Archiv der Kategorie: Erwähltes

Botschaften aus Rom I: Ordentlich Dresche

Er schlägt es, doch wahrt er dabei die Würde des Kindes: Das ist ein Vater ganz nach dem Geschmack des Heiligen Vaters. Dresche hat noch keinem Kind geschadet, solange bloß ordentlich verdroschen wird, weiß Papst Franziskus. Also nicht ins Gesicht, sondern in Würde auf’s Gesäß.[1] Weiterlesen

Die nackte Angst

Erbloggtes verzeichnete 2014 einen unerwartet starken Zuwachs in Artikeln zum Thema Sexualität. Damit sind nun nicht die Beiträge gemeint, die Arne R. dankenswerterweise beisteuerte, und in denen es um allerlei Menschliches geht. Vielmehr handelt es sich um eine lose Artikelreihe, in der, pauschal gesprochen, ein Muster der öffentlichen Thematisierung von Sexualität aufgegriffen und kritisiert wird, das sich in jüngerer Zeit zu verbreiten scheint:

Sexualität als Gefahr

Vielleicht ist es zu holzschnittartig, Weiterlesen

Hat jeder zweite Professor seine Doktorarbeit plagiiert?

Erschienenes war kürzlich die neueste Ausgabe des Jahrbuchs der Internationalen Buchwissenschaftlichen Gesellschaft (IBG), “Kodex”, herausgegeben von Christine Haug und Vincent Kaufmann, betitelt “Das Plagiat”. Das Jahrbuch, mit dem sich Simone G. bereits sehr lesenswert befasst hat, basiert ausweislich des Vorworts (S. VIIf.) auf zwei Veranstaltungen: Bei der 14. Jahrestagung der IBG, die im November 2013 in St. Gallen stattfand, ging es um “Autorschaft und Literatur”, um “Plagiat und geistiges Eigentum”, sowie um “Konfliktlinien zwischen Autorschaft, Recht und Wirtschaftsinteressen”. Ein Arbeitsgespräch im Studiengang Buchwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) im Januar 2014 trug den Titel “Echt oder falsch/legal oder illegal – zwischen Reproduktion, Fälschung und Plagiat”. Weiterlesen

Die Annettchenfrage – oder: plagiatsapologetische Argumenttypologie

Erlangtes Erlanger Erfahrungswissen dürfte den emeritierten Philosophieprofessor Theodor Ebert, inzwischen 75 Jahre alt, dazu motiviert haben, sich intensiv mit dem Fall Schavan auseinanderzusetzen. Denn als dortiger Professor (1980-2004) muss Ebert im Jahr 2000 mit dem Plagiatsfall Maximilian Forschner in Kontakt gekommen sein. Über den berichtete die Berliner Zeitung damals:

“Professor Maximilian Forschner ist erwischt worden: Beim Abschreiben. Weiterlesen

BdV-Präsident Bernd Fabritius: Dr. plag. auf Rumänisch?

Erreichte schließlich, nach der deutsch-serbischen Plagiatsfreundschaft, die Plagiatsenthüllungswelle auch Rumänien, so blieb der konservative Politiker als dominanter Typus dieser speziellen Art von “Balkanismus” erhalten: Der designierte Präsident des Bundes der Vertriebenen (BdV) steckt noch vor seiner für morgen geplanten Wahl in ernsten Schwierigkeiten. Weiterlesen

Schavans Nachworte zur Apokalypse

Erbloggtes von Causa Schavan:

Die Bundesrepublik Deutschland wird beim Heiligen Stuhl neuerdings durch eine Person vertreten, die “nach dem Verlust von Doktorwürde und Regierungsamt eine besondere Mission in Rom erfüllen” will. So steht es im neuesten großen Annette-Schavan-Beitrag der WELT am SONNTAG. Als römische Glaubenskongregation in eigener Sache geht diese Botschafterin nämlich mit glühendem Eifer der besonderen Mission nach, weiterhin von ihrer heiligmäßigen Unschuld zu künden. Vom erlittenen Martyrium. Und nebenher auch von ihrer unvermindert anhaltenden Wichtigkeit. In Leserkreisen der BUNTEN und der WELT am SONNTAG wird es gewiss auf Interesse stoßen, dass Ihre Exzellenz in ihrem ganzen Leben noch niemals getäuscht hat, und zwar ganz genau niemanden niemals nicht. Ferner: Dass sie künftig auf einem roten Motorroller durch Rom zu kurven gedenkt.

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Nicht nur die süffisante Rekapitulation der jüngeren Schavan-(Hof-)Berichterstattung Weiterlesen

Annette Scharlatans Nutzenkalkül

Erlerntes bleibt länger im Gedächtnis, wenn man es mit anschaulichen, lebensnahen Beispielen verankert. Das weiß auch der Düsseldorfer VWL-Professor Justus Haucap, weshalb er seine Prüflinge im Wintersemester 2011/2012 nach Partys und Urlaubsreisen des “Bundesprominente[n] Chris Fox und seine[r] neue[n] Frau Betty” fragte. Auf dem Höhepunkt der Wulff-Affäre waren diese Klausurfragen ein gefundenes Fressen für zahlreiche Medien bis hin zur FAZ. Kurz darauf trat Wulff zurück. Die Kommentarspalten-Ökonomen stritten sich weiter um die Lösung. Weiterlesen