Eichenbachsche Lebensbilder

Er lebte selbstverständlich vor, wie Noblesse in der Postmoderne sich ihre habituelle Distinktion von der nivellierten Mittelstandsgesellschaft bewahren konnte. Seine Erfahrungen und Widersprüche notierte Theo-Ullrich Ludwig von Eichenbach dabei als getreuer Chronist eines Standes, der weiten Teilen der heute als Öffentlichkeit geltenden Sphäre unzugänglich geblieben ist, und tat damit ein beeindruckendes Vermittlungswerk, das zu interständischem Verständnis ebenso beiträgt wie aufruft. Er kenne keine Adligen und keine Bauern mehr, er kenne nur noch Wähler, ist ein von H. A. Seemüller geschöpfter Weisspruch, und auf dieser Grundfeste ruht auch Eichenbachs Überzeugung, die sich in seinen Notizen nun unverstellt offenbart.

Zu danken ist besonders dem Herausgeber Holger Woehrig, der diese illustrierte Ausgabe aufopferungsvoll zusammengetragen und ediert hat, und natürlich Theo-Ullrich Ludwig von Eichenbach selbst. Während Subalternen der Aufstieg zur Exzellenz vom Neid des Arbeitnehmerkollegiums verwehrt wird, weil angeblich „Eingangsvoraussetzungen für den höheren Auswärtigen Dienst“ fehlten, muss man sich doch sehr wundern, dass die Berufung den diplomatisch hochbegabten größten Sohn des Hauses Eichenbach noch nicht erreicht hat: Denn der „gute Ruf und die Professionalität des Auswärtigen Amtes gründen nicht zuletzt auf dem Prinzip, Leiterstellen an Auslandsvertretungen mit Berufsdiplomaten zu besetzen“.[1] Nur die bringen ja auch die nötige Würde für eine solche Aufgabe mit.

Überblick über Fragmente aus Eichenbachs bisherigem Opus

Rund ein Jahr, nachdem sich Kairos und Minerva gegen ihn verschworen hatten (von Roten, Pöbel und Schmierfinken ganz zu schweigen), hörte man erstmals wieder von Eichenbach, der sein Leben und Werk in jungen Jahren aufzuarbeiten gedachte, damit die Nachwelt nicht im Unklaren bliebe über Charakter und Schicksal eines simplen Großen. In einer inzwischen stattlich angewachsenen Sammlung von Schriften bietet er der geneigten Leserschaft Erklärung und Apologie für das Werden und Wirken eines großen Geistes:

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