Was bringt das #schavangate ans Licht?

Erschüttert es das Selbstverständnis von Wissenschaftlern, was das Blog causaschavan.wordpress.com in den nächsten Tagen veröffentlichen will? Insgesamt soll es sich um „einen umfassenden Hintergrundbericht zur Affäre Schavan“ handeln. Nun ist das Blog bereits jetzt ein ziemlich umfassender Hintergrundbericht zu jener Affäre, stellt eine Zeitleiste und ein unverzichtbar gewordenes Personenregister bereit. Doch verspricht die jetzige Ankündigung Neuigkeiten und Einblicke in Zusammenhänge und Einzelheiten, die bisher unzugänglich waren – insbesondere wegen dieses elektrisierenden Satzes:

„Grundlage ist umfangreiches internes Material der Universität Düsseldorf, das uns vorliegt.“[1]

Dass es in Düsseldorf in den vergangenen Tagen mehrfach zu Diskussionen über die Schavan-Affäre gekommen war, zuletzt im Kontext der Verleihung der Universitätsmedaille für „beispielhafte akademische Zivilcourage“ an Bruno Bleckmann und Stefan Rohrbacher, konnte nicht unbemerkt bleiben. Simone G. scheint nun auch an zuverlässige Quellen aus den Eingeweiden der Universität geraten zu sein – im ersten Teil [Update, 30.7.: siehe nun hier] einer angekündigten Serie schreibt sie darüber:

„Es handelt sich bei diesen Unterlagen um einen ‚Abschlussbericht‘ des Dekans Bruno Bleckmann an den Senat der Universität. Er ist undatiert, dürfte aber frühestens am 5. Juli 2014 fertiggestellt worden sein.“[2]

S. 16 des Abschlussberichts

Der Dekan scheint den Senat nun in diesem 73seitigen Dossier über das Vorgehen der Fakultät im Fall Schavan informiert und dabei „detailliert die ‚Geschichte der massiven Interventionen‘, denen sich die Universität dabei ausgesetzt sah“,[2] thematisiert zu haben. Man darf gespannt sein, denn schon die einzelne Seite, die Causa Schavan – wohl zum Beweis der Authentizität des Leaks – als Abbildung eingebunden hat (siehe rechts, Klick vergrößert), enthält bekannte und bislang unbekannte Interventionsversuche von überwiegend hochrangigen Repräsentanten des deutschen Wissenschaftsbetriebs. Wenn die Unterlagen diese Dichte durchhalten, dann fragt sich eher, wer denn nicht in die Causa Schavan verwickelt war. Auch Aspekte der Affäre, über die bereits etwas an die Öffentlichkeit gedrungen ist, etwa das Engagement des HRK-Präsidenten Horst Hippler, lassen sich gewiss nochmal neu bewerten.

Nachtrag, 20:45 Uhr: Die Uni Düsseldorf hat eine Pressemitteilung zur Verleihung der Universitätsmedaille und weiterer Ehrungen herausgegeben. Bei dem enthaltenen Gruppenbild des noch amtierenden Rektors Piper, des Dekans Bleckmann und des ehemaligen Prodekans Rohrbacher stehen die Gesichtsausdrücke der Interpretation offen.

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5 Antworten zu “Was bringt das #schavangate ans Licht?

  1. Pingback: Neues aus dem Schavanistensumpf | Der Nesselsetzer

  2. Pingback: Umleitung: vom Schavan-Dossier über Spionage und Antisemitismus zum Flugzeugabsturz in Elpe. | zoom

  3. Pingback: Uni Düsseldorf feiert: Lammert kommt doch nicht! | Erbloggtes

  4. Zu der Verleihung der Ehrungen gibt es inzwischen auch einen Videobericht des HHU-Medienlabors:
    http://medienlab.phil.hhu.de/item/examensfeier-sommer-2014/

  5. Pingback: Schavans Nachworte zur Apokalypse | Erbloggtes

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