Archiv der Kategorie: Erhofftes

Fall Schavan: Eine Affäre in Presse, Blogs und Interviews

Erlesenes zur Plagiatsaffäre Annette Schavan dürfte inzwischen hunderte Artikel zählen. Doch „erlesen“ im eigentlichen Wortsinn war davon nur Weniges. Die Qualitätspresse hat dieser Tage offenbar andere Sorgen, als sich sorgfältig mit Sachthemen auseinanderzusetzen. Man kennt ja die Klage, durch die Beschleunigung der Nachrichtenübermittlung fehle oft die Zeit, ein Thema gründlich zu recherchieren – vom Durchdenken gar nicht zu reden.

Erstaunliche Funde Weiterlesen

Plagiatsaffäre Schavan: Was war – was sein wird

Ergab es sich von selbst, wie die Schavan-Affäre weiter gehen würde? Ließen sich aus Vorbildern – nicht Schavans Vorbildern, sondern jenen des Plagiatsdiskurses – Prognosen für den weiteren Ablauf der Ereignisse ziehen? Man wird sehen.

Was bisher geschah

Die Plagiatsaffäre Guttenberg brauchte vier Tage Weiterlesen

Selbstbespiegelung im Spiegelblog

Ergab es eine Chance zur kritischen Diskussion über den eigenen Journalismus, wenn das Nachrichtenmagazin Der Spiegel am 22. September ein Redaktionsblog startete,[1] das unter dem Namen Spiegelblog (Eigenschreibweise SPIEGELblog) nicht nur dezent auf das medienkritische Watchblog Bildblog (Eigenschreibweise BILDblog) verweist? Stefan Niggemeier, preisgekrönter Medienjournalist und Bildblog-Gründer, schreibt in seinem eigenen Blog über die Risiken und Nebenwirkungen des Spiegelblog und fühlt sich dabei genötigt, „ein mögliches Missverständnis gleich auszuräumen: Weiterlesen

GEMA nicht mehr alternativlos: Initiative C3S

Erstrebtes Konkurrenzinstitut für musikalische Urheberrechte soll die Cultural Commons Collecting Society (C3S) werden. Künstler und Aktivisten, mehrere aus dem Verein OpenMusicContest.org, streben die Zulassung als Verwertungsgesellschaft beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) an. Wenn die Mitgliedschaft in der Cultural Commons Collecting Society eine kritische Masse übersteigt, kommt sogar die Abschaffung der GEMA-Vermutung in Betracht. Weiterlesen

60 Jahre Bildzeitung – Zeit für neue Medienkritik

Erscheint es als gemeingefährlicher Triebtäter oder als autopoietisches System – das Blatt, bei dem Günter Wallraff Hans Esser war? Wallraff meint, dass eine Angleichungstendenz zwischen der Bildzeitung und anderen Medien erkennbar ist, so dass die Bildzeitung heute auch deshalb als weniger schlimm empfunden wird, weil die Qualitätsmesslatte des Journalismus deutlich niedriger hängt. Damit erklärt er auch den rasanten Niedergang der Auflagenzahlen. Weiterlesen

Weltgeschichten in Gedichten (5)

Er lachte sehr häufig über die FDP in letzter Zeit – meist mit bitterem Geschmack. Der satirische Twitter-Account @DieMarginalen trug dazu zuletzt wesentlich bei. Am 18. März veranstalteten die Marginalen ein höhnisches Tweetgewitter, das den folgenden Text inspirierte. Die zweite Inspirationsquelle ist unverkennbar Marc-Uwe Klings Lied Wer hat uns verraten – Sozialdemokraten.[1] Drittens entsprangen Einfälle zu diesem Stück – muss man es dazu sagen? – der Realität.

Gewidmet ist der Text der FDP zur Erinnerung an das Jahr 2012. Weiterlesen

Schavanplag gegen Vroniplag? Die Plagiats-Affäre Schavan läuft an

Er zählte Seiten mit Plagiatsfunden zum Fall Schavan auf VroniPlag[1] und auf Schavanplag.[2] VroniPlag meint derzeit, auf 35 Seiten (10,77 Prozent) etwas gefunden zu haben, Schavanplag gibt 56 Seiten (17,22 Prozent) an. Beides ist aber nicht der korrekte aktuelle Stand der plagiatsverdächtigen Stellen in Annette Schavans Dissertation über Person und Gewissen.

Probleme, aktuelle Funde darzustellen

VroniPlag beispielsweise hat auf S. 56 eine Stelle gefunden,[3] die klar aus einem anderen Werk übernommen ist Weiterlesen

Annette Schavan und der Plagiatsgipfel

Erscheint es anmaßend, die Entscheidung der Düsseldorfer Promotionskommission vorwegzunehmen, die nun prüfen soll, ob die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Annette Schavan, 1980 eine ordnungsgemäße Dissertation eingereicht hat oder ob ihr wissenschaftliches Fehlverhalten vorzuwerfen sei?[1] Weiterlesen

Anonymität, Netzöffentlichkeit und asymmetrische Kommunikation

Erstaunt es, dass Norbert Lammert kein Verfechter der Anonymitätsabschaffung ist? Lammert fühlt nur, wie es im Internet zugeht, wenn er die von den Referenten ausgedruckten Texte aus dem Netz liest und dann denkt:

„In den allermeisten Fällen würden sich dieselben Personen zum gleichen Sachverhalt unter Offenlegung ihrer Identität zu bestimmten Aussagen ganz sicher nicht versteigen.“[1]

Er fühlt sich unwohl mit anonymen Stimmen, Weiterlesen

Einfach nur Bijan Djir-Sarai, ohne Doktor

Erinnerte sich noch jemand an den Mai 2011? Damals, als Guttenberg schon weg, Koch-Mehrin aber noch Doktorin war, wandelte sich das Verhältnis von Öffentlichkeit und Plagiaten langsam: Es wurde deutlich, dass Guttenberg kein Einzelfall gewesen sein konnte. Und die Universitäten gingen dazu über, lange zu prüfen, was sie mit Plagiatsverdächtigen tun sollten.

Es war eine lange Schwangerschaft, Weiterlesen