Weltgeschichten in Gedichten (3)

Erschröckliches berichten die Bänkelsänger dieser Tage:

Moritat vom Plagiat

Karl-Theodor zu Guttenberg,
der schrieb ein plagiiertes Werk.
Steuerung-C, Steuerung-V,
und Schuld daran war seine Frau:

Im legendären Seminar
war Häberle Doktorpapa.
Der Biergarten ganz in der Näh‘
stoppte jedoch die Forschung jäh.

Zuviel Belastung hier und da
mit family und Tralala
hielt Gutti von der Arbeit ab,
doch Stephanie bracht‘ ihn auf Trab:

„Schreib doch die dissertatio, Männe,
denn so gut, wie ich Dich nun kenne,
musst Du der Wissenschaft nicht frommen,
um an den Abschluss ran zu kommen.

Den Grafentitel musst‘ ich lassen,
dafür würd‘ ich Dich nicht mal hassen,
wenn Du in Bälde – was, Du lachst? –
aus mir eine Frau Doktor machst.

Im Notfall schreibst Du einfach ab,
die Lüge nimmst Du mit ins Grab.
Und niemand merkt, wie ihm geschieht,
wenn er Dich promovieren sieht.

Ich werde dann, was niemand ahnt,
doch hab‘ ich es schon angebahnt,
Frau Doktor Kanzler-Königin,
das wäre doch ein Reingewinn.“

Und so geschah’s, Burg Guttenberg
sah die Entstehung von dem Werk
als Zwerg auf Schultern von Giganten,
die Fußnoten sie meist nicht nannten.

„Das merkt der Häberle doch nicht,
bei dem politischen Gewicht
bekommt er einen Orden um,
und dafür krieg‘ ich summa cum.“

Und immerhin ganz bald darauf,
da stieg Karl-Theo mächtig auf,
und Stephanie wurd‘ immerhin
Frau Doktor von Ministerin.

Wie die Geschichte weitergeht?
Ein jeder, der die Welt versteht,
hat doch gewusst, wie’s kommen musst‘,
denn alles führte hin zum Frust:

Ein Bremer Prof. es mitbekam,
den Grad man Guttenberg wegnahm,
Minister konnt‘ er auch nicht bleiben,
die Merkel musste ihn vertreiben.

Und die Moral von der Geschicht‘
erschleiche Doktortitel nicht!
Das macht nicht froh und auch nicht schlau,
am Ende droht Dir noch der Bau.

Erbloggtes 2011

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Nachtrag, 24.02.2011: Zum Dichten inspiriert fühlte sich auch Jürgen ‚Kaiserbubu‘ Beck über den „Doktor der Vergesslichkeit“.

2 Antworten zu “Weltgeschichten in Gedichten (3)

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