Erfreutes Seufzen auf allen Kanälen. Nur nicht bei den Schavanisten.

Causa Schavan

Die Bundesministerin für Bildung und Wissenschaft, Annette Schavan (CDU), hat heute auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihren Rücktritt erkärt. Sie zog damit die Konsequenz aus der seit Mai 2012 schwelenden Affäre um ihre 32 Jahre alte Doktorarbeit. Am 5. Februar 2013 hatte der Rat der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf beschlossen, der Politikerin wegen vorsätzlicher Täuschung den Doktorgrad zu entziehen.

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35 Antworten zu “

  1. Aber die Erklärung war ja mal wieder allerfeinste Dolchstoßlegende. Siebzehn Jahre lang hat sie selbstlos der Wissenschaft gedient. Sie hat nicht abgeschrieben, kämpft nun um ihr gutes Recht, und tritt zurück, weil Land und Amt vor persönlichem Schicksal gehen. Im Dienste für das Vaterland reibt sie sich auf. Und die Bundeskanzlerin hielt es nicht einmal für nötig, ein Wort über den Grund des Rücktritts zu verlieren. Und es scheint zu funktionieren: Überall liest man „Respekt vor Frau Schavan“.

  2. Immerhin hat Merkel dann doch noch die Reißleine gezogen. Im nächsten Schritt wäre es schön, wenn unsere CDU-Oberen aus den ganzen Vorgängen um Guttenberg und Schavan jetzt auch noch etwas dazulernen würden. Wie wäre es mit einer Entschuldigung seitens der Hochstapler? Auf die wartet man (gerade im Zshg mit der Guttenberg-Geschichte) jetzt schon Jahre.
    Als übler Beigeschmack bleibt der (immerhin nachhaltige) Versuch die (lt. Verfassung) garantierte Freiheit der Wissenschaft systematisch zu manipulieren und für korrupte Zwecke einzubinden. Daran beteiligt war zuletzt (im Fall Schavan) auch unsere tolle „unabhängige und freie“ Presse. Hier im Blog wurde auf die Problematik wiederholt hingewiesen.
    Im diesem Zshg noch mal vielen Dank für die grundsolide Arbeit der Blogger hier und andernorts. Danke!

  3. und nu?

    zur nachbereitung lege ich dir mal das gestrige swr2 forum „wann müssen politiker einpacken?“ http://mp3-download.swr.de/swr2/forum/2013/02/swr2-forum-20130208-wann-muessen-politiker-einpacken.6444m.mp3 ans herz.

    grüße

  4. Pingback: zoom » Umleitung: Gysi, Schavan, Steinbrück und all die anderen Sorgenkinder. «

  5. Dass Politiker opportunistisch sind, ist eine Sache. Dass nun auch noch Rainald Becker im Kommentar fuer die Tagesthemen Ulrich Deppendorf beispringt, um den „fahlen Beigeschmack“ der Urteilsfindung der Uni Duesselbdorf unters Beitragszahlerpublikum zu bringen, ist mindestens so abartig wie folgerichtig fuer das „Hauptstattstudio“, in langer Tradition der Hofberichterstattung im Namen der ard (sowas gibt’s nicht nur beim zdf). (Im Anschluss zum Kommentar folgte auch noch ein Interview mit Oblertz…)
    Naja, den Joachim Wagner in Sachen Meinungsmache zur Ueberwachung und Terrorabwehr werden beide wohl nicht erreichen.

    Trotzdem, wenn ich diese Herren im Fernsehen sehe, frage ich mich, wie kann das sein, dass wir die auch noch direkt bezahlen. Aber wahrscheinlich wollen die nur dem ueberbordenden „kritischen“ Journalismus entgegentreten.

  6. schlumpf,

    warum habe ich gerade den fahlen beigeschmack einer leicht variierten szene aus dem „ritter der kokosnuß“ beizuwohnen, in der unser held dem auf dem boden liegenden, seiner arme und beine beraubten gegner zuraunzt: „komm, steh auf! wehr dich! mit dir bin ich noch lange noch nicht fertig!“??

    [..] wie kann das sein, dass wir die auch noch direkt bezahlen.

    ich bitte dich, einmal das gästebuch zum letzten saarländischen tatort zu besuchen. da kreischen auch alle, die es nicht mochten, daß es ein skandal sei, daß so etwas von ihren GEZ gebühren bezahlt wird. nun, ich habe auch GEZ bezahlt und ich fand es köstlich, genau für sowas habe ich meinen obulus entrichtet.

    es wäre zu schön, wenn wir alle mal damit leben lernen könnten, daß andere andere dinge denken … und das daß schon okay so ist. alles andere wäre, hmmm, herrschsüchtige rechthaberei.

  7. @hardy: Ich finde das ehrlich gesagt ziemlich jämmerlich, was diese Medienexperten für falsche Theorien über die Welt haben, die sie selbst erschaffen. Wer überzeugt davon ist, „Alle Leute mögen Klatsch“, der denkt so und schimpft dabei vor allem auf sich selbst, wenn er glaubt, über andere zu schimpfen.

  8. guck, ich denke schon, daß ich mit medien einigermaßen gut auskenne und viele, die ihr gesicht im fernsehen verkaufen, als ziemlich dumme menschen abgrundtief verachte. sie interessieren mich nicht, ich verschwende nicht meine zeit an sie … also kann ich mich auch nicht recht über sie aufregen.

    einfache sache: ich gebe ihnen einfach das nicht, worauf sie am meisten scharf sind – meine aufmerksamkeit und meine zeit. wir haben gestern abend unsere mit einem zweiteiler von 1999 über den gladbecker banküberfall von 1987 (mit jürgen vogel, petra kiener etc) von festplatte und dieser tollen doku über die entdeckung amerikas durch eiszeitliche südfranzosen in arte verbracht.

    den nachmittag übrigens damit, einer bei uns lebenden, lernbehinderten person innerhalb von 5 minuten beim pizzabacken zu erklären, was es mit „dissertationen“, „zitaten“, „plagiaten“ und doktortiteln so auf sich hat.

    sie arbeitet in einer behindertenwerkstatt und könnte dir das jetzt wahrscheinlich auch wiederum in 5 minuten erklären.

    du verstehst? fünf minuten …

    die war es mir wert.

    mehr nicht 😉

  9. @ schlumpf:

    Mit dämlichen Tatort-Filmen oder Volksmusik-Schunkelei habe ich kein Problem, wenn es genug Leute gibt, die das nun mal sehen wollen.
    Womit ich ein Problem habe, ist schlampiger Journalismus, der sich als anspurchsvoll und neutral darstellt. Das finde ich generell schlimm, aber wenn es öffentlich-rechtliche Medien betrifft, die ich mitfinanziere, wogegen ich mich auch nicht wehren kann, finde ich das untragbar.

    Es wurde schon bei Guttenberg damals sehr lange sehr viel Dummes gesagt (an das sich heute keiner mehr erinnern möchte und statt dessen lieber betont, der Fall Schavan sei ja viel weniger klar als Guttenbergs). Und das sind Dinge gewesen, und es waren und sind diesmal Dinge, die mit einem Miminum an Eigenbemühung, gesundem Menschenverstand und einer faktenbezogenen Herangehensweise an die Sache klar als Dummheiten erkennbar sind.

    Es ist Aufgabe eines Journalisten, Herrn Olbertz eben nicht nur als „renommierten Wissenschaftler“ und „Präsidenten der Humboldt-Universität“ vorzustellen, sondern dann bitte auch auf seine politische Affinität und seine Verbindungen zu Frau Schavan hinzuweisen. Sobald das korrekt passiert, darf man ihn ja gern interviewen, so oft man will. Aber wenn Kommentatoren in den „tagesthemen“ das Verfahren der Uni Düsseldorf als fragwürdig bezeichnen, und sich dabei auf kritische Stimmen aus der Wissenschaft berufen, die fast ausschließlich politische Freunde von Frau Schavan sind oder an ihrem finanziellen Tropf hängen, dann finde ich das nicht mehr hinnehmbar. Das ist dann auch keine Geschmacksfrage.

    Mir persönlich geht es dabei noch nicht mal so sehr um das Thema Wissenschaft, mit der bin ich nach einigen unschönen Erfahrungen ohnehin durch. Mir macht es große Sorgen, bei etwas, wovon ich etwas verstehe, mitzuerleben, wie Fakten verzerrt und Bull**** verbreitet wird, und das nicht zuletzt ausgerechnet von denen, die seriös und objektiv berichten sollten und den Ruf genießen, es zu tun. Und ich frage mich: Wenn das bei diesem Thema so ist, wo ich es erkennen kann, bei vielen Themen, von denen ich nichts verstehe, ist es genau so? Und was sagt das über unseren Meinungsbildungsprozess in diesem Land? Und was sagt es über das Kalkül von Politikern, wenn sie schlau genug sind, diese Mechanismen für sich zu nutzen?

    Nette Notiz am Rande: Thomas Strobl heute zu den Ermittlungen gegen Gysi: „Eine gerichtliche Entscheidung, dass die eidesstattliche Aussage von Gysi falsch war, liegt noch nicht vor. Aber natürlich wiegt schon der Vorwurf schwer.“

    Wohingegen bei Frau Schavan natürlich auch nach der Entscheidung der Uni Düsseldorf noch die Unschuldsvermutung gilt. Und man ihr vertraut.

  10. Korrektur: richtete sich natürlich @ hardy.

  11. Jetzt geht der Wahnsinn erst richtig los. Das muß man gelesen haben um es zu glauben:
    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article113512184/Schavan-ist-ein-Opfer-der-digitalen-Welt.html

  12. Also die tendenzioese Berichterstattung der Truppe aus dem „Hauptstadtstudio“ gibt es ja wie gesagt nicht erst seit gestern. Derart unkritisch und ohne Abstand zur Politik, das ist einfach nicht in Ordnung, da ihnen auch keiner erwidern kann. Die Verquickung des oeffentlich-rechtlichen Rundfunks mit der Politik ist ja auch kein Geheimnis. Dass man da fragen kann, wie unabhaengig die Berichterstattung bleibt, ist doch verstaendlich. Nur welche Antwort wird man da von den Involvierten erwarten koennen?

    Und wenn man dann noch so einseitige oberflaechliche Beitraege sieht, frag ich mich: Warum? Und fuer wen?

    Dann verleiht Merkel ihrer Freundin und allerbesten Ministerin aller Zeiten den Oscar fuers Lebenswerk, und alle reden von Schavans „Lebenswerk“, womit doch nicht Studiengebuehren, Bologna, Oekonomisierung von Wissenschaft gemeint sein koennen. Was im Land BW ablief, daran will sich doch heute keiner mehr erinnern.
    Nein, inhaltlich kann ja keiner diese Huelse ausfuellen. Ihre politische Leistung ist umstritten, dazu aber nix in den Medien, da hat doch die Vernebelung funktioniert. Legendenbildung vom feinsten. Dazu passt eben auch, sie jetzt als Opfer zu inszinieren.

    Am Ende punktet die Union auch noch mit der Mitleidsmasche und weil Schavan mal zum richtigen Zeitpunkt abgetreten ist. Dabei ist das doch selbstverstaendlich, aber nachdem die Akteure vorher sich so daneben benommen haben, ist der Normalfall nun eine grosse politische Leistung.

  13. Ein bischen frueher, und Merkel haette ihre Lobrede auf Schavan bei der Goldenen Kamera halten koennen. Da feiert sich ja auch das Fernsehen selbst. Ein paar Schauspieler aus der Politik duerfen da nicht fehlen.

  14. @ts, 09:52: Ganz genau, das spricht mir aus der Seele.
    @Schlumpf: Ja, wie sollte man auch eine kritische (oder auch nur selbstkritische) Perspektive von jemandem erwarten, der fürs Nachplappern von Herrscherlobreden bezahlt wird. Refeudalisierung der Öffentlichkeit nannte Habermas das vor 50 Jahren.

  15. Immerhin liefern im öffentlich-rechtlichen Fernsehen die Kinderreporter und die Satiriker gute Arbeit ab.

    Diesen Clip hat die heute show ausgegraben:

  16. Man koennte ja wenigstens mal erwaehnen, dass Olbertz auch schon frueher Politik fuer die CDU gemacht hat.
    Konsequenter Weise sollte sich Olbertz fuer eine Honorarprofessur fuer die Vollblutwissenschaftlerin Schavan an der Humboldt Uni einsetzen.
    Man kann dann nur auf aehnliche Reaktionen der Studenten hoffen wie bei Guttenberg in den USA.

  17. Noch ein völlig übergeschnappter Kommentar in der „Welt“ von Torsten Krauel:

    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article113512184/Schavan-ist-ein-Opfer-der-digitalen-Welt.html

    Der Mann würde sich in Nordkorea pudelwohl fühlen – dort haben die „anonymen Machtbürger“ keine Möglichkeit, sich am Computer auszutoben…

  18. Ich verstehe auch nicht, wie jemand wie Olbertz sich aus Suedafrika im Sinne von Schavan aeussern kann, ohne dass erklaert wird, was er und Schwarz da auf der gemeinsamen Klassenfahrt in den Sueden eigentlich fuer Ziele verfolgten.

    Diese plumpe Parteinahme ist komischerweise selbst Heike Schmoll von der faz negativ aufgefallen (Phoenix Runde). Lange nichts mehr gehoert.
    Trotzdem funktioniert’s, am beilaeufigen Beobachter wird schon was haften bleiben. Lustig uebrigens auch Kauders Worte:
    „Als Jurist schüttle ich bei einem solchen Verfahren nur den Kopf“.
    Der hatte eh noch nie skrupel, der wuerde als Verteidiger sicher jeden Auftrag annehmen.

  19. @sol1:
    abstreiten, relativieren, umdeuten…
    wir sind jetzt in Phase 3, wobei die „Zitierfehler“ aus Phase 2 nicht fehlen duerfen.
    Der Artikel ist schon heftig an der Schmerzgrenze, aber vor Gericht wird wohl auch oft so argumentiert. Immerhin, von der „Welt“ erwarte ich nicht viel mehr. Politik ist nicht immer fair, eigentlich nie. Umso erstaunlicher ist es, dass die Opposition wohl in Schavan einen fairen Partner sah. Wenn man sieht, wie sie vorgeht, hm…

  20. @Schlumpf

    Ist das verwerflich, als Verteidiger jeden Auftrag anzunehmen? Gibt es denn einen geschriebenen oder ungeschriebenen Paragrafen, dass nur nette Menschen verteidigt werden dürfen? Am besten nur unschuldige?

  21. @Schlumpf: Welcher Kauder? Volker oder Siggi? 😉

    Das Schimpfen auf Computer, Internet und deren böse Folgen dürfte normal sein. Hatte man nicht früher auch Bedenken hinsichtlich des Telefons und des Fernsehers? Davor sogar gegen Elektrizität an sich? Fortschritt wird immer kritisch beäugt. Und es ist doch auch viel einfacher, aufs Internet zu schimpfen statt sich zu überlegen, was bei Promotionsverfahren an den Universitäten wohl falsch läuft, was hier vielleicht generell geändert werden müsste.
    Nach „Axel E. Fischer fordert….“ oder auch Hevelings Einlassung vor einiger Zeit im Handelsblatt (http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-netzgemeinde-ihr-werdet-den-kampf-verlieren/6127434.html) verwundern die Reaktionen jetzt doch nicht wirklich.

    Viel erschreckender finde ich, wie die Universität Düsseldorf kritisiert wird. Hier hoffe ich darauf, dass das Verwaltungsgericht in seinem Urteil sehr konkret darstellen wird, warum das Verfahren korrekt war.

  22. @Gerald: Wollen Sie damit andeuten, Schavan sei Mandantin von Kauder, und daher dürfe Kauder im Dienste seiner Mandantin beliebige Unwahrheiten behaupten?

  23. „Die Welt“…
    Immerhin sind die Leserkommentare eindeutig.

    Manchmal frage ich mich, ob da Journalisten vorgeschickt werden, um Versuchsballons zu starten und die Stimmung auszutesten. Dann weiss man am Montag, ob man als Generalsekretaer noch weiter Unsinn erzaehlen kann oder lieber nicht.

  24. @Schlumpf: Selbstverständlich. Vielleicht nicht im wörtlichen Sinne. Aber gute Krisenkommunikation beobachtet sehr genau, welche Muster „ziehen“ und welche eher abgelehnt werden. Und erstere verstärkt und wiederholt man dann.

  25. @Gerald Fix,
    muss jeder selbst wissen, wo seine Grenze ist.
    Hier geht es ja nicht darum, dass Schavan einen fairen Prozess bekommt.
    Hier wurde die Unabhaengig der Wissenschaft von der Ministerin egoistisch mit Fuessen getreten. Wer das verteidigen will, bitte, dann soll ein „Verfahrensfehler“ ihr also Recht geben.

  26. Allerdings bei der Rechtsprechung muss man auch mit Ueberraschungen rechnen. Als Nichtjurist erschliesst es mir auch nicht so richtig, wieso Wulff der Ehrensold zusteht.

  27. @Erbloggtes
    Nein, ich habe völlig un-Schavan-bezogen auf ‚Der hatte eh noch nie Skrupel, der wuerde als Verteidiger sicher jeden Auftrag annehmen.‘ geantwortet. Diesen Satz konnte und kann ich, so wie er dasteht, nicht auf Schavan beziehen. Und ich mag ihn nicht, diesen Satz. Er erinnert mich so an die ‚Terroristenanwälte‘ unseliger Zeiten.

  28. @ Fix
    Ich weiss nicht einmal, in welcher Richtung das in Zusammenhang mit ‘Terroristenanwälte’ zusammenhaengen soll, hatte nichts dergleichen im Sinn. Hab nur mal alte Tonbandaufnahmen gehoert, wie Richter damals ihr Amt verstanden haben.

    Ich meinte da eher den politischen Verteidigungsreflex, den nicht nur Volker Kauder hat, sondern auch Kollegen wie
    Pastor Hintze, Altmeier (wurde dafuer belohnt) und in diesem Fall der mir bis dahin unbekannte Michael Kretschmer. Mit absurden Argumenten, und das muss den Leuten auch bewusst gewesen sein.

  29. Klassisches Aneinander-vorbei-Diskutieren 😉

  30. 😉 Ich vergass, Pastor Hintze ist „Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt“. Das kann sich nichtmal ein Kabarettist ausdenken.

  31. @ts,

    ich verstehe schon, daß man das, was mal journalismus war, nur noch zum kotzen findet, könnte jetzt auf meinen blog von ca 2005 („deutschland nervt!“) verweisen und sagen „Habe ich das nicht schon immer gesagt?“.

    deshalb höre ich radio, höre den unterschiedlichen meinungen zu, lasse sie so stehen, wie sie sind und fälle kein urteil.

    ich könnte auch auf das verräterische „a“ verweisen, das die regentin gestern gleich zu beginn statt eines „e“ ans ende von „annette“ hing …

    und bemerken, daß es solche kleinen details im zittern einer stimme für mich interessanter sind als alles, was irgendein selbstverliebter hirni, der sich für einen journaliste hält, zu irgendeinem thema schreiben könnte.

    aber ich verweise einfach auf einen artikel in der telepolis „Brüderle-Debatte: Die passive Revolution im Journalismus“ http://www.heise.de/tp/artikel/38/38498/1.html und denke mal, damit ist alles viel besser erklärt, als ich das könnte.

    was die schavan betrifft – also, ich gucke jetzt seit ca 1972 „drauf“ (ich habe da wahlkampf für barzel gegen brandt gemacht …), ich habe sie alle kommen und gehen gesehen, am amt klammern, aus dem amt herausgeworfen und -gemobbt, mir ist das irgendwie „lästig“.

    es gibt andere, wie den erblogger, die diese arbeit machen, ich finde das respektabel … aber wie in meiner „koskosnuss“ szene mehr oder weniger ironisch, oder war es schon sarkastisch?, angemerkt: ist ja mal langsam gut, oder?

    die sau ist tot, jetzt könnten wir ja langsam mal den grill anwerfen statt immer noch bemüht durch’s dorf zu laufen. das ist, für mich jedenfalls, nachtreten und so fokussiert auf das detail, daß man leicht den überblick auf die metaebene verliert – in was für einer gesellschaft wir eigentlich leben (müssen), weil unsere journaille eine solche ist und das ganze jetzt einfach nur eine größere dimension bekommen hat.

    ich verstehe, daß man sich aufregt über diesen, über jenen und noch einen anderen. aber es ist eben nicht das detail – es ist das ganze bild, das mich ankotzt. da ist schavan und das ganze parteigetriebene gehampel nur ein detail, _eine_ sache von einhunderttausendtrilliardenfantastillionen dingen, die mir quer gehen, es ist so „naubelschauig“, als ob diese dame, die ich noch nie leiden konnte plötzlich der mittelpunkt der welt sei.

    das verdient eigentlich nicht meine aufmerksamkeit, mich interessieren ganz andere dinge. schavan ist nur ein „mikrokosmos“

    mein rat, falls jemand daran interessiert ist: hört lieber radio, lernt damit umzugehen, daß andere menschen anders sind und denken, ertragt, daß wir in „wahrlich finsteren zeiten in denen einen mann gezwungen ist widersprüchliches zu denken“ leben“ wie ein kluger mönch in einem buch mal bemerkte. und, es wäre halt schön, wenn man sich so eine diskussion wie die von mir verlinkte in SWR2 einfach so nehmen könnte.

    aber okay, diskutieren wir darüber, warum die merkelsche „annettA“ sagte 😉 wir haben ja nix besseres zu tun …

    ach ja, der saarländische tatort war klasse, da bestehe ich nun wirklich drauf …

  32. Das Plagiat von Annette Schavan

    Nur zur Info:
    Soeben wurden mir beide Schavan-Blogs (plagiatschavan.wordpress.com und schavansplagiat.wordpress.com) im Abstand von wenigen Minuten gelöscht.

    Ich vermute nicht, dass das von Schavan veranlasst wurde, sondern eher von ihrem katholischen Netzwerk. Insbesondere das Gespann Heribert Prantl (SZ) und Heike Schmoll (FAZ) dürften ein besonderes Interesse an der Löschung gehabt haben.

  33. Sie boten ja einige Angriffspunkte, gegen die WordPress.com auf Antrag vorgeht. Gab es denn eine Begründung? Beim letzten Mal?

  34. äh, also plagiatschavan.wordpress.com ist definitv erreichbar

  35. Der Hauptblog wurde – ohne Erklärung oder Nachricht – wieder online gesetzt, das Backup http://schavansplagiat.wordpress.com ist weiterhin gesperrt.
    Ich hatte gestern eine Mail an WP geschickt und nachgefragt, wer sich beschwert und die Sperrungen veranlaßt hat. Bisher keine Antwort. Ziemlich bizarr, das ganze.

    Es ist eh egal, da der Fall Schavan sein (vorläufiges) Ende gefunden hat.
    Ich werde mich bei einem anderen Hoster dem Katholiban-Netzwerk widmen. (siehe letzter Artikel auf Plagiatschavan über „Prof.“ Lukas)

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