Schlagwort-Archive: Der Spiegel

Eigenplagiate: Jakob Augstein, Marc Jan Eumann, Frank Schirrmacher

Erbloggtes eigenplagiiert sich heute mal selbst. Anlass ist ein Artikel im „Umblätterer“, der das Format einer Plagiatsdokumentation hat: Kommentarlos reiht Joseph Wälzholz unter dem Titel „Vor- und Nachruf auf Frank Schirrmacher“ ähnliche, übernommene und umformulierte Stellen aus einem Artikel Jakob Augsteins von 2012 und einem aktuellen Augstein-Artikel im „Spiegel“ aneinander Weiterlesen

Der Wulff und seine Jäger

Erledigtes war Bundespräsident Christian Wulff moralisch bereits Mitte Dezember 2011.[1] Er hielt sich nach eigener Zählung noch 67 Tage im Amt, und nun rechnet er ab:

„Wulff macht in seinem neuen Buch ‚Ganz oben Ganz unten‘ den Jagdtrieb von Journalisten für seinen Rücktritt verantwortlich.“[2]

Erlegtes Wild wollten die also aus ihm machen. Wie das? Darüber schreibt Wulff ausführlich. Denn die Verfehlungen anderer sind das beste Thema, um nicht über die eigenen reden zu müssen. Kurz vor seinem Rücktritt, Weiterlesen

Bislang unbeachtet: Der Spiegel als Weltzugang

Erfahrenes integriert man in sein Weltbild, Nichterfahrenes bleibt außen vor. So weit, so einfach. Das gebildete Publikum zeigt sich allerdings gern irritiert, wenn professionelle Weltzugangsmedien behaupten, das von ihnen Nichterfahrene habe bis dahin gar nicht existiert. Das erinnert an Evangelikale, die in ihrem Land hinter den Bergen Darwin nicht wahrgenommen hatten, und die Evolutionstheorie daher heute für neumodische Spekulation halten Weiterlesen

Die Überflüssigkeit der Qualitätspresse – Fallbeispiele aus Spiegel, SZ und FAS

Erübrigt es sich eigentlich bald ganz, Traditionsmedien zu konsultieren, wie die heute noch euphemistisch „Qualitätsmedien“ genannten journalistischen Verlagsproduktionen dann heißen werden? Liebhaberei und Presseforschung wären die einzigen verbleibenden Gründe, ein Zeitungsabo (auch dieses Wort wird rasch vergessen sein) zu halten. Heute schon sind etwa Verlinkungen auf die Onlineausgaben derartiger Printprodukte häufig überflüssig, wo überhaupt möglich. Das macht das Inkrafttreten des Leistungsschutzrechts (LSR) am 1. August 2013 natürlich weniger schmerzhaft. Die Relevanz der Presse schleicht sich langsam aus. Damit erübrigt sich dann auch die Art alltäglicher Medienkritik, die heute noch nötig scheint: Weiterlesen

Wer hat das Schavan-Gutachten geleakt? Rekonstruktion der vergangenen Woche

Erstaunt es, dass dem Promotionsausschuss einer Fakultät von einer ganzen Reihe wissenschaftlicher Großsprecher Dilettantismus und niedere politische Motive nachgesagt werden? Ja, das erstaunt. Um so mehr, da die Lage der öffentlich bekannten Fakten derartige Schlussfolgerungen nicht zulässt. Offenbar muss den Zukunftsprognosen zum Fall Schavan noch eine Rekonstruktion der jüngeren Vergangenheit beigestellt werden:

Die Behauptung, nur ein einzelner Wissenschaftler habe Schavans Arbeit im Auftrag der Uni Düsseldorf begutachtet, ist laut Focus widerlegt.[1] Die Behauptung, das Gutachten sei an die Presse durchgestochen worden, bevor es der Betroffenen zugestellt worden sei, ist durch nichts gestützt.[2] Die Behauptung, es handele sich um eine „politische Aktion“, ist aus der Luft gegriffen. Wer würde so etwas tun? Weiterlesen