Schlagwort-Archive: Affäre

Geschichtslose Gefühle

Erzürnt es Wutbürger in Ost und West, wenn sie gesellschaftliche Verhältnisse beobachten, sie sie für unhaltbar, ungerecht, unerträglich halten, dann lässt sich ihr Zorn um so einfacher weiter anfeuern, indem man auf die Metaebene wechselt und ihre negativen Gefühle und die damit verbundene Kritik an der Gesellschaft leichthin abtut. Das ist ja auch verständlich und gehört zu den Regeln der gesellschaftlichen Skandalisierung: Werden Vorwürfe ernst genommen und untersucht, verraucht die öffentliche Wut und die Kritik wird handhabbar. Weiterlesen

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„Sehr geehrte Frau Grütters, Frau Schavan hat arglistig getäuscht.“

Ergibt es einen Sinn, dass die Berliner Zeitung dem Publikum ihrer Online-Ausgabe eine Kommentarfunktion anbietet, die etwaige Kommentare umgehend in unauffindbare Tiefen versenkt? Tagsüber bekommt man solche Kommentare nur noch zu Gesicht, wenn man bereit ist, die Sicherheitseinstellungen seines Browsers zu deaktivieren. Nachts ist selbst das nicht möglich: Kommentare gibt es bei der Berliner Zeitung nur von 8 Uhr morgens bis 9 Uhr abends zu lesen und zu schreiben. Entsprechend lebendig ist die Diskussionskultur. Weiterlesen

Manches hat sich schon verändert

Ermittelte Schnittstelle zwischen der von interessierter Seite oft beklagten „Plagiatshysterie“ der letzten fünf Jahre und der tatsächlichen Wissenschaftspraxis dürfte die Art und Weise sein, wie wissenschaftliche Werke im Hinblick auf Plagiate beurteilt werden. Neben der Tätigkeit oder Untätigkeit von Fakultäten und Hochschulen bei konkretem Plagiatsverdacht trägt auch der Umgang mit möglichen Plagiaten in Rezensionen zur Beantwortung der Frage bei, ob der Plagiatsdiskurs seit Guttenberg ausgegangen ist wie das Hornberger Schießen, oder ob sich aus der heißen Diskussion der prominenten Fälle in breiter Öffentlichkeit eine Veränderung der Gepflogenheiten in der Wissenschaft, womöglich sogar Weiterlesen

Ursula von der Leyens Doktor nicht entzogen

Erwartetes Ergebnis der Untersuchung von Ursula von der Leyens Doktorarbeit konnte zweierlei sein: Weiterlesen

Fünf Jahre Guttenberg – Plagiate, Presse, Politik

Erinnerte sich fortan in jedem Jahr die deutsche Bildungsbürger-Öffentlichkeit an die großen Tage des Fremdschämens, damals in der zweiten Februarhälfte 2011, als Minister noch wegen ihrer persönlichen Integrität Minister waren, und nicht wegen ihrer wissenschaftlichen Meriten? Diesmal, zum fünften Jahrestag, hat das ZDF in irgendeinem seiner Mikrozielgruppenkanäle die Doku „Der Fall Guttenberg“ ausgestrahlt. Gleich im ersten Satz präsentiert man die These, dass Guttenberg „so kometenhaft aufgestiegen war wie kein deutscher Politiker je zuvor“. Ausgenommen Hitler Weiterlesen

Ursula von der Leyen, VroniPlag und das Plagiat III

Ergänztes für die vorigen Artikel über realitätsferne Plagiatsdiskurse und ignorierte Verfahrensvorschriften stellen ein paar verstreute Notizen dar, die bisher keine angemessene Würdigung fanden oder sich erst neuerdings ergeben haben. In ihrem Zentrum steht das Täuschungshandeln, Weiterlesen

Ursula von der Leyen, VroniPlag und das Plagiat II

Erübrigt es sich etwa, nach Platzverhältnissen und Aufstellungen zu fragen, nur weil die meisten Zuschauer Fans der einen oder der anderen Mannschaft sind, den Schiri für bestochen, die Gegner für gedopt und den Trainer für genial halten? Wenn es nur um das Fußballerlebnis, die Stimmung im Stadion geht, dann sind Platz und Teams nicht von großer Bedeutung. Für das Spiel und sein Ergebnis spielen sie aber eine nicht zu vernachlässigende Rolle: Weiterlesen