Schlagwort-Archive: Whistleblower

Wie die Universität Bochum mit Norbert Lammert verfährt

Erläuterte sich ein Plagiatsverfahren nicht von selbst, so lassen sich doch heute schon einige Prognosen abgeben, wie das Verfahren in der Causa Lammert aussehen dürfte. Als Vergleich bietet sich erneut die Causa Schavan an, über deren Verfahrensablauf inzwischen einiges bekannt ist. Zunächst war die Universität Düsseldorf sehr zurückhaltend, was den Ablauf anging. Glücklicherweise bot RA Bongartz als Kenner des nordrhrein-westfälischen Verwaltungsrechts damals Orientierung[1] und beseitigte sogar die Desorientierung[2] einiger der größten Köpfe der Republik. Weiterlesen

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Darf unser Lehrer Dr. Specht Doktor bleiben?

Erbloggtes dokumentiert unten einen Fall akademischen Whistleblowings. Kurz zusammengefasst: Vor 14 Monaten informierte eine E-Mail die Universität Zürich über eine Reihe plagiatsverdächtiger Stellen in einer dortigen Dissertation. Passiert ist nichts.

Dr. Rolf Specht, Uni ZürichNichts, das heißt: Die unten dokumentierten E-Mails gingen hin und her. Weiterlesen

Wissenschaftsorganisationen und wissenschaftliches Fehlverhalten

Ermutigt es, nach und nach ein genaueres Bild von den Entwicklungen und Konstellationen zu gewinnen, die hinter den verschlossenen Türen der Wissenschaftsgelderverwaltungseinrichtungsspitzenorganisationen ihren Einfluss geltend machen, so entmutigt es zugleich, dass weit und breit keine Abhilfe in Sicht ist, die die Wissenschaft vor diesem System retten könnte. Zweifellos gibt es im Wissenschaftsverwaltungssystem viele Wissenschaftler mit guten Absichten, und die Ex-Wissenschaftler tun ja auch nur ihren Job, doch die Effekte in der Bekämpfung wissenschaftlichen Fehlverhaltens müssen wohl als kontraproduktiv beurteilt werden, wenn man genau hinhört, was einige Experten zu sagen haben. Weiterlesen

Übersicht: Debatte um DFG-Empfehlung 17

Erlesenes zur Diskussion um die neue DFG-Empfehlung Nr. 17 zur guten wissenschaftlichen Praxis ist hier zusammengestellt, beginnend mit dem Positionspapier der HRK von Mitte Mai 2013:

(Klick)

Zeitleiste mit Veröffentlichungen zur Öffentlichkeit wissenschaftlichen Fehlverhaltens (Klick führt zur interaktiven Übersicht auf Dipity)

Die zugehörige Petition hat seit dem 1. Juli 2013 über 1700 Unterzeichner gefunden und läuft weiter.

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Was ist ein Whistleblower in der Wissenschaft?

Erfordert es so ausgiebige Vorüberlegungen wie in diesem Fall, die Bedeutung des Whistleblowerbegriffs für die Wissenschaft auszuloten? Bekanntlich war der Umgang mit Whistleblowern in der Wissenschaft in den vergangenen Wochen bereits ein vieldiskutiertes Thema. Doch bedeutet Whistleblowing in der Wissenschaft etwas anderes als sonst? Ohne den Begriff zu benutzen fragten Bildungspolitiker aller Bundestagsfraktionen in ihrem Schreiben an die Wissenschaftsorganisationen vom 1. März 2013 nach Maßnahmen zum Schutz von Whistleblowern:

„Welche konkreten Maßnahmen zum Schutz von Informanten Weiterlesen

Was ist ein Whistleblower? Definitionen, Schutzgesetze, Massenmedien

Erzeugt es neue Wortbedeutungen, wenn in der Öffentlichkeit so viel über Whistleblower diskutiert wird wie zur Zeit? Der Begriff ist vielfältig anwendbar, und es besteht ein starkes Spannungsverhältnis zwischen Denotationen und Konnotationen. Wenn Christian Humborg fragt: „Was ist Edward Snowden?“,[1] dann steht nicht nur die konnotative Unterscheidung zwischen Verräter oder Held zur Auswahl, sondern auch die Denotation als Whistleblower in Frage:

„Für die einen ist Edward Snowden ein leaker, oder noch schlimmer, ein Verräter. Für die anderen ist er ein whistleblower, ein Held eben.“[1]

Doch die von Humborg unterstellte Nähe zwischen den Begriffen Whistleblower und Held ist in der Praxis nicht zwangsläufig. Weiterlesen

Gottesvolk auf Wandertag: Unterwegs mit Annette und Wolfgang

Erbaut es doch stets, wenn die Ex-Ministerin zu predigen anhebt: Da die Predigt die bevorzugte Sprachform der Annette Schavan ist, darf sich die Nation dann am gleichförmigen Fluss dieser wohlgesetzten, schimmernden Wort- und Satzperlen erquicken. Heute sind die Gelegenheiten seltener geworden, Bedeutsames und irgendwie Größeres aus berufenstem Munde zu vernehmen. Aber es gibt sie noch, vorzugsweise in Sakralbauten. Gerade gestern erst sprach Annette Schavan zu den Menschen in der Moritzkirche zu Augsburg.

Bei näherer Betrachtung erweist sich die aktuelle Predigt der früheren Wissenschaftsministerin als wissenschaftspolitische Botschaft und Handlungsanleitung in entscheidender Stunde. Weiterlesen