Schavan zum Mitglied des Hochschulrats der LMU München ernannt

Erbloggtes von Causa Schavan:

Annette Schavan ist soeben als externes Mitglied in den Hochschulrat der Ludwig-Maximilians-Universität München berufen worden. Man freue sich, dass sie

mit ihrer ausgewiesenen Kenntnis der deutschen Hochschullandschaft sowohl aus wissenschaftspolitischer als auch fachwissenschaftlicher Perspektive eine wichtige Bereicherung sein

werde, erklärte LMU-Präsident Bernd Huber. [1]

Weiterlesen… noch 51 Wörter.

Erwiesenes Kennerinnentum der Hochschullandschaft aus wissenschaftspolitischer Perspektive kann man durchaus konstatieren, wenn es jemandem gelingt, für die eigene Weißwaschung dutzendweise Wissenschaftsfunktionäre einzuspannen und dann die Puppen tanzen zu lassen: Von Wissenschaft als sozial organisierter Wahrheitssuche bleibt auf diese Weise nur noch das sozial Organisierte übrig, da alle empirischen Hinweise auf Wahres abgetan werden und mit Hilfe von Phantasiegebilden eine Praxis der Wahrheitsleugnung etabliert wird. Das zentrale Argument der Schavanisten lautet doch:

Sie sagt, sie wollte nicht täuschen, und sie war immer gut zu uns, also stimmt das auch.

In Sachen Wissenschaft bräuchten die entsprechenden Spaßvögel wohl mal ein paar Sesamstraßenerklärungen. Oder man muss sie als unbelehrbar aufgeben und sich der fröhlichen Wissenschaft hingeben, ganz nach dem Motto:

Sing’ und schwing das Bein
Lass die Sorgen Sorgen sein,
In das Lied stimm’ ein,
Ganz wie Schavan sagt!

Wie sollte man auch sonst auf die Idee kommen „das zentrale Aufsichts- und Entscheidungsgremium der Universität“[1] mit einer überführten Wissenschaftsbetrügerin zu besetzen, die der Öffentlichkeit – und wahrscheinlich nicht nur der – Tag für Tag ohne mit der Wimper zu zucken ins Gesicht lügt? Was denken die sich denn, was sie tun wollen, wenn das VG Düsseldorf demnächst gegen Schavan entscheidet?

Oder lautet der Plan, dass sie die Amtsperiode bis Oktober 2015 schon durch weitere Instanzen und Prozessverschleppung über die Bühne bringen soll, ohne dass gerichtlich abschließend geklärt wird, wie es um das Bildungsgewissen von Schwester Gewissensbildung bestellt ist? Gibt es gar einen Plan, nach dem das VG Düsseldorf gar nicht anders kann, als gegen die auf dem Tisch liegenden Beweise zu entscheiden?

Fragen über Fragen. Plausibel ist da nur noch eine Erklärung. Es handelt sich mehrheitlich um von Jim Henson erdachte Figuren. Die haben bekanntlich detaillierte Steuerungsmöglichkeiten rektal eingebaut.

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4 Antworten zu “Schavan zum Mitglied des Hochschulrats der LMU München ernannt

  1. Unglaublich.

    Das ist wohl nur damit zu erklären, dass die deutschen Universitäten – mit gutem Grund – unter massiver Existenzangst leiden. Man greift nach jedem Seilschafts-Seil und -Faden, den man kriegen kann, in der Hoffnung, es möge nützen. Es scheint mir aber durchaus ein LMU-Phänomen zu sein, den Glauben an den eigenen elitären Status mit völliger Haltungslosigkeit zu verbinden, ohne ein Problem zu sehen.

  2. Gefügig macht man die Wissenschaft mit Zuckerbrot („Exzellenzinitiative“, Drittmitteltropf) und Peitsche (Existenzangst, Grundmittelaustrocknung). Wendet man beide Mittel nur skrupellos genug an, ist die Wissenschaft bald bereit, Beliebiges für wahr zu erklären.

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