Sexualkunde für Hassprediger II

Erübrigt es sich, auf einzelne Exemplare in der Wiederholung der gleichen Ressentiments einzugehen, die hier vor einer Woche anhand von Texten von Roland Tichy und Antje Schmelzer als Sexualkunde für Hassprediger diskutiert wurden? Wer das bejaht, darf gleich zum letzten Abschnitt springen. Die Kampagne gegen moderne Sexualaufklärung nimmt ihren Lauf, und wo Hassprediger über Sexualkunde wettern, darf ein Fleischhauer nicht abseits stehen:

Auch er befasst sich nun mit dem Standardwerk:

  • Elisabeth Tuider, Mario Müller, Stefan Timmermanns, Petra Bruns-Bachmann, Carola Koppermann: Sexualpädagogik der Vielfalt. Praxismethoden zu Identitäten, Beziehungen, Körper und Prävention für Schule und Jugendarbeit, 2. Auflage, Weinheim/Basel 2012, ISBN 978-3-7799-2088-5 (Inhaltsverzeichnis, Leseprobe: S. 15-24, Google Books zur 1. Auflage).

Wie zu erwarten hat auch er keine Ahnung, projiziert aber seine eigenen Wertvorstellungen und seine Phantasien auf alle, über die er spricht, und zwar in der Verkleidung empirischer Aussagen, z.B. so:

„Es sind die Eltern, die sich bei der Vorstellung erschrecken, nicht die Kinder. Denen ist das nur unsagbar peinlich.“

Das ist schon Standard im Genre der Sexualkunde-Hasspredigt. Immerhin spricht Fleischhauer auch mal über sich, und das ist die ehrlichste Stelle des Artikels:

„Ich ging bislang davon aus, dass Kinder im Aufklärungsunterricht vor allem etwas über Verhütungsmittel lernen, um ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden.“

Man kann das so sagen: Vor 200 Jahren gab es Aufklärungsunterricht mit dem Tenor: Kein Sex vor der Ehe! Als Fleischhauer zur Schule ging, hatte der Tenor sich geändert: Schwangerschaftsverhütung vor der Ehe! Mit dem Fortschritt der Sexualpädagogik seitdem kann Fleischhauer nichts mehr anfangen. Und er möchte das auch nicht. Wie andere Menschen, wahrscheinlich eine Generation jünger als Fleischhauer, über sexuelle Aufklärung denken, zeigt beispielsweise dieser persönlich gefärbte Artikel.

So alt wie er sich fühlt

Irgendwie kann sich Fleischhauer auch Pädagogik gar nicht anders vorstellen als damals, in den 1970ern, als die Funktionsstellen an deutschen Schulen von Leuten im besten Alter besetzt wurden, die ihre Ausbildung im Nationalsozialismus erhalten hatten. Wenn er sagt, „dass offenbar auch die Einübung in Sexualtechniken, die selbst vielen Erwachsenen fremd sind, zum Unterrichtsstoff gehört“, dann setzt er damit (in der günstigsten Interpretation, dazu später mehr) sein Bild von „Unterrichtsstoff“ voraus. Das erschöpft sich in etwa in Sätzen, die man einpauken und auswendig aufsagen können muss, zum Beispiel so:

„albanisch“ ist eine Sexualpraktik, die um das Reiben und Drücken des Penis in der Kniekehle des Partners zentriert ist. „spanisch“ ist ein Begriff für das Reiben des Penis zwischen Brüsten. (frei nach Wikipedia)

Vielleicht müsste jemand Fleischhauer mal ein paar Grundlagen aktueller Pädagogik erläutern. Auch seine Vorstellung von der Rolle der Lehrkraft (für Fleischhauer eine „Lehrerin“, es geht ja um Frauenthemen) im Unterricht erscheint bestenfalls veraltet:

„Vermutlich hören sie [die Schülerinnen und Schüler] einfach weg, wenn die Lehrerin ihnen auseinanderzusetzen versucht, wie man am besten ein Modell-Bordell plant oder in Handschellen zum Höhepunkt kommt.“

Fraglich, ob man dieses Bild irgendwie aus der Lektüre der Übungsentwürfe im Buch „Sexualpädagogik der Vielfalt“ gewinnen kann, oder wie borniert man an das Buch herangehen muss, um Frontalunterricht mit Lehrervortrag als Unterrichtsform vorauszusetzen. Dabei böte es so viel Stoff für bildungsbürgerliche Ressentiments anderer Art, wenn es Fleischhauer bewusst wäre, dass das Unterrichtsziel gar nicht ist, dass die Teilnehmer irgendwelche Fakten aufsagen können. Sondern dass es viel eher darum geht, dass sie über Sexualität reden lernen (und das heißt üben). Dass sie nicht schon „bei der Vorstellung erschrecken“ und lernen, dass es nicht „nur unsagbar peinlich“ ist, „offen über ihre Vorlieben und Bedürfnisse zu sprechen“.

Was Fleischhauer gelesen haben will – und was da wirklich steht

Das wäre aber alles noch kein Grund, zu lügen. Und als Lügen muss man es wohl ansehen, wenn Fleischhauer behauptet, dem Buch „Sexualpädagogik der Vielfalt“ habe er entnommen:

„Für das Autorenteam sollte man als Heranwachsender spätestens mit zwölf wissen, wo der ‚Penis sonst noch stecken‘ könnte.“

Fleischhauers markante Formel, wo der „Penis sonst noch stecken“ könnte, findet sich auf S. 39 des Buches im Kapitel „Vielfalt“ in „Teil II: Sexualpädagogische Methoden“, und zwar bald nach allgemeinen Begründungsüberlegungen, warum eine „Sexualpädagogik der Vielfalt“ sinnvoll ist – für die Fleischhauer sich wohl gar nicht interessiert hat:

„Aus einem freiheitlich-demokratischen Verständnis heraus ist Vielfalt aufgrund des Rechtes der freien Entfaltung der Persönlichkeit positiv zu bewerten und zu schützen. Aber trotzdem dienen gesellschaftliche Positionen wie Frau, Schwuler, Migrantin oft als Grundlage für Abwertung und Diskriminierung einer Einzelperson oder Gruppe. Was es stattdessen braucht, ist die Anerkennung des Anderen, Respekt, Offenheit und Neugier im Umgang miteinander sowie in gewissem Maße auch die Bereitschaft zu gesellschaftlichen Veränderungen. An der Schnittstelle zu universell geltenden Menschenrechten zeigt sich die politische Dimension von Sexualpädagogik.“ (S. 38)

Die Fleischhauer offenbar so markant erschiene Passage steht kurz danach im Kontext des in der pädagogischen Praxis regelmäßig auftretenden Zeitmangels, mit dem man notfalls so umgehen könne:

„Ansonsten kann zum Beispiel beim Thema Sexualpraktiken eine Frage (‚Wo können Berührungen noch angenehm sein?‘, ‚Wo könnte der Penis sonst noch stecken?‘) oder das Aufmalen einer ‚Landkarte‘ sowie das Verzeichnen derjenigen Praktiken, die besprochen, und derjenigen Aspekte, die ausgeblendet wurden, helfen, den Aspekt der Vielfalt wenigstens vom Ansatz her bewusst zu machen.“

Fleischhauers Lüge besteht darin, dass er behauptet, die Penis-Frage solle man laut Buch als „Heranwachsender spätestens mit zwölf“ beantworten können. Davon ist in dem Buch keine Rede. Die Altersangabe in Fleischhauers nächstem Satz ist dagegen richtig, der Kontext natürlich nicht:

„Ab der Altersstufe 14 empfehlen die Fachleute die Beschäftigung mit Vibrator, ‚Taschenmuschi‘ und Lederpeitsche.“

Das Wort „Taschenmuschi“ (in Anführungszeichen!) kommt ausschließlich in der Übung „Sex-Mosaik“ auf S. 81 vor (und auch sonst nirgends ohne Anführungszeichen). Wer keinen modernen Aufklärungsunterricht genossen hat und daher nicht weiß, was eine „Taschenmuschi“ überhaupt sein soll, findet in der Wikipedia unter „Künstliche Vagina“ eine bebilderte Erläuterung. Wer nun glaubt, das Standardwerk „Sexualpädagogik der Vielfalt“ enthalte Workshop-Konzepte, bei denen Pubertierende in der Anwendung von Sexspielzeug geschult werden (oder diene, wie Fleischhauer schreibt, der „Einübung in Sexualtechniken, die selbst vielen Erwachsenen fremd sind“), den hat Fleischhauer erneut hinters Licht geführt. Und dabei die Sexualpädagogen gleich ins Licht von § 180 StGB gestellt, was womöglich den Tatbestand des einen oder anderen Ehrdelikts erfüllt (auch wenn man ihm zugute halten muss, dass er Kinderficker-Suggestionen ausgelassen hat). Denn in der Übungsskizze „Sex-Mosaik“ heißt es:

„Material
Viele unterschiedliche Gegenstände, die etwas mit den Themen Sexualität, Liebe, Beziehungen zu tun haben, zum Beispiel: Kondom, Lippenstift, Parfüms, Schnapsflasche, rosa Plüschsofa, Latexhandschuh, rotes Herz, Eheringe, Handschellen, Tampon, Pillenpackung, Duschgel, Seil, Vibrator, Kerze, Gleitmittel, Intimwaschlotion, Massageöl, Kochlöffel, Reizwäsche, Herren-Tanga, Kreuz, Kopftuch, Bibel, Liebesbrief, Handy, kleiner Fernseher oder Fernbedienung, DVD-Hülle, Sonnenöl, Stein, Flugticket, Blumen, Frischhaltefolie, Tennissocke, Pumps, Badewanne, Bett, Taschentücher, Rasierer, Deo, Zahnbürste, Musik-CD, Nagellack, Spiegel, Klopapier, Auto, Teddybär, Lederpeitsche, ‚Taschenmuschi‘, Taschenlampe, Zeitschrift (Bravo, Liebesroman, Playboy …) etc.“ (S. 81)

Und wie läuft sie nun ab, die Übung, die Fleischhauer als bestenfalls unseriös ansieht?

„Die Gruppe sitzt im Stuhlkreis, in der Mitte liegen die Gegenstände. Die Teilnehmenden stehen auf und sehen sich die am Boden liegenden Gegenstände in Ruhe an. Dann erhalten sie folgende Aufforderungen:
1. Wähle aus den Gegenständen denjenigen aus, der für dich unbedingt zur Sexualität dazugehört.
2. Wähle auch einen Gegenstand aus, der für dich keinesfalls etwas mit Sexualität zu tun hat.
Wenn alle Jugendlichen sich für zwei Gegenstände entschieden haben, sollen sie diese Gegenstände an sich nehmen, sich auf ihren Platz im Stuhlkreis zurückbegeben und die beiden Gegenstände vor sich hinlegen.
Wichtig ist, dass von den Teilnehmenden nur solche Gegenstände gewählt werden, die Aspekte beinhalten, die in dieser Gruppe öffentlich gemacht werden dürfen bzw. wo dies passend ist. Jede/-r soll und kann hier ganz bewusst eine Entscheidung treffen.
In einem ersten Schritt überlegt nun die Gruppe bei jedem einzelnen Teilnehmenden, welcher der beiden Gegenstände von der jeweiligen Person als ‚unbedingt zur Sexualität gehörend‘ und welcher Gegenstand als ‚keinesfalls zur Sexualität gehörend‘ ausgewählt wurde. Die betreffende Person sagt dazu zunächst nichts, bis in der Gruppe eine abschließende Einschätzung gefunden wurde. Erst dann sagt der/die Teilnehmende, welcher Gegenstand für sie/ihn zur Sexualität unbedingt bzw. keinesfalls dazugehört, und auch, warum dies für sie/ihn so ist.“ (S. 81f.)

Im Gegensatz zu Fleischhauers Unterstellung, Jugendliche müssten zur Teilnahme an einer solchen Übung gezwungen oder genötigt werden, weil sie dazu nicht von sich aus bereit seien, betonen die Autoren wiederholt die Freiwilligkeit als generellen Grundsatz ihrer Sexualpädagogik. Auch bei dieser Übung speziell merken sie an:

„Die Teilnehmenden sollten von niemandem zu vertiefenden Aussagen gedrängt werden. Peinlichkeitsgrenzen oder Ängstlichkeit müssen respektiert werden.“ (S. 82)

Dass irgendetwas im Zusammenhang mit Pädagogik auf Freiwilligkeit basieren könnte, kann sich Fleischhauer wohl grundsätzlich nicht vorstellen. Auch wenn im Buch kein Zweifel daran gelassen wird, dass die zentrale pädagogische Pflichtveranstaltung – die Schule – von ausgiebiger Sexualpädagogik schon aus Zeitmangel weitgehend verschont bleibt. Anwender der „Sexualpädagogik der Vielfalt“ sind also – wohl stärker als Lehrerinnen und Lehrer – „haupt- und ehrenamtlich Tätige in der Jugend- bzw. Sozialen Arbeit“ (S. 7). Kein Wunder, dass die Übungsskizze „Sex-Mosaik“ von einem Mitarbeiter einer solchen Einrichtung beigetragen wurde, nämlich einer Drogenberatungsstelle (S. 83).

Für Fleischhauer nicht das erste Mal

Ist es nötig, zu erwähnen, dass Fleischhauer auch die weitere Übung, auf die er – neben dem unvermeidlichen „neuen Puff für alle“ – eingeht, schwer verzeichnet? Fleischhauer:

„Im Unterricht zieht jeder ein Kärtchen mit einem ‚ersten Mal‘, über das er dann in Form eines Gedichts, eines Bildes oder eines Sketches Auskunft gibt. Die Themen auf den Kärtchen sind: ‚Das erste Mal ein Kondom überziehen‘, ‚das erste Mal ein Tampon einführen‘, ‚das erste Mal Analverkehr‘.“

Im Original stellt sich die Übung „Das erste Mal … Ja, welches denn?“ auf S. 151f. etwas anders dar:

„Die Leitung fragt die Teilnehmenden im Plenum, an was sie denken, wenn vom ‚ersten Mal‘ die Rede ist. Sie weist darauf hin, dass es viele verschiedene erste Male gibt, wie zum Beispiel das erste Mal Autofahren, das erste Mal Fallschirmspringen etc.
Die Teilnehmenden werden aufgefordert, Kleingruppen à vier Personen zu bilden (zum Beispiel mittels Abzählen). Die Kleingruppe zieht vier Erstes-Mal-Karten und geht in einen eigenen Raum. Dort sollen sich die Teilnehmenden über Wünsche, Unsicherheiten, Fantasien, Hoffnungen und Ängste in Zusammenhang mit den auf den Karten beschriebenen ersten Malen austauschen.
Dann wählen sie ein erstes Mal aus, dass sie in frei gewählter Form (als Gedicht, als Bild, als Skulptur, als Theaterstück, Sketch, Pantomime oder Ähnliches) vorbereiten/darstellen. Im Plenum präsentiert jede Kleingruppen ihr erstes Mal, dass von den Zuschauenden erraten werden soll. […]
Die Teilnehmenden sollen darauf hingewiesen werden, dass sie nicht über ihre eigenen Erfahrungen bei ‚dem ersten Mal‘ reden müssen. […] Die Leitung sollte darauf achten, dass beim Austausch über die ersten Male persönliche Grenzen nicht überschritten werden. […] Wichtig ist, dass kein erstes Mal sein muss, und es auch nicht das Ziel ist (endlich) ein erstes Mal – welches auch immer – zu haben.“

Die Liste der Vorschläge für die erwähnten „Erstes-Mal-Karten“ konzentriert sich auch keineswegs auf Genitalien. Die ersten sieben von 21 Vorschlägen lauten: Das erste Mal … Eifersucht – Selbstbefriedigung – einen Liebesbrief schreiben – sich verlieben – Petting – sich verabreden – Schmetterlinge im Bauch.

Actually about ethics in journalism?

Wenn man es so darstellt, wie es da steht, in dem mutwillig skandalisierten Buch, dann wird es schwierig, irgendjemandem das angeblich unerhört Ungehörige an moderner Sexualpädagogik verständlich zu machen. Das erschwert natürlich den Spagat, gleichzeitig bei der Realität zu bleiben und ein Publikum zu bedienen, das einen Kolumnisten nur noch wegen des Aufregerpotentials liest. Da entscheidet man sich im Sinne des Broterwerbs dann vielleicht gegen die Realität. Es wird schon keiner merken von den dummen Menschen, die noch solche hingeschmierten Kolumnen lesen.

Bei Realitäten, die grundsätzlich von jedem überprüfbar wären, etwa indem man das „zitierte“ Buch zur Hand nimmt, ist das Problem noch handhabbar. Nun berichten Journalisten aber auch zahlreiche Dinge, die grundsätzlich nicht nachprüfbar sind, schon gar nicht von jedem. Die arglose Zurkenntnisnahme unüberprüfbarer Darstellungen angeblicher Realitäten kann zu schwerwiegendem Realitätsverlust führen. Brauchen Zeitungen also künftig Warnhinweise wie Tabakwaren?

Es ist anhand dieses Falles auch ein breiteres Muster zu erkennen: Der jüngere Umgang des deutschen „Qualitätsjournalismus“ mit dem Buch „Sexualpädagogik der Vielfalt“ sagt wenig Richtiges über diese aus. Über den „Qualitätsjournalismus“ lehrt dies immerhin, dass es zumindest fahrlässig ist, seine Tatsachenbehauptungen zu glauben. Aber wozu sollte ein Journalismus gut sein, wenn man den darin behaupteten Tatsachen grundsätzlich keinen Glauben mehr schenken kann? Und wer sollte für solchen Journalismus noch bezahlen?

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35 Antworten zu “Sexualkunde für Hassprediger II

  1. Sascha Pommrenke

    Fleischhauer ist ein Realtyp des Demagogen.
    „Demagogie betreibt, wer bei günstiger Gelegenheit öffentlich für ein politisches Ziel wirbt, indem er der Masse schmeichelt, an ihre Gefühle, Instinkte und Vorurteile appelliert, ferner sich der Hetze und Lüge schuldig macht, Wahres übertrieben oder grob vereinfacht darstellt, die Sache, die er durchsetzen will, für die Sache aller Gutgesinnten ausgibt, und die Art und Weise, wie er sie durchsetzt oder durchzusetzen vorschlägt, als die einzig mögliche hinstellt.“– Martin Morlock 1977
    zitiert nach Wiki

    Gleich welches Thema erzeugen und befeuern Fleischhauer und Konsorten (oder sollte man sagen Kameraden) ein gesellschaftliches Klima, dass gekennzeichnet ist durch Ausgrenzung, Abwertung und Demütigung der als Anders definierten. Derweil werden die Qualitätsjournalisten vom Volke gefeiert, als die letzten Redlichen, die den Mut haben, Wahrheiten auszusprechen.

    Und wenn die eigene Klientel dann Worten Taten folgen lässt, gibt man sich ganz empört. „Man wird doch wohl noch sagen dürfen…“

  2. Danke!❤

  3. Auch von mir ein Danke! Ich hatte auf SPON nur Fleischhauers Überschrift gesehen und mir war klar, das will und muss ich nicht lesen. Jetzt ist die Replik in meine Timeline gespült worden. Reicht völlig, das hier zu lesen.

  4. Als Vater dreier Kinder (von denen das Älteste so langsam in die Pubertät kommt), mache ich mir (da ich von Beruf kein Sozialpädagoge bin) ernsthaft Gedanken, welche Art der Sexualaufklärung wohl alters-/entwicklungs- oder (Gottbewahre) geschlechtsgerecht sein könnte.

    Da lese ich also den Artikel von Herrn Fleischhauer – und kurze Zeit darauf diesen Artikel, der genau diesen Autor als „Hassprediger“ diffamiert. Jetzt bin ich genauso schlau wie vorher – weil ich an der Stelle aufgehört habe zu lesen.

    Stimmt nicht, eins weiß ich jetzt: Fefe hat Recht… (http://blog.fefe.de/?ts=aab405b0)

  5. Wenn Sie bei der ersten Irritation zu lesen aufhören, kann Ihnen niemand helfen. Dann werden Sie nämlich immer nur das lesen, was Sie eh schon glauben.

  6. Danke auch von mir! Mir fehlten die Worte, so sauer war ich als ich den Fleischhauer Artikel gelesen habe. Diese Analyse trifft den Kern exakt, auch der Exkurs über frustrierte, weil nicht ernstgenommen und nur wegen des Aufrregerpotentials gelesene Kolumnisten.

  7. ‚Irritationen‘ schrecken mich normalerweise nicht ab. Da sind Sie leider deutlich drüber hinaus – aber das fällt wohl unter „Aufmerksamkeitsökonomie“.

  8. Das fällt unter „den Spiegel vorhalten“. Mehr dazu, was die Ablehnung von Aufklärung mit ISIS zu tun hat, könnten Sie im oben erwähnten Vorgängerartikel Sexualkunde für Hassprediger erfahren.

  9. Danke für diese gute Analyse und Recherche. Es ist recht niederschmetternd, welche üble Polemik sich angesichts dieses Themas, das eine sachliche Debatte wirklich nötig hätte, nicht nur an den Stammtischen, sondern auch in den Medien breitmacht.

    Ergänzen möchte ich hier noch, dass diese Polemik nicht nur zu Lasten der Kinder und Jugendlichen geht, sondern sich in letzte Zeit mit einer in solcher Aggression bis vor kurzem unvorstellbaren Polemik gegen Schwule, Lesben, Trans*, bi- und intersexuelle Menschen vermengt.

    Die sprachlichen Verschleierungsstrategien der Bildungsplan-Gegner_innen habe ich neulich einmal näher betrachtet:
    http://derzaunfink.wordpress.com/2014/10/02/ein-festival-des-neusprech-die-schuldebatte/

  10. Sascha Pommrenke

    @Andreas: Was genau hat denn fefes Beitrag mit dem hier von Erbloggtes Beschriebenem zu tun?
    Und Fleischhauer kann man gar nicht diffamieren. Den braucht man nur zitieren.

  11. @fink: Ja, vielen Dank für die Hinweise! In der Tat ist das Buch „Sexualpädagogik der Vielfalt“ schon in der Debatte um den BW-Bildungsplan herbeigezogen worden. Matthias Matussek schrieb im Februar nach einem Konflikt mit Stefan Niggemeier über die Frage, ob Homosexualität ok sei oder verdammenswürdig:

    [Wir leben] In wirren Zeiten, in denen in der als Standardwerk empfohlenen „Sexualpädagogik der Vielfalt“ Übungen wie „der neue Puff für alle“ angeraten werden, wo sich dann 15-Jährige, wie es heißt, mit den „vielfältigen Lebens- und Liebesweisen“ bzw. „Sexualitäten“ auseinandersetzen. In dem Puff-Spiel geht es um Fragen wie „Welche sexuellen Vorlieben müssen in den Räumen bedient und angesprochen werden?“
    Wissen Sie, Niggi, aufgeschwemmter Mausepaul, ich habe als 15-Jähriger meine eigenen Erfahrungen gemacht, ganz ohne Lehrbuch oder Puff, die heutzutage offenbar die Pole sind, zwischen denen eine komplett verdinglichte Sexualität pendelt – sie schwankt zwischen völliger Ratlosigkeit oder käuflichem Sex. Wir damals dagegen hatten ganz einfach Spaß und waren ständig entweder verliebt oder traurig, wenn wir es nicht waren, aber es ging immer um die große Liebe.“[1]

    Der größte Witz an diesem Vorbild der aktuellen Artikel, ich muss immer wieder darüber kichern, ist die Inanspruchnahme der Kritischen Theorie („eine komplett verdinglichte Sexualität“) für Matusseks deutschromantizistische Früher-war-alles-besser-Rhetorik.

  12. Pingback: Umleitung: Sexualkunde, Nuhr, Klassenkampf, Armut, richtig zulangen und mehr. | zoom

  13. Zwei interessante Quellen sind hier zitert (ich nehme an, zuverlässiger als Fleischhauer das tut):
    “Demo für Alle”: Wo sich Homophobie und der Klu Klux Klan die Hand reichen.
    – ein Bericht von einer Anti-Bildungsplan-Demo
    – ein Interview mit Elisabeth Tuider

  14. Diesen Twitter-Dialog, an dem ungefähr deutlich wird
    a) wie die Übung Sex-Mosaik funktionieren kann
    b) dass Sexualpädagogik (oder: drüber reden) auch für Erwachsene nicht überflüssig ist
    möchte ich niemandem vorenthalten:

    – Ein alter Sack fragt: Was genau haben Frischhaltefolie und Tennissocken mit Sexualität Liebe Beziehungen zu tun?
    – Das kommt total drauf an… Es gibt Leute, die turnt das an. Wobei Tennissocken doch das unerotischste überhaupt sind…
    – Hä? Ich denke ich habe ein bisserl Fantasie aber was turnt jemanden an Frischhaltefolie an?
    – Seinen Partner drin einwicklen / sich drin einwickeln lassen. Außerdem Asphyxie-Sex (gefährlich). Do not try this at home. … Und Fetische sind ja sowieso so irrational und individuell wie nur was. Ich sag‘ nur: Schlachterhandschuhe. Kein Witz.

  15. ollischaefer

    Ausgezeichneter Lesestoff, dieser entlarvende Zweiteiler. Recherche war offenbar nicht die Stärke im Journalismus-Studium von Herrn Fleischhauer und Frau Schmelcher…

  16. Danke für die Verlinkung meines Artikels🙂

  17. Man muss Fleischhauers Ansicht nicht generell teilen. Hier aber hat er recht. Und ist viel näher an der Vorstellungswelt von Kindern und Jugendlichen als seine Kritiker. (Sagt eine Mutter von 4 Kindern zwischen 16 und 26.)

  18. Hallo Katharina! Wenn Sie den Text gelesen hätten, müssten Sie bemerkt haben, dass Fleischhauer behauptet, sexualpädagogische Methoden aus einem Buch zu zitieren, nur dass diese darin ganz anders beschrieben sind. Wenn man auf dieser Grundlage behauptet, er habe damit recht, dann lässt sich das nicht durch Mutterschaft mehrerer Kinder begründen.

  19. Als Autor hat man zwei Möglichkeiten: Entweder – vorausgesetzt, man kann ungestört arbeiten – es erfolgt die Abschrift vorhandener Texte, oder man versucht, originell zu sein, was ebenfalls meist schief geht.

    von Eichenbach

  20. Die überwiegende Zahl der Komentatoren hier lässt die Zielgruppe des bewussten Buchs außer acht – das Ding soll nicht von Ex-Achtundsechzigern, verklemmten Sozialpädagogen oder verkappten Kinderschändern gelesen werden, sondern von Kindern und Jugendlichen. Und für die ist es definitiv nicht geeignet. Denke ich und denkt garantiert die Mehrheit der Deutschen – da können die randständigen User dieses Blogs hier noch so wettern und geifern und wütend den Spiegel-Kommentator anpissen…

  21. Teurer Realist, ich mag ja von der Realität, wie sie eigentlich ist, keine Ahnung haben. Aber dass das betreffende Buch „Sexualpädagogik der Vielfalt. Praxismethoden zu Identitäten, Beziehungen, Körper und Prävention für Schule und Jugendarbeit“ heißt und sich an sozialpädagogisch Tätige in „Schule und Jugendarbeit“ richtet, dafür muss man die Realität nicht kennen, das steht auf dem Titelblatt und auch in der für jeden abrufbaren Leseprobe ab S. 15 (oben verlinkt), die mit „Sexualpädagogische Standortbestimmung“ überschrieben ist.

    Dass das Buch sich nicht an Kinder und Jugendliche richtet, hätte Ihnen auffallen können, wenn Sie sich mal ein paar Seiten daraus (die verlinkte Leseprobe zum Beispiel) zu Gemüte geführt hätten, statt zu wettern und zu geifern und hier wütend die Kommentatoren anzupissen…

  22. Pingback: Markierungen 10/31/2014 - Snippets

  23. In dem Buchzitat: „Was es stattdessen braucht, ist die Anerkennung des Anderen, Respekt, Offenheit und Neugier im Umgang miteinander sowie in gewissem Maße auch die Bereitschaft zu gesellschaftlichen Veränderungen.“ – was ist denn das, dieses „es“, das da „braucht“?

    Ich finde es zum Kotzen, wenn persönliche Wünsche an die Gesellschaft als gesellschaftliches Erfordernis dargestellt werden. Kinder sollen sich meiner Ansicht nach selbst entwickeln können, nicht einen „braucht es“ folgen. Kinder haben das recht anzuerkennen was sie selbst wollen, und wo Anerkennung ist, da ist auch immer Aberkennung. Wenn wir freiheitlich-demokratisch ernst nehmen, dann muss man das Subjekt ernst nehmen.

    Und dann lesen wir oben den Demagogie-Vorwurf gemünzt an Fleischhauer: „…die Sache, die er durchsetzen will, für die Sache aller Gutgesinnten ausgibt, und die Art und Weise, wie er sie durchsetzt oder durchzusetzen vorschlägt, als die einzig mögliche hinstellt.““

    Hört, hört! Genau das leistet ja dieses Sexualpädagogikbuch im besagten Zitat! Mit dem „es“:

    „Aus einem freiheitlich-demokratischen Verständnis heraus **ist** Vielfalt aufgrund des Rechtes der freien Entfaltung der Persönlichkeit **positiv zu bewerten**….“

    Freiheitlich sei wenn Vielfalt positiv zu bewerten ist nach Ansicht der Autoren. Aus freiheitlich-demokratischer Sicht gilt meiner Auffassung nach das Prinzip des normativen Individualismus, das heisst, was er oder sie positiv bewertet entscheidet der einzelne Bürger eines Landes. Wenn jemand Vielfalt nicht mag, ist das sein gutes Recht.

    „Aber trotzdem dienen gesellschaftliche Positionen wie Frau, Schwuler, Migrantin oft als Grundlage für Abwertung und Diskriminierung einer Einzelperson oder Gruppe.“

    Bedeutet, es gibt Meinungen in der Gesellschaft, die nicht mit den Positionen der Autoren übereinstimmen und ihren „ist zu bewerten“ Wertungen. Auch hier sehr unpersönlich und entlargend der Jargon: „gesellschaftliche Positionen dienen“. Dabei hat jeder Bürger – in gewissen Grenzen – das Recht abzuwerten wen und was er wil, begründet oder nicht. Wenn jemand WettenDass oder Merkel Moppelkotze findet, ist das sein gutes Recht. Während der Staat neutral sein muss, können Bürger gut und schlecht finden was sie wollen.

    „Was es stattdessen braucht, ist die Anerkennung des Anderen, Respekt, Offenheit und Neugier im Umgang miteinander sowie in gewissem Maße auch die Bereitschaft zu gesellschaftlichen Veränderungen.“

    Da haben wir es, das „es …braucht“

    Aus ihrem Jargon tritt der unsäglich antiliberale Ansatz der Autoren hervor. Ich mag mit dem Ergebnis konform gehen, aber mit der antiliberalen strukturellen Gewalt ihrer Argumentation wohl eher nicht.

  24. Eine Homepage von Leuten, die Sibylle Berg „Flachpfeifen“ und „Fundamentalisten“ genannt hat, bietet (raubmordkopiererisch) einen Artikel der Süddeutschen Zeitung zum Download an, den die Süddeutsche Zeitung online jedenfalls nicht oder nicht mehr bereitstellt. Die wesentlichen Falschdarstellungen Fleischhauers finden sich darin bereits, auch die „Taschenmuschi“ in Anführungszeichen und die Konzentration auf Schulunterricht, der als Pflichtveranstaltung leicht skandalisierbar ist – um den es in den besprochenen Übungen aber erkennbar nicht geht. In dem SZ-Artikel von Christian Weber vom April 2014 gibt es auch starke Verweise auf den oben zitierten Artikel von Matthias Matussek aus dem Februar. Und so kann man die Genealogie dieser Art Falschdarstellung immer weiter zurück verfolgen. Ich bin gespannt, was sich als Vorlage von Matussek herausstellen wird: Vielleicht ein manipulierter Auszug aus dem Buch, den badenwürttembergische Bildungsplangegner verbreitet haben?

    @K. Jack: Ich kann Ihre Argumentation soweit nachvollziehen. Wenn Sie noch Menschenrechte und das Grundgesetz einbeziehen würden, könnte das Sie weiter bringen. Die Autoren des Buches haben das getan. Ich habe das im vorigen Artikel ebenfalls versucht. Das ist auch mit dem „freiheitlich-demokratischen Verständnis“ gemeint. Denn schließlich würden Sie ja wahrscheinlich nicht behaupten, dass der einzelne Bürger eines Landes, zum Beispiel ein religiöser Fundamentalist, selbst über die sexuellen Werte entscheiden darf, die er an seinen Kindern verwirklicht, und deshalb Genitalverstümmelung vornehmen lassen kann.
    Dann möchte ich Sie noch auf den Unterschied hinweisen, der womöglich dazwischen besteht, ob man Angela Merkel Moppelkotze findet aufgrund der Politik, die sie macht, oder ob „als Grundlage für Abwertung und Diskriminierung“ Angela Merkels die Tatsache herhalten muss, dass sie eine Frau ist, also zu einer der erwähnten Gruppen gehört, die regelmäßig „Abwertung und Diskriminierung“ erfahren. Denselben Unterschied kann man vielleicht auch am Beispiel Guido Westerwelle festmachen, der zweifellos persönlich für einen politisch schrecklichen Kurs der FDP mitverantwortlich ist und über den man deshalb schlimme Dinge sagen kann. Oder an Klaus Wowereit, den man in Sachen BER gewiss verantwortungslos nennen kann. Das wären aber keine Abwertungen oder Diskriminierungen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung.
    Wie Sie vielleicht dem Grundgesetz oder der Erklärung der Menschenrechte oder der Europäischen Menschenrechtskonvention entnehmen wollen, sind Abwertung und Diskriminierung aufgrund Geschlecht, sexueller Orientierung, außerdem Abstammung, Rasse, Sprache, Heimat und Herkunft, Glauben, religiösen oder politischen Anschauungen oder Behinderung unzulässig. Nun können Sie sagen, das gelte ja nur für den Staat, nur der dürfe nicht homophob, ausländerfeindlich oder frauenfeindlich sein. Aber wenn Sie gern das Recht für sich in Anspruch nehmen wollen, homophob, ausländerfeindlich oder frauenfeindlich zu sein, dann wird der Staat versuchen müssen, seine Bürger vor Ihnen zu schützen.

  25. Ich habe den Stern-Artikel nicht gelesen, sondern nur diesen hier. Und ganz ehrlich: Spätestens mit dem freiwilligen Stuhlkreis, weiß ich, da schreibt ein Theoretiker. 4/5 der Klasse wird sich auf die Gegenstände konzentrieren, mit denen man am wenigsten anecken wird. (Wahrscheinlich werden einige Schüler dann dazu verdonnert, einen der anderen Gegenstände zu nehmen.) Derjenige, der insgeheim was anderes gewählt hat, wird spätestens wenn er merkt, dass er kurz davor ist, eine Einzelmeinung zu vertreten, einen anderen Gegenstand nehmen, statt als Aussenseiter dazustehen und diese Meinung auch noch begründen zu müssen. Es sei denn, er ist tatsächlich eine seltene Ausnahme – dann war der Stuhlkreis ziemlich sinnlos für ihn, er war nämlich schon tolerant und in der nächsten Schulpause lernt er dann, dass Toleranz gegenüber anderen noch lange nicht bedeutet, dass man selbst Toleranz erfährt. Vielleicht auch eine wichtige Lektion für das Leben.

    Danach soll die Lehrkraft dann gleichzeitig eine Begründung erfragen ohne aber zu drängen. Das alleine ist schon unsinnig, da a) die Lehrkraft eine Autoritätsperson ist und b) Lehrer noch nie gut darin waren, Nicht-Antworten zu akzeptieren. Außerdem wird ja eine gewisse Zeit eingeplant und wenn die noch nicht um ist, muss man die ja irgendwie füllen.

    Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht.

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  27. @Lars: Glauben Sie denn, dass Lehrer, die das Buch lesen, sich so Gedanken, wie Sie sie haben, nicht machen können?
    Ich darf mal zitieren, was ich in meinem vorigen Kommentar schrieb, und auch im Artikel und sonst noch öfter erwähnte: „Konzentration auf Schulunterricht, der als Pflichtveranstaltung leicht skandalisierbar ist – um den es in den besprochenen Übungen aber erkennbar nicht geht“.
    Ich weiß auch nicht, was das für eine Vorgehensweise ist, etwas Geschriebenes kritisieren zu wollen, ohne es richtig gelesen zu haben. Macht man das heute so?

  28. Sehr wichtiger Artikel! Da man sich natürlich nicht mit allem so detailliert beschäftigen kann, ist man doch oft auch Tendenzen ausgeliefert, die man erst einmal so hin nimmt. (wie dieses sich schlechend verbreitende Vorurteil, dass moderne Sexualkunde zu weit ginge).
    Sie setzen dem Präzision und Details entgegen, dafür recht herzlichen Dank.

  29. Ich pflichte raikoe bei. Vielen Dank für die Aufklärung🙂

  30. Wieso gehst du nicht auf die Bordellübung ein? Ist die so wie Fleischhauer es beschrieben hat?
    Was sind die Anderen Themen auf den 21 Karten (Außer den ersten 7?)

  31. Die Übung „Der neue Puff für alle“ habe ich im vorigen Artikel ausführlich behandelt. Dabei handelt es sich nicht etwa um eine Art Ausbildung zum Bordellbetreiber, sondern um eine Diskussion der Frage, was für sexuelle Wünsche es denn überhaupt so gibt – bzw. welche die Teilnehmenden kennen.

    Die anderen Themen der Erstes-Mal-Karten sehen Sie bitte auf S. 152 nach, sie unterscheiden sich nicht wesentlich von den ersten sieben Karten. Abgesehen davon, dass Fleischhauer nicht nur den Aspekt der Auswahl und der Kleingruppenarbeit (wo also die eigentliche Diskussion stattfindet) falsch darstellt, handelt es sich bei solchen Stichwortsammlungen natürlich auch nicht um einen vorgeschriebenen Lehrplan, sondern um Vorschläge, die von quasi allen Pädagogen an die jeweilige Gruppe angepasst werden. Und Fleischhauer als Möchtegern-Nationalpädagoge hat eben die Auswahl Kondom, Tampon, Analsex getroffen. Damit wollte er gewiss auf etwas bestimmtes hinaus, vielleicht darauf, dass er von sich auf seine Leser schließt, dass sie das erste anale Eindringen ungern vor anderen thematisieren würden und sich dabei ganz doll schämen würden. Bleibt zu hoffen, dass Proktologen nicht Fleischhauer lesen und sich ihres Berufs nicht schämen.

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