser Unwissenheit ließe sich freilich leicht abhelfen, indem man die Arbeit läse. Vielleicht würde man dort ja die Erläuterung finden, dass Übersetzungen ins Deutsche vom Autor vorgenommen wurden, wenn nicht anders ausgezeichnet. Andererseits könnte man auch sein eigenes Hirn anstrengen und dies als die wahrscheinlichste Erklärung annehmen. Oder man würde mal seinen Job machen (den als „Journalistin“, nicht den als Schavanistin) und den Autor fragen: „Wer hat denn eigentlich die Übersetzungen von Quellen Ihrer Dissertation vom Englischen ins Deutsche vorgenommen?“

Substanzlose Anfeindungen

Da Schmoll dies partout nicht will, weil sie glauben will, dass es sich bei allen anderen Promovenden von 1980 ebenfalls um akademische Hochstapler und Hochstaplerinnen halten müsse, wenn Annette Schavan in ihrer Dissertation plagiiert hat, blieben ihr noch andere Möglichkeiten: Sie könnte substanzielle Verdachtsmomente dafür suchen, dass Hans Michael Piper ebenfalls plagiiert hätte. Im Gegensatz zu Schavanplag hat Schmoll jedoch bisher nichts dergleichen vorzuweisen. Auf dieser Grundlage würde nicht einmal VroniPlag auch nur einen Blick in die Arbeit werfen wollen.

Oder Schmoll könnte einen kommerziellen Plagiatssuchedienst in Anspruch nehmen – wofür sich sicherlich noch Finanzierungsmöglichkeiten aus dem Ministerium oder einer Spitzenforschungsfinanzierungsorganisation auftreiben ließen. Aber selbst PolitPlag würde womöglich ein solches Ansinnen zurückweisen – oder das Geld nehmen und nach einigem erwartbar fruchtlosen Herumgesuche das ebenso erwartbare Ergebnis mitteilen: 1980 wussten alle Doktoranden (insbesondere die, die schon vorher drei Abschlüsse erworben hatten), dass man in einer wissenschatlichen Arbeit seine Quellen angeben muss. Denn das wusste selbst Annette Schavan. Sie wollte es nur nicht.

Warum Schavan fällt

Wenn Schavan sich heute hinstellt und ihrer Partei zuruft: „Ich habe nicht abgeschrieben und schon gar nicht getäuscht“, dann lügt sie. Vielleicht lügt sie nicht einmal „absichtlich“, sondern unter „bedingtem Vorsatz“. Lügende Politikerinnen – geschenkt. Aber dass Schavan mit ihrem „Nutzfreundschaftsnetzwerk“[7] nicht nur ihre eigene – so hochgehaltene – Integrität in unvorstellbare Tiefen abrutschen lässt, sondern auch noch durch angesehene Wissenschaftler Wissenschaft und Wahrheit verleugnen lässt, durch ihr ergebene Pressevertreterinnen den Ruf unbescholtener Wissenschaftler in den Schmutz ziehen lässt, „das Ansehen der wissenschaftlichen Abschlüsse“[8] insgesamt schädigt und die Wissenschaft selbst zum Kasperle degradiert[8] – das macht Wissenschaftler fassungslos.

Inzwischen bemerken das immer mehr Menschen, auch solche, die sich Schavans Doktorarbeit nicht selbst angesehen haben. Auch solche, die sich gar nicht zutrauen würden, Plagiat von Nichtplagiat zu unterscheiden. Sie sind darüber nicht amüsiert. Das lässt die Vermutung zu, dass Schavan letztlich wie Guttenberg und wie Wulff nicht über den Auslöser der Schavan-Affäre fallen wird, sondern über ihre Hybris im Umgang mit der Krise. Diese Selbstüberschätzung braucht man in der Politik offenbar, um ganz nach oben zu kommen: Der feste Glauben, sich alles erlauben zu können, mit Merkels vollstem Vertrauen jeden Skandal aussitzen zu können und jede noch so berechtigte Kritik nicht einmal wegwischen zu müssen, sondern einfach wegzulächeln.[9]

Wenn es ihr gelingt, durch Weiterlächeln und Weiterlügen, durch Interventionen und Invektiven bis zur Bundestagswahl im Amt zu bleiben, könnte es für sie noch schlimmer kommen als für Guttenberg, der sich nicht mal mehr an amerikanischen Hochschulen blicken lassen kann. Es könnte schlimmer werden als für Wulff, der an Peinlichkeit selbst seinen unrühmlichen Vorgänger Heinrich Lübke („Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Neger!“[10]) übertraf. Kundige Generäle würden zu einem entschlossenen Rücktrittsgefecht raten. Womöglich wäre das zu ihrem eigenen Besten.

Das wirft die Frage auf, wer Schavan eigentlich berät. Falls es der evangelikale PR-Berater, Merkel-Biograph und Schmoll-Weggefährte Wolfgang Stock ist (man kennt sich, man unterstützt sich gelegentlich, und Plagiatoren hat man sich auch schon speziell angedient), müsste sie vielleicht mal jemand, der es gut mit ihr meint, vor dessen Kompetenz warnen.

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21 Antworten zu “Wissenschaftliches Arbeiten 1980 – Wissenschaftsdekonstruktion 2013

  1. Ich könnte mir vorstellen, dass bei Preuss, ebenso wie bei vielen seiner schreibenden Trolle, letztlich die heute leider übliche Arbeitsweise von Journalisten das Denken verstellt: wer mit dem fast unveränderten Durchleiten von Agenturmeldungen groß geworden ist, sieht auch nichts Falsches daran, eine Dissertationsschrift aus den Agenturmeldungen andere Wissenschaftler zusammen zu klauben. Das gegenseitige Übernehmen anderer Ideen ist ja gerade ein wesentlicher Zug der schurrnallistischen Arbeitsweise, hier wurde noch nie zitiert. Denn dann würde der Schurrnalist ja seinen Quellen offenlegen. Insofern spiegelt Preuss in seinem Zerrbild von Wissenschaft nur seine tägliche Gerüchte- und Lobbymeinungsschleuderei, die er für wissenschaftlich zu halten glaubt. Preuss ist aber nur ein typischer Vertreter einer niedergegangenen Zunft, die dadurch aber umso gefährlicher ist, weil sie als Ersatz für nach reproduzierbaren Maßstäben gewonnene Information und Erkenntnis nun die Beliebigkeit zu ihrem Credo erhoben hat. In dieser Haltung passt sie perfekt zur Politik.

  2. Ich möchte doch an einer Stelle widersprechen: Madame Schavan lächelt die sie betreffenden Kritiken nicht wirklich aus. Das ist nur die brüchige Fassade. Dahinter ist sie emsig bestrebt, jeden gefühlten Kritiker zu vernichten. Durch ihre Gefälligkeitsfinanzierung von Projekten der ihr ergebenen Schranzen hat Schavan eine Hofhaltung geschaffen, die der eines Sonnenkönigs in nichts nachsteht. Dass sie ausgerechnet über das Konzept Gewissen abschreibt, einem Thema, das ihr ganz offensichtlich fremd ist, ist eine realsatirische Fußnote (sic) der Geschichte. Letztlich ist Schavan jedes Mittel recht, andere zu vernichten. Ein feines Exemplar katholischer Nächstenliebe.

  3. Die Unterstützung mutmaßlicher Wissenschaftsbetrüger durch die CDU/CSU haben wir (in derselben Variante) auch schon bei Guttenberg erlebt. Offensichtlich haben diese beiden Parteien nichts dazugelernt.
    Die kriminelle Energie mit der diese Organisationen agieren hat etwas von einer „Krebserkrankung im Endstadium“.

    Der Bürger hat die Möglichkeit solches Gesindel abzuwählen. Das sollte er dann auch bei den nächsten Wahlen konsequent tun. Ansonsten werden unsere Institutionen noch mehr korrumpiert.

    @Erbloggtes
    Super Artikelserie zum Thema Schavan. Wesentlich besser und informativer als der Schrott in den Mainstreammedien.

  4. Bei einer Theologin wie Frau Schavan gewinne ich – je länger, je mehr – den Eindruck, dass sie ihren Fall unterschwellig religiös auffassen könnte, dass vielleicht ‚Gott sie nur prüfen‘ wolle, dass sie daher als erste Christenpflicht standhaft im Glauben verharren müsse. Gerade eine ‚Heerschar von Feinden‘ wird solcherart veranlagten Menschen zum Beweis, auf der richtigen Seite zu stehen – auf derjenigen der Märtyrer für den Glauben: „Und wenn die Welt voll Teufel wär‘ … „

  5. „Wenn es ihr gelingt, durch Weiterlächeln und Weiterlügen, durch Interventionen und Invektiven bis zur Bundestagswahl im Amt zu bleiben, könnte es für sie noch schlimmer kommen als für Guttenberg, der sich nicht mal mehr an amerikanischen Hochschulen blicken lassen kann.“

    Und spätestens dann heißt es:

    „Angie jumps the shark“:

    Die Schavan ist ja schon längst über den Hai gesprungen…

  6. Ja, Frau Schmoll, ich bekenne: Ich bin ebenfalls von der philosophischen Fakultät meiner Alma Mater promoviert worden – und ich habe die Fußnoten lediglich zur Ausgliederung von Zusatzinformationen verwendet, und meine Quellenverweise im Text „kurz in Klammern“ gesetzt, gemäß den Richtlinien meines Instituts, das sich übrigens als Brückenfach zwischen der naturwissenschaftlichen und der philosophischen Fakultät versteht, weshalb ich statt des Dr. phil. auch den Dr. rer. nat. hätte erwerben können. Es ist ja schön, mit anzusehen, mit welchen Mitteln Sie, Frau Schmoll, sich für Frau Schavan in die Bresche schlagen – aber: Wenn Sie keine Ahnung haben, dann halten Sie doch einfach mal Ihre Klappe! Ihr schäbiger Versuch, Herrn Prof. Dr. Piper zu diskreditieren, ist gründlich daneben gegangen – schämen Sie sich!

  7. Pingback: zoom » Umleitung: Die Befreiuung von Auschwitz und alles Nachgeordnete.  «

  8. Zum ersten Absatz: Die hohe Zustimmung (beim letzten Mal waren es nur 56%) dürfte in der Tat nur dem Fehlen eines Gegenkandidaten geschuldet sein. Karlsruhe ist ein schlechtes Beispiel, da Wellenreuther erst kürzlich die Karlsruher OB-Wahl verloren hat.

  9. Ich finde es schwierig, die Ursachen für Wellenreuthers vergleichsweise schlechtes Ergebnis (oder Schavans vergleichsweise gutes Ergebnis) zu bestimmen. Dass man den einzigen Kandidaten nicht wählen will, weil er eine Bürgermeisterwahl verloren hat, erscheint mir unwahrscheinlicher, als dass man ihn nicht wählt, weil er bei der Promotion betrogen hat. Dem widersprechen aber die Ergebnisse.

  10. Theo-Ullrich Ludwig von Eichenbach

    Beantwortung der Frage: Was ist ein Plagiat?

    Die zu selten gestellte und entsprechend zu selten und dann auch noch falsch beantwortete Kernfrage lautet: Handelt es sich wirklich um ein Plagiat, wurde also eine bereits vorhandene Doktorarbeit vollständig wiederholt? Beim sog. „Textanalyse-Verfahren“ wären ggf. unter anderem identisch a) die Widmung an die mit ihren Vornamen genannten Kleinkinder des Autors, b) die zur Danksagung umgestaltete Patientenakte des Verfassers – der die anstrengenden Zeiten mit Hilfe seiner Lieben überstehen konnte – und c), sofern der Autor klamm war, die Würdigung der Förderstellen. Einfacher kommt man mit dem sog. „Gegenlicht-Verfahren“ voran: Man legt je die nummerngleichen Seiten der beiden Werke übereinander und hält sie gegen das Licht; bei der geringsten Abweichung im Schriftbild muss der Vorwurf „Plagiat“ als gewillkürt gelten.

    Theo-Ullrich Ludwig von Eichenbach

  11. Sehr geehrter Herr von Eichenbach,

    für diese vortreffliche, so bündige und zugleich alles wichtige einbegreifende Antwort auf die Frage: Was ist ein Plagiat? gebührt Ihnen hohe Anerkennung und heißer Dank. Ich werde mir erlauben, auf unserer nächsten Standartenträger-Versammlung diese Ihre Antwort in ihrem unveränderten Wortlaut zur Annahme und Übernahme in unser einschlägiges Regelwerk vorzuschlagen.

    Vielleicht wollen Sie mir gestatten, Ihnen zur Bezeigung meines besonderen Dankes anliegend ein Exemplar meiner jüngst erschienenen Schrift zu überreichen: Was heißt, und zu welchem Ende betreiben wir Plagiarismus? Eine Handreichung für die aufstrebende politische Klasse.

    Ich darf mir schmeicheln, dass diese bescheidene Schrift in den Kreisen, denen sie zugedacht ist, bereits dankbare Verbreitung gefunden hat.

    Prof. Dr. Dr. mult. Hein-Schmöke Pufogel
    stellv. Vors.
    Wissenschaftliche Sauberkeitsstandarten-Allianz SAUSTALL

  12. Theo-Ullrich Ludwig von Eichenbach

    Sehr geehrter, lieber Herr Prof. Dr. Dr. mult. Pufogel,

    nachdem ich in Vorverhandlungen mit der Kanzlei Bongartz getreten bin, um sie bzw. ihre Erfüllungsgehilfen mit der Nachbereitung meines Prozesses zu beauftragen, befasse ich mich nicht nur mit der Planung meiner Rückkehr, sondern u.a. schon konkret mit einer Bildungsreform, bei der ich altgediente, krisenresistente Professoren mit einer klaren Weltanschauung an vorderster Front einzusetzen gedenke. Gerade im Scheitern, mein teurer Pufogel, sehe ich post festum und getreu Ihren Grundüberzeugungen die größten Chancen, derer ich mich – auch in Hinblick auf die vielen noch vor mir liegenden Jahre – nicht durch zähes Ringen um den Titel benehmen wollte.

    Ihr Theo-Ullrich Ludwig von Eichenbach

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