Archiv der Kategorie: Erforschtes

#Hitlerputsch auf Twitter

Er twitterte seit dem 8. November 2013, 18:30 Uhr, für 24 Stunden – quasi live aus dem Bürgerbräukeller in München, nur 90 Jahre später:

Noch sind die über 75 Tweets zum Thema gut hier nachlesbar, werden dort jedoch mit der Zeit nach unten – aus dem Blick, aus dem Gedächtnis? – rücken. Etwas persistenter sind die Kurznachrichten über den Hashtag #Hitlerputsch. Jedenfalls wurde unter dieser Rubrik zwischen dem 89. Jahrestag und dem 90. Jahrestag heute kaum getwittert. Da nicht alle Tweets mit diesem Hashtag versehen sind, verpasst man dabei zwar etwas, bekommt aber auch die sonstige Thematisierung auf Twitter mit. Weiterlesen

Philosophie erleichtert: Schuldlose Verantwortung oder Sein-können wie Gott?

Erstrebte sich ein zweiter Doktorgrad leichter als der erste? „Dr.“ sind viele, „Dr. Dr.“ hingegen nur wenige – auch weil man nicht zweimal im selben Fach promoviert werden kann. Michel Friedman ist ein deutscher Politiker (CDU) und Publizist. Er ist weithin bekannt und diskussionsfreudig. Wikipedia weiß:

„1994 wurde er an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit einer Dissertation zum Thema Das Initiativrecht des Betriebsrats zum Dr. iur. promoviert. 2010 wurde Michel Friedman bei Klaus-Jürgen Grün in Philosophie zum Thema Willensfreiheit promoviert.“[1]

  • Michel Friedman: Schuldlose Verantwortung. Vorgaben der Hirnforschung für Ethik und Strafrecht. Frankfurt am Main 2010 (zugleich Dissertation, Universität Frankfurt 2010).

Seit der Veröffentlichung dieser Schrift ist Dr. iur. Dr. phil. Michel Friedman einer der wenigen Doppeldoktoren. Weiterlesen

Pyrrhonismus in der Plagiatsdebatte

Ergänzte sich der Vortrag, den Philipp Theisohn auf der Tagung des Wissenschaftsrats am 23. Juli 2013 in Berlin gehalten hatte, günstig durch die anschließende Diskussion? Theisohns Vortrag „Fremde Worte, eigenes Denken. Wissenschaftliche Normen im historischen Wandel“ kann inzwischen ja jeder nachlesen und dabei die These prüfen, dass Theisohn den Plagiatsskeptizismus zum Plagiatspyrrhonismus radikalisiert hat. Simone G. hat Theisohns Vortrag genau gelesen und auseinandergenommen.

Elemente des Pyrrhonismus

Um die Referenzen der Das-sind-doch-alles-keine-Plagiate-Fraktion an die Lehren des Pyrrhon von Elis (ca. 365-270 v. Chr.) zu verdeutlichen, Weiterlesen

DFG berät über Ende des Rezensionswesens

Erscheint es als Anfang vom Ende des wissenschaftlichen Rezensionswesens in Deutschland, dass die DFG auf ihrer heute beginnenden Jahrestagung eine Regelung beschließen will, die kritische Rezensionen in die Nähe wissenschaftlichen Fehlverhaltens rückt? Eine Rezension entspricht nämlich jener Wendung an die Öffentlichkeit, die die DFG nach Darstellung der am 14. Mai vorausgegangenen HRK-Empfehlungen verbieten will (Erbloggtes berichtete) Weiterlesen

Geheimwissenschaftliches: Whistleblower gesucht!

Erwägt es, zu Whistleblowern zu werden! Das ist heute allen Wissenschaftlern zuzurufen, die über Zugang zu einer der folgenden „geheimen“ Informationen verfügen:

  • Entwurf der DFG-Empfehlung Nummer 17 zur guten wissenschaftlichen Praxis,
  • alle Informationen zu einer Geheimtagung des Wissenschaftsrats, die am 23. Juli 2013 zu einem Thema wie „Wissenschaft und Verantwortung“ stattfinden soll Weiterlesen

Es gibt kein Problem mit Wissenschaftsbetrug – solange niemand drüber redet

Wissenschaftliches Fehlverhalten

Ein Beitrag zum Scilogs-Bloggewitter

Ermittelt es selbst: Wenn eine Bildungsministerin, gut vernetzt in den einflussreichsten Kreisen von Wissenschaft, Politik und Medien, im Februar 2013 Doktor und Amt verliert, weil sie in ihrer Dissertation betrogen hat, was tun dann die einflussreichsten Kreise von Wissenschaft, Politik und Medien? Sie setzen selbstverständlich alles daran, dass so etwas nie wieder geschieht. Ein verstärktes Bemühen, keine akademischen Windbeutel mehr nach oben zu spülen, ist dabei jedoch offenbar nicht Mittel der Wahl. Weiterlesen

Von Modellen und Reduktionen

Erklärt es sich nicht von selbst, was in Blogartikeln so zu lesen ist, so stellt das Nachfragen eine Möglichkeit dar, das Medium Blog abweichend von unidirektionalen Medien zu nutzen. Wenn in Kommentaren gegebene Erläuterungen länger und länger werden, muss man sie zuweilen als eigenen Artikel behandeln. Gestern ging es hier um Freundschaft, um die populärwissenschaftliche Darstellung sozialpsychologischer Forschungsergebnisse – und um die Freundschaft des Androiden Data zu anderen Offizieren des Raumschiffs Enterprise. Weiterlesen

Über Freundschaft

Ereignete sich zwar Manches Weltbewegendere derzeit, so lohnt doch stets der Blick auf die einfachen Dinge im Leben:

„It’s good to work, work hard and prosper,
as long as you take time to find
the simple things,
that come without a price,
the simple things
like happiness, joy, and love in my life.
I’ve seen it all from so many sides,
and I hope you would agree,
that the best things in life
are the simple things.“

— Joe Cocker: The Simple Things (1994)

Von Cocker nicht eigens erwähnt wird die Freundschaft. Weiterlesen

Die unsichtbare Universität

Erhellt es das Funktionieren des Internets, wenn man merkt, dass dort Wichtiges vor lauter Unwichtigem unsichtbar werden kann? Googlet man etwa „Allwissende Müllhalde“, erfährt man rasch, dass so einerseits eine Figur der Puppen-Serie Die Fraggles genannt wird, andererseits Google. Googlet man jedoch „unsichtbare Universität“, so präsentiert die allwissende Müllhalde dutzende Treffer, die allesamt in Terry Pratchetts Scheibenwelt und auf die deutsche Übersetzung der dortigen „Unseen University“ verweisen. So kommt es wohl, dass auch die Wikipedia den Sucher der unsichtbaren Universität in die Scheibenwelt weiterleitet Weiterlesen

Wissenschaftssoziologie im Internet: Bloggen und Kommentieren

Erörtertes Thema auf der geistes- und sozialwissenschaftlichen Blogplattform hypotheses.org war im ersten Jahr ihres Bestehens (das sie am 9. März 2013 feiert) wiederholt die Frage: „Warum werden Wissenschaftsblogs so wenig kommentiert?“ Verständlich, dass die Wissenschaftsblogger das umtreibt. Wissenschaftsblogger, das bedeutet hier weniger Blogger, die wissenschaftliche Themen für eine breite Öffentlichkeit popularisieren. Vielmehr gilt: „Das Angebot richtet sich an die akademische Welt“,[1] und entsprechend muss gefragt werden: Warum kommentieren Wissenschaftler ungern Blogs? Weiterlesen