Archiv der Kategorie: Erforschtes

Journalisten, Politiker, Wissenschaftler. Netzwerkanalyse und der Fall Schavan

Ermitteltes Problem in der Schavan-Berichterstattung ist die immer wieder offen sichtbare (und messbare) Nähe zwischen primärem Thema (Schavans Dissertation), Berichterstattern (Journalisten) und Kommentatoren (Journalisten und O-Ton-Lieferanten). Das Zusammenwirken zwischen PolitikerInnen, Wissenschaftlern (keine Wissenschaftlerin zu bemerken) und JournalistInnen ist dabei so eng, dass regelrechte Verschwörungen (also geheime Absprachen über wechselseitiges Verhalten, um bestimmte Ziele zu erreichen) naheliegend erscheinen Weiterlesen

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Gute Vorsätze 2013, Teil 6: Google Ngram Viewer

Erhellte Sprachgeschichte auch die Ideengeschichte, so bildete sie einen wesentlichen Bestandteil jeder informierten Geschichtsbetrachtung. Ein wunderbares Werkzeug zur quantitativen Sprachgeschichtsanalyse ist der Google Ngram Viewer. Was der kann – und was der neuerdings noch besser kann, erklärt:

Ist Augstein nun ein Antisemit? Eine Textanalyse

Erlesene Satire ist es zweifellos nicht, was die Titanic zum „Antisemitismus“-Streit um Jakob Augstein beiträgt. Aber wenigstens enthält es ein klar formuliertes Argument:

„Daß die Juden uns den Mund verbieten, ist das Gerücht über die Juden, das nach Adorno der Antisemitismus ist. Wer glaubt, daß es wahr sei, ist ein Antisemit. Augstein ist einer.“

  • Stefan Gärtner: Wer Juden haßt, bestimme ich. In: Titanic 1/2013, S. 18-21, hier S. 21. [Update: Online-Version]

Es handelt sich um einen klassischen Syllogismus, Weiterlesen

Das Schwarze Auge in der Forschung: Herausforderungen durch ein Werk ohne Autor

Erlebte solch ein popkulturell weit verbreitetes Phänomen wie das Pen-&-Paper-Fantasy-Rollenspiel Das Schwarze Auge (DSA) bald seinen Ritterschlag als Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen? Noch ist die im zugehörigen Wikipedia-Artikel genannte Sekundärliteratur zum Thema äußerst dürftig, wenn sie überhaupt existiert: Keine wissenschaftliche Bibliothek, auch nicht die Deutsche Nationalbibliothek, die ja auch graue Literatur sammelt, verzeichnet Aufsatz/Band/Heft, oder was immer es sein mag, was da angegeben wird als

„Christiane Mühlenhoff-Simon: Das Schwarze Auge. Geschichte und Interpretation eines Fantasy-Rollenspiels, EDFC, Passau 1995 (Reihe Fantasia, Bd. 95/96).“[1]

Doch an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gibt es offenbar ein Projekt, in dem ein wissenschaftlicher Sammelband zum Hintergrund der DSA-Spielwelt Aventurien geplant wird. Weiterlesen

In der Plagiatsfalle: Wenn Wissenschaft nicht wissen will

Erstaunt es wohl manchen, wenn Wissenschaftler etwas nicht wissen wollen, so liegt dies wahrscheinlich an der naiven Vorstellung, die landläufig „Wissenschaftler“ genannten Menschen betrieben im Leben nichts anderes als Wissenschaft. Deren Ausgangsdefinition lautet:

„Wissenschaft (W.) ist der gesellschaftlich-politisch institutionalisierte und nur kollektiv realisierbare Versuch, systematisch und methodisch zu erkunden (erforschen), was alles in der Welt der Fall ist Weiterlesen

Die Schavan, die Süddeutsche und die Quellen

Erscheint es als Plagiatsdokumentation, wie die Süddeutsche Zeitung sie in den ersten Tagen der Guttenberg-Affäre lieferte (Erbloggtes berichtete), was sie nun zum Fall Schavan beiträgt? Weiterlesen

Quantitative Beantwortung der Frage, warum Schavan nicht plagiiert haben kann

Ergab es neue Einsichten, mit quantitativen Methoden die Plagiatsaffäre Schavan zu beleuchten? Einen Versuch ist es wert, auch wenn es trocken, langwierig und von einigen Unwägbarkeiten abhängig ist. Die Google-Korrelationsmethode von xkcd-Macher Randall Munroe wurde hier bereits vorgestellt und zur Beantwortung der Frage eingesetzt, wer der größte Internetbösewicht sei (Antwort: Google). Was aber ist im Fall Schavan zu fragen?

Erklärungsbedürftig ist die Tatsache, dass Annette Schavan sehr viel Unterstützung aus Kreisen der Wissenschaft erhält, während Karl-Theodor zu Guttenberg nach anfänglichem Zögern von Wissenschaftlern weit überwiegend und scharf kritisiert wurde, was letztlich zu seinem Rücktritt beitrug. Weiterlesen