Friedensnobelpreis 2014 für Edward Snowden?

Erbloggtes hat sich 2011 und 2012 mit den erfolglosen Nominierungen von WikiLeaks und Bradley Manning für die Friedensnobelpreise dieser Jahre befasst. Heute ist ein Whistleblower für eine Nominierung zum Friedensnobelpreis 2014 in Vorschlag zu bringen, dessen Name erst seit gestern bekannt und in aller Munde ist: Edward Snowden. Was bisher über Snowden bekannt ist, stammt weitestgehend aus diesem Artikel, den jeder lesen sollte, der des Englischen einigermaßen mächtig ist:

Nachdem die Prism-Enthüllungen über die weltweite NSA-Überwachung, die auf Snowden zurückgehen, die internationale Medienberichterstattung der vergangenen Tage beherrscht haben, wird diese Enthüllung die Aufmerksamkeit weiter schüren, aber auch – wie Snowden und die Journalisten um Glenn Greenwald (der für seine Beiträge den Pulitzer-Preis verdient habe, wie Netzpolitik.org findet[1]) vorausahnten – vom Sachthema Prism auf die Person des Whistleblowers verschieben. Sehr zu empfehlen ist dazu auch das Video des Snowden-Interviews (Transkript):

Zur Person des Whistleblowers ist hier nichts beizutragen. Stattdessen folgen nach einer Abbildung des Titelblatts der heutigen Guardian-Printausgabe allgemeine Überlegungen zu Whistleblowern und dem Friedensnobelpreis:

Titelblatt von The Guardian, 10. Juni 2013

Titelblatt von The Guardian, 10. Juni 2013, Quelle: http://twitter.yfrog.com/z/2h4fgbj

Edward Snowden hält sich derzeit in Hongkong auf und fürchtet die Rache der US-Behörden. Zuerst wird ihn vermutlich die Rache der US-Medien ereilen, wie ein Tweet sarkastisch prophezeit:

WikiLeaks-Gründer Julian Assange sitzt seit Mitte 2012 in der Londoner Botschaft Ecuadors, wo man ihm politisches Asyl gewährte. Da die Briten ihn trotzdem beim Verlassen der Botschaft verhaften wollen, kann man das Hausarrest nennen. Manning sitzt an einem unbekannten Ort in der Nähe von Fort Meade in Haft, wo ihm seit dem 3. Juni 2013 der Prozess gemacht wird. Die Misshandlungen Mannings in Haft waren so schwer, dass Richterin Denise Lind ihm bereits vor dem Prozess 112 Tage Hafterlass zusprach.

Für den Friedensnobelpreis 2013 ist Manning erneut nominiert, seine Chancen sind aber eher schlecht, da er die Rekordzahl von 258 Konkurrentinnen und Konkurrenten hat, darunter 50 Organisationen und die populäre, erst 1997 geborene pakistanische Bloggerin Malala Yousafzai.[2] Dass die Nominierung von Whistleblowern für den Friedensnobelpreis aber fortgesetzt wird, und das hoffentlich auch 2014 mit Edward Snowden, weist darauf hin, dass es sich dabei um ein friedenspolitisch virulentes Feld handelt: Transparenz des Staatshandelns für Bürger und andere Staaten gehört zu den Grundlagen von innerem und äußerem Frieden – insbesondere angesichts der weltweiten Vernetzung durch das Internet. Das Nobel-Komitee muss diesem Zusammenhang von Frieden und Whistleblowing mittelfristig gerecht werden. Ausführlichere Überlegungen zu diesem Zusammenhang finden sich hier: Mit Immanuel Kant durch Whistleblowing zum ewigen Frieden.

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6 Antworten zu “Friedensnobelpreis 2014 für Edward Snowden?

  1. Pingback: Mit Immanuel Kant durch Whistleblowing zum ewigen Frieden | Erbloggtes

  2. Auf Hinweis einer Leserin hier die Anmerkung, dass Bradley Manning sich als transgeschlechtliche Frau identifiziert und lieber Breanna Manning genannt werden will.

  3. Was ist ein Leben ohne Freiheit?
    Wer ist böser? Wer einen Menschen oder wer die Freiheit ermordet?
    $ 211 StgB
    Mörder ist, wer
    …aus Habgier .oder sonst aus niedrigen Beweggründen, (z.B. Machterhalt)
    heimtückisch (Prism) oder …. mit gemeingefährlichen Mitteln (Prism)…

  4. Orlando Furioso

    … wer den Gedanken unterstützen und weiterverbreiten will, bitte unterzeichnen und den Link veröffentlichen, danke!
    http://www.avaaz.org/de/petition/Nominiert_Edward_Snowden_fuer_den_Friedensnobelpreis/

  5. Heute wurde bekannt, dass der schwedische Professor Stefan Svallfors, einer der verhältnismäßig wenigen Nichtparlamentarier mit Vorschlagsrecht, Edward Snowden für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen hat:

    Snowden habe „in heldenmütigem Einsatz zu einem hohen persönlichen Preis die Existenz und die Dimension der Überwachung der weltweiten elektronischen Kommunikation durch die US-Regierung enthüllt“.

    http://futurezone.at/netzpolitik/17101-snowden-fuer-friedensnobelpreis-vorgeschlagen.php

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