Putsch der VroniPlag-Admins

Er dachte, so etwas könnte es im machtlosen, anonymen und unkommerziellen Internet der Wikis nicht geben. Das stimmt vielleicht sogar, aber es scheint einen Punkt zu geben, an dem Macht, Eitelkeit und Kommerz auch in Wikis Einzug halten:

Die Administratoren des VroniPlag-Wiki sind sich ziemlich einig: Wiki-Gründer „Goalgetter“ muss weg. Darüber stimmen sie derzeit ab; das heißt bisher, sie stimmen dafür ab, Goalgetter die Bürokraten-Rechte (erweiterte Administratoren-Rechte) zu entziehen. Leise Kritik an diesem Verfahren wird nur auf der Diskussionsseite geduldet und dort unter Verweis auf die Macht des Faktischen niedergebügelt. Die interne Empörung scheint groß zu sein.[1]

Widersprüche und Einhelligkeiten

Goalgetter repräsentierte von Anfang an eine andere, kreative, meinungsfreudige, wenig klinische Seite von VroniPlag. Daher kam es immer wieder zu Konflikten mit anderen Benutzern, nach denen Goalgetter tendenziell zurückstecken musste (Erbloggtes berichtete), zum Beispiel im „Karikaturenstreit“.

Die aktuellen Vorwürfe lauten nun, dass Goalgetter sich nicht an den Konsens der anderen halte, insgesamt kaum etwas geleistet habe, das Wiki aber unangemessen in der Öffentlichkeit repräsentiere, damit den Erfolg von VroniPlag gefährde und – der neue, wohl entscheidende Vorwurf, das Ansehen von VroniPlag für eigene kommerzielle Interessen ausnutzen wolle. Da ist die Rede von Plagiatssoftware, an der Goalgetter beteiligt sei. Konkretes dazu wird aber nicht in der Öffentlichkeit besprochen, sondern als bekannt vorausgesetzt.[2]

Oder nochmal anders herum

Goalgetter wurde wiederholt von den einst von ihm ernannten Administratoren aus dem VroniPlag-Chat verbannt. Anders als im Wiki, wo jeder lesen kann, und es auch dokumentiert bleibt, was geschrieben wurde, kann im Chat „offen“ oder „hinterrücks“ gesprochen werden. Dort können in geschützten Räumen Allianzen geschmiedet und Meinungsbilder eingeholt werden, noch bevor in der Wiki-Öffentlichkeit der erste Stein geworfen wird.

In einer E-Mail an Erbloggtes heißt es, es gebe einen engen Kreis, der „sich bereits seit GuttenPlags Zeiten gegenseitig“ zuarbeite. Auch seien es nicht unbedingt Goalgetters kommerzielle Interessen, die zum sich anbahnenden Rauswurf des Gründers führten, sondern „Geschäftsinteressen“ mancher nun opponierender Admins. Andere der Putschisten wüssten davon womöglich gar nichts oder seien nur einseitig informiert.

Solche Vorwürfe sind beiderseits gleichermaßen schwer zu überprüfen. Denkbar wäre es schon, dass jemand versucht, mit dem Erfolg von GuttenPlag und VroniPlag zu werben, um eine Plagiatssoftware am Markt zu platzieren. Wenn die Unis dann flächendeckend dazu übergehen, digitalisiert eingereichte Arbeiten elektronisch zu testen, könnte das rasch zum Millionengeschäft werden.[3]

Gut protokolliert ist dagegen der rigide Führungsstil mancher Aktivisten, der in der sonst so pluralistisch-bunten Welt von Wikipedia und – noch stärker – Wikia sehr ungewöhnlich ist. Der Vroniplagger „Kreuzritter“ beklagte beispielsweise bereits Ende Mai einen VroniPlag-internen „Duktus des Dekretierens, des Ausgrenzens und personenbezogenen Attackierens […] unter gegenseitiger Hilfestellung einiger Leistungsträger dieses Wiki.“[4] Bald darauf wurde Kreuzritter unter gegenseitiger Hilfestellung einiger VroniPlag-Leistungsträger unbeschränkt gesperrt.[5]

Auswirkungen auf die VroniPlag-Arbeit?

Für die Freien Deutschen Plagiatoren könnte diese Entwicklung noch günstige Rahmenbedingungen schaffen, um glimpflich aus ihren laufenden Verfahren herauszukommen. Manche Unis prüfen noch; die Taktik der bereits entdoktorierten Plagiatoren, nun Widerspruch einzulegen, könnte sich durch das In-die-Länge-Ziehen der Verfahren mit Widersprüchen als erfolgreich erweisen; vorausgesetzt, es gelingt ihnen, so lange auszuharren, bis sich VroniPlag öffentlich selbst zerfleischt hat und sich neue mediale Kampagnen gegen angebliche niedere Motive der VroniPlagger starten lassen.

Derweil wird der Verdachtsfall Nummer 8, Martin Winkels (Mw, siehe hier) vernachlässigt und ist trotz Überschreiten der 10-Prozent-Marke noch nicht auf der VroniPlag-Hauptseite genannt. Im Fall Althusmann hat offenbar ein engagierter Plagiatssucher nicht mit VroniPlag zusammenarbeiten wollen, sondern lieber – für Die Zeit – seine eigene Analyse durchgeführt. Immerhin geht man aber seit dem 16. Juli auf VroniPlag einem Hinweis auf die Dissertation eines FDP-Bürgermeisters mit den Initialen „JG“ nach.[6] Und da ist auch Goalgetter mit seiner Plagiatssoftware mit dabei.

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20 Antworten zu “Putsch der VroniPlag-Admins

  1. Pingback: Neuerliches Plagiats-Update : Vip-Raum

  2. Mal ganz doof gefragt:
    Wie können Leute, die bereit an der Macht sind, Macht erputschen?
    Goalgetter „muss [nicht] weg“. Ihm wird lediglich der Status des Bürokraten entzogen.

    Auf der Abstimmungsseite durften nur andere Administratoren abstimmen, und wer darüber diskutieren möchte, ohne Admin zu sein, konnte (und kann) die Diskussionsseite nutzen, dafür ist diese schliesslich da. Da braucht man nicht leise sein, da darf man auch ordentlich auf die Kacke hauen (man bedenke aber, ein Teil trifft immer einen selbst). Kritik sieht ziemlich oft recht harsch aus, aber dies ist in der Wissenschaft so üblich.

    Das Stimmungsbild, warum Goalgetter der Bürokratenstatus entzogen werden sollte, lässt sich nachlesen. Es ist somit völlig transparent. Vielleicht wäre Erbloggtes eine intransparente Entziehung ohne Abstimmung lieber?

    Erbloggtes erwähnt selbst die Streitfälle. Damals, als es Goalgetter nicht schnell genug mit BDS ging, obwohl sich die Administratoren mehrheitlich für die „10%-Hürde“ ausgesprochen haben. Wohlbemerkt: mindestens 10% verifizierte Fundstellen.
    Oder damals, als er eine Karrikatur vom Koch-Mehrin ins Wiki stellte, obwohl man sich darauf geeinigt hatte, dass im Wiki niemand karrikiert werden soll. Er wurde gebeten, die Karrikatur zu entfernen, da kam dann der „Zensoren“-Vorwurf. Natürlich noch ein nachgeschobenes „Aber das war doch nur Spaß“.
    (Der technische Hintergrund: Dateien kann man nur im Hauptnamensraum hochladen, selbst wenn diese dann ausschliesslich auf Benutzerseiten genutzt werden.)

    Der sehr wahrscheinlichste Faktor für die Abstimmung war allerdings dieser Artikel: http://www.bild.de/politik/inland/plagiat/vroniplag-wer-sind-die-jaeger-18898090.bild.html
    Im Artikel gibt es einige markante Stellen, für obigen besprochenen Fall ist vor allem die Aussage von Markus Goldbach zu beachten. Angeblich sei PlagScan ein „wichtiges Arbeitstool“. Dies ist leider so falsch, falscher geht es fast nicht. Ausserdem stelle seine Firma dem Wiki seine Dienste kostenlos zur Verfügung. Auch das stimmt so nicht.
    Richtig ist: Goalgetter benutzt PlagScan, ob er dafür eine kostenlose Lizenz bekam, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich wurde jede zu prüfende Arbeit von ihm durch dieses Tool gejagt. Dadurch darauf zu schliessen, PlagScan unterstütze VroniPlag, ist schon ziemlich weit hergeholt.
    Nach dem Artikel wurde er auf seine möglichen Beziehungen zu PlagScan gefragt, dazu wollte er sich nicht äußern.

    Mag sein das Goalgetter „von Anfang an eine andere, kreative, meinungsfreudige, wenig klinische Seite von VroniPlag“ repräsentierte.
    Aber VroniPlag ist nunmal nicht dazu da, kreativ zu sein und eine Meinung zu vermitteln. Dazu kann man sich ein persönliches Blog zulegen. Zumal ein Nutzer immer nur für sich selbst sprechen kann, nie für das gesamte Wiki. Diese Grenze hat Goalgetter aus Sicht der anderen Administratoren wohl desöfteren verletzt.
    Für mich persönlich ist schon das Erstellen von Sockenpuppen ein Grund, jemandem den Bürokratenstatus abzuerkennen. VroniPlag lebt von der Transparenz. Sockenpuppen erzeugen geradezu Intransparenz.
    Da kann man nicht bei Wolfgang Stock und Wikipedia mit dem Finger draufzeigen und rumkrakeelen, andererseits aber bei Benutzer Goalgetter und VroniPlag die Augen zukneifen.

    Auch ist interessant, von wem Erbloggtes so E-Mails erhält. Werden die auch mal transparent veröffentlicht, oder ist das hier nur als Geraune von Verschwörungstheoretikern zu verstehen? Goalgetter wurde übrigens nicht rausgeworfen, nur sein Bürokratenstatus wurde aberkannt (nochmals extra für den unbekannten Absender der E-Mail). Falls es konkrete Anhaltspunkte für kommerzielle Interessen der anderen Admins gibt, hätte der Absender der E-Mail sie ja nennen können. Ansonsten bleibt es bei einer wilden Verschwörungstheorie, damit Goalgetter mit Heiligenschein dasteht.

    Zu dem gesperrten Benutzer Kreuzritter möchte ich lediglich feststellem, dass er kaum inhaltliche Beiträge zu den einzelnen Fällen geleistet hat, wie man in seiner Edit-Historie nachlesen kann.

    Woher weiss Erbloggtes, dass der Fall MW vernachlässigt wird? Momentan wird darüber diskutiert, da MW wohl keine bekannte Person des öffentlichen Lebens ist (Man könnte jetzt natürlich VS dagegen halten, allerdings müsste man das Goalgetter fragen, immerhin hat er das Wiki nach ihr benannt). Meines Erachtens spielt es keine Rolle, ob MW sofort oder erst in einer Woche oder überhaupt auf die Titelseite kommt. Die 10% sind nicht als absolute, sondern als Mindestgrenze zu behandeln. Vorher wird keinesfalls ein Fall auf die Hauptseite gestellt.

    Der Fall Althusmann ist eine ganz andere Sache. VroniPlag erhebt sicherlich keinen alleinigen Anspruch darauf, Plagiatsfälle zu prüfen. Es ist jeder Person selbst überlassen, wohin sie damit geht. Und wenn die Mitarbeiter dieser Zeitung ganz ohne VroniPlag einen Fall aufdecken, dann ist das super. Dadurch wurden gewiss viele Ressourcen der VroniPlagler eingespart, die diese für laufende oder andere neue Fälle verwenden konnten.
    Insofern hier das Wiki gegen eine Zeitung ausspielen zu wollen, entbehrt jeder rationalen Grundlage.

  3. Na, Sie fühlen sich aber mächtig auf den Schlips getreten. Es ist, als ob Sie den obigen Artikel nicht richtig gelesen hätten, sondern gegen einen imaginierten Anti-VroniPlag-Hetz-Artikel zu Felde ziehen. Dass VroniPlagger derzeit sehr angefasst reagieren, wenn man seine Irritation über die De-Bürokrat-Vorgänge zum Ausdruck bringt, lässt sich auch gut in den Kommentaren hier verfolgen. Wenn man sich persönlich angegriffen fühlt – und vielleicht auch noch ein schlechtes Gewissen hat – verliert man manchmal die Maßstäbe des Angemessenen aus den Augen.
    Dabei ist Irritation wohl eine weit verbreitete Reaktion Außenstehender auf die Goalgetter-Story, vgl. auch den Artikel in Die Welt.
    Vielen Dank für den Link zu dem Bild-Artikel. Das ist der beste Artikel von Bild, den ich je gelesen habe, und wird es wahrscheinlich auch künftig bleiben.

  4. Ein kleiner Hinweis an Erbloggtes, bevor man noch auf falsche Gedanken kommt: Ich gehöre nicht der Administration von VroniPlag an, sondern verfolge nur sehr interessiert das Geschehen dort. Für mich ist die Aberkennung des Bürokraten-Status allerdings nachvollziehbar.
    Dass polemische Artikel, die aus Halbwahrheiten und Suggestionen bestehen, manchmal kritische Kommentare bekommen, ist wohl etwas Neues für Erbloggtes.

  5. Interessant, dass ausgerechnet ein BIldartikel (auch wenn es zur Abwechslung mal ein besserer ist) als Argument für die Degradierung herangezogen wird. Wer nur ein bisschen Ahnung hat, wie Beiträge dieses Blattes von dem, was der Interviewte gesagt hat, abweichen, der würde sich nie auf sowas stützen. Bei manchen VroniPlag-Leuten wäre es wirklich besser gewesen, sie wären im Verborgenen geblieben.

  6. Auch unpolemische Artikel ohne Halbwahrheiten und Suggestionen bekommen manchmal kritische Kommentare. Ihre Mutmaßungen, STK, können Sie gern in diesem Blog falsifizieren.

    Das hat mit den jeweiligen Interessen der Beteiligten zu tun. Erbloggtes hat beispielsweise ein publizistisches Interesse daran, dass auch in der Zeit zwischen den Enthüllungen von VroniPlag und den Doktor-Aberkennungen der Unis etwas berichtenswertes geschieht. Und dann ist da noch das ganz persönliche Interesse daran, dass die VroniPlagger sich nicht gegenseitig zerfleischen.
    Ich halte das für die Folge der Bestrebungen, VroniPlag zu einer „objektiven“, „wissenschaftlichen“ „Autorität“ auszubauen, und alle dem widersprechenden Elemente (Meinungen, Karikaturen, politische Forderungen) konsequent zu beseitigen. Diese illiberalen Bestrebungen entspringen wiederum spezifischen Interessen, die ich nicht teile. Meiner Ansicht nach müssen die Universitäten über die Entziehungen entscheiden; und was bei VroniPlag neben der sauberen Dokumentation „sozial“ abgeht, sollte darauf keinen Einfluss haben. Indem VroniPlag einer autoritär-monolithischen Ausrichtung entgegenstrebt, verkennt es seine Wurzeln und seine Rolle. Das ist nicht in meinem Interesse, daher erlaube ich mir ab und zu kritische Kommentare. Aber damit kann nicht jeder umgehen.

  7. Andere scheinen die Putsch-Begrifflichkeit ganz interessant zu finden.[1] Wikipedia weiß, dass Putschisten jemanden aus seiner Machtposition entfernen und jemand anderen stattdessen einsetzen.[2]

    VroniPlag-Bürokraten sind nach Goalgetters Entmachtung nur noch die Benutzer KayH und Klicken.[3] Der dritte mit Bürokraten-Rechten ist Nerd wp, aber seit 10. Juni nicht mehr aktiv gewesen. Und der vierte, PlagDoc, schreibt über sich selbst, dass er nur aus historischen Gründen Bürokrat bei VroniPlag sei, dort aber inhaltlich nicht mitwirke.[4] Es wird spannend, zu beobachten, ob in nächster Zeit jemand als Ersatz für Goalgetter zum Bürokraten ernannt wird.

    Man hätte übrigens auch überlegen können, ob man mit der Entbürokratisierung Goalgetters wartet, bis er seine Bürokraten-Rechte selbst niederlegt.[5]

  8. Dass sich die Medien auf sowas stürzen, war zu erwarten. Alles, was nach bösem Zoff klingt, wird begeistert ausgeschlachtet. Der BILD-Artikel war nach meiner Kenntnis nur der letzte Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte. Dies kann man in den Kommentaren auf der Abstimmungsseite nachlesen. Inwieweit der BILD-Artikel der Wahrheit entspricht (insbesondere die Aussagen von Markus Goldbach), kann ja NZ-Journalist und Blogger Peter Viebig mal investigativ ermitteln. Das gibt sicherlich eine schöne Geschichte.

    Meinungen, Forderungen usw. kann man in ein persönliches Blog schreiben, und dieses dann auf seiner Benutzerseite verlinken. Dagegen spricht garnichts. Aber wer würde z.B. bei einem Twitteraccount @VroniPlagWiki vermuten, dass dahinter nur eine Einzelmeinung eines VP-Aktivisten steckt?

    Für den Prozess der Plagiatssuche sind persönliche Meinungen übrigens irrelevant. Und manchmal sogar hinderlich.
    In jeder Gemeinschaft gibt es Grenzen, die von der Gemeinschaft selbst festgelegt werden. Verstößt man dagegen, muss man mit Konsequenzen rechnen. Insofern ist jede Gesellschaft an irgendeiner Stelle „illiberal“, da jeweils die Freiheiten, das zu tun was man gerne möchte, beschnitten werden.
    Erbloggtes kann es nun kritisch sehen, dass sich VroniPlag nicht zu einem Haufen pöbelnder Meinungsvertreter entwickeln soll. aber inwieweit eine gegenteilige Entwicklung mit dem Ziel der Aufdeckung von Plagiatsfällen vereinbar ist, wird offengelassen.

  9. Kommentare, die versuchen, das von Ihrem Gegenüber Gesagte möglichst zu verzerren, können Sie sich künftig sparen.
    Persönliche Meinungen sind für den Prozess der Plagiatssuche eminent wichtig. Zum Beispiel die persönlichen Meinungen, dass plagiieren falsch ist und Plagiatoren ihren Doktortitel aberkannt bekommen sollten. Das motiviert nämlich erst zur Plagiatssuche.
    Unwichtig sind persönliche Meinungen hingegen für den Nachweis von Plagiaten. Ein Plagiat ist ein Plagiat, auch wenn man die persönliche Meinung des Finders nicht teilt.

  10. Wo wurde etwas verzerrt? Falls, wenn und überhaupt, dann wurde nicht mehr verzerrt als im ursprünglichen Blog-Beitrag. Ich polemisiere und übertreibe etwas, Erbloggtes tut es auch.

    Natürlich ist die Meinung wichtig, dass Plagiate falsch sind usw. Dies betrifft allerdings nur die Vorstufe des Suchens: Bin ich dafür oder dagegen?
    Falls man sich mit Wissenschaft beschäftigt, auf eine ordentlich Art, so müsste man diese Frage mit ja beantworten. Dann ist es nur noch eine Frage, ob man die wissenschaftliche Redlichkeit als so wichtig empfindet, dass man dafür seine Freizeit opfert.
    Man könnte aber auch sagen: Ich mag diese Person nicht und deshalb untersuche ich die Dissertation auf Plagiate. Nur damit man der Person eins auswischen kann.
    Allerdings funktioniert VroniPlag so nicht. Da muss man schon mit belegten Fundstellen ankommen, damit man überhaupt eine Chance hat, dass ein potenzieller Fall bearbeitet wird. Einfaches Namedropping im Forum reicht nicht. Und man muss auch meist selbst weiter Arbeit investieren, man muss Leute „werben“, die evtl. noch an den anderen Fällen arbeiten. Und schon steckt man mittendrin in VroniPlag.

    Nur nochmals als kleine Erinnerung: Das Einzige, was passiert ist: Einem Benutzer wurde der Bürokraten-Status aberkannt, durch einen demokratischen Prozess. Zufällig war dieser Benutzer der Gründer des Projekts (Beim Anlegen eines Wikia-Projekts erhält man automatisch Bürokratenstatus) . Der Benutzer ist weiterhin Administrator, an seinen sonstigen Rechten wurde nichts geändert.
    Das kann man jetzt aufbauschen zu einem großen Skandal, wie es die Medien tun (Ein Putsch, OH NEIN!! Gab es Tote?), oder man nimmt es als einen durchaus normalen Prozess innerhalb einer Gemeinschaft an.

  11. Von „einem Haufen pöbelnder Meinungsvertreter“ haben Sie gesprochen, nur Sie. Das zeugt von großer Angst vor dem Internet.
    Die ganz persönliche Meinung, völlig unobjektiv, ist das, was jeden VroniPlagger dazu motiviert, dort mitzumachen. Ob das nun die Meinung ist, das wissenschaftliche Unredlichkeit empörend ist, oder die Meinung, dass man Griechen nicht mag, die über Griechenland herziehen, weswegen man mal in ihre Dissertation schaut, ob da auch nur Luftblasen drinstehen, oder ob man die Diss. eines fränkischen Ministers auf Plagiate untersucht, damit man ihm persönlich eins auswischen kann, weil er im Nachbarort in einer Burg wohnt.
    Das ist völlig egal. Wissenschaft ist – ebenso wie Plagiatssuche – prinzipiell motivneutral. Wenn man mit belegten Fundstellen ankommt, dann ist es egal, warum man das tut. Das ist doch gerade der Witz an Wissenschaft: Ob man Protestant ist oder Katholik, Kommunist oder Monarchist, das Ergebnis muss für alle gelten.

    Die Aberkennung von Goalgetters Bürokratenstatus ist nicht bloß eine demokratische Personalentscheidung. Es ist auch eine Richtungsentscheidung. Wer das leugnet, erklärt es zu personalisiertem Zoff, der eigentlich nur in Boulevardblättern etwas zu suchen hat (eine Ansicht, die seriöse Zeitungen offenbar nicht teilen).
    Was die künftige Richtung ist, und wie sich das auswirken wird, ist zur Zeit aber noch nicht ausgemacht.
    Dass die „andere, kreative, meinungsfreudige, wenig klinische Seite von VroniPlag“ eine wertvolle Ressource war, die nun kaltgestellt werden soll, könnte einen Niedergang der Plagiatssucher einläuten. Oder eine Umwandlung in ein Profi(t)unternehmen. Oder beides.
    Oder es kommt alles ganz anders.
    Das muss den VroniPlaggern klar sein: Schon morgen steht die nächste Bewährungsprobe, die nächste Richtungsentscheidung an. Schon davon kann abhängen, ob VroniPlag noch in diesem Jahr zu Ende geht, oder ob man auch in fünf oder zehn Jahren noch auf ein Online-Portal gehen kann und dort sagen: Schaut her, in der Doktorarbeit meines Nachbarn sind die Seiten 5-12 und 37-92 abgeschrieben, und zwar aus folgenden Quellen …

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