Düsseldorfer Rektor Piper antwortet Biedenkopf und Winnacker

Er mochte selbst glauben, was er in der Zeitung Die Welt veröffentlichte, oder auch nicht. Der Wahrheit entsprach Kurt Biedenkopfs Darstellung des Falles Schavan jedoch ebensowenig, wie Ernst-Ludwig Winnackers Grundsatzkritik an der Entscheidung der Universität Düsseldorf in diesem Verfahren. Das stellt der Rektor der Universität nun unmissverständlich klar – und prangert damit die auf verschiedenen Wegen erfolgten Versuche an, Annette Schavans Doktor zu retten und die Hochschulautonomie der Universität einzuschränken.

Kurt Biedenkopf verkennt den wirklichen Skandal

Kurt Biedenkopf hatte mit seinem Artikel „Der wirkliche Skandal in der Causa Schavan“ am 9. Februar 2013 den Rücktritt von Annette Schavan als Bundesbildungsministerin in prägender Weise orchestriert:

„Der eigentliche Ort des Skandals ist die Philosophische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität und ihr Fakultätsrat.“

Diese zentrale These versuchte er durch hanebüchene Behauptungen zu untermauern und prägte auf diese Weise die Rezeption des Schavan-Rücktrittes in der Medienöffentlichkeit der folgenden Tage. Biedenkopfs Behauptungen, die im Einzelnen zu rekapitulieren und zu kritisieren das Blog Causa Schavan bereits unternommen hat,[1] leisteten dem Eindruck Vorschub, die Aberkennung von Schavans Doktorgrad sei nach einem weder wissenschaftlich noch juristisch haltbaren, politisch motivierten Verfahren erfolgt. Hauptursache des Doktor-Entzugs wären nach Biedenkopf nicht etwa Plagiate in Schavans Doktorarbeit, die er für bloße „Zitiermängel“ hält, sondern der Umstand, dass es sich bei Schavan um eine „CDU-Politikerin“ handele.

Die Universität Düsseldorf hat das Plagiatsprüfungsverfahren im Fall Schavan zunächst nur sehr zurückhaltend kommentiert. Lange war lediglich bekannt, dass die Universität auf Bitten Schavans hin eine Prüfung vornehme. (Biedenkopf behauptete wahrheitswidrig, die Prüfung sei auf „eine anonyme Mitteilung“ hin aufgenommen worden, Schavan habe erst „aus der Zeitung“ von der Prüfungsabsicht der Universität erfahren.)

Eskalationsstufen der öffentlichen Schavan-Unterstützung

Seit Mai 2012 veröffentlichten namhafte Unterstützer Schavans zahlreiche Texte, in denen sie zunächst die Ergebnisse des universitären Prüfverfahrens vorwegnehmen wollten. Als diese Bemühungen im Oktober 2012 gescheitert schienen, kritisierten sie in weiteren Stellungnahmen die tatsächlichen Zwischenstände des universitären Prüfverfahrens und erhoben Forderungen nach einem neuen Verfahren, zusätzlichen Gutachten und Weiterem mehr.

Als im Dezember 2012 und im Januar 2013 der Promotionsausschuss und der Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät die nächsten Schritte im Plagiatsprüfungsverfahren Schavan unternahmen, überschlugen sich Schavans Unterstützer mit ihren Attacken gegen die Legitimität des Düsseldorfer Verfahrens. (Das Blog Causa Schavan hat jüngst einen lesenswerten Überblick dazu veröffentlicht.) Vor diesem Hintergrund bezogen nach dem Entzug von Schavans Doktortitel nicht nur Kurt Biedenkopf, sondern auch weitere Unterstützer Schavans Stellung gegen den Beschluss des Düsseldorfer Fakultätsrates und behaupteten – entgegen der einhelligen Einschätzung von Plagiatsexperten – dass Schavan auf dem Rechtsweg gute Chancen hätte, ihren Doktor zurück zu bekommen.

Die Universität Düsseldorf sah sich offenbar durch diese Anfeindungen dazu genötigt, ihre Zurückhaltung mit öffentlichen Stellungnahmen aufzugeben. Am 12. Februar 2013 veröffentlichte sie erstmals gebündelt Hintergrundinformationen zu ihrem Verfahren, mit denen sie den allermeisten Kritiken deutlich widersprach.[2]

Ernst-Ludwig Winnacker stellt die Systemfrage

Doch die Attacken auf die Universität ebbten nicht ab: Am 13. Februar erschien in der Süddeutschen Zeitung ein weiterer Artikel eines prominenten Schavan-Unterstützers: Ernst-Ludwig Winnacker behauptet darin unter dem Titel „Wenn aus dem Plagiatsvorwurf eine Hetzjagd wird“,

„dass man das Problem nicht verstanden hat und daher ein Systemproblem existiert. Ganz offensichtlich hat man in diesen Kreisen keine Vorstellung davon, was Plagiate wirklich sind und wie damit umzugehen ist.“

Mit „man“ meint Winnacker offenbar Wissenschaftler, zumindest all jene Wissenschaftler, die Schavans Doktor-Entzug für berechtigt halten. Keine Ahnung von Plagiaten habe man „in diesen Kreisen“, also unter Wissenschaftlern, behauptet Winnacker so und spricht der Universität Düsseldorf öffentlich die Kompetenz ab, die Plagiatsfrage im Fall Schavan – und überhaupt – zu beurteilen. Das Blog the hobo and the gypsy diskutiert Winnackers Position eingehend.

Lange stillgehalten – endlich ausgebrochen

Nun ist der Rektor der Universität Düsseldorf, Hans Michael Piper, anscheinend ein langmütiger und besonnener Mensch, der selbst bei perfidesten Attacken die Contenance bewahrt – etwa wenn ihm eine Schavan offen unterstützende FAZ-Redakteurin unterstellt, er habe 1980 eine Dissertation mit Zitiermängeln eingereicht, die „nach heutigen Maßstäben wohl nicht mehr möglich“ wären, und er habe auch darüber hinaus gegen Zitierregeln verstoßen (Erbloggtes berichtete). Nach den beschriebenen Angriffen von Kurt Biedenkopf und Ernst-Ludwig Winnacker, die die ganze Universität Düsseldorf in Misskredit zu bringen geeignet waren, sah er sich jedoch offenbar zum entschiedenen Handeln gezwungen:

Am 15. Februar 2013 veröffentlichte die Universität Düsseldorf daher zwei offene Briefe ihres Rektors, einen an Ernst-Ludwig Winnacker und einen an Kurt Biedenkopf: Briefe an Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker und Prof. Dr. Kurt Biedenkopf. Darin weist Piper in respektvollem Ton, aber unmissverständlich, die Vorwürfe der Schavan-Unterstützer zurück:

Piper schreibt an Biedenkopf

Gegenüber Biedenkopf kritisiert der Rektor „Unrichtigkeiten und haltlose persönliche Unterstellungen“.[3] Er stellt fest, dass Biedenkopfs „Beitrag eine Reihe von falschen Darstellungen enthält, die jeder Leser durch eine genauere Beschäftigung mit dem Verfahren in das Reich der Fabeln verweisen kann.“[3] Insbesondere widerspricht er dem von Biedenkopf erweckten „Eindruck, dass Gutachter und Fakultät die ehemalige Studentin in Ihrem Prüfverfahren durchgängig als ‚CDU-Politikerin‘ bezeichnet hätten und diese Charakterisierung ihr Vorgehen geleitet habe.“[3]

Dies grenze an üble Nachrede, sei aber immer noch weniger schlimm als Biedenkopfs Darstellung, laut der „Prof. Rohrbacher, von auffälligem ‚Eifer‘ beseelt war, ‚die ‚CDU-Politikerin‘ und ihr Tun besonders streng zu bewerten'“.[3] Piper nennt dies „ehrabschneidend“ und erwartet eine Entschuldigung Biedenkopfs, da Rohrbacher „sich bei seiner Arbeit ausschließlich von wissenschaftlichen Prinzipien leiten ließ.“[3]

Piper schreibt an Winnacker

Die „Diffamierungen“, mit denen Ernst Ludwig Winnacker den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Düsseldorf „den kollegialen Respekt verweiger[t]“,[4] tritt Rektor Piper mindestens ebenso scharf entgegen:

„Die Mitglieder der Universität, die in den letzten Monaten in sorgfältiger und wissenschaftlich höchst verantwortlicher Detailarbeit einen schwierigen Fall wissenschaftlichen Fehlverhaltens zu analysieren hatten, verdienen es nicht, öffentlich geschmäht zu werden, in ‚jakobinischer‘ Tradition ‚Menschen in Hetzjagden‘ zu verfolgen. Diese völlig aus der Luft gegriffene Beschimpfung ist unter den vielfältigen Meinungsäußerungen zum Fall Schavan beispiellos. Als offizieller Vertreter der Hochschule und Dienstvorgesetzter der betroffenen Wissenschaftler erwarte ich, dass Sie sich dafür entschuldigen.“[4]

Piper betont, dass jeder, auch Winnacker, sich nach Abschluss des Verfahrens hätte darüber informieren können, auf welchen Grundlagen das Vorgehen der Philosophischen Fakultät beruhte:

„Die zuständigen Gremien folgten nichts anderem als dem rechtlichen Rahmen der Promotionsordnung und den einschlägigen Gesetzen für Hochschulen und Verwaltungsverfahren des Landes NRW. Daher ist Ihre Behauptung, es gäbe ‚keine Mechanismen, um mit wissenschaftlichem Fehlverhalten umzugehen‘, schlechterdings falsch.“[4]

Winnackers Ermächtigungsphantasie zeuge „von einem abenteuerlichen rechtsstaatlichen Verständnis“ und stehe darüber hinaus „in krassem Gegensatz zur grundgesetzlichen Garantie der Freiheit der Forschung, die Ihren unmittelbarenAusdruck in der wissenschaftlichen Autonomie der Hochschulen findet.“[4]

Gesichtsverlust

Diese Entgegnungen Pipers blamieren die beiden prominenten Schavan-Unterstützer bis auf die Knochen. Diese Wirkung müssen die offenen Briefe des Rektors jedenfalls auf solche Leser haben, für die Biedenkopfs und Winnackers Äußerungen selbst noch nicht eine massive Desavouierung dieser Professoren bewirkt hatten.

Piper zeigt sich „ehrlich entsetzt“[3] von Biedenkopfs Artikel und betont, dass er Winnackers fehlenden Respekt als „höchst schmerzlich“[4] empfinde. Offenbar ist er auch persönlich getroffen von den öffentlichen Angriffen gegen seine Universität, ihre Verfahren und ihre Institutionen. Dass Schavan-Unterstützer nicht nur mit ihren jüngsten öffentlichen Versuchen darum bemüht waren, Einfluss auf das Plagiagsprüfungsverfahren Annette Schavan zu nehmen, sondern dass auch hinter den Kulissen „in gleicher Sache“ Interventionen stattfanden, offenbart Piper durch einen Verweis auf ein Schreiben Biedenkopfs vom 24. Oktober 2012,[3] in dem letzterer offenbar in ganz anderem Tonfall versucht hatte, den Rektor der Universität Düsseldorf zu beeinflussen.

Wer noch alles an verschiedenen Stellen, aber jedenfalls hinter den Kulissen, sein Gewicht zu Gunsten Schavans in die Waagschale geworfen hat, möchte man vielleicht lieber nicht zu genau wissen.

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42 Antworten zu “Düsseldorfer Rektor Piper antwortet Biedenkopf und Winnacker

  1. Danke für den guten Artikel mit den vielen neuen Hinweisen.

    Beste Grüße

    al masala

  2. Eine Zuschrift weist darauf hin, dass die Passage, laut der Biedenkopf „offenbar in ganz anderem Tonfall versucht hatte, den Rektor der Universität Düsseldorf zu beeinflussen“, in mehrere Richtungen interpretierbar sei. Piper schreibt Biedenkopfs Tonfall im Welt-Artikel „unterscheidet sich deutlich von dem Schreiben, das Sie in gleicher Sache am 24. Oktober 2012 an mich gerichtet hatten“. Welcher Tonfall nun für Piper empörender war, geht daraus nicht eindeutig hervor, wahrscheinlich aber der des Welt-Artikels.
    Der für mich entscheidende Punkt ist, dass der Tonfall deutlich unterschiedlich war. Ich stelle mir vor, dass Biedenkopf dem Rektor im Oktober in getragenen Worten „gut gemeinte“ Empfehlungen zum weiteren Gang des Verfahrens erteilt hätte, etwa zusätzliche Gutachten oder die Abgabe des ganzen Verfahrens an eine externe Stelle. Wenn der Rektor solche Empfehlungen nicht in den Wind geschlagen hätte, dann hätte er in das Verfahren intervenieren müssen, also den geregelten Verfahrensgang in der Zuständigkeit der Fakultät unterbrechen, um Schavans Sonderstellung zu entsprechen. Dass Piper das offenbar nicht getan hat, spricht für ihn. Dass Biedenkopf dreieinhalb Monate später andere Saiten aufzieht, spricht gegen ihn.

  3. Das vollständige Zitat Pipers lautet:

    „Abschließend möchte ich feststellen, dass ich über den Ton Ihres Artikels ehrlich entsetzt bin. Er unterscheidet sich deutlich von dem Schreiben, das Sie in gleicher Sache am 24. Oktober 2012 an mich gerichtet hatten.“

    Das Wort „unterscheidet“ grenzt die möglichen Interpretationsrichtungen ein. In diesem Blogartikel wird der Interpretationsspielraum nicht verfälscht aber vergrößert. Das rückt King Kurt möglicherweise und vielleicht auch zu Unrecht in ein noch schlechteres Licht, als er ohnehin in unseren Augen steht.

  4. Wir können zumindest annehmen, dass Piper über den Ton des Briefs vom 24. Oktober nicht entsetzt war.
    Ich sehe aber nicht, dass z.B. eine schmeichlerisch formulierte Interventionsauffoderung im Oktober Biedenkopf in einem besseren Licht dastehen ließe als ein… – ja, was ist eigentlich die Alternative, wie Biedenkopf einen Brief hätte verfassen können, der noch frecher gewesen wäre als der Welt-Artikel? Indem er darin direkte Drohungen formuliert hätte, oder Fäkalbeleidigungen? Das kann ich mir vielleicht zu wenig vorstellen.

  5. Pingback: Fall Schavan: Rektor der Universität Düsseldorf fordert Entschuldigung von Kurt Biedenkopf

  6. Vielen Dank für den Hinweis auf die Antworten Pipers auf die beiden höchst erstaunlichen Kommentare von Biedenkopf und Winnacker.

  7. Piper ist anscheinend in einer Art Schockstarre. Er hat sich ja noch sehr höflich ausgedrückt in seinen Schreiben. Das Essentielle hat er aber schon erkannt. Es geht tatsächlich um die Verteidigung der Wissenschaftsfreiheit. Diese muß aktuell verteidigt werden vor Einflußnahme aus dem politischen Bereich.
    Man könnte es auch schärfer formulieren: Die verfassungsfeindlichen Bestrebungen der Union (samt Seilschaften) müssen abgewehrt werden.

    Die Verfassungsfeindlichkeit dieser Damen und Herren kommt dabei in zweierlei Hinsicht zum Ausdruck:
    a) Angriff auf die Wissenschaftsfreiheit durch gezielte koordinierte Hetze gegen die Uni Düsseldorf.
    b) Angriff auf den Gleichheitsgrundsatz. Denn laut Verfassung sind vor dem Recht alle gleich. Nur die Schavans und Guttenbergs sollen gleicher sein. Letzteres ist eine Einstellung die zu unserem Grundgesetz nicht konform ist.

    Ich denke wir müssen hier viel aggressiver argumentieren um auf die heraufziehenden Gefahren aufmerksam machen zu können.

  8. @Erbloggtes: ok, ich stimme Dir zu.

  9. Pingback: zoom » Umleitung: heute gefällt mir die Konsequenz des Olsberger Bürgermeisters, aber der Rest ist ebenfalls interessant. «

  10. Pingback: Schavanisten – wie ein Haufen aus den Büschen springende Wilde « Der Nesselsetzer

  11. Zumindest dem Politiker Biedenkopf unterstelle ich mal, dass er eine oeffentliche Reaktion aus Duesseldorf provozieren wollte. Vielleicht hofft er, dass die Diskussion ins Polemische abgleitet.

  12. @fetteBeute Ehrlich gesagt, behagt mir überhaupt nicht Schavan und Guttenberg in einen Topf zu werfen. hier erkläre ich warum: http://jazzlog.de/jazzlounge/2013/02/mulmiges-gefuhl/

  13. Hallo Nele! Dass Du offen sagst, dass Du Schavans Arbeit nicht kennst und Deine Skepsis, ob sie betrogen hat, aus der Darstellung des Falles in den Massenmedien herrührt, ehrt Dich. Biedenkopf, Winnacker und Co. haben diesen Mut nicht, räumen aber zuweilen am Rande ein, dass sie Schavans Arbeit nicht auf Plagiate geprüft haben.
    Die beiden Personen, von denen bekannt ist, dass sie die Arbeit und ihre Quellen einigermaßen vollständig untersucht und gegenübergestellt haben, heißen „Robert Schmidt“ (schavanplag) und Stefan Rohrbacher (Uni Düsseldorf). Rohrbacher kommt bekanntlich zu der Auffassung, dass nur eine „leitende Täuschungsabsicht“ erklären kann, was er dort gefunden hat.
    Wenn Du nun den Schavan-Verteidigern genau zuhörst (was ich hier monatelang getan habe), wirst Du feststellen, dass sie verschiedene Argumente zu Schavans Verteidigung benutzen, die wissenschaftlich unhaltbar sind:
    1. Sie leiten aus ihrer Einschätzung von Schavans Charakter ab, dass sie nicht getäuscht haben kann.
    2. Sie verunklaren das, was man allgemein unter Plagiaten versteht und machen es zu einem schwammigen Ding. Damit verunsichern sie Wissenschaftler, die keine Täuschungsabsicht haben – Dich etwa.
    3. Sie lügen und beschimpfen skrupellos und ohne faktische Anhaltspunkte, wie der Umstand verdeutlicht, dass der Düsseldorfer Rektor solche Antwortschreiben verfassen muss.
    Ich habe die Arbeit nicht in Gänze gelesen. Aber die Dokumentation von schavanplag habe ich mir recht genau angeschaut – und ich kann Dir versichern, dass darin zahlreiche Stellen völlig unerklärlich sind, wenn man nicht annimmt, dass Schavan über ihre gedanklichen Leistungen täuschen wollte. (Annahmen wie die, dass der Hund die Fußnoten abgefressen hat, lasse ich mal außer Acht.)

  14. Dazu nun Anja Kühne: „Üble Nachrede“. In: Der Tagesspiegel, 18. Februar 2013.

  15. @Erbloggtes
    Nachdem unsere „Qualitätsmedien“ die offenen Antwortbriefe Pipers 3 Tage lang konsequent verschwiegen haben (ich habe noch gestern abends danach gegoogelt und nichts gefunden), ist dies (Tagesspiegel) die erste, allerdings sehr verunsicherte „Lautgebung“. Man kann die Angst, nur ja nicht vorzeitig aus der medialen Einheitsmeinung auszuscheren, förmlich mit Händen greifen.

  16. Theo-Ullrich Ludwig von Eichenbach

    „Annahmen wie die, dass der Hund die Fußnoten abgefressen hat, lasse ich mal außer Acht.“ Die brillantesten Argumente kommen meist erst dann, wenn sie einem nichts mehr nützen.

  17. Auch auf Zeit Online wird nun auf die Reaktion Pipers hingewiesen.

    Außerdem widerlegt Hermann Horstkotte einige der schavanistischen Vorwürfe:

    http://www.zeit.de/studium/hochschule/2013-02/schavan-argumente-recht/komplettansicht

  18. Ein Bericht in der Süddeutschen Zeitung:

    http://www.sueddeutsche.de/bildung/causa-schavan-duesseldorfer-uni-rektor-fordert-entschuldigung-von-kritikern-1.1603826

    Und Zeichen und Wunder geschehen – Roland Preuß läßt Volker Rieble den Vorschlag von Winnacker in der Luft zerreißen:

    http://www.sueddeutsche.de/bildung/doktorarbeiten-plagiatsexperte-warnt-vor-bundesweiter-pruefstelle-1.1602993

  19. Vielen Dank für die Links, auch im Namen der Mitleser!

  20. Pingback: Hinweise des Tages | NachDenkSeiten – Die kritische Website

  21. Es gibt eben im Leben immer Wichtigtuer, die eigentlich gar nicht mehr gefragt sind. Anstatt sich auf ihrem Altenteil auszuruhen bilden sie sich ein, dass ihre Meinung noch wichtig ist.

  22. Und ganz verschämt läßt Preuß die Wahrheit auch hier ein bisschen durchblitzen, während die anderen Medien schweigen.

    http://www.sueddeutsche.de/x5W386/1153024/Schavan-lehnt-Offenlegung-ab.html

  23. Also die „Wahrheit“ lässt er „durchblitzen“ und „distanziert“ sich nur unmerklich davon, indem er sie in Anführungszeichen setzt.
    Danke!

  24. Falls die Unterlagen des Verfahrens doch öffentlich werden, könnte Schavan das Urteil wieder anfechten.

  25. Wenn sie bereits vor Gericht letztinstanzlich unterlegen ist, denke ich nicht, dass sie das nachträglich anfechten könnte, wenn dann nachträglich Unterlagen öffentlich werden. Dennoch wäre es natürlich auch dann wieder ein Verstoß gegen das Verwaltungsrecht, Unterlagen zu veröffentlichen, die nach den Archivregeln z.B. bis 2043 unter Verschluss bleiben könnten.

  26. Als „Wahrheit“ sehe ich diesen „Spreng“-Satz:
    „Ihr früherer Kabinettskollege Karl-Theodor zu Guttenberg hatte der Offenlegung eines ausführlichen Berichts der prüfenden Universität Bayreuth dagegen zugestimmt. Allerdings hatte ihn die Kanzlerin zuvor dazu gedrängt.“

  27. Hach, man weiß ja nie, was die Leute meinen, wenn sie so viele Anführungszeichen benutzen. Ist daran etwas falsch? Und warum „sprengt“ das?

    Ich bezog mich mit meinen sarkastischen Anführungszeichen darauf, dass Preuß die Doktorentzugsbegründung wegen „vorsätzlicher Täuschung“ in Anführungszeichen setzte und sich damit davon mehr als journalistisch üblich distanzierte.

  28. Keine Panik! Habe das schon verstanden. Dieser „Spreng“-Satz sprengt zunächst nicht, ist aber brisant. Denn es folgen daraus automatisch die Fragen: Warum lehnt Schavan die Veröffentlichung ab, als „Unschuld vom Lande“ müßte sie doch dringend an der Veröffentlichung interessiert sein. Warum hat Merkel Guttenberg zur Veröffentlichung gedrängt, warum hat Merkel ihre Freundin Schavan nicht gedrängt. Fragen über Fragen…
    Und während wir uns diese Fragen stellen, haben die Medien nichts anderes zu tun, als fleißig und selbstlos fast unisono PR für Schavan zu machen.

  29. So ist es. Diese Gedanken werde ich schamlos im aktuellen Artikel verwursten.

  30. Wer weiss, vielleicht werden Details ja auch schon während des Verfahrens öffentlich.
    Was ich meine: Frau Schavan hätte ja von Anfang an sagen können, dass sie das Urteil der Uni Düsseldorf akzeptiert, wenn sie heute nochmal auf ihre Arbeit von damals schaut.
    Sie vertritt aber den Standpunkt, dass eigentlich alles in Ordnung sei mit ihrer Arbeit, das Urteil sei nicht neutral, gar politisch motiviert. Und Unterstützern oder auch beiläufigen Beobachtern liefert sie Nahrung für Zweifel, indem sie klagt. Die CDU und auch bei der ARD/ZDF wurde das genau so aufgenommen, es bestünden Zweifel, _weil_ sie klagt. Logik hin oder her, Politiker dementieren grundsätzlich, damit Gutgläubige weiter am sauberen Image festhalten können. Auch wenn das Verwaltungsgericht nichts am Verfahren auszusetzen haben sollte, wird die Schavan-Seite Argumente suchen, um auch diesmal Zweifel anzumelden. Wenn ich es richtig verstanden habe, könnte sich das ganze auch durch mehrere Instanzen ziehen.

  31. Ob Schavan mit ihrer Masche in der Öffentlichkeit davonkommt, wenn es offensichtlich ist, daß nicht die Uni Düsseldorf, sondern sie selbst das Verfahren intransparent halten will?

    Die Philosophische Fakultät ist bereit, ihre Entscheidung transparent zu machen, so die Betroffene einer Veröffentlichung zustimmt.

    http://www.uni-duesseldorf.de/home/nc/startseite/news-detailansicht/article/aberkennung-des-doktorgrades-entscheidung-verschickt.html

    Anja Kühne hat im Tagesspiegel bereits darüber berichtet:

    http://www.tagesspiegel.de/wissen/fall-schavan-uni-duesseldorf-will-transparenz-/7814062.html

  32. Pingback: Transparenz unerwünscht. Schavans heimliches Eingeständnis | Erbloggtes

  33. Ja, das habe ich auch gelesen. Der Inhalt wird ihr auch sicher nicht helfen. Und wenn er öffentlich wird, geht es nicht nur um den Inhalt, sondern dass dieser gegen ihren Willen bekannt würde und deshalb die Veröffentlichung als solche gegen sie gerichtet sei. Der unterstellte Zweck wäre dann die Beeinflussung des Gerichts.
    Der Inhalt würde sich dann die Debatte mit dem „Durchstechen von Informationen“ teilen müssen.

  34. Na, wie wir unsere Medienlandschaft kennen, würde die Debatte sich ausschließlich um das „Durchstechen von Informationen“ drehen, von Informationen wohlgemerkt, die das Gericht zweifellos selbst bekommt, und die daher ungeeignet wären, es zu beeinflussen. (Außer man glaubt, dass Gerichte stark von der öffentlichen Meinung abhängen. Aber wer das glaubt, glaubt auch, dass Schavan ihren Doktor zurückbekommt.)

  35. Ob Bischöfin Schavan bei der Öffentlichkeit damit durchkommt, ist schwer zu entscheiden. Die Öffentlichkeit teilt sich ja in verschiedene Gruppen.
    Inwieweit die PR auf die gerichtliche Auseinandersetzung Einfluss haben kann, weiss ich nicht. Da wird im Hintergund mehr zu erreichen sein. Vielleicht kann ja Biedenkopf noch ein paar Briefe schreiben…
    Wenn es aber um die öffentliche Meinung geht:
    Wenn man nicht alle überzeugen kann, dann zumindest einen Teil. Die Intellektuelle setzt jetzt auf das Mitgefühl und die Unterstützung aus ihrem Wahlkreis.

    In den USA gibt es kaum noch ein Thema, das nicht in der öffentlichen Meinung zweigeteilt wird. Wenn ich mir die Medienlandschaft und Arbeitswelt anschaue, hängt die gesellschaftliche Entwicklung hier dem Vorbild USA meist nur zeitlich etwas hinterher.

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